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Hohe Nachfrage : Trend zu Immobilien ist ungebrochen

Bild: Jimmy LL Tsang

Es ist eine Kettenreaktion: Weil die Anleihen so wenig Zinsen abwerfen, schichten Investoren viel Geld in Aktien und Immobilien um und deren Preise steigen astronomisch. Wie viel Luft gibt es noch?

          Wie drückt man die Zinsen stark nach unten? Indem man die Nachfrage nach Anleihen und damit deren Preise deutlich nach oben treibt. Genau das haben die Notenbanken der USA und Japans durch ihre massiven Käufe von Anleihen in den vergangenen Jahren getan. Weil bei vielen Anleihen der Industriestaaten nach den vergangenen 30 Jahre Kurssteigerungen aber kaum mehr möglich sind, schichten Investoren teilweise Geld von Anleihen in Aktien um. Zumal die Dividendenrendite für den DAX mit 2,8 Prozent deutlich über der Verzinsung zehnjähriger deutscher Anleihen von lediglich 1,68 Prozent liegt.

          Nach der kurzen, kleinen Korrektur von Ende Januar haben die Indizes S&P500 und DAX nach oben gedreht und sind in Richtung Allzeithochs geklettert. Bei einer anhaltenden Erholung der Weltwirtschaft könnten die Ausschüttungen der DAX-Firmen insgesamt weiter steigen. Die Dividendenrendite des DAX liegt derzeit um 30 Basispunkte über der Verzinsung von Unternehmensanleihen der Euro-Zone. Das ist neu: Bisher, genauer gesagt in den vergangenen zwölf Jahren, lag die Rendite des DAX um 160 Basispunkte unter der Verzinsung von Unternehmensanleihen.

          Aktien weiter hoch in der Gunst der Investoren
          Beim S&P500 sieht es gemessen an der Dividendenrendite nicht ganz so rosig aus wie beim DAX. So liegt sie für das US-Barometer bei zwei Prozent und damit unter der Verzinsung von US-Staatsanleihen von 2,74 Prozent. Sollte die neue Fed-Chefin Janet Yellen bei anhaltend schwachen Konjunkturdaten entgegen ihren Plänen die Geldpolitik jedoch weiter lockern, könnte die anhaltend positive Entwicklung am Aktienmarkt weitergehen und sich auch am US-Markt deutlicher bemerkbar machen.

          Neben den deutlich steigenden Aktienkursen sorgt die Niedrigzinsphase auch für einen kräftigen Anstieg bei den Häuserpreisen. Denn die sehr niedrigen Zinsen führen dazu, dass die Nachfrage nach Immobilien stark zunimmt. Zuletzt sind die Preise bestehender Häuser in den USA um rund zehn Prozent gestiegen. In Deutschland sind die Hauspreise seit Anfang 2008 um fünf Prozent pro Jahr geklettert, in Großstädten sogar um sieben Prozent. Der Aufwärtstrend soll in diesem Jahr weitergehen. Laut den Schätzungen von Experten sollen die Preise für Einfamilienhäuser um drei Prozent zulegen. Die Preissteigerung läge damit erneut über der Inflationsrate.

          Bei einer anhaltenden Niedrigzinsphase dürften Aktien weiter hoch in der Gunst der Investoren stehen, zumal Aktien sehr liquide sind und im Gegensatz zu Immobilien im Notfall schnell verkauft werden können. Trotz des zwischenzeitlichen Kursrückschlags an der Börse sind seit Jahresanfang umgerechnet 15 Milliarden Dollar in Fonds mit Europa-Aktien geflossen. Der Trend dürfte in den nächsten Monaten anhalten.

          „Für viele internationale Investoren ist Europa als attraktive Anlageregion wieder in den Fokus gerückt. Hinzu kommt im aktuellen Niedrigzinsumfeld auch eine generelle Risikobereitschaft, die Aktien aus Europa Rückenwind geben können“, sagt Karsten Stroh, Anlagestratege bei J.P. Morgan Asset Management.

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