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HSBC - ASEAN
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Das Timing ist entscheidend

Dynamik und Heterogenität charakterisieren die Entwicklung der ASEAN-Region. Das spiegelt sich auch in den Kursschwankungen der unterschiedlichen Landeswährungen wider – eine große Herausforderung für ausländische Unternehmen.

in Geschäftsabschluss ist in jedem Unternehmen erst mal ein Grund zur Freude. Gerade wenn ein neuer Kunde in der boomenden ASEAN-Region gewonnen werden konnte. Doch Wechselkursschwankungen können einen lohnenden Lieferauftrag nach Südostasien innerhalb weniger Monate in ein Verlustgeschäft verwandeln. Denn jede Kursveränderung der Landeswährung gegenüber dem Euro schlägt sich auf den Umsatz nieder. Wie die Entwicklung der Indonesischen Rupiah zeigt, kann das für deutsche Unternehmen zu einem unkalkulierbaren Risiko werden.

Betrachtet man die zwölf Monate von Ende Mai 2018 bis Ende Mai 2019, hat sich der Wechselkurs gegenüber dem Euro kaum verändert. Ein Euro war etwa 16.000 Indonesische Rupiah wert. Dazwischen liegt jedoch eine Zeit mit erheblichen Schwankungen. So kletterte der Euro-Kurs Mitte Oktober 2018 auf über 17.500 Rupiah, bevor er im April 2019 auf unter 15.800 Rupiah fiel. Innerhalb der ersten fünf Monate büßte die indonesische Währung damit über acht Prozent an Wert ein. Einnahmen in gleicher Höhe hätte ein deutsches Unternehmen verloren, das zu Beginn dieses Zeitraums ein Angebot in Rupiah unterbreitet hätte und am Ende für seine Lieferung bezahlt worden wäre. „Bei vielen Unternehmen aus der Industrie liegt die Marge bei unter zehn Prozent. Damit würde so ein Geschäft absolut unprofitabel werden“, sagt Sven Jürgensen, Head of Network & Corridors, Global Markets Corporate Services bei der HSBC Deutschland.

Ist der Kurs gerade sehr ungünstig, sollte man im Zweifelsfall den Businessplan anpassen, wenn im Vorfeld nicht bereits Kurssicherungen abgeschlossen wurden.

Von solchen Wechselkursschwankungen betroffen sind aber nicht nur stark exportorientierte Branchen wie der Maschinenbau oder die Chemieindustrie. In Zeiten globaler Supply Chains müssen sich auch die Einkäufer der Konzerne ebenso wie der E-Commerce-Shops, die Waren und Vorprodukte aus Asien beziehen, diesem Problem stellen. „Eine HSBC-Umfrage hat gezeigt, dass Corporate Treasurer die Absicherung der Risiken durch volatile Wechselkurse nach wie vor als eine der größten Herausforderungen im internationalen Geschäft sehen“, berichtet Sven Jürgensen.

Eine einzige Strategie für die Kursabsicherung für ganz Südostasien zu entwerfen erscheint angesichts der Vielfältigkeit der Region als unrealistisch. Denn jedes der zehn ASEAN-Länder hat nicht nur seine eigene Währung, diese entwickeln sich auch noch in ganz unterschiedliche Richtungen. „Betrachtet man den jeweiligen Wechselkurs der Landeswährung zum US-Dollar in den vergangenen drei Jahren, kann man mehrere, teils sogar gegenläufige Trends ausmachen“, erläutert der HSBC-Experte. „Singapur, Indonesien und Malaysia schwanken zwar innerhalb einer gewissen Bandbreite, in der Tendenz bewegen sich die Kurse aber seitwärts. Anders sieht es da schon bei den Philippinen und Vietnam aus, wo seit 2016 eine graduelle Abwertung zu beobachten ist. Während der thailändische Baht in dieser Zeit eine graduelle Aufwertung erfahren hat.“

Der einfachste Weg der Absicherung für DAX-Konzerne ebenso wie Mittelständler ist sicher die Fakturierung in der Weltleitwährung US-Dollar. Doch zum einen ist auch der Euro-Dollar-Kurs immer volatiler geworden, seitdem die Briten mehrheitlich für einen Brexit gestimmt haben und ein Tweet aus dem Weißen Haus zu Verwerfungen in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen führen kann. Zum anderen muss auch der Handelspartner in Südostasien bereit sein, die Geschäfte in einer für ihn fremden Währung abzuwickeln. Denn so trägt er das Transaktionsrisiko.

 

Über HSBC

HSBC ist eines der weltweit größten Finanzinstitute. In unseren vier globalen Geschäftsbereichen – Retail Banking and Wealth Management, Commercial Banking, Global Banking and Markets und Global Private Banking – sind wir für rund 39 Millionen Kunden tätig. Unser Netzwerk erstreckt sich über 65 Länder und Territorien in Europa, im asiatisch-pazifischen Raum, im Nahen Osten, in Nordafrika sowie in Nord- und Südamerika.

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Natürlich lassen sich Währungsschwankungen auch über Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen ausgleichen. Dabei garantieren Devisentermingeschäfte einen festen Umtauschkurs an einem frei zu bestimmenden Termin in der Zukunft – an den das Unternehmen dann aber auch gebunden ist. Im Gegensatz dazu sind Firmen bei Devisenoptionen nicht zum Währungstausch verpflichtet, wenn sie am Markt günstigere Konditionen bekommen. Zugleich sind die Kosten für dieses Wahlrecht aber auch höher als für Devisentermingeschäfte.

Noch deutlich komplexer wird die Situation, wenn es sich nicht nur um internationale Handelsgeschäfte dreht, sondern ein deutsches Unternehmen in der ASEAN-Region eine eigene Produktion aufbauen möchte und damit direkt vor Ort in der jeweiligen Landeswährung investieren muss. Zu welchen Wechselkursen dann innerhalb des Investitionszyklus die Gelder fließen, ist ein entscheidender Faktor dafür, wie teuer das Werk am Ende wird. „Das Timing ist hierbei von enormer Bedeutung“, weiß Sven Jürgensen aus Erfahrung. „Ist der Kurs gerade sehr ungünstig, sollte man im Zweifelsfall den Businessplan anpassen, wenn im Vorfeld nicht bereits Kurssicherungen abgeschlossen wurden.“

Doch selbst wenn das Werk fertiggestellt ist und die Produktion auf den Philippinen, in Vietnam oder in Malaysia bereits auf vollen Touren läuft, können Währungsschwankungen ausländischen Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes die Bilanz verhageln. Ein Rechenbeispiel: Eine Fabrik auf den Philippinen wurde bei einem Kurs von 50 Peso je 1,0 Euro für 100 Millionen Euro gebaut. In der Zwischenzeit hat der Peso jedoch stark abgewertet, so dass man für 50 Peso nur noch 0,9 Euro bekommt. In der Konzernbilanz des deutschen Unternehmens hat das Werk damit rein währungsbedingt ebenfalls zehn Prozent oder 10 Millionen Euro an Wert verloren. „Dieses Translationsrisiko lässt sich neben derivativen Lösungen auch durch eine Fremdfinanzierung in lokaler Währung reduzieren“, erklärt Sven Jürgensen. „Wenn der Kapitalmarkt in dem jeweiligen Land schon so weit entwickelt ist, wäre das zum Beispiel möglich, indem ein Unternehmen hier Anleihen begibt – analog zu Panda-Bonds in China.“ Alternativ bleibt dem ausländischen Investor die klassische Option: Er nimmt einen Kredit in Landeswährung auf, um sich abzusichern.

Eine Content Marketing-Lösung der F.A.Z. Media Solutions Manufaktur.
Für HSBC.

Quelle: HSBC

Veröffentlicht: 21.06.2019 12:09 Uhr