https://www.faz.net/asv/50-plus-ambiente-design/ergonomie-im-wohn-und-esszimmer-tipps-zum-rueckenfreundlichen-sitzen-13144451.html

Ergonomie im Wohn- und Esszimmer : Tipps zum rückenfreundlichen Sitzen

  • -Aktualisiert am

Volkskrankheit Nr. 1 – Rückenschmerzen. Bild: underdogstudios – Fotolia.com

Rund 80% der deutschen Bevölkerung sind von Rückenschmerzen betroffen. Um diesen vorzubeugen, bedarf es nicht nur einer richtigen Verhaltensweise, sondern es kommt auch auf die richtigen Verhältnisse an. Also welche Alltagsgegenstände können meinen Rücken entlasten.

          3 Min.

          Nicht nur im Büro am Schreibtisch, auch zu Hause verbringen wir viel Zeit im Sitzen – sei es vor dem Fernseher, auf der Couch oder am Esstisch. Deshalb sollte sowohl bei Esszimmermöbeln als auch bei Sofas und Sesseln nicht nur Wert auf Design, sondern auch auf deren ergonomische Eigenschaften gelegt werden. Doch worauf kommt es bei Sitzmöbeln an? Wie muss ein Produkt beschaffen sein, das die Wirbelsäule und den Bewegungsapparat optimal unterstützt, welches den Nutzer entlastet und nicht belastet. Weil dies den meisten Produkten nicht auf den ersten Blick anzusehen ist, industrie- und handelsseitig hier auch teilweise widersprüchliche Informationen verbreitet werden, hat die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. eine Entscheidungshilfe für Verbraucher entwickelt: das AGR-Gütesiegel. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. setzt sich seit Jahren für die Aufklärung zur Vorbeugung von Rückenschmerzen ein.

          Ein wesentlicher Baustein ihrer Arbeit ist die Zertifizierung von Alltagsgegenständen, die durch ihre spezielle Ergonomie zur Vermeidung von Rückenschmerzen beitragen können oder bei bestehenden Schmerzen die Therapie unterstützen. Nur Produkte, die den strengen Prüfkriterien einer unabhängigen Expertenkommission aus Medizinern und Therapeuten genügen, werden mit dem AGR-Gütesiegel „Geprüft & empfohlen“, ausgezeichnet. Für Verbraucher ist das Siegel ein seriöser Hinweis auf die Qualität der Produkte und vor allem auf die gesundheitlichen Vorteile. Das AGR-Gütesiegel wurde kürzlich vom Portal „Label-online“ des Bundesverbandes „Die Verbraucherinitiative e. V.“ mit „besonders empfehlenswert“ bewertet.

          Worauf es bei Sitzmöbeln ankommt
          Zentrale Bedingung für ergonomische Möbel sind individuelle Anpassungsmöglichkeiten. Denn nur, wenn sich Möbel an die körperlichen Gegebenheiten der jeweiligen Nutzer anpassen lassen, kann Rückenbeschwerden vorgebeugt werden. Bei Sitzmöbeln umfassen die Einstellungsmöglichkeiten neben Sitzhöhe und -tiefe auch die Sitzflächenneigung. Zusätzlich müssen rückengerechte Sofas und Sessel eine ausreichend hohe, gut stützende und zugleich komfortable Rückenlehne, eine funktionale Lordosenstütze und eine ausreichende Sitzbreite aufweisen.

          Das Esszimmer als neuer Familienmittelpunkt
          Heutzutage wird das Esszimmer immer häufig auch als Wohnbereich genutzt. Nach dem Essen werden die Gespräche oft einfach am Esstisch fortgeführt oder es wird ein Spiel gespielt. Diese neue Funktion des Speisezimmers muss allerdings auf die Bedürfnisse des Alltags ausgerichtet sein. Die Möbel sollten nicht nur bequem und komfortabel, sondern auch ergonomisch sinnvoll gestaltet sein. Elemente, die diese Anforderungen unterstützen, sind beispielsweise gepolsterte Esszimmerstühle oder Bänke, stufenlos verstellbare, dynamische Rückenlehnen, nach unten klappbare Armlehnen oder auch ausziehbare Sitzflächen. Dadurch können alle Nutzer – unabhängig voneinander – ihre Sitzposition jederzeit verändern und die Möbel unkompliziert den persönlichen Anforderungen anpassen.

          Ergonomisches Wohnzimmer – dem Rücken zuliebe
          Trotz der zunehmenden Bedeutung des Esszimmers als Familienmittelpunkt hat das Wohnzimmer längst nicht ausgedient. Gemütliche Fernsehabende oder Lesenachmittage finden im Wohnzimmer statt – nicht selten zulasten des Rückens. Denn durchgesessene, oftmals unpassende Sofas und Sessel, die nicht dem aktuellen ergonomischen Stand entsprechen, belasten das Kreuz und sorgen für Verspannungen und Schmerzen. Positive Ausnahmen bilden Wohnzimmermöbel, bei denen sich Sitztiefe, -höhe und Neigung des Kopfteils individuell einstellen lassen und bei denen der Kunde zwischen verschiedenen Sitzhöhen und Sitzhärten wählen kann. Besonderer Clou: Zusatzausstattungen wie Vibrationsmassage, Sitz- oder Rückenheizung, Herz-Waage-Liegeposition sowie Aufstehhilfe.

          Prävention wird großgeschrieben
          Damit Rückenbeschwerden gar nicht erst auftreten, ist ausreichend Bewegung das Maß aller Dinge. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass nur Sport wirksam ist. Auch das Ersetzen des einfachen Bürostuhls durch Aktivmöbel oder Stehpulte, die ausreichend Bewegungsfreiheit garantieren und den natürlichen Bewegungsdrang ermöglichen oder die Anschaffung eines Bettsystems mit flexibler Unterfederung anpassungsfähigen Matratzen fördert die Rückengesundheit und steigert das Wohlgefühl. Wichtig ist vor allem, dem Rücken bewusst etwas Gutes zu tun.

          Hier setzt ergänzend das Konzept der Aktion Gesunder Rücken e. V. an. Das Ziel: ganzheitliche Aufklärung über die fundamentalen Bausteine für die effektive Prävention von Rückenleiden, mit dem Schwerpunkt „Verhältnisprävention“. Die AGR nimmt alle Alltagssituationen genau unter die Lupe und gibt hilfreiche Tipps für jeden, egal ob groß oder klein, jung oder alt.

          Weitere Informationen zum Thema Rückenschmerzen und zur Aktion Gesunder Rücken e. V. erhalten Sie hier.