E-Bike Test: 20190810

E-Bikes im Test : Fast wie von selbst

Update 09.02.2022

E-Bikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Kein Wunder, fährt es sich mit Motor doch recht angenehm. Wir haben uns 15 Modelle ausgesucht und sie einem gründlichen Test unterzogen.

Update 9. Februar 2022

Wir haben weitere E-Bikes getestet. Neue Empfehlungen sind das G4 von Gocycle sowie das UB77 von C.B.T. Italia.

13. Juli 2021

Wir haben das BZEN Milano getestet und können es empfehlen!

15. Dezember 2020

Wir haben fünf weitere E-Bikes getestet. Neue Empfehlungen sind das Fischer Viator 6.0i, das Cube Touring Hybrid Pro 500 und das Sushi Maki M2.

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Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Laut Statista wurden vergangenes Jahr 980.000 E-Bikes, im Jahr davor 720.000 verkauft. Sie werden also immer beliebter und das seit etwa 2009, wo sich nur 150.000 Käufer fanden. Es gibt dementsprechend heute viele Modelle mit unterschiedlicher Ausstattung und Qualität sowie verschiedenen Antriebskonzepten. Unsere Tester haben sich durch die Masse an Produkten gewühlt und 15 davon ausgesucht und getestet. Außerdem erklären wir, wie man das beste E-Bikes für sich findet und worauf es ankommt.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Gelungenes UpdateFür Alltag und GeländeKlappbarSportlichAngenehm leichtFür die Stadt
Test: Fischer Viator 6.0iE-Bike Test: Cube Reaction Hybrid Pro 500Test: Gocycle G4 19Test: Ebikes November2021 Cbt Itali Ub77 KleinFast wie von selbst Test: Bzen MilanoTest: Sushi Maki M2
Modell Fischer Viator 6.0i Cube Reaction Hybrid Pro 500 Gocycle G4 C.B.T. Italia UB77 BZEN Milano Sushi Maki M2
Pro
  • Sehr kraftvoller Motor
  • Sehr gut Ausstattung
  • Angenehmes Fahrverhalten
  • Hohe Akkukapazität
  • Robuste Verarbeitung
  • Sehr kraftvoller Motor
  • Perfekt für Gelände und Straße
  • Angenehmes Fahrverhalten
  • Robuste Verarbeitung
  • Faltbar
  • Hochwertig verarbeitet
  • Durchdachtes Konzept
  • Auch für große Fahrer geeignet
  • Gute Tretunterstützung
  • Sehr leicht
  • Hochwertig verarbeitet
  • Großes Display
  • Tretunterstützung bei Bedarf abhängig von Herzfrequenz
  • Leicht
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Ordentlicher Fahrkomfort
  • Nicht als E-Bike zu erkennen
  • Zwei Akku-Varianten erhältlich
  • Sehr preiswert
  • Sehr leicht
  • Akku dient auch als Powerbank
  • Einfache Bedienung
Contra
  • Relativ schwer
  • Relativ schwer
  • Wird ohne Schutzbleche und Ständer ausgeliefert
  • Kein eigenes Display, App und Smartphone erforderlich
  • Zubehör wie Ständer, Licht und Gepäckträger müssen separat erworben werden
  • Motor recht schwach
  • App nur auf Italienisch
  • Sehr teuer
  • Zubehör wie Ständer, Schutzbleche und Gepäckträger müssen separat erworben werden
  • Farbe Rot nur gegen Aufpreis
  • Akku fest verbaut
  • Unbequeme Sitzposition
  • Recht geringe Reichweite
  • Geringe Reichweite
  • Motor recht schwach
  • Schutzbleche, Ständer und Gepäckträger fehlen
  • Display schlecht ablesbar
Bester Preis

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Gelungenes Update: Fischer Viator 6.0i

Gelungenes Update

Fischer Viator 6.0i

Test: Fischer Viator 6.0i
Tolle Ausstattung, sehr gute Fahrleistung, große Reichweite und attraktiver Preis: Beim Fischer Viator 6.0i stimmt das Gesamtpaket.

Keine Preise gefunden.

Fischer präsentiert mit dem Viator 6.0i einen würdigen Nachfolger für das ETH 1861.1, das in zahlreichen Punkten verbessert wurde. Was zuerst auffällt, ist der nun im Rahmen untergebrachte Akku. Das wirkt optisch deutlich aufgeräumter und der Akku kann trotzdem noch zum Laden entnommen werden.

Das E-Bike ist als Damen- und Herrenmodell in zwei unterschiedlichen Rahmenhöhen (für Herren: 55 und 50 Zentimeter; für Damen: 49 und 44 Zentimeter) verfügbar und kommt mit allem, was das Radlerherz begehrt: Vom Schutzblech über den Gepäckträger bis hin zum Abus-Rahmenschloss lässt das Viator 6.0i keine Wünsche offen, selbst Beleuchtung und Sattelfederstütze sind im Kaufpreis mit enthalten.

 E-Bike Test: Ebike Test Juli2020 Fischer Viator6.0i Licht
Vorder- und Rücklicht lassen sich am Lenker einschalten.

Auf der Piste überzeugt das E-Bike vor allem durch seinen Mangel an Schwächen. Egal, ob man wegen der vergessenen Milch noch einmal schnell in den Supermarkt radeln muss oder am Wochenende eine ausgiebige Trekking-Tour macht, das Fischer Viator 6.0i ist für alle Fälle gerüstet. Dafür mit verantwortlich ist auch der Akku, der 504 Wattstunden leistet und 36 Volt stark ist.

Wer sich beim Anzapfen des Akkus zurückhält, schafft mit einer Ladung um die 120 Kilometer, im höchsten Modus sind noch immer circa 50 Kilometer möglich. Fischer bietet auf seiner Website den sogenannten »Reichweiten-Assistenten« an, mit dem sich die persönliche Reichweite ermitteln lässt, die von zahlreichen Parametern wie Bodenbeschaffenheit, Gewicht, Wind oder gewähltem Tretmodus abhängig ist.

E-Bike Test: Unbenannt
Zur Prognose der Reichweite bietet Fischer einen Assistenten im Netz.

Damit längere Ausfahrten nicht zur Belastungsprobe werden, bietet Fischer dem Radler einen angenehm weichen Sattel sowie ein Arsenal an Dämpfern und Federungen, was für ein hohes Maß an Komfort sorgt. Ein für diese Preisklasse ungewöhnliches Extra hält der Lenkervorbau bereit, da er sich nicht nur in der Höhe anpassen lässt, sondern auch – je nach Gusto des Fahrers – entsprechend geneigt werden kann. Die Lichter lassen sich per Bordcomputer bedienen, 70 Lux leistet das Vorderlicht, was für eine gute Ausleuchtung der Straße sorgt.

Unter der Haube, oder besser im Rahmen, schiebt der Mittelmotor Brose Drive S das Velo mit bis zu 90 Newtonmeter nach vorne. Steile Anstiege oder Gegenwind – beides spielt damit keine Rolle mehr, das Bike macht immer einen agilen Eindruck. Vier verschiedene Unterstützungsstufen stehen während der Fahrt zur Auswahl, wobei es sich dank der gelungenen Übersetzung auch bei 25 Stundenkilometern noch angenehm treten ließ. Auch die restliche Technik wirkt durch und durch solide. Die Kettenschaltung (10-Gang) arbeitet ebenso sicher und reibungslos wie das hydraulische Scheibenbremssystem – so muss es sein.

Die gute Ausstattung schlägt auf das Gewicht, mit 26 Kilogramm gehört das Viator 6.0i nicht unbedingt zu den Leichtgewichten, wer also sein Fahrrad regelmäßig über Treppen schleppen muss, sollte fit sein.

Beim Bordcomputer gibt es nichts zu bemängeln. Er liefert die gängigen Informationen (Restkapazität, verbleibende Reichweite, Gesamtstrecke, gewählter Modus…), hat ein gut ablesbares Display und lässt sich per Joystick bedienen. Ein USB-Anschluss macht es sogar möglich, während der Fahrt das Smartphone zu laden. Für einen Preis von rund 2300 Euro bekommt man beim Fischer Viator 6.0i viel Fahrrad und Komfort geboten.

Für Alltag und Gelände: Cube Reaction Hybrid Pro 500

Für Alltag und Gelände

Cube Reaction Hybrid Pro 500

E-Bike Test: Cube Reaction Hybrid Pro 500
Das Cube-Bike entwickelt im Gelände ordentlich Kraft, ist aber auch im Alltag ein perfekter Begleiter.

Das Reaction Hybrid Pro 500 von Cube sieht aus wie ein Rad nur fürs Gelände, eignet sich aber auch für den Alltag mit eventuell kleinen Modifikationen sehr gut.

Ab Werk kommt das E-Bike ohne Gepäckträger und Schutzbleche. Wir haben sie für den Test nachrüsten lassen, denn dadurch wird das Rad gleich viel alltagstauglicher. Weitere Extras wären der Lenkervorbau für die perfekte Anpassung an die Körpergröße und die Sattelfederung. Diese Änderungen können aber bei jedem E-Bike vorgenommen werden.

E-Bike Test: 20190810
Das Reaction Hybrid Pro von Cube, ein Rad fürs Gelände, das wir etwas nachrüsten haben lassen. Aber auch ohne Extras macht es seine Sache gut.

Dieses Rad gibt es mit verschiedenen Rahmengrößen von 27.5: 16″, 18″ // 29: 17″, 19″, 21″, 23″. Die Reifen von Schwalbe sorgen für guten Halt im Gelände, sind grobstollig aber auch gut für Asphalt geeignet. Sie sorgen für tollen Halt unabhängig von der Witterung und rollen leise ab.

Die aufladbare Batterie ist in den Rahmen integriert, man sieht ihn noch, aber diese Lösung wirkt schon eleganter. Mittels Zugangsbuchse kann entweder direkt am Rad oder zuhause geladen werden. Für die Restkapazität gibt es eine Anzeige mit LEDs: 400 Wattstunden sollten ausreichen. Wählt man den stärksten Modus, so kann man damit 50 Kilometer fahren, im niedrigeren Modus schafft man circa 150 km.

E-Bike Test: 20190810
Hier ist der Akku schon schöner verbaut und sticht nicht so heraus.

Ein Problem hat das Rad aber: Es wiegt 23,6 Kilo, das merkt man beim Fahren nicht, will man das E-Bike aber tragen, wird man das Gewicht merken.

Als Antrieb kommt der Drive Unit Performance CX von Bosch zum Einsatz. Der Turbo-Modus bietet 75 Newtonmeter, so gibt es eine bis 300-prozentige Verstärkung der Eigenleistung des Fahrers. Wir finden den Antrieb toll, denn so schafft man Steigungen, die früher lieber ausgelassen wurden. Will man einen 15-Kilo-Hund im Anhänger ziehen, ist das auch kein Problem mehr. Die Tochter unseres Testers fiel mit fünf Jahren als zusätzliches Gewicht nicht auf. 

Von Shimano gibt es eine Kettenschaltung mit zehn Gängen, das funktioniert gut, die Abstimmung ist fein. Dank Scheibenbremsen klappt das Anhalten ohne Probleme.

E-Bike Test: 20190810
Von Shimano kommen die hydraulischen Scheibenbremsen.

Mit diesem Rad ist man sehr flexibel, denn es eignet sich sowohl für die Stadt als auch fürs Gelände. Die Federgabel sorgt dafür, dass Löcher oder harte Schläge kein Problem sind, mit nachgerüsteter Federung bietet der Sattel noch mehr Komfort beim Fahren. Und das für ein 2000-Euro-E-Bike.

Fährt man nicht nur auf befestigten Pisten, wird man feststellen, dass es keine Vollfederung gibt. Wir gehen aber davon aus, dass der durchschnittliche Nutzer die nicht vermissen wird.

E-Bike Test: 20190810
Gute Federung für angenehmes Fahren.

Der Bosch Purion Bordcomputer ist funktional und sogar im Dunkeln beleuchtet. Bedient wird er mit drei Tasten und das Display zeigt Reichweite, Fahrmodus, Geschwindigkeit, Ladezustand, Gesamt- oder Trip-Distanz an. Sogar mit direkter Sonneneinstrahlung kann man alles noch gut lesen. Es gibt fünf Unterstützungsstufen, eine davon wird ebenfalls mit einem Knopfdruck ausgewählt. Die Navigation erfolgt per Daumen, so muss man die Hand nicht vom Lenker nehmen.

E-Bike Test: 20190810
Ein kleiner aber übersichtlicher Bordcomputer.

Das Reaction Hybrid Pro 500 von Cube eignet sich für so ziemlich jede Situation und wir finden auch den Antrieb und die Verarbeitung gut. Wir empfehlen es für alle, die in der Stadt und im Gelände fahren wollen.

Klappbar: Gocycle G4

Weil das G4 von Gocycle faltbar ist, kann man es ganz einfach in der Bahn transportieren oder im Urlaubsgepäck verschwinden lassen. Auch in beengten Kellern sind solcherlei Falt-Eigenschaften durchaus von Vorteil. Damit ist das Skillset des E-Bikes aber längst noch nicht erschöpft.

Klappbar

Gocycle G4

Test: Gocycle G4 19
Faltbar, stylisch und erstaunlich agil: Das Gocycle G4 ist der perfekte Begleiter für Auto und Bahn.

Das 17,1 Kilogramm schwere Fahrrad ist zwar nur in einer Einheits-Rahmenhöhe verfügbar, dank der höhenverstellbaren Sattelstütze ist das aber nicht weiter tragisch. Auch mit einer Körpergröße von zwei Metern und mehr sollte man auf dem elektrifizierten Drahtesel noch bequem Platz finden. Bei den Farben hat man mit Blau, Weiß und Mattschwarz erfreulich viele Auswahlmöglichkeiten.

 Test: Ebikes November2021 Gocycle G4
Die ansprechende Optik und die hohe Sitzposition sind nur zwei der vielen Stärken des G4.

Die eingesetzten Materialien bewegen sich, ebenso wie die Verarbeitungsqualität, auf einem enorm hohen Niveau. Der Mittelrahmen sowie die Gabel sind aus Karbonfaser gefertigt, punktuell kommen auch Magnesium und Aluminium zum Einsatz. Für das nötige Maß an Sicherheit sorgen kräftig zupackende Scheibenbremsen. Weil die schmierige Technik, gemeint sind damit Ritzel, Zahnräder & Co., gut abgeschirmt ist, muss man sich zudem keine Sorgen um schmutzige Hosenbeine machen. Der Fahrt in die Arbeit mit dem E-Bike steht damit nichts mehr im Wege.

 Test: Ebikes November2021 Gocycle G4 Hinterrad
Hydraulischer Scheibenbremsen sind ebenfalls mit an Bord.

Sowohl der verwindungssteife Lenker als auch die Nabenschaltung haben uns im Test gut gefallen. Ebenso wenig Kritik gibt es für die Bremsen, die fest zupacken und sich gut dosieren lassen. Den Rotstift hat der Hersteller beim Display angesetzt, das fehlt leider. Kompensiert wird das mithilfe einer App und roten LEDs, die Auskunft über den gewählten Fahrmodus geben.

 Test: Ebikes November2021 Gocycle G4 Lenker
Ein Display gibt es zwar nicht, aber kleine LEDs sorgen für ein gewisses Mindestmaß an Information.

Der leistungsstarke 250-Watt-Motor ist in der Vorderradnabe untergebracht und liefert bis zu 70 Newtonmeter Drehmoment. Den Strom dafür liefert ein Li-Ionen-Akku mit 300 Wh, der für maximal 65 Kilometer reicht. Gut gefallen hat uns der Doppelständer, der ein gewisses Motorrad-Feeling beim Aufbocken des E-Bikes vermittelt und für einen sicheren Stand sorgt.

Weil es sich hier um ein Fahrrad zum Falten handelt, haben wir auch diese Funktion unter die Lupe genommen und waren überrascht, wie einfach und schnell das Gocycle sich auf Transportmaß zurechtstutzen lässt. Auf einen Gepäckträger hat der Hersteller leider verzichtet, den muss man also, wenn man ihn denn braucht, separat erwerben.

 Test: Ebikes November2021 Gocycle G4 Gefaltet
Das Zusammenfalten funktioniert unkompliziert und schnell.

Ein wenig schade ist in unseren Augen, dass man das Fahrrad nur gemeinsam mit einem Smartphone voll nutzen kann, indem man ein Benutzerkonto in der App »GocycleConnect« erstellt und Smartphone und Rad via Bluetooth verbindet. Zumindest hat das im Test immer zuverlässig geklappt und die App geizt auch nicht mit Informationen, von der Durchschnittsgeschwindigkeit bis hin zu den verbrannten Kalorien wird man als Reiter des elektrifizierten Drahtesels mit allen wichtigen Informationen versorgt.

 Test: Ebikes November2021 Gocycle G4 App
Die App namens GocycleConnect fungiert als Bordcomputer.

Nicht weniger gut gefallen hat uns die Fahrleistung des G4. Je nach gewähltem Modus beschleunigt es sehr schwungvoll und geizt nicht mit Drehmoment. Steigungen werden damit zum Kinderspiel und auch bei höherer Übersetzung schiebt das Bike noch druckvoll nach vorne. Auch wenn die 20-Zoll-Bereifung etwas anderes vermuten lässt, sind Fahrkomfort und Dynamik auf einem hohen Niveau. Das kompakte Gocycle ist damit ideal für Städtetrips.

Sportlich: C.B.T. Italia UB77

Wer sich ein E-Bike anschaffen will, um gemütlich von A nach B zu kommen, für den ist das UB77 von C.B.T. Italia nicht gemacht. Dieses E-Bike wurde für ambitionierte Radler gebaut, die bereit sind, für ihr Hobby tief in die Tasche zu greifen, denn für den sportiven Italiener werden rund 4.500 Euro fällig.

Sportlich

C.B.T. Italia UB77

Test: Ebikes November2021 Cbt Itali Ub77 Klein
Das sportliche C.B.T Italia UB77 passt die Tretunterstützung bei Bedarf an die Herzfrequenz an und ist außerdem super leicht.

Äußerlich scheint das UB77 an das Design eines Rennrads angelehnt. Weil der Hersteller das Velo aber ausdrücklich als Stadtrad charakterisiert, kann man von etwas mehr Komfort für den Hintern ausgehen, als das bei einem klassischen Rennrad der Fall wäre.

 Test: Ebikes November2021 Cbt Itali Ub77
Die Silhouette des UB77.

Besonders beeindruckend ist das geringe Gewicht des E-Bikes, denn aufgrund des Carbonrahmens bringt es nur etwas mehr als 13 Kilo auf die Waage. Appropos Rahmen: Den gibt es in den Größen 49 bis 58. Neben einem Gepäckträger verzichtet der Hersteller auch auf einen Fahrradständer. Während sich die Abwesenheit von Ersterem noch verschmerzen lässt, schränkt das Fehlen von Zweiterem die Nutzung des Rads ein – sofern man keinen Ständer nachrüstet. Und nachrüsten muss man wahrscheinlich sowieso, denn um gesetzeskonform auf Deutschlands Straßen bewegt werden zu können, braucht es auch ein Licht.

 Test: Ebikes November2021 Cbt Itali Ub77 Tasche
Praktisch: Tasche und Gepäckträger für unterwegs.

Der herausnehmbare 378-Watt-Akku ist gut versteckt im Rahmen untergebracht, der trotz dieser Extra-Ladung sehr schlank anmutet. Die Scheibenbremsen kommen, ebenso wie die Kettenschaltung mit neun Gängen, vom Qualitätshersteller Shimano. Auf dem recht schmal geschnittenen Sattel lässt sich komfortabel sitzen, was das UB77 auch für die Langstrecke geeignet macht.

 Test: Ebikes November2021 Cbt Itali Ub77 Display (2)
Das große Farbdisplay blendet recht stark.

Das große Farbdisplay, das in der Mitte des Lenkers prangt, misst in der Diagonale über acht Zentimeter, wird mittels zweier Taster bedient und versorgt den fleißig in die Pedale Tretenden mit allerlei nützlichen Informationen wie der aktuelle Leistung oder die bereits zurückgelegten Kilometer. Das Bedienkonzept selbst ist weitestgehend selbsterklärend.

 Test: Ebikes November2021 Cbt Itali Ub77 Bedienung
Die Motorhilfe wird mithilfe der Schaltereinheit gesteuert.

Weil das UB77 für ein E-Bike überraschend leicht ist, lässt es sich auch mit ausgeschaltetem Motor fahren. Hier merkt man keinen großen Unterschied zu einem herkömmlichen Fahrrad. Auch die Bremsen haben uns gut gefallen, sie sind griffig und können gut dosiert werden. Umgekehrt, also beim Beschleunigen, geht es etwas sanfter zur Sache. Mit ein Grund für die Zurückhaltung des E-Bikes ist sein vergleichsweise geringes Drehmoment: Lediglich 25 Newtonmeter schafft der Motor. Für ein Rückenwind-Gefühl reicht das allemal und auch Steigungen lassen sich damit deutlich einfacher bewältigen.

 Test: Ebikes November2021 Cbt Itali Ub77 Akku
Der Akkumulator ist im Unterrohr untergebracht.

Man kann das Fahrrad auch mit dem Smartphone koppeln, die hierfür notwendige App gibt es aktuell lediglich für Android-User, eine iOS-Version ist jedoch in der Pipeline. Im Lieferumfang des Fahrrads ist auch ein Fitnesstracker enthalten, der ebenfalls per Bluetooth Kontakt mit dem Smartphone aufnehmen kann.

 Test: Ebikes November2021 Cbt Itali Ub77 App
Bisher lediglich in italienischer Sprache verfügbar: Die App, die dafür sorgt, dass sich der Motor erst ab einer gewissen Herzfrequenz zuschaltet.

Ein weiteres Manko der App: Aktuell gibt es sie lediglich in italienischer Sprache. Dafür ist es aber möglich, beispielsweise die Motorunterstützung von der Herzfrequenz abhängig zu machen. Im Praxistest hat dieses Feature einwandfrei funktioniert. Solcherlei praktische Extras haben natürlich ihren Preis. Ambitionierte Hobbyradler mit genügend Kleingeld, die auch vor längeren Touren nicht zurückschrecken, dürften mit dem C.B.T. Italia UB77 jedenfalls voll auf ihre Kosten kommen.

Angenehm leicht: BZEN Milano

Angenehm leicht

BZEN Milano

Fast wie von selbst Test: Bzen Milano
Das BZEN Milano wiegt keine 16 Kilo, hat den Akku unsichtbar im Rahmen integriert und bietet ordentliche Fahrleistungen.

Das Milano von BZEN besitzt eine hochwertige Verarbeitung, eine Carbon-Gabel, ist optisch ansprechend, leicht und vereint mit seiner 9-Gang-Kettenschaltung viele positive Features. Empfehlenswert ist das E-Bike für alle Nutzer, die sich vor allem in einem urbanen Umfeld bewegen oder auf einem Kurztrip über Land unterwegs sind.

Das Rad des belgischen Start-Ups besitzt ein Gewicht von 15,8 Kilogramm und kann so auch mal unproblematisch ein paar Stufen heraufgetragen werden. Sollte der Akku schlapp machen, kann das E-Bike mit seinem Rahmen aus Aluminium fast wie ein gewöhnliches Velo gefahren werden.

Auf den ersten Blick kann das Milano nicht von einem regulären Fahrrad unterschieden werden. Der Akku sitzt gut versteckt im Rahmen, und der Bafang-Hinterrad-Nabenmotor gibt sich unauffällig. Das E-Bike ist farblich in Schwarz und Rot erhältlich. Für das frische und stylische Rot sind aber 95 Euro extra fällig. Schade finden wir, dass zum Grundpreis von 2.800 Euro die Schutzbleche (25 Euro), der Ständer (10 Euro) und der Gepäckträger (45 Euro) extra bezahlt werden müssen.

 E-Bike Test: Ebike Test Juni2021 Bzen Milano
Mit seiner roten Lackierung sieht das Milano von BZEN super aus. Leider müssen hier nochmal 95 Euro locker gemacht werden.

Die Materialien und Verarbeitung des motorisierten Velos machen auf uns einen hervorragenden Eindruck. Trotz des geringen Gewichts ist der Rahmen sehr verwindungssteif. Der Rahmen ist in zwei Größen zu bekommen: Für Personen mit einer Körpergröße von 165 bis 180 Zentimeter ist das E-Bike in der Größe Medium (54 cm) geeignet. Großgewachsene Personen (zwischen 175 und 195 cm) werden wohl mit der Größe Large (57 cm) besser zurechtkommen. Dann empfehlen wir auch zusätzlich einen Lenkervorbau. Dieser sorgt für eine entspannte Sitzposition beim Radeln. In Größe Medium ist uns das Bike zu niedrig. Die stark gekrümmte Sitzhaltung nervt und ist auf längeren Ausflügen ein Schwachpunkt.

Sportlich und schmal ist die Form des Sattels geschnitten. Sollten Sie auf größtmöglichen Komfort Wert legen, sollte dieser besser ausgetauscht werden. Die Sattelstütze verhindert, dass größere Bodenunebenheiten an den Fahrer weitergegeben werden. Für diesen Preis wäre außerdem ein Schnellverschluss, mit dem sich die Höhe anpassen lässt, wünschenswert gewesen.

 E-Bike Test: Ebike Test Juni2021 Bzen Milano Sattel
Der schmale Sattel sorgt nur für durchschnittlichen Sitzkomfort.

Der Nabenmotor am Hinterrad leistet 45 Newtonmeter und 250 Watt. Beim Akku kann sich der Käufer zwischen einem 7-Ah (252 Wh) oder 10-Ah-Gerät (360 Wh) entscheiden. Der Aufpreis für das größere Modell beträgt zwar 195 Euro, allerdings verspricht der Hersteller dann eine 50 Prozent höhere Reichweite. Mit dem schwächeren Akku liegt diese je nach Tretunterstützung und Streckenprofil zwischen 35 und 75 Kilometer. Mit einem 10-Ah-Akku sollte eine Strecke von 90 Kilometer drin sein. Der Akku ist innerhalb von drei Stunden komplett geladen.

Auf ein Akku-Display hat der belgische Hersteller leider verzichtet: Stattdessen wurde eine Kontrolleinheit mit LEDs verbaut. Allerdings sind diese bei ungünstiger Sonneneinstrahlung nicht gut zu erkennen. Die blauen LEDs zeigen den Akku-Ladestand, sowie die gerade gewählte Tretunterstützung (5 Stufen) an. Das BZEN Milano lässt sich super einfach bedienen: Ein Knopfdruck erweckt das E-Bike zum Leben, zwei weitere Tasten sorgen für eine Anpassung der Motorunterstützung. Außerdem können Sie hier auch die Beleuchtung des Velos einschalten. Schön: Das Rücklicht wird automatisch bei Nachteinbruch aktiviert.

 E-Bike Test: Ebike Test Juni2021 Bzen Milano Display
Über die LEDs an der Kontrolleinheit wird die Restkapazität des Stromspenders und die Stufe der Motorunterstützung angezeigt.

Insgesamt haben uns die sehr ausgewogenen Fahrleistungen des BZEN Milano überzeugt. Die Reifen von Continental bieten hervorragenden Grip und Laufruhe. Die Shimano-9-Gang-Kettenschaltung schaltet sich präzise und liefert bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h eine passable Übersetzung für die Motorunterstützung. Alternativ kann auch eine Variante mit Carbon-Riemen erworben werden. Eine Sandpapierauflage sorgt für eine sehr gute Griffigkeit der Pedale.

Das stabile Rad und die präzise Lenkung sorgen für eine angenehmes Handling in den Kurven. Der Nabenmotor (45-Nm) sorgt zwar nicht für eine raketenartige Beschleunigung, lässt aber eine gewisse Bewegungsdynamik über den Asphalt zu. Für flache, hügelartige Landschaften oder den Stadtverkehr reicht diese Power völlig aus. Das Elektrorad ist ohnehin nicht für lange Radtouren mit starken Steigungen konzipiert.

 E-Bike Test: Ebike Test Juni2021 Bzen Milano Hinterrad
Die Shimano-Scheibenbremsen stoppen das E-Bike sicher.

Die zwei Shimano-Scheibenbremsen lassen sich tadellos dosieren und können im Bedarfsfall kräftig zupacken. Obwohl dem Pedelec eine gefederte Vorderradgabel fehlt, fährt sich das Milano recht komfortabel.

Mit seiner schicken Optik und dem versteckten Akku samt Kabeln hat das Milano von BZEN bei uns ordentlich Pluspunkte gesammelt. Die guten Fahrleistungen und das geringe Gesamtgewicht haben uns ebenfalls gefallen. Mit dem (erforderlichen) Zubehör wie Gepäckträger, Schutzblechen und Ständer ist das Bike zu einem Anschaffungspreis von 3.065 nichts für Schnäppchenjäger. Entscheidet man sich für das stärkere Akku-Modell sind sogar stolze 3.260 Euro fällig.

Für die Stadt: Sushi Maki M2

Für die Stadt

Sushi Maki M2

Test: Sushi Maki M2
Ein E-Bike für 1.000 Euro: Das Sushi Maki M2 macht's möglich und erleichtert das Radeln in der Stadt.

Sushi-Bikes ist ein Start-Up aus München und hat sich mit seinem Maki M2 daran versucht, ein E-Bike für unter 1.000 auf den Markt zu bringen. Wer sich für ein Fahrrad in dieser Preisregion interessiert, muss im Vorfeld seine Ansprüche natürlich ein wenig herunterschrauben. Gepäckträger oder Schutzbleche gibt es hier nicht – selbst einen Ständer sucht man beim Maki M2 vergeblich.

 E-Bike Test: Ebike Test Juli2020 Sushi Makim2
Das Maki M2 bietet vergleichsweise wenig Ausstattung.

Das ist ein Fahrrad für Puristen, soviel ist klar. Abseits dieser fehlenden Ausstattung macht das E-Bike mit seinem schwarzen Aluminiumrahmen und den dezenten braunen Elementen am Fahrrad einen schicken Eindruck. Ein Blick auf den Sattel bestätigt dabei schon, was wir später fühlen sollten: Für die Langstrecke ist das Sushi Maki M2 nicht gedacht und auch für Radler mit einer Größe von 1,90 Meter oder mehr ist das E-Bike wenig komfortabel.

Fast wie von selbst Test: Ebike Test Juli2020 Sushi Makim2
Mit lediglich 800 Gramm ist der Akku ein echtes Leichtgewicht.

Positiv ist, dass sich das in drei Größen erhältliche Maki M2 (60, 55 und 50 Zentimeter) mit seinen zarten 15 Kilo angenehm leicht tragen lässt. Der im Vergleich zur Konkurrenz deutliche Gewichtsvorteil ist dem Akku geschuldet, der mit 125 Wattstunden recht klein dimensioniert ist und maximal 200 Watt leistet.

Lange oder starke Steigungen bringen das Maki M2 deshalb schnell an seine Grenzen. Clever ist die Möglichkeit, den kleinen Akku nicht nur herausnehmen zu können, sondern diesen auch als Powerbank zu verwenden. Über ein am Lenker montiertes Bedienfeld lassen sich die drei verschiedenen Tretstufen einstellen, die Restkapazität wird über ein Balkensystem angezeigt, welches sich bei Sonnenschein aber kaum ablesen lies.

Das Einsatzgebiet des Sushi ist die Stadt. Wer also plant, vornehmlich dort unterwegs zu sein und mit der überschaubaren Ausstattung zurechtkommt, der bekommt mit dem Maki M2 ein zuverlässiges City-Mobil, das im dichten Stadtverkehr seine Vorteile voll ausspielen kann.

Was gibt es sonst noch?

Das 16,9 Kilo leichte Cowboy 3 ist vor allem für den Stadtverkehr und kaum für Überlandfahrten konzipiert. Mit dem Look, sowie der Smartphone-Funktionalität möchte der Hersteller vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen. Beim Bedien- und Fahrkomfort muss der Hersteller allerdings dringend nachbessern. Ebenso bei der Ausstattung: Ein Ständer fehlt im Lieferumfang, Gabel und Rahmen sind aus leichtem Aluminium gefertigt. Die Reifen sind fast profillos und pannensicher. Bremsscheiben sorgen für ein gutes Bremsverhalten. Ein Carbon-Riemenantrieb kommt bei diesem E-Bike zum Einsatz. Der erfordert nur wenig Wartung und soll laut Hersteller maximal 30.000 Kilometer ermöglichen. Das Elektrofahrrad ist nur in einer einheitlichen Größe für Radler mit einer Körpergröße von 1,70 bis 1,95 m erhältlich. Der nicht gefederte, verhältnismäßig harte und schmale Sattel sowie die gebeugte Sitzhaltung lassen lange Strecken zu einer Tortur werden. Um den E-Bike-Sattel in der Höhe zu verstellen, muss zuerst der Akku entfernt und mittels Inbus eine entsprechende Schraube gelockert werden. Der 2,4 Kilo schwere Akku wird zum Aufladen am Stromnetz herausgenommen. Der 360 Wh-Stromspeicher ist nach circa dreieinhalb Stunden wieder voll.

Der 250 Watt-Elektromotor leistet 30 Nm und ist in die Hinterradnabe integriert. Für das Schalten der Gänge sorgt eine Automatik. Über die eigene Smartphone-App (iOS und Android) kann das Velo entsperrt, das Licht eingeschaltet sowie die aktuelle Reisegeschwindigkeit, die Restreichweite und die Akku-Restkapazität abgelesen werden. Der Vorschub (30 Nm) ist ziemlich gering, und eher für Nutzer geeignet, die kürzere, hügellose Strecken zurücklegen wollen. Nervig: Bei Geschwindigkeiten über 20 km/h fehlt eine Schaltung mit höherem Gang. Der schmale, harte Sattel ist unkomfortabel und im Leerlauf ist das E-Bike nicht wirklich leise. Die größtmögliche Reichweite beträgt circa 70 Kilometer. Das sollte locker für die meisten ausreichen. Fahrkomfort und Motorleistung fallen eher unterdurchschnittlich aus. Für einen Kaufpreis von circa 2.400 sind deutlich vollwertigere und bessere E-Bikes ohne oder mit kaum vorhandenen Kompromissen erhältlich.

Das Touring Hybrid Pro 500 von Cube ist für so ziemlich jede Situation bestens geeignet, vom Pendler bis zum Trekking-Tour-Fan kommt damit jeder auf seine Kosten. Während der Vorgänger des Cube noch auf ein Drehmoment von 50 Newtonmeter limitiert war, kommt das Nachfolgermodell nun auf satte 65 Newtonmeter. Damit stehen auch für steile Etappen genug Leistungsreserven zur Verfügung. Trotz seiner sportlichen Optik war auf dem Sattel ein angenehmes Sitzen möglich und die integrierte Federung bügelte während der Fahrt so manche Unebenheit aus. Mit einem Gewicht von 23,2 Kilogramm ist das Touring Hybrid Pro 500 zwar kein Leichtgewicht, dafür macht jedes Bauteil aber einen stabilen Eindruck.

Die Frontgabel ist gefedert, was die Fahrt mit dem Cube sehr angenehm macht. Als ebenso angenehm empfanden wir den Bedienkomfort, das »Intuvia«-Display von Bosch lässt sich nämlich mithilfe der Funktionstasten am Rahmen oder über die kleine Einheit an der linken Seite des Lenkers bedienen. Dabei lassen sich die verschiedenen Fahrstufen und allgemeine Einstellungen während der Fahrt bequem und sicher anpassen sowie aktuelle Informationen rund um den Ladezustand des Akkus, die verbleibende Restreichweite und vieles mehr anzeigen. Selbst die Beleuchtung des Cube Touring Hybrid Pro 500 lässt sich damit ein- und ausschalten. Bei direkter Sonneneinstrahlung konnten wir das Display gut ablesen. Komfortabel und souverän gleitet das E-Bike dahin, selbst Feldwege ließen sich darauf gut befahren. Für etwas mehr als 2.000 Euro leistet sich das Cube Touring Hybrid Pro 500 nur wenige Schwächen und hat in unserem Test einen guten Eindruck hinterlassen.

Noch leichter als unsere Empfehlung von Maki ist das BZEN Amsterdam mit seinen 13,75 Kilogramm. Auf den ersten Blick macht das Amsterdam mit seiner dünnen Rahmenkonstruktion nicht den Eindruck, als würde sich darin ein E-Antrieb samt Akku befinden, der Motor steckt allerdings im Hinterrad. Der Hersteller hat sein Rad vor allem für Radler mit einer Körpergröße von bis zu 1,80 Meter konstruiert, der tiefe Einstieg macht es dabei auch für Senioren interessant, die es beim Aufsteigen gerne etwas bequemer mögen. Einmal aufgesessen merkt man gleich, dass dieses Rad für ein entspanntes Dahingleiten gemacht wurde, während es für eine sportliche Fahrweise eher weniger geeignet scheint.

Die Verarbeitung ist, von den Ledergriffen am Lenker bis zum Gepäckträger, sehr solide. Zur Kraftübertragung wird nicht eine herkömmliche Fahrradkette, sondern ein Carbon-Riemenantrieb verwendet. Dieser sieht nicht nur modern aus, sondern arbeitet auch geräuschlos und sauber, man muss also beim Radeln keine Angst mehr vor Ölflecken auf der Hose haben. Lediglich für Geschwindigkeiten jenseits von 20 Kilometern pro Stunde wünscht man sich, einen noch höheren Gang verwenden zu können. Ansonsten ist Fahrkomfort beim Amsterdam dank des Motorsteuerungs-Systems, das mit sogenannten Torque-Sensoren arbeitet, sehr hoch, denn ein manueller Wechsel der Gänge entfällt damit. Mit einem Drehmoment von 42 Newtonmeter ist zudem ein relativ zügiges Beschleunigen möglich. Über die links am Lenker verbaute Steuereinheit lassen sich die wichtigsten Parameter während der Fahrt aufrufen und auch die Fahrmodi auswählen. 30 Kilometer hielt der Akku im höchsten Fahrmodus (maximale Unterstützung) durch, das entspricht der Herstellerangabe.

Mit einem Preis von 4.300 Euro ist das schicke Seven Kallio Comfort von Coboc nicht für alle geeignet. Als Tiefeinsteiger konzipiert richtet sich das leichte Pedelec vor allem an ältere Radler, die komfortabel aufsitzen möchten. Das Gewicht von 17,5 Kilogramm ist angenehm leicht und ein großer Pluspunkt. Verfügbar ist das E-Bike in drei Größen: in Small (155 bis 170 cm), in Medium (164 bis 180 cm) und in Large für Radler mit mehr als 174 Zentimeter Körpergröße. Sieht man das Rad zum ersten Mal, hält man es für ein reguläres Zweirad: Motor und Akku sind unsichtbar im Unterrohr verbaut. Die exzellente Verarbeitung des Bikes gefällt, der Alu-Rahmen und die Carbon-Federgabel auch. Die Sitzhaltung ermöglicht eine entspannte und aufrechte Position, der Sattel mit einer Federstütze ist auch nach Stunden noch bequem. Der Akku (380m Watt), ist fest verbaut und wird unten am Fahrradrahmen über einen entsprechenden Magnetstecker geladen.

Coboc hat auf ein Display verzichtet. Bedient wird das E-Bike über einen Knopf, der sich oberhalb der fünf LEDs im Fahrradrahmen befindet. Volle Funktionsfülle bekommt man über die auskunftsfreudige App des Herstellers: Zuverlässig werden Spannung, Temperatur, Strom und Ladestand des Akkus angezeigt. Navigiert man, werden außerdem die zurückgelegte Strecke, die Dauer der Fahrt, die voraussichtliche Ankunftszeit sowie die restliche Entfernung zum Ziel angezeigt. Die noch verbleibende Reichweite wird dabei grafisch auf einer kleinen Karte dargestellt. So behält man immer gut im Blick wie weit man mit dem Ladestand des Akkus noch kommt. Die leichtgängigen 10-Gang-Schaltung vom japanischen Hersteller Shimano bietet eine Menge dynamischen Fahrspaß mit kraftvoller Tretunterstützung und starkem Antritt. Das E-Bike rollt angenehm soft und dämpft eventuelle Unebenheiten effizient. Die Lenkung ist präzise und die Scheibenbremsen verrichten zuverlässig ihren Dienst. Je nach Streckencharakteristik und Fahrmodus sind sehr gute 60 bis 110 Kilometer möglich. Die Aufladezeit des Akkus fällt mit zwei Stunden angenehm kurz aus.

Das Seven Montreal von Montreal ist technisch innovativ, das hat aber seinen Preis. Im Frontrohr sind Akku und Antrieb verbaut, innen sind die Züge verlegt. Damit ist das Pedelec mit 15,9 Kilo sehr leicht und eignet sich gut, wenn man es etwa mit ins Büro nehmen möchte und Treppen steigen muss. 352 Wattstunden schafft der Akku, nach zwei Stunden ist er wieder vollgeladen. Die Ladebuchse ist magnetisch und unter der Querstrebe. Der maximale Drehmoment wird nicht genau angegeben. Es gibt eine Schaltung mit sieben Gängen, mehr Einstellungsmöglichkeiten aber nicht. Im Rahmen gibt es einen Knopf, durch den Beleuchtung und Rad eingeschaltet werden, es gibt aber nur einen Fahrmodus. Bis etwa 80 Kilometer übers Land oder im Stadtverkehr sind kein Problem, solange es keine extreme Steigung gibt. Das Rad ermöglicht zügiges und entspanntes Fahren, beschleunigt aber nicht so stark. Den Motor hört man. Schaltet man, so gibt es eine kurze Verzögerung bei der Reaktion des Antriebs, dann wird sofort angepasst.

Die Reifen haben fast kein Profil, aber einen guten Abrollkomfort. Feldwege sollte man damit eher nicht fahren, denn ansonsten war es das mit dem Komfort, Schläge merkt man deutlich und man muss sich auch mit der gestreckten Sitzweise anfreunden. Der Akkustand wird über fünf LEDs angezeigt, außerdem sieht man dort, ob die Beleuchtung des E-Bikes eingeschaltet ist. Das Rücklicht ist im Rahmen integriert und sieht gut aus. Die Schutzbleche sind an den 28-Zoll-Rädern dicht dran und es gibt eine Aufnahme für Fahrradtaschen, aber keinen Gepäckträger. Mehr Funktionen bekommt man nur per Smartphone und die Caboc-App. Dann kann man auch die Unterstützungsstufe und das Anfahrverhalten sowie zusätzliche Unterstützung einstellen. Das ist dann Unterstützung, die von der auf das Pedal abgegebenen Kraft unabhängig konstant bleibt. Außerdem lassen sich zwei Fahrprofile abspeichern. Informationen gibt es per App über die Temperatur, die Spannung und den Ladestand des Akkus. Auch eine Navigation auf der Karte zum gewünschten Ziel gibt es. Die restliche Reichweite wird auf der Karte darstellt und nicht einfach nur als Prozentwert angegeben, so erfährt man schneller, ob die Tretunterstützung noch bis zum Ziel reicht. Wir finden es als leichtes Rad für den Gebrauch in der Stadt toll, dafür müssen aber über 4000 Euro investiert werden. Geringer Fahrkomfort und fehlendes Display rechtfertigen den Preis aber nicht wirklich. Ob der Akku einfach gewechselt werden kann, wissen wir nicht.

Wissenswertes über E-Bikes

Pedelec und E-Bike meint dasselbe, wobei Pedelec eigentlich Pedal Electric Cycle heißt, also ein Rad mit elektrischem Motor. Der funktioniert und unterstützt nur, sobald man tritt. Ohne Eigeninitiative geht also nichts. Es fährt sich, als hätte man guten Rückenwind.

Der rechtliche Rahmen für diese Räder ist festgelegt, sodass bis maximal 25 km/h eine Motorunterstützung aktiv sein darf, ist die Geschwindigkeit höher, muss sie abgeschaltet werden. Die Schieb- oder Anfahrhilfe darf bis 6 km/h gehen.

Fahren darf solch ein Rad jeder, nicht mal Helmpflicht besteht – wir raten trotzdem dringend zum Tragen eines Helms. E-Bikes werden wie gängige Fährräder behandelt, da wo ein normales Rad fahren darf, darf es auch ein E-Bike.

Außerdem gibt es noch S-Pedelecs, das heißt »Speed«, sie sind also schneller bis maximal erlaubte 45 km/h und die Motorleistung ist mit über 250 Watt zudem höher. Das ist aber rechtlich kein Fahrrad mehr und man braucht dafür Führerschein und Zulassung, außerdem ein Nummernschild und Versicherungsschutz. Ein Helm ist dann Pflicht und muss getragen werden. Im Ort darf man mit solchen Rädern auf Radwegen nicht mehr fahren.

Welche Typen gibt es?

Fast alles, was es als Fahrrad gibt, ist ebenfalls als E-Bike zu haben. So muss man sich vor dem Kauf entscheiden, was man genau sucht.

So gibt es Citybikes, die eignen sich gut für den Stadtverkehr und haben entsprechende Reifen, die Sitzhaltung ist komfortabel und man hat gute Umsicht und kann leicht einsteigen. An roten Ampeln kann man somit schneller absteigen, zudem haben diese Modelle einen stabilen Gepäckträger, auf den der Einkaufskorb passt.

Dann gibt es noch Trekkingräder, die sind robust und haben kräftige Reifen, die dank Profil selbst Feldwege meistern. Außerdem sind hier der Sattel oder Lenker manchmal gefedert.

E-Bike Test: E-Bike Mountain-Bike
Man muss kein Athlet sein, um mit einem E-Bike tolle Touren zu fahren.

Mountainbikes gibt es natürlich auch als E-Bike, die eignen sich fürs Gelände und kommen mit einem starken Anstieg gut klar. Hardtrails sind Mountainbikes ohne Federung hinten, die sind billiger als die komplett gefederte Konkurrenz, die Fullys.

Rennräder gibt es ebenfalls als E-Bikes, auch wenn sie teils verpönt sind, weniger ambitionierte Fahrer könnten so beim Training des Profis mithalten und sie hätten tolle Gemeinschaftserlebnisse.

Welches Motorkonzept?

Es gibt Vorderradnaben-, Hinterrad- und Mittelmotor, meist empfiehlt sich der Mittelmotor, denn damit wird das Gewicht gleichmäßig verteilt und der Schwerpunkt ist tief, der Motor ist am Tretlager mittig verbaut. So fährt es sich entspannt und am ehesten wie mit einem normalen Rad.

Damit kann man auch sportlich fahren, denn die Kabelwege sind kurz und damit weniger anfällig für Störungen. Diese Art von Bikes ist aber teurer, denn sie erfordern eine passende Rahmenkonstruktion und Ritzel, Kette und Kettenblatt müssen höheren Belastungen standhalten. Uns gefällt der Mittelmotor bei E-Bikes am besten.

E-Bike Test: E Bike 1
Ein Nabenmotor.

Vorderradnaben- oder Hinterradmotor sind mit weniger Fahrkomfort verbunden, denn entweder wirkt sich der Motor auf das Lenkverhalten aus oder es wird zu hecklastig. So kann mit dem Motor vorne schonmal das Vorderrad durchdrehen, wenn der Boden rutschig ist. Hinten ist der Motor meist schön leise, direkte Kraftübertragung sorgt außerdem für dynamisches Fahren und mögliche Energierückgewinnung.

Welcher Akku?

Einfache oder ältere Bikes haben den Akku in der Nähe des Gepäckträgers, schöner sind da teils oder komplett im Rahmen verbaute Akkus. Nur selten ist er fest verbaut. Denn so muss das Rad zwangsläufig draußen geladen werden und bei großen Strecken kann man ihn nicht einfach gegen einen Ersatzakku tauschen. Hat der Akku einen Defekt, muss das ganze Rad repariert werden.

Größere Akkukapazität bedeutet mehr Reichweite, meist liegt sie bei 250 bis 600 Wattstunden und der Akku muss etwa 2 bis 5 Stunden geladen werden.

Wie viel Strecken man damit dann schafft, hängt vorwiegend vom Modus ab. Unterstützungsstufen gibt es verschiedene, etwa Sport- oder Turbo für steile Gegenden, auf ebenen Flächen reicht der Standard-Modus meist aus und bergab geht es auch ohne Tretunterstützung bzw. mit dem Eco-Modus.

E-Bike Test:Akku
Ein leistungsstarker Akku fällt auf.

Außerdem ist die Reichweite von der Streckenbeschaffenheit, dem Wind und dem Gewicht des Radfahrers anhängig. Landstraßen fahren sich etwa leichter als in der Stadt, wo man dauernd anfahren muss. Das belastet den Akku mehr.

Von Bosch gibt es einen Reichweiten-Assistenten im Internet, hier kann man Parameter eingeben und sieht dann, wie viel Strecke man je nach Einstellung in etwa schafft.

E-Bike Test: Bosch
Bei Bosch kann man herausfinden, wie weit man kommt.

Was es beim Kauf zu beachten gibt

E-Bikes müssen probegefahren werden, denn es gibt subjektive Punkte wie bequemer Sitz, den Lenker, eine Federung beim Sattel oder ähnliches. Der Fachhändler kann das Rad dann nach den Vorlieben konfigurieren und die perfekte Rahmengröße kann auch getestet werden.

Wichtig ist neben Akku und Motor ebenfalls die Leistungsstärke des Motors, da helfen die Angaben in Newtonmeter weiter. Bosch liegt mit seinen Systemen ganz vorne und schafft 40 bis 75 Newtonmeter. Wobei 40 nur wenig Tretunterstützung bedeutet, ist es eher hügelig, braucht man 60 oder mehr. Für stärkere Anstiege empfiehlt sich der Turbo-Modus. Wir empfehlen, verschiedene Motoren probezufahren.

Weiterhin sollte auf die Gangschaltung geachtet werden. Zwei Arten von Schaltungen werden verbaut: Ketten- oder Nabengangschaltungen. Für ein Rad mit Mittelmotor ist die Schaltung vor allem entscheidend. Normalerweise bringt eine Kettenschaltung deutlich mehr Tretunterstützung beim Berg als die Nabenschaltung. Denn eine Kettenschaltung kann das ganze Leistungsvermögen vom Motor freigeben. Kette und Ritzel müssen stark genug sein, fürs Gelände empfehlen wir eine Kettenschaltung, für die Stadt reicht die Nabenschaltung aus. Auch hier gilt: ausprobieren!

Auch die Bremsen sind wichtig und sollten richtig dimensioniert sein, wir finden Scheibenbremsen am besten.

Hat das Display im Dunkeln eine Beleuchtung? Zeigt es neben Fahrmodus außerdem die Akkukapazität in Kilometern oder Prozent an sowie die Tages- und Gesamtkilometer? Bei einigen E-Bikes kann das Licht übers Display eingeschaltet werden. Einige Hersteller setzen statt dem Bordcomputer mittlerweile verstärkt auf eine Smartphone-App, das Handy kann per Halterung am Lenkrad befestigt werden. Wir finden das aber nicht besonders toll, denn bei leerem Akku hat man ein Problem.

So haben wir getestet

Wir haben E-Bikes fürs Gelände, die Stadt und Allround-Modelle getestet, preislich bewegten wir uns bei 1600 bis 4600 Euro. Wir haben die Räder im Alltag getestet, bei kurzen Fahrten in der Stadt oder längeren Strecken. Wir wollten wissen, wie gut die Tretunterstützung funktioniert, wie die Verarbeitung ist und die Akkulaufzeit. Wie angenehm ist der Bedienkomfort?

Zudem ist der Fahrkomfort wichtig. Überlebt man einen steinigen Feldweg oder eignet sich das Rad nur für Asphalt? Lenker und Sattel haben wir angesehen, die kann man im Fachgeschäft gegen Aufpreis aber auch austauschen oder federn lassen.

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