https://www.faz.net/-h7p
Meldungen vom 19.3.2002

Artikel-Chronik

Lebensversicherung

Stiftung Warentest rügt Versicherungen

Die Unterschiede bei Produkten für die private Altersvorsorge sind gewaltig. Nur zwei Produkte ernten ein „sehr gut“. Mehr

Personalie

Geschäftsführer Arnd Thorn verlässt ADIG

Die ADIG Investment verliert ihren Geschäftsführer. Arnd Thorn verlässt die Fonds-Gesellschaft auf eigenen Wunsch. Mehr

Umfrage

Optimismus der Fondsmanager schrumpft

Fondsmanager erwarten laut der jüngsten Umfrage von Merrill Lynch eine Verschlechterung der Situation an den weltweiten Aktienmärkten. Mehr

Zinspolitik

US-Notenbank schaltet in den Leerlauf

Alle hatten es erwartet: Greenspan hat seinen Pessimismus abgelegt. Nun dürfte er versuchen, Zinserhöhungen heraus zu zögern. Mehr

Weltklima

Antarktis: Riesige Eisscholle auseinander gebrochen

Die Erderwärmung scheint bereits voll im Gange. Erneut wurde am Südpol beobachtet, wie eine gigantische Eisscholle zerbrochen ist. Mehr

Welthandel

Kriegsgebaren der Freihändler

Ab Mittwoch gelten Amerikas Stahlzölle. Ein Rückschlag der EU mit gleichen Mitteln steht bevor, obwohl er wirtschaftlich unsinnig ist. Mehr

Geldpolitik

US-Notenbank leitet Zinswende ein

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen unverändert gelassen, aber zugleich die Finanzmärkte auf Zinserhöhungen im Jahresverlauf vorbereitet. Mehr

IT-Sicherheit

Rechtsgültiger Zeitstempel für digitale Dokumente

Der Poststempel hat ausgedient. Stattdessen bekommen digitale Geschäftsbriefe einen digitalen Stempel, um Echtheit und Eingangsdatum zu bestätigen. Mehr

Exchange Traded Funds

Vier neue Indexfonds im XTF

Vier neue Indexfonds der UBS Asset Management sind in das XFT-Segment der Deutschen Börse aufgenommen worden. Mehr

Einwanderungsgesetz

Mainz verlangt Nachbesserung

Die rot-gelbe Koalition in Rheinland-Pfalz will das Einwanderungsgesetz in zwei konkreten Punkten nachbessern. Dazu müsste der Vermittlungsausschuss angerufen werden. Mehr

Radsport

Jan Ullrichs Knochen sind müde

Der Rad-Profi muss sein längst geplantes Saisondebüt auf europäischem Boden mit Rücksicht auf sein lädiertes Knie erneut verschieben. Mehr

Energie

Handlungsbedarf auf dem Gasmarkt

Die Gas-Liberalisierung kommt kaum voran. Die Geduld des Wirtschafts-ministers nähert sich dem Ende, eine Regulierungsbehörde ist denkbar. Mehr

Langstrecken-Schwimmen

Keine Hoffnung auf Olympia: Peggy Büchse hört auf

Deutschlands Langstrecken-Star Peggy Büchse hat ihren Rücktritt vom Schwimmsport erklärt. Mehr

Ausstellung

Arnold Odermatt fotografierte Unfälle und landete bei der Kunst

Das Museum Morsbroich in Leverkusen stellt Karambolage-Bilder des Schweizer Polizeifotografen Arnold Odermatt vor. Mehr

Direktbanken

Klar Schiff vor dem Consors-Verkauf

Der Online-Broker Consors hat in der Jahresbilanz 2001 seinen Firmenwert korrigiert und rutscht damit tief in die roten Zahlen. Mehr

Einwanderung

Beck entscheidet sich für Frieden in Mainz

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident gibt seinem Duzfreund Brüderle nach: Das Einwanderungsgesetz soll in den Vermittlungsausschuss. Eine Analyse. Mehr

Deutsche Eishockey-Liga

Verschwörungstheorien der Ausgeschlossenen

Die aus der DEL ausgeschlossenen Clubs wollen vor Gericht ihre Zugehörigkeit zur Profiliga erzwingen. Mehr

Bundeswehr

Doch Fehler bei Raketenentschärfung?

Der Tod von fünf Soldaten als Folge einer Raketenexplosion in Kabul war wohl doch mehr als ein tragischer Unfall. Mehr

Eistanzen

Preisrichter packen aus

Ehemalige Eiskunstlauf-Preisrichter räumen im ZDF-Magazin „Frontal 21“ ein, unter Druck gesetzt oder sogar erpresst worden zu sein. Mehr

Fußball-Bundesliga

Milde Strafe: Nur vier Spiele Sperre für Lehmann

Das DFB-Sportgericht hat milde geurteilt. Borussia Dortmund kann Torwart Jens Lehmann schneller als erwartet wieder einsetzen. Mehr

Singapur

Der Stadtstaat meint es ernst: Keine Macht den Drogen

Singapur ist nur eingeschränkt westlich und definitiv nicht christlich. Das Wohlergehen des jungen Staates gilt als höchstes Gut. Mehr

Bilderstrecke

Schumacher dominiert den Saisonstart 2002

Die Formel 1 Saison 2002 beginnt mit einem Schreck. Der Startunfall von Melbourne endet allerdings ohne Verletzte. Weltmeister Michael Schumacher gewinnt. Die FAZ.NET-Bilderstrecke. Mehr

Messen

Salon du Livre: Politik überschattet die Literatur

Am 22. März wird in Paris der 22. Salon du Livre eröffnet. Das Gastland Italien sorgt für Diskussionsstoff. Mehr

Dossier

Steuertipps für Arbeitnehmer

Auch Arbeitnehmer haben steuerliche Gestaltungsspielräume. Mit Werbungskosten lassen sich die Steuern drücken. Wie, zeigt Teil 2 im Steuer-Dossier. Mehr

Italien

Banken werben um Steuersünder

Italiens Banken wollen von der Steueramnestie profitieren. Schätzungsweise sollen bis Juli rund 100 Milliarden Euro wieder „legal“ angelegt werden. Mehr

Naher Osten

Cheney stellt Arafat Treffen in Aussicht

Der amerikanische Vize-Präsident Cheney will sich mit Palästinenserführer Arafat treffen, wenn dieser einen Waffenstillstand durchsetzt. Mehr

Aktie der Woche

Gesundes Wachstum bei Amgen

Hohe Rentabilität, eine solide finanzielle Basis und zukunftsträchtige Produkte: für die S&P-Analysten ist Amgen ein klarer Kauf. Mehr

Eiskunstlaufen

Zementierte Reihenfolge beim Eistanzen

Kati Winkler/René Lohse belegen nur den siebten Platz nach den Originaltänzen: „Im Eistanzen braucht man Glück und einen starken Verband.“ Mehr

Telekommunikation

Ron Sommer rudert weiter zurück

Der Schuldenberg der Telekom schrumpft zu langsam, daran ändert auch die Kürzung der Dividende nichts. Die T-Aktie gerät erneut unter Druck. Mehr

Parteiengesetz

Fraktionen in wichtigen Punkten einig

Die Fraktionen sind sich bei den Verhandlungen über ein neues Parteiengesetz weitgehend einig. Künftig sollen die Parteien ihre Beteiligungen an Unternehmen detailliert offen legen. Mehr

Straßenverkehr

Vor dem Gesetz sind Inline-Skater keine Fahrzeuge

Die Hoffung des Deutschen Inline-Verbandes hat sich zerschlagen, dass Skater in Zukunft auf Fahrradwegen und in Tempo-30-Zonen fahren dürfen. Mehr

Singapur

Toxikologe: Bei deutscher Reinheitsanalyse wäre Julia außer Gefahr

Bei der hier üblichen Analyse des bei Julia Bohl in Singapur gefundenen Marihuanas käme die für eine Hinrichtung kritische Menge von 500 Gramm THC nicht zustande. Mehr

Automobile

BMW peilt die Millionen-Marke an

Trotz Flaute in der Branche will BMW weiter wachsen und erstmals mehr als eine Million Autos verkaufen. Dazu soll vor allem der Mini beitragen. Mehr

Zinstipps März

Die aktuellen Anleihe-Empfehlungen der Banken

Die Anleihetipps der Banken auf einen Blick: FAZ.NET bietet eine Orientierungshilfe für Privatanleger und zeigt lohnende Alternativen auf. Mehr

Konjunktur

Frühlingserwachen der Wirtschaftsforscher

Mit einer Wachstumsprognose von 1,2 Prozent gehört das Institut für Weltwirtschaft zu den Optimisten. Doch die Zuversicht wächst auch insgesamt. Mehr

Flughafen-Streit

Gericht untersagt Ryanair Bezeichnung „Frankfurt-Hahn“

Die Billigfluglinie Ryanair darf in ihrer Werbung den Flughafen “Frankfurt-Hahn“ nicht mehr so bezeichnen. Mehr

Genuss

Schlanker und schlauer - mit Kaugummi

Er hält Raucher von ungesunden Glimmstengeln ab, vermindert Karies und lenkt Leckermäuler vom Essen ab - bereits vor 9000 Jahren wurden die ersten Exemplare gekaut. Mehr

Tennis

Ein raffinierter Passierball

Los Angeles will bereits in diesem Jahr München als Ausrichter des Tennis-Masters der Damen ablösen. Mehr

Modedesign

Außen hart, innen sexy - Outfits von Ruth Löffelholz

Ohne Werbung und Modenschauen schafft die Frankfurter Designerin Ruth Löffelholz Mode, die sexy ist, offensiv und voller Witz. Mehr

Museen

Bremer Kunsthalle soll sich selber helfen

Überall sind die Museen in der Krise. In Deutschland fehlt den Kommunen das Geld. Bremen fordert mehr Besucher, statt noch mehr Subventionen. Mehr

Fußball-Bundesliga

Hoeneß beklagt Sittenverfall

„Wir können nicht warten, bis es ein Chaos gibt“, sagt Bayern-Manager Uli Hoeneß und hat erneut Lauterer Verantwortliche scharf kritisiert. Mehr

Leichtathletik

Prokop übt harte Selbstkritik am Verband

Der Präsident des Leichtathletik-Verband fordert: „Wir müssen die Duelle zelebrieren und die Emotionen der Zuschauer wecken.“ Mehr

Chemie

Degussa-Aktie baut auf die Konjunkturerholung

Verhalten optimistisch gibt sich Degussa für 2002. Damit sind die Aussichten besser als bei den Wettbewerbern der Chemiebranche. Mehr

T-Aktie

Der verschobene Schuldenabbau ist das Problem

Dividendenkürzung hin oder her - das eigentliche Problem für die T-Aktie ist, dass der milliardenschwere Schuldenberg weiter gewälzt wird. Mehr

Leichtathletik-EM

Ex-Präsident Digel erwartet Platz eins vom deutschen Team

„Unsere Mannschaft hat in München die einmalige Chance, sich vor heimischem Publikum zu rehabilitieren“, hofft Digel vor der Leichtathletik-EM. Mehr

Wetter

Der Frühling tritt im Dunkeln ein

Um 20.16 Uhr steht am Mittwoch die Sonne am Äquator im Zenit. Tag und Nacht sind gleichlang. Das bedeutet Frühlingsanfang. Mehr

Luftfahrt

Neuer Dämpfer für die Fraport-Aktie

Die Fraport-Aktie kommt nicht zur Ruhe. Erst wurde der Börsengang durch die Terroranschläge verhagelt. Nun belastet ein Flughafenbau in Manila. Mehr

2. Fußball-Bundesliga

Mainzer Träume und Mannheimer Trauma

Mainz 05 wahrte durch einen 3:0-Erfolg gegen Waldhof Mannheim in der zweiten Fußball-Bundesliga seine Aufstiegschancen. Mehr

Einwanderung

Stellt sich Stolpe gegen Kanzler und SPD-Spitze?

Stellt sich Brandenburgs Ministerpräsident Stolpe gegen die SPD-Spitze? Stolpe will offensichtlich aus der Kanzler-Linie ausscheren. Zunächt wurde das aber dementiert. Mehr

Rezension: Belletristik

Letzte Lieder, liebesnah

Karl Krolow, der beweglichste unserer Lyriker, war zugleich ein langsamer, ja ein zäher Mensch, der in einem Interview davon sprach, daß er gern bei dem bleibe, "was ich angefangen habe". Das hieß für ihn: beim Gedicht, beim Schreiben von Versen. Vor sechzig Jahren, mitten im Krieg, gab er sein Debüt mit dem Gedichtheftchen "Hochgelobtes gutes Leben". Mehr

Rezension: Belletristik

Wo Fragen sich in Staub auflösen

Wer Marcel Beyers zweiten Gedichtband aufschlägt, betritt eine dunkle Gegend. Sie ähnelt dem sarmatischen "Schattenland", das Johannes Bobrowski vor vierzig Jahren beschworen hat, und wie dieses ist es halb geographisch und historisch, halb mythisch bestimmt: ein ostwestliches Gelände zwischen Elbe und Narva, zwischen Böhmerwald, Tallinn und Krim, zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Jetztzeit. Mehr

Rezension: Sachbuch

Geh aus und suche Freud

Jacques Derrida, der in den letzten Jahren mit dem Engagement eines Zola für die Psychoanalyse plädierte, schrieb kürzlich, man sähe sie gegenwärtig so an, "als wäre aus ihr eine Art Medikament geworden, gelagert im Hinterzimmer einer Apotheke, dessen Verfallsdatum abgelaufen ist". Elisabeth Roudinesco ... Mehr

Rezension: Belletristik

Letzte Lieder, liebesnah

Karl Krolow, der beweglichste unserer Lyriker, war zugleich ein langsamer, ja ein zäher Mensch, der in einem Interview davon sprach, daß er gern bei dem bleibe, "was ich angefangen habe". Das hieß für ihn: beim Gedicht, beim Schreiben von Versen. Vor sechzig Jahren, mitten im Krieg, gab er sein Debüt mit dem Gedichtheftchen "Hochgelobtes gutes Leben". Mehr

Rezension: Belletristik

Durch die Größe schimmert der Zwerg

Wer vom Warschauer Ostbahnhof den Vorortzug Richtung Otwock nimmt, kommt bald durch ein Waldgebiet voller Dörfer und kleinerer Ortschaften. An dieser Bahnstrecke liegt auch das etwas verschlafene Städtchen Falenica, mit einem Marktplatz, niedrigen Wohnblocks, luxuriösen Villen und vielen kleinen Holzhäusern aus der Vorkriegszeit. Mehr

Rezension: Belletristik

Unerbittliche Macht der Schuld

Seit dem Ödipus des Sophokles sorgt Schuld für die tragische Spannung in Theater und Literatur. Sie zerreißt den, der sich verstrickt in die eigene Tat. Da sie von innen kommt, entkommt ihr niemand. Gegen sie ist jedes Ungeheuer aus Pappe, denn die Schuld ist härter und gefährlicher als jede äußere Gefahr - eine Wahrheit, die Hollywood längst vergessen hat. Mehr

Rezension: Sachbuch

Vielleicht sehen wir es mal so: Ich bin der Herr der Tiere

Die Bibel gibt nicht nur Kunde von zwei Religionen, denen sie bis heute als heilige Schrift zugrunde liegt, sondern dazu noch von einer dritten Religion, die mit der Zerstörung des salomonischen Tempels und dem nachfolgenden Sieg des Monotheismus untergegangen ist. Auf diese archaische Religion bezieht ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Die Sphinx mit dem Pinsel

Die Werke von Tamara de Lempicka haften im Bildgedächtnis des zwanzigsten Jahrhunderts, oft abgelöst von ihrer Schöpferin, deren Person fast gänzlich im Vagen verschwindet. Von dramatischer Präsenz sind ihre Frauenbildnisse, offensiv aus dem Bildgrund drängende Volumina: Sie sind kraftvolle Figurinen, denen noch ihre nackte Haut schimmernder Panzer ist. Mehr

Rezension: Sachbuch

Was wir brauchen? Pietistische Pfarrerssöhne!

Womöglich haben wir einen neuen Faust. Sein "Habe nun, ach!" richtet sich auf die Geschichte der deutschen Literatur. Der Germanistikprofessor Heinz Schlaffer blickt zurück auf zwölfhundert Jahre und stellt fest: Eigentlich zählen da nur die von 1770 bis 1830 und die von 1900 bis 1950. Danach ist Schluß, ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Kein Schweinefleisch mehr in der Mensa

Tahar Ben Jelloun wurde 1944 in Fez geboren, emigrierte 1961 nach Frankreich und erhielt 1987 den Prix Goncourt. Der Einwanderer aus dem Magrebh war von weißen Parisern vielfältig erniedrigt worden. Sensibel beschrieb er Mechanismen von Demütigung und Diskriminierung. Im Rassismus sah Jelloun eine Seelenkrankheit, die in Statusunsicherheit und Größenwahn gründe. Mehr

Rezension: Sachbuch

Alle ins Schlafzimmer

In Frankreich vergeht kein Jahr ohne das Erscheinen von mindestens einer neuen Publikation über den Sonnenkönig. Man sollte meinen, die Epoche Ludwigs XIV. sei mittlerweile völlig ausgeforscht. Das ist natürlich nicht der Fall. Sowohl die vorhandenen Archive wie neue Perspektiven der Betrachtung beschäftigen ... Mehr

Rezension: Belletristik

Ein Stier kämpft für Spanien

Das blutige Todesritual beim Stierkampf, der Spanische Bürgerkrieg, das Elend der Flüchtlinge und Soldaten - sind das Themen für ein Kinderbuch? Michael Morpurgo verbindet sie auf anrührende und spannende Weise in seiner Geschichte von Antonio und seinem geliebten Stier Paco, dem schönsten von ganz ... Mehr

Rezension: Belletristik

Dieses morbide, rätselhafte Mitteleuropa!

Eine mitteleuropäische Familiensaga, eine Atmosphäre wie hinter beschlagenem Glas, ein Ton wie hinter dunklem Samt: Der Großvater Vladimir Bazarov, ein Klavierstimmer, geboren in Odessa, über die einst üblichen Umwege - Budapest, Berlin - nach Belgrad gelangt, er stirbt vor dem Klavier der schönen Olivera Ermolenko, die einst mit seinem Sohn "befreundet" war, an einem Herzinfarkt. Mehr

Rezension: Belletristik

Ein Seestern tröstet besser als der Stoizismus

Dies sind Gedichte, die sich an einzelne wenden. Sie sind dem inneren Lesen zugedacht; das Lied, der Spruch, das Auswendiglernen liegen außerhalb ihres Bereichs. Noch für Brecht war die Lage anders, weil der Kommunismus - und darin mag seine Attraktion bestanden haben - ein Volk fingierte, an das der Dichter sich wenden konnte. Mehr

Rezension: Sachbuch

Im Bann des Suchscheinwerfers Philosophie

Es gibt Bücher, die alles umstürzen, die durch die Lektüre neue Augen verleihen, mit denen von nun an alles betrachtet werden muß. Ein solches Buch, ein solcher Umsturz ist Giorgio Agambens "Homo sacer". Wenn man es zuklappt, eröffnet sich die Welt neu, sie erscheint im Licht des Buches. Aber es ist ein kaltes Licht, ein Licht, das wie aus Suchscheinwerfern fällt. Mehr

Rezension: Belletristik

Schweißtropfen auf Löschpapier

Paula Fox ist eine Schriftstellerin unbestechlicher Beobachtungen in den engen Räumen bitterer Gefühle. Sie stoßen in kleinen Explosionen aufeinander, immer gedämpft und nie sehr laut (so öffnet ein diskreter Sommelier den Champagner in einem Fünf-Sterne-Hotel). In ihrem Roman "Lauras Schweigen" berichtet ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Kein Zutritt für Ungeborene

Du mußt es dreimal sagen", rät Mephisto jedem Autor, der sein Geistesprodukt erfolgreich auf dem Markt der Meinungen plazieren will. Norbert Hoerster, als Rechts- und Sozialphilosoph ebenso bekannt wie umstritten, hat sich diese Empfehlung zu Herzen genommen. In seiner "Ethik des Embryonenschutzes" ... Mehr

Rezension: Belletristik

Da will ich lieber bleiben, wie ich bin!

Am Ende dieses Buchs erwartet man unwillkürlich einen defensiven Satz wie "Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt". Aber Elke Schmitter hat schon vor zwei Jahren mit ihrem Romandebüt "Frau Sartoris" bewiesen, daß sie absichtsvoll schreibt und auf vorauseilende Anpassung keinen Wert legt. Mehr

Rezension: Sachbuch

Es gibt ihn nicht mehr, den gefährlichen Nietzsche

Ist es eine Sensation oder ist es keine? Die Herausgeber der von Giorgio Colli und Mazzino Montinari begründeten Kritischen Gesamtausgabe der Werke Nietzsches haben für den handschriftlichen Nachlaß Nietzsches vom Frühjahr 1885 an eine andere Editionsmethode gewählt. Für den späten, den spätesten Nietzsche hat ... Mehr

Rezension: Belletristik

Die Angst der Sonne vor der Stadt

Den ersten großen Roman über das algerische Drama der neunziger Jahre hätte man eigentlich von dem Lager erwartet, das schreibend seinen Blutzoll bezahlt hat. Daß er nicht von einem Journalisten, Berufsschriftsteller oder Rechtsanwalt, sondern von einem - ehemaligen - Armeeangehörigen stammt, paßt zur Verstrickung der Ereignisse in Algerien. Mehr

Rezension: Sachbuch

Woran ich nicht ganz unschuldig bin

Der Wissenschaftler ist nie nur Wissenschaftler". Wie ein Lebensmotto ragt dieser Satz aus der Einleitung heraus, die Carl Friedrich von Weizsäcker im Sommer 1946 einer Vorlesung über "Die Geschichte der Natur" voranstellte. Der Physiker wandte sich an Hörer aller Göttinger Fakultäten - im Bewußtsein ... Mehr

Rezension: Belletristik

Die letzten Mohikaner der Metaphysik erleben gerade ihre manische Phase

Hans Magnus Enzensberger nimmt in "Die Elixiere der Wissenschaft" die Naturwissenschaften auf poetische Weise ernst. Mehr

Rezension: Sachbuch

Gute Nachricht, schlechte Nachricht

Zu den wunderbaren Rätseln der Natur gehört die Frage, warum es zwei Geschlechter gibt. Die Betonung kann dabei zwar auf dem Zahlwort liegen, aber zunächst gilt es herauszufinden, wie die geschlechtliche Vermehrung im Verlauf der Evolution überhaupt entstehen und sich gegen die leichter und rascher mögliche ungeschlechtliche Teilung durchsetzen konnte, mit der das Leben sicher begonnen hat. Mehr

Rezension: Sachbuch

Ewig diese Ungewißheit

Jeder kennt Vermeer, aber keiner kennt ihn außerhalb seiner Bilder. Kein Brief hat sich von ihm erhalten, kein Dokument, das irgendeine Äußerung überliefert, und was die sonstigen Zeugnisse hergeben, betrifft fast nur Geburt und Taufe, Schulden und Kredite, Tod und Erbschaftsregelungen - und auch das keineswegs lückenlos. Mehr

Rezension: Sachbuch

Die Hygiene des Taktes

Bis in die siebziger Jahre hinein wurde das erstmals 1924 im Bonner Cohen-Verlag erschienene Büchlein als Geheimtip unter Kennern gehandelt: 1972 überraschte der Bouvier-Verlag als Nachfolger Cohens Helmuth Plessner zu dessen achtzigstem Geburtstag mit einer kleinen Neuauflage des Bandes "Grenzen der Gemeinschaft". Mehr

Rezension: Belletristik

Ode an die Pünktlichkeit

Als die große, weite Welt so groß und weit geworden war, daß sie nicht mehr in einen Roman hineinpaßte, und auch Georg Lukács' Ausweg, schon die Suche nach Ganzheit für eine runde Sache zu halten, Stückwerk geblieben war, da erfand ein Thomas Pynchon in den sechziger Jahren den Roman und die Welt einfach ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Im Bann des Suchscheinwerfers Philosophie

Es gibt Bücher, die alles umstürzen, die durch die Lektüre neue Augen verleihen, mit denen von nun an alles betrachtet werden muß. Ein solches Buch, ein solcher Umsturz ist Giorgio Agambens "Homo sacer". Wenn man es zuklappt, eröffnet sich die Welt neu, sie erscheint im Licht des Buches. Aber es ist ein kaltes Licht, ein Licht, das wie aus Suchscheinwerfern fällt. Mehr

Rezension: Sachbuch

Eines Tages mußte sie einfach nach Surinam reisen

Dies ist ein merkwürdiges Buch. Ein monumental verplaudertes Werk, hoch gescheit und hoch gescheitert als das, was es sein soll, nämlich eine Biographie der Frau Merian, über die man ja vielleicht auch gar nicht unbedingt ganze sechshundertfünfzig Seiten lesen will, zugleich aber auch kurios geglückt ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Urerlebnis der fremden Herrschaft

Ganz thukydideisch kommt dieses Buch daher. Es geht ihm um die wahren Ursachen des Konflikts zwischen den Juden und dem Römischen Reich, um "die Genese einer Katastrophe". Doch nicht das, was der Untertitel verheißt, nämlich die "Geschichte einer konfliktreichen Beziehung", wird von Ernst Baltrusch analysiert. Mehr

Rezension: Sachbuch

Wahrscheinlich waren die Dorfbewohner alle Killer

Kannst Du Juni reisen Nuristan?" - Mit diesem Telegramm endet eine Geschichte, und eine andere fängt an. Die zu Ende geht, dauerte zehn Jahre, spielt in der Modebranche und hätte gewiß ihren eigenen Charme, wenn man sie zu lesen bekäme. Denn dort bevölkern Menschen wie Miss Candlemass die Szenerie, ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Vor der Tür des Hauses steht der Bauherr

Richard Weston erzählt von einzelnen Häusern, um mit ihnen die Baugeschichte der vergangenen hundertfünfzig Jahre zu beschreiben. Mehr

Rezension: Belletristik

Mein Herz für Mutter

Es soll Menschen geben, die nicht aufhören können zu putzen. Judy Budnitz erzählt von ihnen: von dem Mädchen, das Fenstersimse abstaubt und Bücher alphabetisch ordnet, während seiner Schwester die Haut in Fetzen vom Leib abblättert. Von der Mutter, die täglich die Schränke auswischt, obwohl schon seit Monaten Hungersnot im Lande herrscht. Mehr

Rezension: Sachbuch

Die Hygiene des Taktes

Bis in die siebziger Jahre hinein wurde das erstmals 1924 im Bonner Cohen-Verlag erschienene Büchlein als Geheimtip unter Kennern gehandelt: 1972 überraschte der Bouvier-Verlag als Nachfolger Cohens Helmuth Plessner zu dessen achtzigstem Geburtstag mit einer kleinen Neuauflage des Bandes "Grenzen der Gemeinschaft". Mehr

Rezension: Sachbuch

Was wir brauchen? Pietistische Pfarrerssöhne!

Womöglich haben wir einen neuen Faust. Sein "Habe nun, ach!" richtet sich auf die Geschichte der deutschen Literatur. Der Germanistikprofessor Heinz Schlaffer blickt zurück auf zwölfhundert Jahre und stellt fest: Eigentlich zählen da nur die von 1770 bis 1830 und die von 1900 bis 1950. Danach ist Schluß, ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Kein Zutritt für Ungeborene

Norbert Hoerster bestätigt seinen Glauben an den schwachen Status des Ungeborenen. Ein Recht auf Leben im Vollsinne stehe ihnen nicht zu. Mehr

Rezension: Sachbuch

Warum Verbrecher nicht bestraft werden dürfen

Nehmen wir klinisch reine Beispiele. Berta geht arglos über den Bürgersteig. Plötzlich fährt ein Lieferwagen sie von hinten an und drückt sie an die Wand. Der Fahrer war wegen eines unvorhersehbaren Herzinfarktes hinter dem Steuer zusammengebrochen. Berta ist unwiderruflich tot. Sie hinterläßt einen Mann und zwei kleine Kinder. Mehr

Rezension: Sachbuch

Eines Tages mußte sie einfach nach Surinam reisen

Dies ist ein merkwürdiges Buch. Ein monumental verplaudertes Werk, hoch gescheit und hoch gescheitert als das, was es sein soll, nämlich eine Biographie der Frau Merian, über die man ja vielleicht auch gar nicht unbedingt ganze sechshundertfünfzig Seiten lesen will, zugleich aber auch kurios geglückt ... Mehr

Rezension: Sachbuch

So harmonisch waren die Haie nicht

Ein "Seiltänzer der Selbsterschaffung" sei hier zu besichtigen, meint am Ende seines dicken Buches Anthony Grafton. Wer wissen will, was "ein Seiltänzer der Selbsterschaffung" ist, muß die neue Sechshundert-Seiten-Monographie des Renaissanceforschers von der Princeton University lesen. Kürzer geht es nicht. Alberti, das Universalgenie, war gar zu vielseitig. Mehr

Rezension: Belletristik

Das Nashorn kennt den Mörder

In den kapitolinischen Sammlungen in Rom gibt es ein marmornes Brustbildnis des Mark Aurel, das wie eine Illustration unserer Vorstellungen über diesen Kaiser wirkt. Es zeigt einen Mann, der den Bart des griechischen Philosophen, das Lockenhaar des Altrömers und die Toga des Imperators trägt. Das Gesicht ... Mehr

Rezension: Belletristik

Dieses morbide, rätselhafte Mitteleuropa!

Eine mitteleuropäische Familiensaga, eine Atmosphäre wie hinter beschlagenem Glas, ein Ton wie hinter dunklem Samt: Der Großvater Vladimir Bazarov, ein Klavierstimmer, geboren in Odessa, über die einst üblichen Umwege - Budapest, Berlin - nach Belgrad gelangt, er stirbt vor dem Klavier der schönen Olivera Ermolenko, die einst mit seinem Sohn "befreundet" war, an einem Herzinfarkt. Mehr

Rezension: Belletristik

Lahme sehen, Blinde gehen

Ist Friedrich Meisner ein Betrüger? Ein Scharlatan, der den Kranken Heilung verspricht und sich doch nur an ihnen bereichern will? Ein Illusionist, der die Leichtgläubigkeit seiner Umgebung ohne jede Rücksicht für seine Zwecke ausnutzt? Per Olov Enquist hütet sich, ein Urteil über seine Romanfigur zu sprechen. Mehr

Rezension: Sachbuch

Berlins Dynamik als Vorbild Chicagos

Die deutsch-amerikanische Krise hinter den Beschwörungsformeln von der "uneingeschränkten Solidarität" geht nicht in dieser oder jener diplomatischen Verstimmung auf, sondern gründet in einer mentalen Entfremdung, in einer kulturellen Distanz, die in letzter Zeit spürbar gewachsen ist - aller "Amerikanisierung" des europäischen Alltagslebens zum Trotz. Mehr

Rezension: Sachbuch

Das ist doch mein Onkel

Schicksale, Schicksale, Schicksale: Sie haben die Psycholiteratur groß gemacht, sie wollen wir lesen. Wie köstlich, wie klassisch hebt so eine Erzählung auch bei Alberto Eiguer an: "Als Jacques das erste Mal zu mir kam, studierte er noch Naturwissenschaften." Da bleckt der Leser die Zähne, da weiß er, was kommt. Mehr

Rezension: Belletristik

Unerbittliche Macht der Schuld

Seit dem Ödipus des Sophokles sorgt Schuld für die tragische Spannung in Theater und Literatur. Sie zerreißt den, der sich verstrickt in die eigene Tat. Da sie von innen kommt, entkommt ihr niemand. Gegen sie ist jedes Ungeheuer aus Pappe, denn die Schuld ist härter und gefährlicher als jede äußere Gefahr - eine Wahrheit, die Hollywood längst vergessen hat. Mehr

Rezension: Sachbuch

Kein Schweinefleisch mehr in der Mensa

Tahar Ben Jelloun wurde 1944 in Fez geboren, emigrierte 1961 nach Frankreich und erhielt 1987 den Prix Goncourt. Der Einwanderer aus dem Magrebh war von weißen Parisern vielfältig erniedrigt worden. Sensibel beschrieb er Mechanismen von Demütigung und Diskriminierung. Im Rassismus sah Jelloun eine Seelenkrankheit, die in Statusunsicherheit und Größenwahn gründe. Mehr

Rezension: Sachbuch

Wahrscheinlich waren die Dorfbewohner alle Killer

Kannst Du Juni reisen Nuristan?" - Mit diesem Telegramm endet eine Geschichte, und eine andere fängt an. Die zu Ende geht, dauerte zehn Jahre, spielt in der Modebranche und hätte gewiß ihren eigenen Charme, wenn man sie zu lesen bekäme. Denn dort bevölkern Menschen wie Miss Candlemass die Szenerie, ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Als der Geschichte der Atem gefror

Es ist ein Frühling der Erinnerung. In der deutschsprachigen Literatur dieses Jahresbeginns hat ein großes, zeitgeschichtliches Erinnern eingesetzt wie lange nicht mehr. Günter Grass bekennt, sich jahrelang lückenhaft erinnert und die Geschichte der Vertreibung der Deutschen zu Unrecht in seinen Büchern verschwiegen ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Historiker als Bikini-Verkäufer am FKK-Strand?

Hinter dem anspruchsvollen Titel "Von Athen bis Auschwitz" findet sich ein Sammelband, der 2500 Jahre in punktuellen "Betrachtungen" durchschreitet. Sie handeln von Europas Aufbruch in die Neuzeit um 1500, von der attischen und der römischen Kultur, von der Befindlichkeit des Historikers unter besonderer Berücksichtigung der "Verantwortung des Zeitgenossen" und von Auschwitz. Mehr

Rezension: Sachbuch

Drei Sekunden Sympathie

Katja Kullmann ist einunddreißig Jahre alt und in den vergangenen zehn Jahren neun Mal umgezogen. Während des Studiums hat sie sich als Sortiererin von Einkaufswagen über Wasser gehalten, die Zahl ihrer Männerbekanntschaften liegt über dem statistischen Mittel von 4,4. Sie hat Schwangerschaftstreifen, ... Mehr

Rezension: Belletristik

Dieses Buch soll ich geschrieben haben?

Die Initialen des letzten Nobelpreisträgers lösen sich auf zu "Vidiadhar Surajprasad" - die indische Herkunft dieses in Trinidad aufwachsenden, in England studierenden Außenseiters besiegelt die von ihm empfundene Ortlosigkeit durch die doppelte Fremdheit des Asiaten aus Westindien in Europa. Früh bezeichnet ... Mehr

Rezension: Belletristik

Fremdsprachen schwach, Betragen befriedigend

Wenn eine Rezension geschrieben wird, liegt die Lektüre des Buches noch nicht lange zurück, vielleicht Tage, manchmal auch nur Stunden. Der Rezensent kann also noch nicht wissen, wie sich das Gelesene in seiner Erinnerung ablagern wird: Die Zeit hat für ihn keine Tiefendimension. Ist aber das, was nach ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Durchs Leben geschritten und gestritten

Ein ernstes Leben: geboren als uneheliches Kind einer Pfarrerswitwe; nach der Taufe Verwandten in einem Provinzstädtchen anvertraut; als Dreijährige per Zeitungsannonce kinderlosen Ehepaaren zur Adoption angeboten; nach einer an Demütigungen nicht armen Jugendzeit Verlöbnis mit einem Apotheker, dem ... Mehr

Rezension: Belletristik

Durch die Größe schimmert der Zwerg

Wer vom Warschauer Ostbahnhof den Vorortzug Richtung Otwock nimmt, kommt bald durch ein Waldgebiet voller Dörfer und kleinerer Ortschaften. An dieser Bahnstrecke liegt auch das etwas verschlafene Städtchen Falenica, mit einem Marktplatz, niedrigen Wohnblocks, luxuriösen Villen und vielen kleinen Holzhäusern aus der Vorkriegszeit. Mehr

Rezension: Sachbuch

Urerlebnis der fremden Herrschaft

Ganz thukydideisch kommt dieses Buch daher. Es geht ihm um die wahren Ursachen des Konflikts zwischen den Juden und dem Römischen Reich, um "die Genese einer Katastrophe". Doch nicht das, was der Untertitel verheißt, nämlich die "Geschichte einer konfliktreichen Beziehung", wird von Ernst Baltrusch analysiert. Mehr

Rezension: Sachbuch

Das ist doch mein Onkel

Schicksale, Schicksale, Schicksale: Sie haben die Psycholiteratur groß gemacht, sie wollen wir lesen. Wie köstlich, wie klassisch hebt so eine Erzählung auch bei Alberto Eiguer an: "Als Jacques das erste Mal zu mir kam, studierte er noch Naturwissenschaften." Da bleckt der Leser die Zähne, da weiß er, was kommt. Mehr

Rezension: Belletristik

Väterchen, dein Glas ist leer

Aglaja Rewkina muß sich gut überlegen, wen sie in ihre Wohnung hineinläßt. Dabei kann sie sich über Platzmangel kaum beklagen. Als leitende Parteifunktionärin in dem russischen Provinzstädtchen Dolgow gehörte sie einst zu den Privilegierten. Nach dem frühen Tod ihres Mannes und dem Auszug des studierenden ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Historiker in den Ethikrat!

Ohne Mittelalter ginge die Moderne sich selbst verloren. Johannes Fried hat die letzte Variante moderner Selbststilisierung demaskiert. Mehr

Rezension: Sachbuch

Historiker als Bikini-Verkäufer am FKK-Strand?

Hinter dem anspruchsvollen Titel "Von Athen bis Auschwitz" findet sich ein Sammelband, der 2500 Jahre in punktuellen "Betrachtungen" durchschreitet. Sie handeln von Europas Aufbruch in die Neuzeit um 1500, von der attischen und der römischen Kultur, von der Befindlichkeit des Historikers unter besonderer Berücksichtigung der "Verantwortung des Zeitgenossen" und von Auschwitz. Mehr

Rezension: Sachbuch

Das Wandern ist der Ethik Lust

Wo menschliches Leben existiert, da kommt ihm Würde zu. Dieses schlichte Diktum des Bundesverfassungsgerichts vermag bei vielen Reproduktionsbiologen und Medizinern bestenfalls noch ein nachsichtiges Lächeln zu provozieren. Längst bestimmen interessenethische Denkmuster die fachwissenschaftlichen Diskurse ... Mehr

Rezension: Belletristik

In dieser Sekunde standen ihre Schwingen still

In "Klausen" von Andreas Maier schwirrt Frau Fama, die geflügelte Allegorie des Gerüchtes, herum wie die Schwalbe im Heuschober. Mehr

Rezension: Sachbuch

Warum Verbrecher nicht bestraft werden dürfen

Nehmen wir klinisch reine Beispiele. Berta geht arglos über den Bürgersteig. Plötzlich fährt ein Lieferwagen sie von hinten an und drückt sie an die Wand. Der Fahrer war wegen eines unvorhersehbaren Herzinfarktes hinter dem Steuer zusammengebrochen. Berta ist unwiderruflich tot. Sie hinterläßt einen Mann und zwei kleine Kinder. Mehr

Rezension: Belletristik

Ein Seestern tröstet besser als der Stoizismus

Dies sind Gedichte, die sich an einzelne wenden. Sie sind dem inneren Lesen zugedacht; das Lied, der Spruch, das Auswendiglernen liegen außerhalb ihres Bereichs. Noch für Brecht war die Lage anders, weil der Kommunismus - und darin mag seine Attraktion bestanden haben - ein Volk fingierte, an das der Dichter sich wenden konnte. Mehr

Analyse

Service-Telefonie kurbelt E-Commerce an

Service-Telefone sorgen für mehr Kundenbindung und mehr Umsatz. Damit Call-Center reibungslos funktionieren, müssen die Anrufe jedoch sortiert werden. Mehr

Rezension: Sachbuch

Geh aus und suche Freud

Jacques Derrida, der in den letzten Jahren mit dem Engagement eines Zola für die Psychoanalyse plädierte, schrieb kürzlich, man sähe sie gegenwärtig so an, "als wäre aus ihr eine Art Medikament geworden, gelagert im Hinterzimmer einer Apotheke, dessen Verfallsdatum abgelaufen ist". Elisabeth Roudinesco ... Mehr

Rezension: Belletristik

Huch, das ist ja ganz cyberhaft!

Wer in die Sterne schaut, sieht nichts als Vergangenheit, aber auch das vor Augen liegende Gegenwärtige kann sich Lichtjahre entfernen. Daß das Sichtbare dieser Welt den Menschen angeht, daß die intensive Wahrnehmung des bunten Lebens vermittelt, was zu wissen sich lohnt, ist die Hoffnung der Kunsthistorikerin und Photographin Aloe. Mehr

Rezension: Belletristik

Rattenfänger von Moskau

Hermann Kant kennt mehr Wahrheiten als das offensichtliche Zusammenspiel der bloßen Fakten. Dem ehemaligen Präsidenten des DDR-Schriftstellerverbandes geht es um Höheres: "Vor dem Ereignis, das als Wende beschrieben steht, und über dieses hinaus hatte ich ein Organ gelesen, das ENDE hieß. Natürlich ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Fühlt an meinen Liedern, daß ich eins und doppelt bin

Sascha Anderson ist ein Name, den man ab sofort in Anführungszeichen setzen muß. "Sascha Anderson" heißt ein Buch, das auf den Autor verweist und doch zugleich eine Leerstelle schafft. Ist "Sascha Anderson" der Titel, dann fehlt der Autor, ist es der Autor, dann fehlt der Titel. Auf dem ansonsten leeren Umschlag ... Mehr

Rezension: Belletristik

Kratzspuren einer Löwenpranke

In den letzten acht Jahren hat Philip Roth mit seinen Romanen "Operation Shylock", "Sabbaths Theater", "Amerikanisches Idyll" und zuletzt "Der menschliche Makel" den Nachweis geführt, daß er schlicht und einfach der größte Romancier ist, der heute in englischer Sprache schreibt. Jedes seiner Werke verdient unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Mehr

Rezension: Sachbuch

Ein, zwei Hörner Met über den Durst getrunken

Wenn Åke nicht dumm rumgequatscht hätte, wäre die Sache sehr viel freundlicher verlaufen: Torvald hätte Vigdis, der Tochter des Bronzegießers Sigurd, die Ehe nicht nur versprochen, sondern sie tatsächlich geheiratet, der Jüte Bue aus Haithabu hätte in Birka kaum Gelegenheit gehabt, Vigdis zu entführen ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Zernichtet ist der Augenblick

Es sei nicht verheimlicht, daß das neue Buch von Karl Heinz Bohrer durch seine Gelehrsamkeit beeindruckt. Es sei angezeigt, daß es gleichwohl von einem ganz unakademischen Furor geprägt, ja durchdrungen ist. Dieser Autor will weit mehr als die bloß neue Deutung überlieferter Texte. Er will der Philosophie ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Kampfzonen der Abstraktion

Peter Sloterdijk erklärt, warum für ihn die Formel "Krieg gegen den Terrorismus" keinen Sinn macht. In einem anderen Buch wirft Noam Chomsky Amerika Heuchelei vor. Mehr

Rezension: Sachbuch

Die Sphinx mit dem Pinsel

Die Werke von Tamara de Lempicka haften im Bildgedächtnis des zwanzigsten Jahrhunderts, oft abgelöst von ihrer Schöpferin, deren Person fast gänzlich im Vagen verschwindet. Von dramatischer Präsenz sind ihre Frauenbildnisse, offensiv aus dem Bildgrund drängende Volumina: Sie sind kraftvolle Figurinen, denen noch ihre nackte Haut schimmernder Panzer ist. Mehr

Rezension: Sachbuch

Jeder Mörder geht dicht an den Körper

Das Böse als wirklich zu behaupten, kann nach den Erfahrungen des vergangenen Jahrhunderts mit Terror, Verfolgung und Vernichtung nicht als theologisches Sondervotum abgetan werden. Und doch ist verständlich, daß der Begriff des Bösen in theologischer Obhut blieb. Biologische Verhaltensforschung und Psychologie greifen mit Konstrukten wie "Aggression" oder "Trieb" an den Sachverhalten vorbei. Mehr

Rezension: Sachbuch

Vor der Tür des Hauses steht der Bauherr

Ein eigenes Haus zu bauen gehört zu den stabilsten Wünschen der Menschen. Daran hat das Jahrhundert der Moderne nichts geändert. Unabhängigkeit und Sicherheit, Lebensstil nach eigener Wahl, Prestige nach außen und das verborgene Glücksgefühl, ein kleines Stück irdischer Oberfläche sein eigen zu nennen, machen eine Mischung rationaler wie irrationaler Motive aus. Mehr

Rezension: Sachbuch

Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag

Eines der besten, ergreifendsten Kinderbücher ist die Bibel. Das war sie schon lange, bevor es Kinderbibeln gab. Man kann durchaus im Alter von acht, neun Jahren mit roten Ohren dasitzen und mit dem Finger die engen Zeilen auf dem knisternden Dünndruckpapier in einer Lutherbibel verfolgen - wenn man weiß, wo die guten Stellen sind. Mehr

Rezension: Belletristik

Liebe schmeckt wie Kaviar, Hintern sind zum Küssen da

"Taiga Blues" von Alexander Ikonnikow reiht sich in den russischen Boom in der Position der russischen Volkstümlerfraktion ein. Mehr

Rezension: Sachbuch

Jeder Mörder geht dicht an den Körper

Wolfgang Sofskys grimmige These: Der Schrecken ist "in die Grundformen des Sozialen systematisch eingebaut", eine universelle Erscheinung. Mehr

Rezension: Belletristik

Höhlenbewohner mit Faxanschluß

Wir nehmen keine Gefangenen, das ist das umgekehrte Versprechen des amerikanischen Traums. Die Glücksmaschinerie, die dieses Land antreibt, ernährt sich von den Menschen, die ihre Träume einspeisen und nicht merken, wie sie sich selbst in der Wunderapparatur verfangen: Das Glück ist die politische Ideologie dieses ... Mehr

Rezension: Belletristik

Rettende Katastrophen

Im vergangenen Jahr, zu ihrem fünfundsiebzigsten Geburtstag, kamen endlich unter dem Titel "Alles redet, schweigt und ruft" die gesammelten Gedichte von Elisabeth Borchers heraus. Das war allerhöchste Zeit. Denn Rang und Bedeutung dieser Autorin, deren erster Gedichtband schon 1961 erschienen ist, standen ... Mehr

Rezension: Belletristik

Zermalte Gesichter, mokante Gefühle

Edmond Music erfährt aus der Zeitung, daß er gestorben ist. So beginnt ein an Täuschungen reicher Roman. Nichts ist, wie es scheint, und jeder verstellt sich. Allen voran Islers Ich-Erzähler und Held. Music ist ein geborener Jude, dessen Vater verschwand und dessen Mutter, wie er sich ausdrückt, "nach Auschwitz ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Berlins Dynamik als Vorbild Chicagos

Georg Kamphausen untersucht die Wahrnehmungen und Projektionen "Amerikas" bei deutschen und europäischen Intellektuellen. Mehr

Rezension: Sachbuch

Elefanten vergißt man nicht, Präsidenten schon

Für seine bisher letzte Aufgabe im Dienst des kenianischen Staats hatte Richard Leakey ein großes Büro im State House von Nairobi bezogen, im selben Gebäude wie der Präsident. Das Zimmer war karg möbliert, die Klimaanlage keuchte asthmatisch, und das Beeindruckendste der Einrichtung waren die acht Telefonapparate in seiner Reichweite. Mehr

Rezension: Belletristik

Ode an die Pünktlichkeit

Steffen Kopetzky, Jahrgang 1971, hat ein Kursbuch schreiben wollen und eine Ode an die Pünktlichkeit gleich dazu. Mehr

Rezension: Sachbuch

Über den Regalen der Tuff von tausend Jahren

Durch turmhohe Schichten erstarrter Lava und versteinerten Schlammes führten Stollen in die Tiefe. Was nach Winckelmanns Beschreibung dort unten in der 1752 ausgegrabenen Villa in Herculaneum bei Neapel im Schein der Laterne entdeckt worden war, übertraf alles, was einst die Humanisten in Klosterbüchereien ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Abschied vom Dampfkessel-Modell

Daß der Wechsel theoretisierender Zugänge ganz neue Erzählmuster hervorbringt, wird gerade bei der jungen Disziplin der Sexualitätsgeschichte deutlich. Das Buch des Wiener Sozial- und Wirtschaftshistorikers Franz X. Eder gibt die Abhängigkeit der akademischen Sexualitätsgeschichte von der Sexualwissenschaft ... Mehr

Service-Telefonie

Anwendungsbeispiel: Intelligentes Netz

Der Einsatz von Service-Rufnummern wird immer mehr zunehmen. Voraussetzung ist aber die Steuerung der Anrufer über ein so genanntes Intelligente Netz. Mehr

Rezension: Belletristik

Lahme sehen, Blinde gehen

Ist Friedrich Meisner ein Betrüger? Per Olov Enquist hütet sich, ein Urteil über seine Romanfigur zu sprechen. Mehr

Rezension: Sachbuch

Durchs Leben geschritten und gestritten

Ein ernstes Leben: geboren als uneheliches Kind einer Pfarrerswitwe; nach der Taufe Verwandten in einem Provinzstädtchen anvertraut; als Dreijährige per Zeitungsannonce kinderlosen Ehepaaren zur Adoption angeboten; nach einer an Demütigungen nicht armen Jugendzeit Verlöbnis mit einem Apotheker, dem ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag

Eines der besten, ergreifendsten Kinderbücher ist die Bibel. Das war sie schon lange, bevor es Kinderbibeln gab. Man kann durchaus im Alter von acht, neun Jahren mit roten Ohren dasitzen und mit dem Finger die engen Zeilen auf dem knisternden Dünndruckpapier in einer Lutherbibel verfolgen - wenn man weiß, wo die guten Stellen sind. Mehr

Rezension: Sachbuch

Vielleicht sehen wir es mal so: Ich bin der Herr der Tiere

Die Bibel gibt nicht nur Kunde von zwei Religionen, denen sie bis heute als heilige Schrift zugrunde liegt, sondern dazu noch von einer dritten Religion, die mit der Zerstörung des salomonischen Tempels und dem nachfolgenden Sieg des Monotheismus untergegangen ist. Auf diese archaische Religion bezieht ... Mehr

Salman Rushdies Roman „Wut“

Das Geschöpf ist real, aber der Schöpfer ist eine Fälschung

Der Titel des Romans ist gut gewählt, denn mit seinem Erscheinen im Jahr 2002 hat „Wut“ für helle Empörung im Literaturbetrieb gesorgt. Dabei kann man Salman Rushdies Buch getrost in aller Stille und gänzlich unberührt beiseite legen. Mehr

Rezension: Sachbuch

Umgedrehte Handschuhe

Auf die selbstgestellte Frage hin "Wer bin ich?" stellt Jacques Maritain, "Philosoph und christlicher Humanist", in einem im Jahre 1926 geschriebenen Brief fest: "Ein Konvertit, ein Mensch, den Gott wie einen Handschuh umgedreht hat". In der Soziologie der Religion werden Konversionserzählungen heute als eine spezifische Gattung von autobiographischen Erzählungen angesehen. Mehr

Rezension: Belletristik

Das Nashorn kennt den Mörder

In den kapitolinischen Sammlungen in Rom gibt es ein marmornes Brustbildnis des Mark Aurel, das wie eine Illustration unserer Vorstellungen über diesen Kaiser wirkt. Es zeigt einen Mann, der den Bart des griechischen Philosophen, das Lockenhaar des Altrömers und die Toga des Imperators trägt. Das Gesicht ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Ewig diese Ungewißheit

Jeder kennt Vermeer, aber keiner kennt ihn außerhalb seiner Bilder. Anthony Bailey will das mit seiner Biografie ändern. Mehr

Rezension: Belletristik

Dieses Buch soll ich geschrieben haben?

Die Initialen des letzten Nobelpreisträgers lösen sich auf zu "Vidiadhar Surajprasad" - die indische Herkunft dieses in Trinidad aufwachsenden, in England studierenden Außenseiters besiegelt die von ihm empfundene Ortlosigkeit durch die doppelte Fremdheit des Asiaten aus Westindien in Europa. Früh bezeichnet ... Mehr

Rezension: Belletristik

Fremdsprachen schwach, Betragen befriedigend

Wenn eine Rezension geschrieben wird, liegt die Lektüre des Buches noch nicht lange zurück, vielleicht Tage, manchmal auch nur Stunden. Der Rezensent kann also noch nicht wissen, wie sich das Gelesene in seiner Erinnerung ablagern wird: Die Zeit hat für ihn keine Tiefendimension. Ist aber das, was nach ... Mehr

Rezension: Belletristik

Schweißtropfen auf Löschpapier

Paula Fox ist eine Schriftstellerin unbestechlicher Beobachtungen in den engen Räumen bitterer Gefühle. Sie stoßen in kleinen Explosionen aufeinander, immer gedämpft und nie sehr laut (so öffnet ein diskreter Sommelier den Champagner in einem Fünf-Sterne-Hotel). In ihrem Roman "Lauras Schweigen" berichtet ... Mehr

Rezension: Belletristik

Nasenbär im Rampenlicht

Dieses Buch beginnt mit einer faustdicken Lüge, und zur Rache wird diese Rezension mit einer faustdicken Lüge schließen. Zuerst aber die Buchlüge: "Man hatte ja schon des öfteren von musikalischen Nasenbären gehört." Hatte man das? Wir noch nie. Von musikalischen Schriftstellern haben wir schon des öfteren gehört. Mehr

Rezension: Sachbuch

Über die philosophische Hürde springen

Kaum eine Frage war in den letzten Jahren zwischen Naturwissenschaftlern und Philosophen so umstritten wie die Frage nach der Erklärbarkeit von Bewußtsein. Das hat zwei Gründe: Erstens gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, was überhaupt erklärt werden muß, und zweitens herrscht auch im Hinblick darauf alles andere als Einigkeit, was hier als akzeptable Erklärung gelten kann. Mehr

Rezension: Sachbuch

Gute Nachricht, schlechte Nachricht

Dass die Geschlechter "von Natur aus anders" sind, wie der Titel des Buches behauptet, behauptet die Entwicklungspsychologin Doris Bischof-Köhler. Mehr

Rezension: Sachbuch

Über den Regalen der Tuff von tausend Jahren

Durch turmhohe Schichten erstarrter Lava und versteinerten Schlammes führten Stollen in die Tiefe. Was nach Winckelmanns Beschreibung dort unten in der 1752 ausgegrabenen Villa in Herculaneum bei Neapel im Schein der Laterne entdeckt worden war, übertraf alles, was einst die Humanisten in Klosterbüchereien ... Mehr

Rezension: Belletristik

Das Geschöpf ist real, aber der Schöpfer ist eine Fälschung

Die Begegnung ist noch immer unvergessen. Als Wladimir Iljitsch Uljanow, der große Revolutionär, begnadete Redner und mitreißende Massenführer Lenin, 1923 in der indischen Provinz eintrifft, um ihr den britischen Kolonialismus auszutreiben, sieht er sich plötzlich siebenfach gedoppelt. Am Hafen empfängt ihn ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Geschenktes kommt teurer

Es gibt bei Rabelais eine Episode, in der Gargantua von seinem Vater Grandgousier und dessen Begegnung mit dem Piratenkönig der Kanarischen Inseln erzählt. Als Grandgousier den König besiegt hatte, warf er ihn nicht etwa ins Gefängnis und erpreßte ihn nicht auf Lösegeld hin, sondern überhäufte ihn mit Geschenken und Gunstbeweisen und schickte ihn zurück in sein Land. Mehr

Rezension: Belletristik

Ein Stier kämpft für Spanien

Das blutige Todesritual beim Stierkampf, der Spanische Bürgerkrieg, das Elend der Flüchtlinge und Soldaten - sind das Themen für ein Kinderbuch? Michael Morpurgo verbindet sie auf anrührende und spannende Weise in seiner Geschichte von Antonio und seinem geliebten Stier Paco, dem schönsten von ganz ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Abschied vom Dampfkessel-Modell

Das Buch des Wiener Sozial- und Wirtschaftshistorikers Franz X. Eder schildert das Sexuelle in seiner Beziehung zur Moral und weiteren Faktoren. Mehr

Rezension: Belletristik

Suche Riesin mit Bikini

Mit der Liebe verhält es sich in diesen Geschichten so: Sie ist unmöglich. Und doch flammen in Dagoberto Gilbs "Holzschnitten von Frauen" ständig neue Ikonen des Weiblichen auf. Die Frau, gesehen aus den gierigen Augen des Mannes: grelle, zwielichtige, verworfene, rätselhafte Wesen. Ab und zu tritt eine erotische Madonna auf die männliche Weltenbühne. Mehr

Rezension: Belletristik

Kratzspuren einer Löwenpranke

In den letzten acht Jahren hat Philip Roth mit seinen Romanen "Operation Shylock", "Sabbaths Theater", "Amerikanisches Idyll" und zuletzt "Der menschliche Makel" den Nachweis geführt, daß er schlicht und einfach der größte Romancier ist, der heute in englischer Sprache schreibt. Jedes seiner Werke verdient unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Mehr

Rezension: Sachbuch

Den Musikblock aus sich herausmeißeln

Der 50-jährige Komponist Wolfgang Rihm lässt seiner Lust am Schreiben in „Offene Enden. Denkbewegungen um und durch Musik“ freien Lauf. Mehr

Rezension: Sachbuch

Lucretia und die wilde 12

Unsere Studenten singen nicht mehr! Cicero war empört. Als er jung war, hatte man das Zwölftafelgesetz noch auswendig gelernt "wie ein unentbehrliches Lied". Nun lernte es niemand mehr. Eine Rückkehr zu den Quellen konnte diese Bildungskatastrophe nicht beheben. Das Original der zwölf Tafeln war untergegangen vor Jahrhunderten, zerstört oder geraubt, als die Gallier Rom in Brand gesteckt hatten. Mehr

Rezension: Sachbuch

Blütenpollen statt Bilderbibel

Hier tritt jemand für eine gute Sache ein. Horst Schwebel, Professor für Praktische Theologie an der Universität Marburg und Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart, möchte moderne Kunst und Kirche miteinander versöhnen. Er hält eine Verbindung von Christentum und autonomer Kunst ... Mehr

Yasmina Khadra: Wovon die Wölfe träumen

Die Angst der Sonne vor der Stadt

In der Endlosschleife der Gewalt: Yasmina Khadras hat einen großen Roman über die Wirren Algeriens geschrieben. Das fiktive Schicksal von Nafa ist voller Poesie in die reale Zeitgeschichte nach den annulierten Wahlen 1991 gebettet. Eine Parallelwelt des Greuels. Mehr

Rezension: Sachbuch

Blütenpollen statt Bilderbibel

Hier tritt jemand für eine gute Sache ein. Horst Schwebel, Professor für Praktische Theologie an der Universität Marburg und Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart, möchte moderne Kunst und Kirche miteinander versöhnen. Er hält eine Verbindung von Christentum und autonomer Kunst ... Mehr

Rezension: Sachbuch

So harmonisch waren die Haie nicht

Ein "Seiltänzer der Selbsterschaffung" sei hier zu besichtigen, meint am Ende seines dicken Buches Anthony Grafton. Wer wissen will, was "ein Seiltänzer der Selbsterschaffung" ist, muß die neue Sechshundert-Seiten-Monographie des Renaissanceforschers von der Princeton University lesen. Kürzer geht es nicht. Alberti, das Universalgenie, war gar zu vielseitig. Mehr

Rezension: Belletristik

Schwarzfahren auf dem Kreuzweg

Andrzej Stasiuk war in frühen Jahren ein polnischer Punk. Dann wurde er ein Dichter. Sein neunter Roman heißt "Neun". Mehr

Rezension: Sachbuch

Fühlt an meinen Liedern, daß ich eins und doppelt bin

Sascha Anderson ist ein Name, den man ab sofort in Anführungszeichen setzen muß. "Sascha Anderson" heißt ein Buch, das auf den Autor verweist und doch zugleich eine Leerstelle schafft. Ist "Sascha Anderson" der Titel, dann fehlt der Autor, ist es der Autor, dann fehlt der Titel. Auf dem ansonsten leeren Umschlag ... Mehr

Rezension: Belletristik

Schwarzfahren auf dem Kreuzweg

Manche meinen, der Osten bebt. Blödsinn: Er lebt in Nöten. Gibt es keinen Ausweg als den Westen? Andrzej Stasiuk wußte einmal einen kleinen. Er war in frühen Jahren ein polnischer Punk. Dann wurde er ein Dichter. Das ist hart, aber romantisch. Er wurde 1960 geboren und wuchs in Warschau auf. Was das ... Mehr

Rezension: Belletristik

Suche Riesin mit Bikini

Die Liebe scheint unmöglich. Und doch flammen in Dagoberto Gilbs Geschichten ständig neue Ikonen des Weiblichen auf. Mehr

Rezension: Belletristik

Zermalte Gesichter, mokante Gefühle

Edmond Music erfährt aus der Zeitung, daß er gestorben ist. So beginnt ein an Täuschungen reicher Roman. Nichts ist, wie es scheint, und jeder verstellt sich. Allen voran Islers Ich-Erzähler und Held. Music ist ein geborener Jude, dessen Vater verschwand und dessen Mutter, wie er sich ausdrückt, "nach Auschwitz ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Der Traum der Romania ist längst verweht

Hans Ulrich Gumbrecht muß man reden hören, denn er ist ein Sprechgenie und redet anders als die Schriftgelehrten: wort- und bilderreich, leidenschaftlich und doch in entspannter Bonhomie, an Persönlichem anknüpfend, überraschende Bögen schlagend und immer das Ohr am Puls der Zeit. Unter den deutschen Romanisten ... Mehr

Rezension: Belletristik

Mein Herz für Mutter

Es soll Menschen geben, die nicht aufhören können zu putzen. Judy Budnitz erzählt von ihnen: von dem Mädchen, das Fenstersimse abstaubt und Bücher alphabetisch ordnet, während seiner Schwester die Haut in Fetzen vom Leib abblättert. Von der Mutter, die täglich die Schränke auswischt, obwohl schon seit Monaten Hungersnot im Lande herrscht. Mehr

Rezension: Sachbuch

Umgedrehte Handschuhe

Auf die selbstgestellte Frage hin "Wer bin ich?" stellt Jacques Maritain, "Philosoph und christlicher Humanist", in einem im Jahre 1926 geschriebenen Brief fest: "Ein Konvertit, ein Mensch, den Gott wie einen Handschuh umgedreht hat". In der Soziologie der Religion werden Konversionserzählungen heute als eine spezifische Gattung von autobiographischen Erzählungen angesehen. Mehr

Rezension: Sachbuch

Wenn Licht von Finsternis sich scheidet

Wer immer sich den deutschen Untertitel dieses Buches ausgedacht hat - er dürfte jede Menge Verlagsprogramme mit populärwissenschaftlichen Neuerscheinungen gelesen haben, aber kaum das Buch selber. Denn Frank Close, theoretischer Elementarteilchenphysiker am Rutherford Appleton Laboratory im englischen Culham, erzählt hier mitnichten eine "physikalische Schöpfungsgeschichte". Mehr

Rezension: Sachbuch

Geschenktes kommt teurer

Es gibt bei Rabelais eine Episode, in der Gargantua von seinem Vater Grandgousier und dessen Begegnung mit dem Piratenkönig der Kanarischen Inseln erzählt. Als Grandgousier den König besiegt hatte, warf er ihn nicht etwa ins Gefängnis und erpreßte ihn nicht auf Lösegeld hin, sondern überhäufte ihn mit Geschenken und Gunstbeweisen und schickte ihn zurück in sein Land. Mehr

Rezension: Belletristik

Rattenfänger von Moskau

Hermann Kant kennt mehr Wahrheiten als das offensichtliche Zusammenspiel der bloßen Fakten. Dem ehemaligen Präsidenten des DDR-Schriftstellerverbandes geht es um Höheres: "Vor dem Ereignis, das als Wende beschrieben steht, und über dieses hinaus hatte ich ein Organ gelesen, das ENDE hieß. Natürlich ... Mehr

Rezension: Belletristik

Väterchen, dein Glas ist leer

Aglaja Rewkina muß sich gut überlegen, wen sie in ihre Wohnung hineinläßt. Dabei kann sie sich über Platzmangel kaum beklagen. Als leitende Parteifunktionärin in dem russischen Provinzstädtchen Dolgow gehörte sie einst zu den Privilegierten. Nach dem frühen Tod ihres Mannes und dem Auszug des studierenden ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Karoffelchips zerbröseln

Sind die Phänomene der Popularisierung und der Trivialisierung ein Geschwisterpaar? Wer die unter dem Titel "Unsere Gene" erschienene "Gebrauchsanleitung für ein besseres Leben" von Terry Burnham und Jay Phelan liest, dem drängt sich diese Vermutung auf. In allen Industrienationen werden derzeit große ... Mehr

Rezension: Belletristik

Da will ich lieber bleiben, wie ich bin!

Elke Schmitter hat schon vor zwei Jahren mit ihrem Romandebüt "Frau Sartoris" bewiesen, dass sie absichtsvoll schreibt und auf vorauseilende Anpassung keinen Wert legt. Mehr

Rezension: Belletristik

Höhlenbewohner mit Faxanschluß

George Saunders berichtet in seinen Erzählungen von den Müllkippen unserer Möglichkeiten, aus den Höhlen des Spätkapitalismus. Mehr

Rezension: Belletristik

Rettende Katastrophen

Im vergangenen Jahr, zu ihrem fünfundsiebzigsten Geburtstag, kamen endlich unter dem Titel "Alles redet, schweigt und ruft" die gesammelten Gedichte von Elisabeth Borchers heraus. Das war allerhöchste Zeit. Denn Rang und Bedeutung dieser Autorin, deren erster Gedichtband schon 1961 erschienen ist, standen ... Mehr

Rezension: Belletristik

Nasenbär im Rampenlicht

Dieses Buch beginnt mit einer faustdicken Lüge, und zur Rache wird diese Rezension mit einer faustdicken Lüge schließen. Zuerst aber die Buchlüge: "Man hatte ja schon des öfteren von musikalischen Nasenbären gehört." Hatte man das? Wir noch nie. Von musikalischen Schriftstellern haben wir schon des öfteren gehört. Mehr

Rezension: Belletristik

Liebe schmeckt wie Kaviar, Hintern sind zum Küssen da

Er las die Russen", heißt es von einer Figur in Richard Brautigans Roman "Ein konföderierter General aus Big Sur", "und er sprach davon mit diesem gewissen düsteren Unterton, den Leute in ihre Stimme legen, wenn sie sagen ,Ich lese die Russen'." Wer heute in Deutschland darüber spricht, daß er die Russen liest, ... Mehr

Rezension: Belletristik

Retusche am Familienbild

So viel ist unstrittig: Panajotis' Lebensmotti waren "Milch. Und für die Haut Nivea!" sowie "Gesundheit! Durchsetzungskraft! Geduld!" Fast alles andere aber steht jetzt, wo er tot ist, zur Disposition: sein Charakter, sein Haus, der Zusammenhalt der verbliebenen Familie. Markos, der das alles erzählt, ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Das Wandern ist der Ethik Lust

Wo menschliches Leben existiert, da kommt ihm Würde zu. Dieses schlichte Diktum des Bundesverfassungsgerichts vermag bei vielen Reproduktionsbiologen und Medizinern bestenfalls noch ein nachsichtiges Lächeln zu provozieren. Längst bestimmen interessenethische Denkmuster die fachwissenschaftlichen Diskurse ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Es gibt ihn nicht mehr, den gefährlichen Nietzsche

Ist es eine Sensation oder ist es keine? Die Herausgeber der von Giorgio Colli und Mazzino Montinari begründeten Kritischen Gesamtausgabe der Werke Nietzsches haben für den handschriftlichen Nachlaß Nietzsches vom Frühjahr 1885 an eine andere Editionsmethode gewählt. Für den späten, den spätesten Nietzsche hat ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Kampfzonen der Abstraktion

Luftbeben", Peter Sloterdijks jüngstes Buch, ist eine Terror-Theorie nicht nur insofern, als der Terror ihr Gegenstand ist, sondern auch, weil der Terror hier selber als eine Art Theorie vorgestellt wird, als ein Medium der Erkenntnis sehr besonderen Typs. Der Terrorismus nämlich, der Sloterdijk in ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Den Musikblock aus sich herausmeißeln

Bilde Künstler, rede nicht! Wenige Sätze der deutschen Geistesgeschichte haben so fatal gewirkt wie dieses Diktum Goethes. So recht er mit der Auffassung hatte, daß sich der Künstler hauptsächlich in seinem Werk zu manifestieren habe, so verheerend einseitig wurde die Mahnung als Tabu genommen: ästhetische Reflexion sei bedingungslos dem "Schaffen" hintanzustellen. Mehr

Rezension: Belletristik

Ohne Arme und Beine im Scheinwerferlicht

Jesus Betz heißt der Held im neuen Bilderbuch des jungen französischen Autor-Illustrator-Duos Fred Bernard und François Roca. Den heiligen Vornamen verdankt Betz seiner Geburt am 24. Dezember: Für seine junge einsame Mutter ist er ihr "Liebchen", "Würmchen", "Jesulein". Das Neugeborene ist kein Kind wie andere. Mehr

Rezension: Sachbuch

Wenn Licht von Finsternis sich scheidet

Wer immer sich den deutschen Untertitel dieses Buches ausgedacht hat - er dürfte jede Menge Verlagsprogramme mit populärwissenschaftlichen Neuerscheinungen gelesen haben, aber kaum das Buch selber. Denn Frank Close, theoretischer Elementarteilchenphysiker am Rutherford Appleton Laboratory im englischen Culham, erzählt hier mitnichten eine "physikalische Schöpfungsgeschichte". Mehr

Rezension: Sachbuch

Über die philosophische Hürde springen

Kaum eine Frage war in den letzten Jahren zwischen Naturwissenschaftlern und Philosophen so umstritten wie die Frage nach der Erklärbarkeit von Bewußtsein. Das hat zwei Gründe: Erstens gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, was überhaupt erklärt werden muß, und zweitens herrscht auch im Hinblick darauf alles andere als Einigkeit, was hier als akzeptable Erklärung gelten kann. Mehr

Rezension: Sachbuch

Der Traum der Romania ist längst verweht

Hans Ulrich Gumbrecht muß man reden hören, denn er ist ein Sprechgenie und redet anders als die Schriftgelehrten: wort- und bilderreich, leidenschaftlich und doch in entspannter Bonhomie, an Persönlichem anknüpfend, überraschende Bögen schlagend und immer das Ohr am Puls der Zeit. Unter den deutschen Romanisten ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Ein, zwei Hörner Met über den Durst getrunken

Wenn Åke nicht dumm rumgequatscht hätte, wäre die Sache sehr viel freundlicher verlaufen: Torvald hätte Vigdis, der Tochter des Bronzegießers Sigurd, die Ehe nicht nur versprochen, sondern sie tatsächlich geheiratet, der Jüte Bue aus Haithabu hätte in Birka kaum Gelegenheit gehabt, Vigdis zu entführen ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Woran ich nicht ganz unschuldig bin

Der Wissenschaftler ist nie nur Wissenschaftler". Wie ein Lebensmotto ragt dieser Satz aus der Einleitung heraus, die Carl Friedrich von Weizsäcker im Sommer 1946 einer Vorlesung über "Die Geschichte der Natur" voranstellte. Der Physiker wandte sich an Hörer aller Göttinger Fakultäten - im Bewußtsein ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Alle ins Schlafzimmer

In Frankreich vergeht kein Jahr ohne das Erscheinen von mindestens einer neuen Publikation über den Sonnenkönig. Man sollte meinen, die Epoche Ludwigs XIV. sei mittlerweile völlig ausgeforscht. Das ist natürlich nicht der Fall. Sowohl die vorhandenen Archive wie neue Perspektiven der Betrachtung beschäftigen ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Drei Sekunden Sympathie

Katja Kullmann ist einunddreißig Jahre alt und in den vergangenen zehn Jahren neun Mal umgezogen. Während des Studiums hat sie sich als Sortiererin von Einkaufswagen über Wasser gehalten, die Zahl ihrer Männerbekanntschaften liegt über dem statistischen Mittel von 4,4. Sie hat Schwangerschaftstreifen, ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Lebe wild und gefährlich

Kenneth Tynan besaß ein feines Gespür für "Show People" - so der Titel eines seiner Bücher - und für die Inszenierung des eigenen Lebens. Er war berühmt für die Eleganz seiner Theaterkritiken, des Dandy-Schicks seiner Kleidung und für die Marotte, Zigaretten zwischen dem Mittel- und Ringfinger zu halten. Mehr

Rezension: Sachbuch

Zernichtet ist der Augenblick

Es sei nicht verheimlicht, daß das neue Buch von Karl Heinz Bohrer durch seine Gelehrsamkeit beeindruckt. Es sei angezeigt, daß es gleichwohl von einem ganz unakademischen Furor geprägt, ja durchdrungen ist. Dieser Autor will weit mehr als die bloß neue Deutung überlieferter Texte. Er will der Philosophie ... Mehr

Rezension: Belletristik

Retusche am Familienbild

So viel ist unstrittig: Panajotis' Lebensmotti waren "Milch. Und für die Haut Nivea!" sowie "Gesundheit! Durchsetzungskraft! Geduld!" Fast alles andere aber steht jetzt, wo er tot ist, zur Disposition: sein Charakter, sein Haus, der Zusammenhalt der verbliebenen Familie. Markos, der das alles erzählt, ... Mehr

Rezension: Belletristik

Geierland ist abgebrannt

Es ist vermutlich ziemlich anstrengend, immer ganz vorn zu sein. Auch in der Literatur. Jedes neue Buch ist wie ein Achttausender ohne Atemgerät, und man muß dabei auch noch so philosophisch sein wie Reinhold Messner, obwohl der Sauerstoff knapp wird. Robert Coover gehört seit Jahrzehnten zu jener Vorhut, die früher Avantgarde hieß. Mehr

Rezension: Belletristik

In dieser Sekunde standen ihre Schwingen still

Vor ungefähr einem Jahr wurde ein seltsames Wesen beobachtet, das sich mit großer Geschwindigkeit aus der Gegend um Frankfurt nach Süden bewegte. Es sei eine geflügelte Frau gewesen, sagten die einen, und sie habe furchterregend ausgesehen: mit zahllosen Augen, Mündern und Ohren. Nein, sagten andere, ... Mehr

Rezension: Belletristik

Der Untergeher, der Hinreißer

Am liebsten würde ich sagen: Das ist der wahre Beckett. Verglichen mit diesem Buch, kommt mir die Beckett-Prosa (nicht sein Theater) vor wie ein Motorfahrzeug mit Getriebeschaden, es steht, läßt sich nicht mehr bewegen, aber der Motor läßt sich auch nicht mehr abstellen, er läuft, bis der Tank leer ist. Das wäre der Prosa-Beckett. Mehr

Rezension: Sachbuch

Als der Geschichte der Atem gefror

Es ist ein Frühling der Erinnerung. In der deutschsprachigen Literatur dieses Jahresbeginns hat ein großes, zeitgeschichtliches Erinnern eingesetzt wie lange nicht mehr. Günter Grass bekennt, sich jahrelang lückenhaft erinnert und die Geschichte der Vertreibung der Deutschen zu Unrecht in seinen Büchern verschwiegen ... Mehr

Rezension: Sachbuch

Lucretia und die wilde 12

Unsere Studenten singen nicht mehr! Cicero war empört. Als er jung war, hatte man das Zwölftafelgesetz noch auswendig gelernt "wie ein unentbehrliches Lied". Nun lernte es niemand mehr. Eine Rückkehr zu den Quellen konnte diese Bildungskatastrophe nicht beheben. Das Original der zwölf Tafeln war untergegangen vor Jahrhunderten, zerstört oder geraubt, als die Gallier Rom in Brand gesteckt hatten. Mehr

Rezension: Belletristik

Huch, das ist ja ganz cyberhaft!

Ulrike Draesner versteht es, das Erzählen bis über die Grenze der Pornographie zu treiben, um dann ihre Personen kalt zu betrachten. Mehr

Rezension: Sachbuch

Elefanten vergißt man nicht, Präsidenten schon

Für seine bisher letzte Aufgabe im Dienst des kenianischen Staats hatte Richard Leakey ein großes Büro im State House von Nairobi bezogen, im selben Gebäude wie der Präsident. Das Zimmer war karg möbliert, die Klimaanlage keuchte asthmatisch, und das Beeindruckendste der Einrichtung waren die acht Telefonapparate in seiner Reichweite. Mehr

Rezension: Sachbuch

Historiker in den Ethikrat!

Ohne Mittelalter ginge die Moderne sich selbst verloren. Seit die Lateineuropäer begonnen haben, auf der Grundlage aufgeklärten Denkens und mit revolutionären Taten ihre Gesellschaften in eigenverantwortlicher Planmäßigkeit zu gestalten - seit dem achtzehnten Jahrhundert also -, legten sie Abstand zwischen sich und die Vergangenheit und konstruierten diese als Mittelalter. Mehr

Rezension: Belletristik

Geierland ist abgebrannt

Es ist vermutlich ziemlich anstrengend, immer ganz vorn zu sein. Auch in der Literatur. Jedes neue Buch ist wie ein Achttausender ohne Atemgerät, und man muß dabei auch noch so philosophisch sein wie Reinhold Messner, obwohl der Sauerstoff knapp wird. Robert Coover gehört seit Jahrzehnten zu jener Vorhut, die früher Avantgarde hieß. Mehr

Rezension: Belletristik

Der Untergeher, der Hinreißer

Am liebsten würde ich sagen: Das ist der wahre Beckett. Verglichen mit diesem Buch, kommt mir die Beckett-Prosa (nicht sein Theater) vor wie ein Motorfahrzeug mit Getriebeschaden, es steht, läßt sich nicht mehr bewegen, aber der Motor läßt sich auch nicht mehr abstellen, er läuft, bis der Tank leer ist. Das wäre der Prosa-Beckett. Mehr

Rezension: Belletristik

Ohne Arme und Beine im Scheinwerferlicht

Jesus Betz heißt der Held im neuen Bilderbuch des jungen französischen Autor-Illustrator-Duos Fred Bernard und François Roca. Den heiligen Vornamen verdankt Betz seiner Geburt am 24. Dezember: Für seine junge einsame Mutter ist er ihr "Liebchen", "Würmchen", "Jesulein". Das Neugeborene ist kein Kind wie andere. Mehr

Rezension: Belletristik

Die letzten Mohikaner der Metaphysik erleben gerade ihre manische Phase

Das gibt Ärger. Es sei denn, "der Shakespeare-Forscher, der noch nie eine Seite von Darwin gelesen hat, der Maler, dem schon schwarz vor Augen wird, wenn von komplexen Zahlen die Rede ist, der Psychoanalytiker, der nichts von den Resultaten der Insektenforscher weiß" - es sei denn also, diese und andere "unfreiwillig ... Mehr

Rezension: Belletristik

Wo Fragen sich in Staub auflösen

Wer Marcel Beyers zweiten Gedichtband aufschlägt, betritt eine dunkle Gegend. Sie ähnelt dem sarmatischen "Schattenland", das Johannes Bobrowski vor vierzig Jahren beschworen hat, und wie dieses ist es halb geographisch und historisch, halb mythisch bestimmt: ein ostwestliches Gelände zwischen Elbe und Narva, zwischen Böhmerwald, Tallinn und Krim, zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Jetztzeit. Mehr

Haushalt

Airbus-Finanzierung geklärt

Der Streit bei Rot-Grün über die Finanzierung des Militärtransportflugzeuges Airbus A400 ist beigelegt. Die Grünen werden der Beschaffung zustimmen. Mehr

Champions League

Angst vor den „Königlichen“ in der Königsklasse

Um Real Madrid aus dem Weg zu gehen, kämpft der FC Bayern im Fernduell mit ManU um den Gruppensieg in der Champions League. Mehr

Entwicklungskonferenz in Monterrey

Washington: Keine 0,7 Prozent Entwicklungshilfe

Im mexikanischen Monterrey tagt ein Entwicklungsgipfel. Washington setzt bei den betroffenen Ländern mehr auf Selbsthilfe denn auf Hilfe von außen. Mehr

Einwanderung

Chancen für Einigung sinken

Die Chancen für einen Kompromiss beim Thema Zuwanderung sinken. Die SPD bekräftigt ihr Nein für ein Vermittlungsverfahren. Mehr

Modebranche

Hohe Schneiderkunst zu teuer: Yves Saint-Laurent verkauft sein Haus

Erstmal scheint das Schicksal des Haute-Couture-Hauses von Yves Saint-Laurent gesichert. Für einen Euro wurde es jetzt verkauft. Mehr

Gesundheit

E-ssist vernetzt den Menschen komplett

Geräte steuern, Informationen sammeln und die Gesundheit überprüfen - die Fraunhofer-Gesellschaft will all das nahe am eigenen Körper ermöglichen. Mehr

Müllsünder

Selbst beim Müll lässt Singapur Strenge walten

Was in Deutschland neu ist, hat der Stadtstaat Singapur schon längst erfolgreich durchgesetzt. Wer dort Müll achtlos wegschmeißt, muss mit drakonischen Strafen rechnen. Mehr

Naher Osten

Israel zieht Truppen aus Bethlehem und Nord-Gaza ab

Nach dem Abzug der israelischen Armee aus palästinensischen Autonomiegebieten wächst die Hoffnung auf eine Waffenruhe. Mehr

Debatte um Zuwanderung

Stichwort: Vermittlungsausschuss

Rot-Grün will ihn nicht einschalten im Zuwanderungsstreit, Union und FDP ja: Den Vermittlungsausschuss. Mehr

Halbleiter

Kooperationen bringen neuen Schwung

Die Auftragseingänge bei den Halbleitern steigen wieder. Zudem verknappen Fusionen das Angebot. Das gefällt den Chip-Aktien. Mehr

Geldpolitik

Schwedens Notenbank erhöht Leitzinsen

Als erstes größeres Industrieland hat Schweden die Zinsen erhöht. Volkswirte sehen darin aber kein Signal für die US-Notenbank, die am Dienstag tagt. Mehr

Wassersport

Übung macht den Meister: Schwimmen wie die Profis

Im Schwimmseminar wird fast jeder mit effektivem Techniktraining und anschließender Videoanalyse zu einem „Herr des Wassers". Mehr

Koffein

Der Terrorismus und die Theorie

Der 11. September - inzwischen kurz „S 11“ genannt - beschäftigt die Denker. Jean Baudrillard und Niels Werber zum Beispiel. Eine Medienschau. Mehr

Archäologie

Riesige Inka-Stadt in Südperu entdeckt

Seit 1964 sei keine Inka-Stadt dieser Größe mehr entdeckt worden, sagte der britische Autor und Inka-Experte Peter Frost in Lima. Mit Bildern. Mehr

HP/Compaq

Letzter Akt einer Seifenoper

Am Dienstag stimmen die Aktionäre von Hewlett-Packard über die Fusion mit Compaq ab. Es wird bis zum Schluss eine knappe Entscheidung. Mehr

Chemie

Konzernumbau bestimmt Degussa weiter

Im zweiten Halbjahr sollen bei Degussa die Geschäfte besser laufen. Dann ist auch der Umbau des Chemiekonzerns fast beendet. Mehr

Interview

Höhn: Schadenfreude bringt nichts

Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn betont im FAZ.NET-Interview, dass die Grenzen zwischen Klüngel und Bestechlichkeit fließend sind. Mehr

Interview

„Es wird immer bis zum nächsten Skandal gewartet...“

Für den Frankfurter Oberstaatsanwalt Schaupensteiner sind die jüngsten Maßnahmen bei der Bekämpfung von Korruption ein Schritt in die richtige Richtung. Mehr

Hintergrund

Städte wollen Korruptions-Übel an der Wurzel packen

Das Bild des korrekten und peniblen deutschen Beamten hat hässliche Flecken bekommen. Experten warnen vor dem Abstieg. Mehr

Interview

Deutschland ist keine Bananenrepublik

Zustände wie in der Dritten Welt herrschen bei uns noch nicht. Doch das Unrechtsbewusstsein nimmt ab, klagt Oberstaatsanwalt Schaupensteiner. Mehr

2001 · 2002 · 2003 · 2004 · 2005 · 2006 · 2007 · 2008 · 2009 · 2010 · 2011 · 2012 · 2013 · 2014 · 2015 · 2016 · 2017 · 2018 · 2019
Chronik 2002

März 2002

Mo Di Mi Do Fr Sa So
25 26 27 28 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 19 20 21 22 23 24 25