https://www.faz.net/-imd-9dm79
Anzeigensonderveröffentlichung

INDUSTRIE X.0

Eine Serie über die Chancen

der Maschinenökonomie

Teil 4

Maschinen werden
retrofit

R

Wie alte Maschinen digital fit gemacht werden, weiß Frederieke Reiners. Die junge Maschinenbau-Ingenieurin gestaltet bei Accenture ein wichtiges Thema der digitalen Transformation mit.

Von Guido Walter

Retrofit. Das klingt nach einem Sportkurs für Ältere. Auf gewisse Weise passt das Bild sogar. Denn in den Werkshallen deutscher Industriebetriebe stehen Tausende Bestandsanlagen, die Jahrzehnte auf dem Zähler haben. Oft ist es leichter als gedacht, die Maschinen für das digitale Zeitalter fit zu machen. Zusätzliche Sensoren etwa können Vibrationen messen und analysieren. Anhand solcher Daten lassen sich anschließend Maschinenausfälle besser vorhersagen.

Wenn im Jahr 2020 im „Internet der Dinge“ (IoT) zirka 20 Milliarden Geräte vernetzt sind, müssen die Altmaschinen digital Schritt halten. „Maschinen sind heutzutage mit Sensoren und Sendeschnittstellen ausgestattet“, sagt Frederieke Reiners. „Typische Produktionslinien bestehen aber nicht nur aus neuen Geräten, sondern auch aus betagten Maschinen.“ Maschinen im fortgeschrittenen Lebenszyklus also. Deren Werdegang sieht typischerweise so aus: Am Anfang haben viele neue Maschinen frühe Ausfälle, die sogenannten Kinderkrankheiten, die mit der Zeit abnehmen. Danach laufen sie lange mit einer niedrigeren konstanten Fehlerrate, bevor zum Ende hin die Fehlerkurve aufgrund von Alterserscheinungen wieder ansteigt. Auch bekannt als der Badewanneneffekt.

A

„Mit einer Retrofit-Lösung können wir bei einer Altmaschine Vorhersagen treffen, zum Beispiel zu möglichen Ausfallraten. Darum ist das Thema Retrofit besonders interessant.“

Als Beraterin im Bereich „Industry X.0“ bei Accenture diskutiert Frederieke Reiners mit ihren Industriekunden auf Augenhöhe. Eine Riesenchance für eine junge Ingenieurin, die damit gleich ein wichtiges Thema der digitalen Transformation auf dem letzten Stand der Technologie mitgestalten kann. „Der Job ist sehr vielseitig. Digitale Lösungen für und mit unseren Kunden zu entwickeln hat enorm viele Facetten“, sagt Reiners. Genau das schätzt sie an ihrem Job. „Ich möchte nicht Tag für Tag die gleiche Aufgabe machen“, sagt sie. „Für mich ist es sehr wichtig, immer wieder neue Sachen kennenzulernen und vor neuen Herausforderungen zu stehen.“ Die Möglichkeit dazu hat die Beraterin bei Accenture. „Ich kann mich frei entwickeln und mitentscheiden, in welche Projekte ich gehe“, sagt die 29-Jährige.

A

„Wenn ich ein konkretes Ziel habe, gibt es keinen Vorgesetzten, der mir sagt: In eineinhalb Jahren können wir mal darüber reden. Ich habe hier einen Karriere-Mentor, der mich jeden Monat fragt, wie ich mich weiterentwickeln will.“

Die alleinige Fokussierung auf Karriere und persönlichen Erfolg hält Reiners nicht für zeitgemäß. „Wenn wir uns in 30 Jahren wieder zusammensetzen, können wir ja schauen, ob das eine steile Karriere war“, sagt Reiners. Sie nennt es lieber Entwicklung. „Veränderungen sehe ich immer als Chancen zur Weiterentwicklung, ob im Team oder der Aufgabenstruktur. Die Möglichkeit, in vielen unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten und flexibel auf ein neues Feld zu wechseln, ist ein wichtiger Grund, warum ich hier arbeite.“ Der Markt fordert diese Flexibilität geradezu.

„Ich sehe spannende Veränderungen, und ich möchte ein Teil davon sein. Bei Accenture habe ich die Möglichkeit, mein Wissen in unterschiedlichen Branchen und Themen einzubringen und Veränderungsprozesse mitzugestalten.“

Frederieke Reiners ist seit Februar bei Accenture an Bord, ihr erstes Projekt war im Business-Development-Bereich angesiedelt. Sie entwickelte mit ihren Kollegen eine Retrofit-Lösung, die sie dann als Team auf der Hannover Messe präsentierten. Mit Hilfe eines Simatic-S5-Maschinensteuerungsgeräts demonstrierten Reiners und ihre Kollegen, zu welchen Leistungen eine digital aufgerüstete Altmaschine fähig ist. In Hannover baute das Team dazu eine kleine Presse auf, die es zu Demonstrationszwecken mit einem aus den 90er Jahren stammenden Maschinensteuerungsgerät verband. „Alte Maschinen haben oft nicht genug Speicherleistung, um Sicherheitspatches aufspielen zu können“, sagt Reiners.

„Wir haben darum an das Steuergerät ein WLAN-fähiges Gateway geschlossen, welches die Daten versendet.“ Zum Einsatz kam hier ein sogenannter TEE-Chip, der auch bei Online-Zahlungen mit Smartphones Verwendung findet. Über eine App scannten Messebesucher den Barcode auf der Maschine, verifizierten sie damit und ermöglichten so einen sicheren Datentransfer zwischen Maschine und IoT-Platform. „Anhand der Demo konnten wir den Besuchern also zeigen, wie eine Retrofit-Lösung funktioniert“, sagt Reiners. „In den Gesprächen habe ich gemerkt, dass das Problem in vielen Unternehmen akut und der Bedarf groß ist.“

Heute treffen wir sie nicht in Hannover, sondern im „Future Camp“ des Beratungsunternehmens in Bonn. Der futuristische Bau ragt wie der Bug eines Schiffs in die grüne Auenlandschaft an der linken Rheinseite. In Bonn arbeitet Reiners in einem interdisziplinären Team.

„Ich finde das wichtig, weil sich die Geschäftsmodelle verändert haben. Statt Produkte herzustellen und dann zu verkaufen, denken Unternehmen jetzt an ergänzende Dienstleistungen, die auf ihren Produkten basieren.“

Entscheidend sei hier die Vereinbarung von technischer Umsetzbarkeit, Anwendernutzen und Wirtschaftlichkeit.

„Wenn wir diese spannenden Entwicklungsprozesse begleiten wollen, brauchen wir gemischte Teams. Mit Leuten, die ihre Erfahrungen in BWL, Design und Ingenieurwissenschaften haben.“

Gemischtes Team heißt auch, dass man sich gegenseitig unterstützt. „Jemand mit BWL-Hintergrund hat viel Erfahrung bei der Aufstellung eines Business Case. Ich hingegen bringe mein technisches Verständnis und strategisches Denken ein.“

Von Zeit zu Zeit die Perspektive zu wechseln war Reiners schon früh wichtig. Sie war in der elften Klasse ein Jahr lang in den USA und dann für ein Praktikum in Japan. Nach Abschluss ihres Studiums an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen (RWTH), der sehr renommierten, mit mehr als 44.000 Studierenden größten Universität für technische Studiengänge in Deutschland, absolvierte Reiners ihren Berufsstart bei einem großen deutschen Energiekonzern in Düsseldorf.

„Ich bin während dieser Zeit schon auf Accenture gestoßen, weil wir in Projekten zusammengearbeitet haben. Meine Erfahrung war, dass dort aufgeschlossene Menschen arbeiten, die spannende Aufgaben übernehmen. Das Thema Industrie X.0 hat mich besonders begeistert. So habe ich mich über Accenture informiert und dort beworben.“

Im gesamten Bewerbungsprozess stand ihr ein HR-Ansprechpartner zur Seite. In der zweiten Runde hatte sie ein Telefonat mit Ihrem jetzigen Mentor. „Das ging relativ lang, über zweieinhalb Stunden“, sagt Reiners und lacht. „Es kam zu einem interessanten fachlichen Austausch. Danach wusste ich dann, dort möchte ich arbeiten.“

In der Regel ist sie von Montag bis Donnerstag beim Kunden und arbeitet freitags von zu Hause. „In meinem vorherigen Job war ich sogar noch mehr unterwegs“, sagt Reiners. „Da ich gerne unterwegs bin, habe ich damit kein Problem.“

„Gerne gehe ich abends Laufen. Das brauch ich zum Abschalten und um auf neue Gedanken zu kommen.“ Gesund ist es natürlich auch. Fit bleiben müssen eben nicht nur Maschinen, sondern vor allem auch der Mensch.

Über Accenture

Accenture ist ein weltweit führendes Dienstleistungsunternehmen, das ein breites Portfolio von Services und Lösungen in den Bereichen Strategie, Consulting, Digital, Technologie und Operations anbietet. Mit umfassender Erfahrung und spezialisierten Fähigkeiten über mehr als 40 Branchen arbeitet Accenture an der Schnittstelle von Business und Technologie, um Kunden dabei zu unterstützen, ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern. Mit rund 449.000 Mitarbeitern, die für Kunden in über 120 Ländern tätig sind, treibt Accenture Innovationen voran, um die Art und Weise, wie die Welt lebt und arbeitet, zu verbessern.

Quelle: Accenture

Veröffentlicht: 23.08.2018 11:35 Uhr