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HSBC - ASEAN
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ASEAN auf dem Weg
zum Schwergewicht

Die Länder der „Association of Southeast Asian Nations“ (ASEAN) bilden einen der dynamischsten Wirtschaftsräume der Welt. Mit prognostizierten Wachstumsraten von jährlich fünf Prozent wird der Freihandelsblock zur fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen.

eit mehr als 50 Jahren koordinieren die zehn südostasiatischen ASEAN-Staaten ihre Wirtschaft und ihre Politik. Und was sie da verzahnen, hat Gewicht: Zusammen erwirtschaften Singapur, Indonesien, Malaysia, Thailand sowie die Philippinen, Vietnam, Brunei, Kambodscha, Laos und Myanmar rund acht Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liegt jedes Jahr bei rund fünf Prozent. Damit kann die ASEAN-Gemeinschaft bis 2030 sogar zur fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt heranwachsen.

Dabei zählt die Region mit über 650 Millionen Menschen mehr Einwohner als die EU. Eine Bevölkerung, die nicht nur sehr jung ist, sondern auch besonders digitalaffin. Etwa die Hälfte der Menschen ist nicht älter als 29 Jahre. Über 250 Millionen Menschen in der Region nutzen ein Smartphone, und in keinem Land der Welt senden die Menschen mehr Textnachrichten als auf den Philippinen. Die steigende Kaufkraft macht private Verbraucher zudem als Kunden immer interessanter. Die Zahl der Haushalte, die zur wohlhabenden Mittelschicht gehören, könnte bis 2025 auf 120 Millionen steigen – eine Verdopplung gegenüber 2010. Diese positiven Szenarien können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die einzelnen ASEAN-Länder sehr unterschiedlich entwickelt sind. Während Singapur mit einem Pro-Kopf-Einkommen von über 61.000 US-Dollar im Jahr einer der reichsten Staaten der Welt ist, liegt der Wert in Myanmar dagegen bei lediglich 1.300 US-Dollar.

Die südostasiatischen Volkswirtschaften, die in der ASEAN-Gruppe zusammengeschlossen sind, profitieren von den Spannungen zwischen China und der Vereinigten Staaten.

Die wirtschaftliche Bedeutung der ASEAN-Freihandelszone insgesamt ist jedoch unbestritten und wird vom Umstand unterstrichen, dass mehr als ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs durch die Straße von Malakka und das angrenzende Südchinesische Meer führt. Auch deutsche Unternehmen profitieren verstärkt von der positiven Entwicklung. 2018 stiegen die Ausfuhren der Bundesrepublik in die Region um 11,4 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro. Zugleich beschleunigt der Handelskrieg zwischen den USA und China 2019 einen seit Jahren anhaltenden Trend: Unternehmen verlagern Teile ihrer Wertschöpfung aus China nach Südostasien.

„Die südostasiatischen Volkswirtschaften, die in der ASEAN-Gruppe zusammengeschlossen sind, profitieren von den Spannungen zwischen China und der Vereinigten Staaten, erklärt Frederic Neumann, Co-Head of Asian Economic Reseach bei HSBC. Während China und die USA bei ihrem Zollstreit nur verlieren könnten, so der Wirtschaftsexperte, „gewinnen letztendlich vor allem Länder in Südostasien mehr Investitionen und ein größeres Stück vom Handelskuchen“.

Branchen wie die Textil-, die Elektronik- und die Kfz-Industrie, aber auch die Verarbeitung von Nahrungsmitteln expandieren in den ASEAN-Staaten. Vor allem Unternehmen, die bisher arbeitsintensive Produktionen in China betrieben haben, etwa im Textilbereich oder in der Produktion von Elektrobauteilen, zieht es bereits seit längerem nach Süd- und Südostasien. Auch schon vor dem Handelsstreit spielte die Region eine wichtige Rolle in den Lieferketten der Industrie, die von der Verteilung einzelner Fertigungsschritte auf verschiedene Länder geprägt ist. Nachdem aber jahrelang Fertigungen aus Europa oder den USA nach China verlagert wurden, findet jetzt ein Umlenkungsprozess in die ASEAN-Staaten statt.

Mit Ausfuhren von 290 Milliarden Dollar war der Handelsraum schon im Jahr 2016 nach China der zweitgrößte Elektronikexporteur. Und „insbesondere Vietnam, Malaysia und Thailand haben ihre Exporte in Bereichen steigern können, in denen chinesische Produkte mit US-Zöllen belegt wurden“, beobachtet Chief Economist Neumann. Denn besonders „Vietnam und Malaysia verfügen über konkurrenzfähige Arbeits- und Logistikkosten“.

 

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Ende letzten Jahres hat Massimiliano Cali, Leitender Volkswirt bei der Weltbank, berechnet, wie sich die weltweiten Warenströme verändern könnten, wenn tatsächlich alle zwischen den beiden Nationen angedrohten Zölle in Kraft treten würden. Rund 14 Prozent aller chinesischen Exporte in die USA wären davon betroffen; chinesische Unternehmen würden im Geschäft mit den USA beinahe 70 Milliarden Dollar an Umsatz einbüßen. Besonders hart treffen würde es unter anderem die Hersteller von Elektronik, Maschinen, Möbeln und Fahrzeugen.

Cali hat auch untersucht, welche Volkswirtschaften diesen Ausfall ersetzen könnten. Sein Ergebnis: Profitieren dürften die südostasiatischen Volkswirtschaften. Das gilt vor allem für Vietnam, das bereits der größte Handelspartner Chinas in der Region ist. Das Land exportiert schon heute viele Produkte, die auch China an die USA verkauft. Wenn die vietnamesischen Produzenten ihre Produktion hochführen und die amerikanischen Kunden künftig bei ihnen kauften, wären die positiven Effekte für die vietnamesische Wirtschaft gewaltig: Die Wirtschaftsleistung könnte durch diesen Effekt um bis zu 4,4 Prozent steigen, prognostiziert der Weltbanker.

Doch unabhängig von der Weltpolitik treiben die ASEAN-Länder die gemeinsame Integration kontinuierlich voran. Die Zölle sind bereits weitgehend weggefallen. Von einem Staatenverbund, wie ihn die EU darstellt, oder von gar einer Währungsunion ist die ASEAN-Gemeinschaft aber noch weit entfernt. Bisher ist die Kooperation lediglich eine Freihandelszone mit zehn Zollgebieten, in der jedes Mitgliedsland seine eigenen Außenzölle gegenüber Drittstaaten beibehalten hat. Es bestehen jedoch ehrgeizige Pläne, einen gemeinsamen Binnenmarkt wie in der EU zu schaffen.

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Für HSBC.

Quelle: HSBC

Veröffentlicht: 21.06.2019 11:18 Uhr