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Rohstoffinvestments : Helles Gold, schwarzes Gold – wo glänzt die Rendite?

Bild: Picture-Alliance/dpa

Investitionen in Öl und Gold garantieren keine sicheren Gewinne. Warum Anleger beides trotzdem im Blick behalten sollten.

          Mittlerweile hängt alles zusammen: Selbst auf die Rohstoffpreise haben die Entscheidungen zur Geldpolitik der Großbanken direkt oder indirekt einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Nur in diesem Zusammenhang kann man verstehen, wenn selbst Rohstoffanalysten die US-Notenbank-Entscheidung, vorerst noch mehr Geld in die Märkte zu pumpen als Schlüsselereignis bezeichnen. Der Risikoappetit der Investoren hat nicht nur an den Aktien- und Anleihenmärkten für ein Kursfeuer gesorgt. Auch Rohstoffe, die in der Realwirtschaft gebraucht werden, wurden teurer. Ganz konkret waren das Industriemetalle und Öl. Als Fed-Chef Ben Bernanke im September angekündigt hat, dass er die ultra-laxe Geldpolitik gar nicht zurückfährt, schoss der Ölpreis am gleichen Tag um 2,5 Prozent hoch.

          Gold kann bisher nicht profitieren

          Die Edelmetalle konnten ebenfalls kurzfristig profitieren, allerdings stellte sich zügig Ernüchterung ein. „Die anfängliche Rally wurde höchstwahrscheinlich von Hedgefonds getrieben, die im Vorfeld der Bekanntgabe ihre Shortpositionen kräftig abgebaut haben“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Doch es fehlten die Anschlusskäufe und so verlor Gold wieder seinen kurzfristigen Kursgewinn. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Fokus sich nun wieder auf die US-Regierung richtet, die erneut mit der Schuldengrenze zu kämpfen hat. Gold ist als Krisenwährung derzeit nicht gefragt, aber abschreiben sollten Anleger das gelbe Edelmetall nicht.

          Vorstand und Gründer von der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch,  Bert Flossbach, hatte in seinem Flaggschifffonds immer einen hohen Goldanteil und damit diese gut durch die Gewässer der Krisen geführt. Er gibt noch keine Entwarnung: „Gold sollte ein wichtiger Portfoliobaustein sein. Als Versicherung gegen unerwartete Schocks, vor allem aber als Hedge gegen die Geldentwertung durch die Gelddruckerei der Notenbanken“, sagt er. Es wäre fahrlässig davon auszugehen, an der Politik der Zentralbanken würde sich allzu bald etwas ändern, ganz im Gegenteil.  Spätestens wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass es keinen geregelten Ausweg aus der Politik des billigen Geldes mehr gebe, werde der strategische Grund für den Besitz von Gold, nämlich die Vermögenssicherung, wieder in den Vordergrund rücken. „Investoren tun deshalb gut daran, einen Teil ihres Vermögens als ,Absicherungsgold’ zu disponieren – als Währung der letzten Instanz“, betont er.

          Evy Hambro, Manager der Rohstofffonds von BlackRock hingegen schließt sich dieser Meinung nicht ganz nahtlos an, weist sie aber auch nicht gänzlich von der Hand. Er schätzt die Aussichten für Edelmetalle momentan eher negativ ein. Dafür sprächen der starke Dollar, der verhaltene Inflationsdruck in den Industriestaaten und die Wahrscheinlichkeit mittelfristig steigender Zinsen. „Andererseits gibt es noch immer Bedenken über die Stabilität der weltweiten Erholung und die Auswirkungen von weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen“, sagt er. Auch die teilweise anhaltenden Unsicherheiten wegen der langfristigen Inflationsentwicklung könnten sich positiv auf den Edelmetallmarkt auswirken.

          Limitierter Ölpreis

          Wie schaut es mit dem schwarzen Gold aus? Der Rohölpreis ist ein Beweis dafür, dass die Märkte momentan extrem launisch sind und mehr von Stimmungen denn von Fakten bewegt werden. Rohöl hatte zwar eine Hochphase – diese war aber nicht von Dauer. Die Futures der beiden Sorten Brent und WTI haben zuletzt Wochenverluste eingefahren, nachdem sich der Syrienkonflikt entspannt hatte und nach den Streiks in Libyen das Öl wieder fließen soll. Für Druck auf den Preis hat zudem gesorgt, dass das Ölangebot gestiegen ist, weil Libyen die Förderung auf 600.000 Barrel pro Tag erhöht und eine weitere Steigerung angekündigt hat. Ende August war die Produktion wegen Unruhen auf nur mehr 200.000 Barrel pro Tag gesunken, nachdem sie am Jahreshoch im April noch bei 1,4 Millionen Barrel gelegen hatte. Den Ölpreisrückgang konnte selbst die Meldung vom anhaltenden Rückgang der Öllagervorräte in den USA nicht aufhalten. Zuletzt waren sie auf das niedrigste Niveau seit März 2012 gesunken. Im langfristigen Vergleich liegen sie dennoch auf einem relativ hohen Niveau. Hambro stellt deswegen heraus, dass es beim Öl ein leichtes Überangebot gibt. „Da die Nachfrage bis Ende 2013 moderat bleiben sollte, dürfte der Ölpreis vorerst keine großen Sprünge machen.“

          Investmentalternativen

          Für Investments in Rohstoffe gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Über einen ETF können Anleger in einen Rohstoffindex anlegen – aber Vorsicht, die meisten Rohstoffindizes haben einen sehr hohen Öl-Anteil. Über Zertifikate und ETCs kann man in einzelne Rohstoffe investieren. Es gibt auch die diversifizierten aktiv gemanagten Rohstofffonds. Doch wie ein Blick auf die Daten vom Fondsanalysehaus Morningstar zeigt, ist die Performance bei der Mehrheit weniger überzeugend. Von 42 Rohstofffonds ist selbst die Performance der oberen 20 Prozent im Schnitt negativ. Zu den besseren Fonds zählen folgende: Der Martin Currie GF Glbl Resources (ISIN: LU0273577923) hat auf die Sicht von einem und auf drei Jahre mit annualisiert 1,28 und 2,85 Prozent eine positive Performance. Der T. Rowe Price Glbl Natrl Res Eq I (ISIN: LU0272423913) konnte annualisiert über die vergangenen zwölf Monate eine Wertentwicklung von 5,48 Prozent und über den Zeitraum von drei Jahren betrachtet jedes Jahr 5,64 Prozent erzielen. Der Vontobel Future Resources A (ISIN: LU0384406087) erzielte in einem Jahr eine Wertentwicklung von 3,23 Prozent und über drei Jahre annualisiert 5,92 Prozent. Rohstoffe gehören sicherlich als ein Baustein in jedes Portfolio, sollten aber nie das einzige Investment sein.

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