Test: Waschmaschine

Waschmaschinen im Vergleich : Energiesparend und leise

Update 15.12.2021

Die Auswahl an verschiedenen Waschmaschinen diverser Hersteller ist schier grenzenlos. Dabei werden die unterschiedlichen Modelle mit Verbrauchswerten, Waschprogrammen und zusätzlichen Features wie AddWash beworben. Da fällt es schwer, das richtige Modell zu finden.

Update 15. Dezember 2021

Wir haben uns 17 weitere Waschmaschinen angesehen und dabei auch unsere Empfehlungen komplett überarbeitet.

Riccardo Düring
ist gelernter Handwerker und langjähriger Testredakteur. Er testet Produkte rund um Heimwerken, Haushalt und Technik.

Waschmaschinen bieten mittlerweile allerlei Funktionen, Programme und Zusatzfeatures an. Doch was davon ist wirklich notwendig und auf was kann man gut und gerne verzichten? Es ist nicht einfach, sich in dem großen Angebot an verschiedenen Modellen zurecht zu finden. So bestehen die Produktnamen aus undurchsichtigen Buchstaben- und Zahlenkombinationen, sodass er schwer fällt einzelne Modelle miteinander zu vergleichen und das Beste für sich zu finden.

Bei der Kaufentscheidung spielen vor allem der Strom- und Wasserverbrauch eine Rolle. Denn die Waschmaschine ist einer der größten Stromfresser im Haushalt, da kann am Ende des Jahres eine Ersparnis von rund 100 Euro herauskommen. Somit waren die Verbrauchswerte auch eines der wichtigsten Kriterien in diesem Vergleich. 26 der meistverkauften Waschmaschinen wurden zudem hinsichtlich ihrer Ausstattungsmerkmale bewertet. Außerdem wurden Profis befragt, die täglich Waschmaschinen reparieren und beurteilen können, welche Modelle lange durchhalten und welche nicht.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Gutes GesamtpaketSmartMit DampffunktionLuxusmodell
Test: Bosch Wav28g40Test: Hoover H Wash 500 Hwp 49ambcrTest: Haier Hw80 B14979 I Pro Serie 7Test: Miele Wsg 363 Wcs
Modell Bosch WAV28G40 HomeProfessional Hoover H-WASH 500 HWP 49AMBCR Haier HW80-B14979 I-PRO Serie 7 Miele WSG 363 WCS
Pro
  • Sehr leise
  • Geringer Wasser­verbrauch
  • Top ausgestattet
  • SmartHome
  • Mit Dampffunktion
  • Sehr sparsam
  • Geringer Wasser­verbrauch
  • Top ausgestattet
  • SmartHome
  • Mit Dampffunktion
  • Sehr sparsam
  • Sehr leise
  • Geringer Wasser­verbrauch
  • Mit Dampffunktion
  • Sehr sparsam
  • Sehr leise
  • Geringer Wasser­verbrauch
  • Top ausgestattet
  • SmartHome
Contra
  • Kein Flecken­programm
  • Keine Trommel­reinigung
  • Kein Flecken­programm
Bester Preis

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Gutes Gesamtpaket: Bosch WAV28G40 HomeProfessional

Gutes Gesamtpaket

Bosch WAV28G40 HomeProfessional

Test: Bosch Wav28g40
Bosch steht für solide und auch bezahlbare Haushaltsgeräte. Das zeigt auch die WAV28G40, die top ausgestattet ist und gute Verbrauchswerte liefert.

Keine Preise gefunden.

Die WAV28G40 HomeProfessional von Bosch ist nicht die sparsamste oder leiseste Maschine und hat auch nicht die größte Zahl an Funktionen zu bieten – sie bietet aber insgesamt ein super Gesamtpaket. Hier bekommt man für einen fairen Preis ein großes Fassungsvolumen, eine solide Qualität, umfangreiche Ausstattung sowie die Schleuder- und Energieeffizienzklasse B. Zudem gehört die Bosch zu den leisesten Modellen im Vergleich.

Auf dem Energielabel steht zwar »nur« ein B, das macht auf 100 Waschgänge aber nur 2,40 Euro bzw. je Wäsche etwa 2 Cent aus. Der hohe Wasserverbrauch von 48 Litern wird dagegen nur von wenigen Waschmaschinen unterboten. Die Bosch arbeitet mit dem 4D WashSystem: Das erzeugt beim Waschen mittels höherer Drehzahl in der Wäsche einen Hohlraum, hier wird das Wasser samt Waschmittel hineingesprüht. So wird es gleichmäßig verteilt und auch bei voller Maschine sind die Reinigungsergebnisse gut. Der Beladungssensor und die automatische Anpassung des Wasserstands sorgen zugleich für einen minimalen Wasserbedarf.

Standardmäßig sind Waschmaschinen mittlerweile mit einem Aqua-Stop-System ausgestattet. Bosch geht derweil noch einen Schritt weiter und gibt auf sein AquaStop-System lebenslange Garantie. Kommt es also zu einem Wasserschaden, der vom System hätte erkannt werden müssen, übernimmt der Hersteller für die Kosten der Folgeschäden – so lang, wie die Waschmaschine funktioniert und im Betrieb ist.

Die Bosch verfügt nicht nur über eine Nachlegefunktion und eine praktische Endzeitvorwahl, sie hat auch eine Vielzahl an Waschprogrammen zu bieten, darunter auch ein Fleckenprogramm und eine Kurzprogrammfunktion. Die unterscheiden sich jedoch von denen anderer Waschmaschinen.

Bei vielen Modellen gibt es neben den normalen Waschprogrammen ein Kurzwaschprogramm. Beim Gerät von Bosch kann man fast alle Programme mit »SpeedPerfect« um bis zu 65 Prozent beschleunigen. Sprich: Statt nur einem Kurzprogramm, das alles auf dieselbe Weise reinigt, gibt es hier für jedes einzelne Waschprogramm eine Kurzfunktion.

Das gilt auch fürs Fleckenprogramm: Das ist individuell auf vier verschiedene Fleckenarten – Rotwein, Speisefett/Öl, Gras und Blut – angepasst. Verschiedene Kombinationen aus Waschvorgang, Temperatur und Einweichzeit sind je nach Fleck abgestimmt und sollen diesen so effektiver reinigen. Die Fleckenoptionen lassen sich ebenfalls mit den diversen Waschprogrammen kombinieren.

Möchte man neben dem Waschprogramm zusätzlich den Strom- und Wasserverbrauch im Blick behalten möchte, kann man entweder einen Stromzähler und eine zusätzliche Wasseruhr installieren oder einen Blick aufs Display der Waschmaschine werfen. Dieses gibt nicht nur darüber Auskunft, sondern weist auch darauf hin, wenn man zu häufig die Kurzprogramme benutzt. Denn reduzierte Drehzahlen und lange Einweichzeiten reinigen genauso gut, allerdings ist der Stromverbrauch geringer.

Man kann aber auch in die App schauen. Sie hilft dabei das passende Waschprogramm auszuwählen, informiert über das Ende des Waschvorgangs und hilft auch bei der Fehlersuche. Hat man das Smartphone gerade nicht griffbereit, kann man auch über Amazon Alexa mit der Bosch »sprechen«.

Die Bosch WAV28G40 HomeProfessional hat eine Vielzahl an nützlichen Funktionen an Bord und überzeugt mit flexibler Programmwahl, guten Verbrauchswerten und sehr leisen Waschvorgängen. Da ist auch der ein wenig höhere Anschaffungspreis in Ordnung.

Smart: Hoover H-WASH 500 HWP 49AMBCR

Smart

Hoover H-WASH 500 HWP 49AMBCR

Test: Hoover H Wash 500 Hwp 49ambcr
Geht noch mehr für wenig Geld? Wohl kaum. Für smarte Funktionen, leise Nachtfunktion oder glätten mit Dampf muss man nicht tief in die Tasche greifen.

Ist eine App und ein Internetzugang bei einer Waschmaschine notwendig? Steht die Waschmaschine im Keller oder der Waschküche kann das durchaus nützlich sein. Häufig vergisst man die fertige Wäsche aus der Maschine zu holen oder bemerkt erst zwei Stunden später, wenn der Wasserhahn nicht aufgedreht war und die Maschine daher nicht gewaschen hat.

Mit der H-WASH 500 HWP 49AMBCR von Hoover passiert das nicht mehr. Dank WiFi sowie der hOn-App hat man die Restlaufzeit stets im Blick, zum Programmende wird man per Nachricht auf dem Smartphone informiert. Die Verbrauchsdaten werden ebenfalls in Echtzeit übermittelt. Fast schon standardmäßig ist auch ein Flecken- sowie ein Kurzprogramm und eine Mengenautomatik mit an Bord. Zusätzlich verfügt die Hoover über eine Restzeitanzeige, Trommelreinigung, Nachlegefunktion sowie eine variable Drehzahl- und Temperatureinstellung.

Trotz der vielen Funktionen benötigt die Waschmaschine nicht mehr Strom: Dank Energieeffizienzklasse A ist sie eine der sparsameren Maschinen im Vergleich, das zeigt sich auch beim Blick auf den Wasserverbrauch. Während die anderen 9-Kilogramm-Modelle 48 Liter für einen Waschgang benötigen, kommt die Hoover mit zwei Litern weniger aus.

Abstriche muss man allerdings bei der Betriebslautstärke machen: Beim Schleudern zählt die Hoover mit ihren 77 dB im Vergleich zu den lautesten Maschinen, was zum Teil auch am geringen Gewicht liegt. In Sachen Preis muss man dafür keine Kompromisse eingehen.

Mit Dampffunktion: Haier HW80-B14979 I-PRO Serie 7

Mit Dampffunktion

Haier HW80-B14979 I-PRO Serie 7

Test: Haier Hw80 B14979 I Pro Serie 7
Sparsam, leise, mit guter Ausstattung und trotzdem günstig ist die Waschmaschine von Haier. Obendrein bekommt man noch eine Trommelinnenbeleuchtung und Dampffunktion.

Eine tolle Ausstattung und sehr gute Verbrauchswerte müssen nicht teuer sein, das beweist die Haier HW80-B14979 I-PRO Serie 7. Es gibt zwar noch günstigere Maschinen im Vergleich, hier muss man allerdings Abstriche bei den Funktionen, beim Verbrauch und meist auch in Sachen Lautstärke machen.

Schon was die Mengenautomatik angeht, sollte man ein wenig genauer hinsehen: Bei vielen Modellen wird das Gewicht der eingelegten Wäsche lediglich so errechnet, indem eine gewisse Menge an Wasser einläuft und beobachtet wird, wie schnell dieses von der Wäsche aufgenommen wird. Die Haier hat eine integrierte digitale Waage, sodass die Wäsche auch wirklich gewogen wird. Anhand des gemessenen Gewichts wird dann die Programmdauer und der Wasserbedarf angepasst.

Es ist wichtig, die Programmdauer genau zu errechnen, denn beim Haier-Modell kann man anstelle einer Startzeitvorwahl die gewünschte Programmendzeit eingeben. Ist man damit aber nicht zufrieden, kann das Waschprogramm auch um 25 Minuten verlängert oder verkürzt werden.

Mit der Haier kann man auch problemlos nachts waschen: Beim Schleudern liegt ihr Betriebsgeräusch bei nur 69 dB, das schafft im Vergleich nur noch die Miele WSG 363 WCS. Die WML 61023 N von Beko liegt schon beim Waschen bei über 60 dB. In Sachen Lautstärke kann die Waschmaschine also richtig punkten.

Das gilt auch in puncto Funktionen: Eine Nachlegefunktion und ein Trommelreinigungsprogramm sind zwar nicht vorhanden, dafür ist das Smart Dual Spray System an Bord. Das soll nach jeder Wäsche für hygienische Sauberkeit und eine saubere Maschine sorgen. Auch über eine Trommelinnenbeleuchtung verfügt das Haier-Modell.

Zwar ist die Haier HW80-B14979 I-PRO Serie 7 im Vergleich nicht die preiswerteste Waschmaschine, sie ist jedoch das günstigste Modell, das auch sparsam und gut ist. Somit ist die Haier der Preis-Leistungs-Sieger im Vergleich für alle, die nicht viel investieren, aber dennoch keine Abstriche machen wollen.

Luxusmodell: Miele WSG 363 WCS

Luxusmodell

Miele WSG 363 WCS

Test: Miele Wsg 363 Wcs
Experten raten nach wie vor zum Hersteller Miele. Die Waschmaschinen kosten zwar etwas mehr, bietet dafür aber auch eine solide Qualität.

Mit über 1000 Euro ist die Miele WSG 363 WCS das teuerste Modell im Vergleich. Natürlich überlegt man es sich zweimal, ob man wirklich bereits ist, so eine Summe in eine Waschmaschine zu investieren, allerdings genießen die Geräte von Miele auch einen guten Ruf, der von vielen Reparaturdiensten ebenfalls bestätigt wird. Und eine Waschmaschine soll schließlich möglich lange funktionieren, ohne dass teure und lästige Reparaturen fällig werden.

Nicht nur in Sachen Qualität, auch in puncto Ausstattung setzt das Miele-Modell Maßstäbe: smarte Vernetzung, Pin-Code-Verriegelung, mehrsprachige Menüführung und Schaumregulierung – hier auf wenig verzichtet werden. Nur ein spezielles Fleckenprogramm gibt es nicht.

Die Miele ist etwas robuster gebaut als andere Modelle, das zeigt sich schon beim Blick aufs Gewicht: Während die Hoover H-WASH 500 HWP 49AMBCR nur 64 Kilo und die Bosch WAV28G40 HomeProfessional 72 Kilo wiegt, bringt das Miele-Modell ganze 93 Kilo auf die Waage. Zwar scheint ein höheres Gewicht zunächst nicht gerade vorteilhaft, beim Schleudern sorgt es jedoch für mehr Laufruhe und einen besseren Stand. So ist die Miele mit 68 dB auch das leiseste Modell im Vergleich.

Doch die Miele ist nicht nur sparsam und leise, sondern zudem auch bequem. Dafür sorgt das Miele-eigene CapDosing-System: Ähnlich wie bei einer Kapselkaffeemaschine können Weichspüler, Spezialwaschmittel oder Imprägniermittel in Form von Kapseln ins Weichspülfach eingelegt werden. Diese Funktion muss man aber nicht nutzen, denn dauerhaft genutzt kann sie ganz schön schon viel Geld kosten.

Den Wasserverbrauch kann man jederzeit mittels Wassermengenzähler im Blick behalten. Muss darauf keinen großen Wert legen, kann man »Extra Spülen«, die »Wasser + Funktion« nutzen oder die Wäsche dank »AllergoWash« von allen Waschmittelresten befreien.

Die Miele WSG 363 WCS bietet, was man sich von einer Waschmaschine wünscht – in gehobener Qualität und somit auch zu einem höheren Preis. Der relativiert sich allerdings womöglich durch längere Haltbarkeit und geringere Reparaturanfälligkeit.

Was gibt es sonst noch?

Ebenfalls nicht gerade günstig ist die Miele WSD663 WCS, dabei investiert man vor allem in besonders gute Qualität. Die Miele hat aber auch einen niedrigen Energieverbrauch und eine tolle Ausstattung. Neben Cap Dosing, App-Vernetzung und Schaumregulierung gibt es auch einen Wassermengenzähler. Dessen Werte sind jedoch nicht ganz so gut wie die der größeren 9-Kilo-Modellen. Das Miele-Modell nimmt zwar ein Kilo Wäsche weniger auf, verbraucht aber nur einen Liter Wasser weniger und sogar mehr als das Gerät von Hoover mit größerem Fassungsvermögen. Dafür ist sie massiv gebaut und deshalb auch angenehm leise.

Die Siemens WM14VMS2 iQ700 ist unserer Bosch-Empfehlung sehr ähnlich: Die Funktionen sind ähnlich, die Verbrauchswerte identisch. Die Siemens kostet zwar etwas mehr, dafür bietet sie ein Outdoor/Imprägnierungs-Programm. Vernetzung sowie App-Steuerung gibt es dagegen nicht. Sie bietet aber trotzdem einen sehr guten Qualitätsstandard und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

In Sachen Ausstattung fällt die Miele WSD 123 WCS nicht einmal mit besonderen Funktionen auf. Sie hat aber alles, was man von einer guten Waschmaschine erwartet, von einem Kurzprogramm über eine Mengenautomatik bis hin zu einer Nachlegefunktion. Zudem gibt es ein Programm zum Imprägnieren von Outdoor-Kleidung sowie die Funktion »Oberhemden«, die das Bügeln erleichtern soll. Außerdem gibt es zu besseren Planung einen Startzeitvorwahl von bis zu 24 Stunden und eine Restzeitanzeige. Spätestens beim Gewicht zeigt sich, dass das Modell von Miele ein wenig robuster gebaut ist als andere. Das Modell von Miele kommt auf ganze 85 Kilogramm. Das höhere Gewicht sorgt gerade beim Schleudervorgang für mehr Laufruhe und einen besseren Stand. Das Miele-eigene CapDosing-System sorgt für Bequemlichkeit: Als Kapseln können hier Weichspüler, Spezialwaschmittel oder Imprägnierungsmittel in das Weichspülerfach eingefügt werden.

Zunächst scheint es, als biete die Haier HW80-B14636 nur geringfügig mehr als eine Basisausstattung. Sie unterbietet allerdings die Energieeffizienzklasse A+++ um ganze 50 Prozent. Das schaffen viele teurere Modelle nicht und sie ist mit diesem Ergebnis auch die einzige im Vergleichsfeld. Bei dem Modell von Haier sind digitale Waagen integriert, die die Wäsche tatsächlich wiegen. Anhand des ermittelten Gewichts wird dann die Wassermenge und die Programmdauer eingestellt. Anstelle einer Startzeitvorwahl lässt sich bei dieser Maschine die gewünschte Endzeit des Waschprogramms einstellen. Der Geräuschpegel hält sich auch sehr in Grenzen: Mit 67 Dezibel im Schleudergang unterbietet die Waschmaschine von Haier jedes andere Modell im Vergleich. Auf den Motor gibt Haier zudem eine Garantie von zehn Jahren.

Eine der günstigen Waschmaschinen im Vergleich ist die Gorenje WEI 84 CPS. In den drei Effizienzklassen erreicht sie Note B, die Betriebslautstärke liegt allerdings bei 76 Dezibel. Gemessen am Preis ist die Ausstattung in Ordnung, weder auf die Mengenautomatik noch auf eine Startzeitvorwahl muss verzichtet werden. Für acht Kilo Wäsche benötigt die Gorenje nur 39 Liter Wasser – ein absoluter Spitzenwert.

Wissenswertes über Waschmaschinen

Waschmaschinen sollen nicht nur lange zuverlässig waschen, sondern auch möglichst wenig Wasser und Strom verbrauchen. Die Qualität der Waschergebnisse unterscheidet sich dagegen meist nicht groß.

Daher stehen bei einer Kaufentscheidung besonders der Preis und der Verbrauch im Vordergrund. Bei der Ausstattung ist eine individuelle Entscheidung, was wirklich wichtig ist und was nicht. Nicht jeder möchte beispielsweise seine Waschmaschine in ein Smart-Home-System integrieren.

Waschmaschinen müssen seit 1998 ein EU-Label mit den Verbrauchsangaben an der Ober- oder Vorderseite angebracht haben. Darauf ist unter anderem auch die Energieeffizienzklasse angegeben. Was genau sagt diese aus?

Zur Ermittlung der Energieeffizienzklasse wird zunächst ein Energieeffizienzindex ermittelt, der angibt, wie viel Strom das Waschen von einem Kilo Wäsche verbraucht. Dadurch kann man auch Modelle mit unterschiedlichen Maximalbeladung vergleichen.

Anschließend wird der Index mit dem Standardwert von 1998 vergleichen, der 0,322 kWh beträgt. Ist der Verbrauch geringer als 59 Prozent, gehört die Maschine in die Effizienzklasse A+, ist er geringer als 46 in die Klasse A+++.

Energieeffizienzklasse Energieverbrauch Energieeffizienzindex
A+++ < 46% < 0,148 kWh je Kilogramm
A++ < 52% < 0,167 kWh je Kilogramm
A+ < 59% < 0,190 kWh je Kilogramm

Mittlerweile ist der Standardwert schon recht veraltet und daher um einiges zu hoch. Daher genügen auch die Klassen A+, A++ und A+++ nicht mehr, denn moderne Waschmaschinen werden immer sparsamer. Ab März 2021 gibt es deshalb ein neues Energielabel, das die Klassen von A bis G listet, die alten Label verschwinden.

Bis dahin lohnt es sich genauer hinzusehen: Viele Modelle unterbieten den Wert für die Energieeffizienzklasse A+++ um bis zu 50 Prozent. Daher geben viele Hersteller auch diesen Wert an, beispielsweise mit A+++-42%.

Braucht man AddWash wirklich?

Durch die Samsung-Werbung ist vielen der Begriff »AddWash« mittlerweile bekannt. Es ist auch praktisch, wenn jederzeit bei laufendem Waschprogramm vergessene Wäsche nachgelegt werden kann. Bei Samsung geschieht das mit einer Tür-in-Tür-Version. Doch auch Waschmaschinen anderer Hersteller bieten oft diese Funktion, auch wenn sie nicht so groß beworben wird. Ist in der Produktbeschreibung der Punkt »Nachlegefunktion« zu finden, so bedeutet das, dass das Programm unterbrochen und Wäsche nachgelegt werden kann, wenn das Wasser nicht höher steht als das Bullauge.

Mehr als 60 Prozent der Waschmaschinen, die für diesen Vergleich unter die Lupe genommen wurden, verfügen über so eine Nachlegefunktion. Daher muss es nicht immer »AddWash« und Samsung sein.

Allerdings setzt in vielen Fällen das Unterbrechen des Waschprogrammes und das Nachlegen von Wäsche die Mengenautomatik zurück, so Herr Trautmann vom Waschmaschinen-Reparaturbetrieb Trautmann’s Haushaltselektrik. Somit kann die Maschine nicht prüfen, wie viel Wäsche nachgelegt wird. Das macht aber bei Kleinigkeiten wie einer vergessenen Socke keinen erheblichen Unterschied.

Dosierautomatik: Praktisch, aber mangelhaft und teuer

Viele Waschmaschinen wiegen die eingefüllte Wäsche und gleichen so den Wasserverbrauch an. Somit klingt auch eine Dosierautomatik zunächst verlockend: Mit lässt sich die erforderliche Waschmittelmenge errechnen und automatisch dosieren. Allerdings verfügen nur noch wenige Modelle über so eine Funktion.

Die Funktion ist nur dann sinnvoll, wenn die Maschine weiß, was für ein Waschmittel genutzt wird und die Höhe der erforderlichen Dosierung kennt. Das geht aber nur, wenn das Waschmittel des Herstellers benutzt wird, von dem die Waschmaschine die Dosierungen kennt. Das hat dann auch wiederum seinen Preis. Mit anderen Pulvern, Waschmitteln oder Caps funktioniert die Dosierautomatik nicht. Dadurch konnte sie sich auch nicht längerfristig durchsetzen.

Programme versus variable Einstellungen

Die Angabe, über wie viele Waschprogamme ein Modell verfügt, ist nicht ganz aussagekräftig. Es macht zwar Sinn, das Waschprogramm der zu waschenden Wäsche anzupassen, da durch die Reinigungsleistung effektiver angepasst wird. Allerdings müsste dann die Waschladung nur aus Jeans, Wolle, Seide usw. bestehen. Bei einem Mehrpersonen-Haushalt ist dies aber nicht wirklich praktikabel, da man die Maschine meist ganz beladen und ganz ausnutzen möchte. Dann lohnen sich viele spezielle Programme eher nicht, die nicht häufig genutzt werden.

Meistens werden lediglich zwei oder drei verschiedene Waschprogramme genutzt und eventuell noch zusätzliche Funktionen wie »intensiv«, »mehr Wasser« oder »extra spülen«. Das ist meistens auch vollkommen ausreichend, sofern es die Möglichkeit gibt, die Waschtemperatur manuell einzustellen. Auch die Drehzahl beim Schleudervorgang sollte variabel sein.

Waschmittel und Entkalker

Flüssigwaschmittel und Caps sind praktisch, jedoch nicht immer die richtige Wahl. Besonders bei weißer Wäsche bieten sich Waschpulver an, denn nur sie enthalten Bleichmittel, die weiße Wäsche richtig weiß strahlen lassen. Außerdem enthalten sie kaum Konservierungsstoffe, was umweltschonend und zudem hautverträglicher ist.

Auch zusätzliche Mittel zur Entkalkung sind nicht notwendig, denn Flüssigwaschmittel enthalten Tenside und Waschmittelpulver Zeolithe, die Kalkablagerungen reduzieren. Zusätzliche Entkalker würden nur die Umwelt belasten, aber nur geringe Auswirkung auf die Kalkablagerungen in der Maschine haben. Diese lassen sich bei Bedarf auch mit ein paar Esslöffeln Zitronensäuren und einem heißen Waschprogramm lösen.

Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss

Zunächst scheint es verlockend, warmes Wasser der hauseigenen Warmwasseraufbereitung zu verwenden, da dieses häufig sparsamer erwärmt wird als in der Waschmaschine. Modelle, die Warmwasser nutzen möchten, brauchen einen weiteren Anschluss, da die Temperatur in der Maschine geregelt wird. Dann wird Kalt- und Warmwasser eingespeist.

Mit einem zusätzlichen Warmwasseranschluss kann man den Stromverbrauch tatsächlich um bis zu 50 Prozent reduzieren. Eine Kostenersparnis von 50 Prozent wird aber nur erreicht, wenn das Wasser »kostenlos« über Solarthermie erwärmt wird. Bei der Nutzung einer Gastherme ist die Ersparnis nur noch rund 27 Prozent.

Zudem ist die Anschaffung solcher Waschmaschinen teurer und die Auswahl auch stark eingeschränkt. Der nötige Warmwasseranschluss und die Warmwasseraufbereitung müssen zudem in der Nähe sein. Braucht das warme Wasser zu lang bis es die Maschine erreicht, ist der Nutzen hinfällig. Bei der Nutzung einer Zirkulationsleitung verringert sich die Einsparung wegen des Mehrverbrauchs.

Abschließend lässt sich festhalten, dass eine Waschmaschine mit einem Warmwasseranschluss Energie spart und dadurch die Stromkosten senkt. Effektiv und sinnvoll ist dies aber lediglich in Kombination im kurzen Verbindungswegen und Solarthermie. Doch auch dann dauert es, bis sich die Anschaffungs- und zusätzlichen Installationskosten kompensiert haben.

So haben wir verglichen

Viele Hersteller haben 50 oder mehr verschiedene Waschmaschinen im Angebot. Die Produktnamen bestehen dabei meistens aus einer undurchschaubaren Mischung aus Buchstaben und Zahlen. Da bekommt man das Gefühl, dass hier bewusst Verwirrung gestiftet werden soll. Dem Verbraucher ist es so nämlich fast unmöglich, Modelle mit ähnlicher Ausstattung von verschiedenen Herstellern miteinander zu vergleichen.

In mühsamer Kleinarbeit wurden für rund 100 unterschiedliche Modelle von neun Herstellern alle technischen Daten gesammelt, verglichen und dann 20 davon in die engere Auswahl genommen. Zudem wurden sämtliche verfügbare Testberichte gelesen und geschaut, welche Geräte bei diversen Händlern gerne gekauft werden. Auf Grundlage dieser Daten wurden dann die 26 besten Waschmaschinen ausgewählt und die Empfehlungen gekürt.

Ein wichtiges Kriterium war dabei das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Modelle in der engeren Wahlen liegen dabei zwar nicht weit auseinander, dennoch sollte man genau bedenken, was man wo für sein Geld erhält. Ein weiteres Kriterium ist der Energieverbrauch. Fast alle Waschmaschinen bieten mittlerweile A+++, manche unterbieten diese Auszeichnung aber noch einmal um bis zu 50 Prozent.

Im Laufe der Recherchen wurden auch Profis gefragt, die tagtäglich mit Waschmaschinen und ihrer Reparatur zu tun haben. Gefragt nach der Reparaturhäufigkeit diverser Hersteller konnte Dunja Trautmann, Inhaberin eines Familienunternehmens für Haushaltselektrik, keine genauen Angaben machen: »Ohne Kenntnis der exakten Verkaufszahlen lassen sich keine Aussagen über die Reparaturhäufigkeit fällen.« Je mehr Maschinen ein Hersteller verkauft, desto mehr Reparaturen können anfallen – ohne dass dabei die Produkte schlechter wären. Die Hersteller geben allerdings ihre Verkaufszahlen nicht bekannt. Gefragt nach besonders zuverlässigen Waschmaschinen wird von vielen Kundendienstlern allerdings häufig Miele genannt. Auch die Modelle von Bosch und Siemens genießen einen guten Ruf.

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