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Manager-Porträt : Kein Interesse an Großkonzernen

Für Letzteres hatte Söhnholz vor allem Gelegenheit bei Feri Institutional Advisors GmbH, wo er das Private-Equity-Geschäft erfolgreich aufbaute und über ein Jahrzehnt lang tätig war, zuletzt als Managing Director und als Partner der Feri Finance AG. „Ich habe bei Feri Fonds selektiert, zunächst für Private Equity, dann im Hedgefondsbereich“, sagt der 50-Jährige. „Dabei lernt man extrem viele Manager, Stile und Ansätze kennen, selbst wenn man diese nicht täglich selbst anwendet. Im Prinzip bin ich schon immer ein Dachfondsmanager gewesen und habe mich auch immer so verstanden“,  berichtet er, und der Wechsel zu Veritas im vergangenen Sommer wirkt daher folgerichtig. Gereizt hat ihn das Thema ETF-Dachfonds, mit dem Veritas bekanntgeworden ist. Was ihm gefällt, ist die Mannschaft. Söhnholz ist ein Teamplayer und legt darauf großen Wert.

Damit einher geht auch der Respekt vor der Arbeit seiner Kollegen und Vorgänger. Zwar ist er der Neue bei Veritas, der dort frischen Wind reinbringen soll. Doch heißt das noch lange nicht, dass er den gesamten Laden aus reinem Aktionismus heraus völlig umkrempelt. „Neue Besen kehren gut, sagt man. Doch neue Besen sollten nicht das Alte komplett rauskehren“, ist er überzeugt. Die Produktpalette von Veritas wurde begutachtet. „Wir haben hervorragende Ansätze gefunden“, betont er. Dazu gehört der Quality-Value-Ansatz der Aktienfonds von Veritas, die zwar weniger bekannt als die ETF-Dachfonds sind, aber die schon seit der ersten Stunde des Unternehmens zur Produktpalette gehören. Auch die Trendfolge bei den ETF-Dachfonds, die Veritas bekanntgemacht haben, sei grundsätzlich sehr gut. Sie werde allerdings weiterentwickelt und erweitert, aber zum Teil auch vereinfacht.

Bevorzugt Manager

Doch wie fing alles an? Nach dem Abitur interessierte sich Söhnholz  für Wirtschaft und Politik. Die Betriebswirtschaftslehre machte das Rennen. „Ich habe damals gesagt, dass man Politik nicht ohne Wirtschaft verstehen kann, und das war dann der ausschlaggebende Grund“, erinnert er sich. Studiert hat er in Bayreuth, New York und Mannheim.  Und weil er sein Studium schnell durchgezogen hat,  promovierte er direkt.

Danach kam relativ nahtlos der erste Job: Als Berater bei der Boston Consulting Group in Deutschland und dann von 1993 bis 1996 in Mexiko, also einem der Länder, die heute zu den aussichtsreichen Schwellenländern gehören. „Wegen der Dynamik im Norden des Landes war Mexiko schon damals sehr interessant“, erzählt er. Insgesamt knapp sechs Jahre beriet Söhnholz Unternehmen, danach war es für ihn an der Zeit, die Seiten zu wechseln: Er fing bei Gerresheimer Glas im Controlling an. „Ich wollte etwas Richtiges machen. Berater sind Berater und keine Manager, und ich bin gerne Manager“, erklärt er. Es folgte eine Station bei einem Telekommunikationsunternehmen, und schließlich kam mit Feri der Wechsel in die Finanzbranche.

Auch wenn es den Anschein hat und gewisse Tatsachen dafür sprechen – Söhnholz ist kein Workaholic. Zwar ist er der Erste im  Büro, der in der Regel bei Veritas die Kaffeemaschine anschmeißt, aber er ist nicht der Letzte, der geht. „Ich kann Arbeit und Freizeit sehr gut trennen“, sagt er. Wobei das Lesen von wissenschaftlichen Abhandlungen auch zur Freizeit zählt. Arbeit und Freizeit muss er als vierfacher Vater von Kindern zwischen 15 und 21 Jahren zwangsläufig auseinanderhalten. Sein Sohn studiert BWL, zwei seiner Töchter haben das Abitur noch vor sich. Seine jüngste Tochter hat ihn, wie er nüchtern, aber auch nicht ohne Stolz verrät, beim Tischtennis überflügelt. Für sie spiele er am Wochenende „den Coach und Chauffeur“ im gebrauchten acht Jahre alten Smart Roadster, den er mal auf Ebay ersteigert hatte.

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