Test: Bose

Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test : Hohe Klangqualität ohne Außengeräusche

Update 04.03.2022

Für wirklich entspanntes Musikhören lohnt sich die Anschaffung eines Kopfhörers mit Noise Cancelling. Egal ob Motorengeräusche oder Gemurmel: Außengeräusche werden konsequent gelöscht, manche Kopfhörer sind sogar in der Lage, bestimmte, sinnvolle Geräusche durchzulassen.

Update 4. März 2022

Wir haben vier zusätzliche Kopfhörer probegehört und den Valco VMK20 zu einer neuen Empfehlung gekürt.

15. Dezember 2021

Wir haben weiter Kopfhörer mit Noise Cancelling getestet. Der Philips Fidelio L3 ist eine neue Empfehlung.

5. Oktober 2020

Wir haben weitere Modelle getestet. Der Sony WH-1000X M4, der Bang & Olufsen BeoPlay H95 und der Sennheiser HD 450BT sind neue Empfehlungen.

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Thomas Johannsen
hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 20 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für Fachzeitschriften wie AV-Magazin, Heimkino und Digital Home.

Für Menschen, die sich öfter in lauter Umgebung befinden, sind Kopfhörer mit Noise Cancelling ein Segen. Die Außengeräusche werden nämlich bei Bedarf von einem Mikrofon aufgenommen und phasenverschoben via Lautsprecher abgespielt. Das Resultat: Die Schallwellen der Umgebung werden herausgefiltert und man hört nur noch die eigentliche Musik. In öffentlichen Verkehrsmitteln oder Menschenmengen hat man so ein viel angenehmeres Hörerlebnis.

Zumeist arbeiten Kopfhörer mit Noise Cancelling heutzutage über Bluetooth. Falls der Akku einmal leer ist, so liegt für den Notfall häufig noch ein Kabel bei. Damit funktioniert die Geräuschunterdrückung zwar nicht mehr, aber immerhin bleiben die Kopfhörer nicht komplett stumm.

Die Qualität des Noise Cancellings unterscheidet sich bei den getesteten Kopfhörern doch deutlich. Vorreiter in diesem Bereich sind vor allem Sony, Sennheiser und Bose. Die bieten häufig noch verfeinerte Funktionen an, um Geräuschunterdrückung situationsabhängig zu perfektionieren. Für deren Performance muss man allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen.

Die hier getesteten Kopfhörer sind entweder Over-Ears oder On-Ears und haben daher beim Noise Cancelling klare Vorteile gegenüber In-Ears. Aufgrund der Bauweise dichten sie den Gehörgang viel besser ab, was allein schon viele Außengeräusche eliminiert. Die großen Kapseln bieten außerdem viel mehr Platz, um Elektronik und Akku zu verstecken. Ein Lade-Dock, das für In-Ears unerlässlich ist, braucht man bei Bügelkopfhörern also nicht.

Wir hatten mittlerweile 42 Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test, davon sind momentan noch 42 erhältlich. Dabei wird man in verschiedenen Preisklassen fündig.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Starkes GesamtpaketComebackPremiumHervorragender KlangPreis-Leistungs-Tipp
Test: Sony Wh 1000xm4Test  Kopf­hörer mit Noise Cancelling: Bose 700Test: H95 Black HeroTest: Philips L3 FidelioTest: Valco Vmk20
Modell Sony WH-1000X M4 Bose NC 700 Bang & Olufsen BeoPlay H95 Philips Fidelio L3 Valco VMK20
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Intelligentes Noise Cancelling
  • Smartes, individualisier­bares Bedien­konzept
  • Hervorragendes Noise Cancelling, per App in 10 Stufen fein abstimmbar
  • Hervorragender Klang
  • Hervorragender Klang
  • Tolles Design und hoch­wertige Verarbeitung
  • Innovatives Bedien­konzept
  • Hervorragender Klang
  • Intelligente Anpassung des ANC
  • Komfortable App-Steuerung
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Sehr guter Klang
  • Einfachste Bedienung
  • Komfortabler Sitz
  • Einfaches aber wirksames ANC
Contra
  • aptX wird nicht mehr unter­stützt
  • Viele Features funktionieren nur mit der App, inkl. Registrierung
  • Sehr teuer
Bester Preis
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Starkes Gesamtpaket: Sony WH-1000X M4

Der Sony WH-1000X M4 ist seinem Vorgänger – zumindest was die Optik angeht – sehr ähnlich. Neu hingegen ist der Sensor, welcher in der Kapsel auf der linken Seite verbaut ist und dafür sorgt, dass der Kopfhörer erkennt, sobald er abgenommen wird. Dann wird in den Standby-Mods geschaltet, bis er wieder aufgesetzt wird.

 Kopf­hörer mit Noise Cancelling Test: Sony Wh1000xm4 Sensor
Der Sony WH-1000 XM4 ist mit einem Sensor ausgestattet, der registriert, ob der Kopfhörer gerade getragen wird.

Um ein noch besseres und individuell angepasstes Klangerlebnis zu bieten, passt der Kopfhörer von Sony den Klang an die Beschaffenheit der eigenen Ohrmuschel an. Das funktioniert, indem man diese fotografiert – den Rest macht die App des Sony. Das Ergebnis ist davon abhängig, wie sehr die eigene Ohrmuschel sich von der Durchschnitts-Ohrmuschel unterscheidet.

Weil bei der Funktion »360 Reality Sound« die Form des Ohres jedoch durchaus Einfluss auf das Klangerlebnis hat, erscheint die Vermessung des Ohres an dieser Stelle durchaus sinnvoll. Die weichen und anpassungsfähigen Polster sorgen für einen hohen Tragekomfort, wobei die Ohren gut umschlossen werden, was den Sony somit auch zum attraktiven Begleiter für lange Reisen macht.

 Kopf­hörer mit Noise Cancelling Test: Sony Wh1000xm4 Komplett
Neben dem Reise-Adapter gehört ein Ladekabel (USB-C) und ein Audiokabel zum mitgelieferten Zubehör.

Das Noise Cancelling lässt sich über die Custom-Taste steuern, welche auf der linken Seite der Hörkapsel untergebracht ist. Die gegenüberliegende Seite fungiert als Touch-Bedienfläche, indem sich darauf durch Wischgesten die Lautstärke regulieren oder der nächste Song überspringen lässt. Starten und Stoppen der Musik funktioniert durch doppeltes Tippen.

Die »Talkthrough-Funktion«, von Sony »Quick Attention Mode« genannt, sorgt dafür, dass die Musik leiser und Umgebungsgeräusche verstärkt werden, sobald man mit der Handfläche entsprechend auf die Kapsel legt. Will man eine Durchsage hören oder wird gerade angesprochen, ist diese Funktion sehr praktisch.

 Kopf­hörer mit Noise Cancelling Test: Sony Wh1000xm4sw
In Schwarz macht der Kopfhörer von Sony ebenfalls eine gute Figur.

Eine weitere Funktion, welche neu hinzugekommen ist, heißt »Speak-To-Chat«. Damit muss der Kopfhörer nicht abgenommen werden, um Außengeräusche wie beispielsweise Stimmen wahrzunehmen. Das geht zwar mit einem deutlichen Zugewinn in Sachen Komfort einher, könnte allerdings für den ein oder anderen befremdlichen Blick beim Gegenüber sorgen.

Sind Noise Cancelling und Bluetooth aktiviert, hält der Sony 30 Stunden und mehr durch. Sollte trotzdem einmal der Akku zur Neige gehen, sorgt das im Lieferumfang enthaltene Anschlusskabel dafür, dass die Musikwiedergabe dennoch nicht unterbrochen wird. Lediglich mit Noise Cancelling und Bluetooth ist dann Schluss.

 Kopf­hörer mit Noise Cancelling Test: Sony Wh1000xm4 Imcase
Im kleinen Case des Sony hat alles seinen Platz.

Das Case, in welchem der WH-1000 XM4 verstaut wird, ist relativ klein und aus einem strapazierfähigen Stoff gefertigt. Nur das Inline-Mikrofon und die Bedientasten fehlen dem Sony, was dazu führt, dass man die Freisprechfunktion bei angeschlossenem Kabel nicht nutzen kann.

Für die Übertragung via Bluetooth steht zwar nicht der aptX-Codec zur Verfügung, mit dem LDAC-Codec verfügt der Sony allerdings über eine potente Alternative, die Musik kabellos und in sehr hoher Qualität übertragen kann. Auch 360 Reality Sound, der einem Surround-Sound schon ziemlich nahe kommt und vermehrt von Streamingdiensten angeboten wird, beherrscht der Sony.

Klanglich liefert der Sony WH-1000X M4 die ganze Bandbreite hörbarer Frequenzen. Der differenzierte Mittelton schließt sich ohne hörbaren Übergang an den Grundton und verleiht der Musik eine gewisse Wärme. Stimmen werden treffsicher in ihrer richtigen Klangfarbe wiedergegeben und auch die Bässe sind gleichermaßen knackig wie präzise.

Mit diesen Kopfhörern bleiben nahezu keine Wünsche offen, nicht nur der Klang ist hier von herausragender Qualität, sondern auch die zahlreichen individuellen Einstellmöglichkeiten sowie das durchdachte Noise Cancelling.

Comeback: Bose NC 700

Lange hat es gedauert, bis sich Bose mit dem NC 700 wieder auf den Markt der Kopfhörer mit Noise Cancelling begeben hat. Dabei hat man sich kaum mehr an hauseigenen Vorgängern wie der QuietComfort-Reihe orientiert, sondern gleich ein ganz neu entwickeltes Modell geschaffen. Das zeigt sich unter anderem in der Verarbeitung des Bügels und der Kapseln, die nun um einiges hochwertiger aussehen. Die Kapseln sind außerdem verschieb- und drehbar.

Im schlanken und handlichen Hardcase haben die Kopfhörer ausreichend Platz, außerdem findet man hier ein Audio-Kabel für Notfälle. Schon beim Einschalten merkt man dann, dass Bose es ernst meint. Dabei wird man nämlich von einem Intro à la Hollywood-Blockbuster beschallt und bald danach darauf hingewiesen, man solle doch die Bose Music App installieren.

Die ist zwar nicht unbedingt für die Nutzung notwendig, erleichtert aber doch einiges. So kann man darin nicht nur die Sprache der begleitenden Sprachausgabe ändern, sondern auch das Noise Cancelling noch feiner abstufen. Ohne App stehen nur drei Grade der Geräuschunterdrückung zur Verfügung, mit App sind es ganze zehn. Um die App zu nutzen, muss man sich allerdings mit Name und E-Mail-Adresse registrieren.

Die Bedienung erfolgt über drei kleine Tasten an den Kapseln. Links befindet sich nur eine, die komplett für das Noise Cancelling abgestellt ist. Damit kann man die Geräuschunterdrückung sogar nur vorübergehend ausschalten, wenn man etwa eine wichtige Durchsage erwartet. Die beiden Tasten an der rechten Kapsel sind für Ein- und Ausschalten, Bluetooth-Pairing und die verfügbaren Sprachassistenten Siri und Google Assistant zuständig.

Aber was ist mit der Lautstärke? Hier hat sich Bose eine clevere und gleichzeitig angenehme Lösung einfallen lassen. Per Streichen am Bügel der rechten Kapsel dreht man nämlich lauter und leiser, was auch in der Praxis sehr gut funktioniert.

Beim Sound hat sich Bose gerade gegenüber der klanglich unspektakulären QuietComfort-Reihe verbessert. Bässe werden jetzt leicht angehoben, ohne dass mittlere oder hohe Töne darunter leiden – die sind nun sogar feiner aufgelöst als bei Vorgängern. Hier hat Bose sehr gelungen überarbeitet.

Damit ist mit dem NC 700 ein wirklich starker Kopfhörer auf den Markt gekommen. Für optimale Nutzung sollte man sich allerdings in der App registrieren, was vielleicht nicht jedem schmeckt. Hat man das aber einmal hinter sich gebracht, so gibt es wirklich keine Mängel mehr. Aber auch hier gilt letztendlich: Qualität hat ihren Preis.

Premium: Bang & Olufsen BeoPlay H95

Premium

Bang & Olufsen BeoPlay H95

Test: H95 Black Hero
Mit dem BeoPlay H95 hat der dänische Hersteller eine echte Design-Ikone geschaffen, die auch technisch und klanglich überzeugt.

Der Bang & Olufsen BeoPlay H95 bietet genau das, wofür der dänische Hersteller bekannt ist, nämliche exzellenter Technik ein formschönes Äußeres zu verleihen. Hochwertige Materialien und eine makellose Verarbeitung gehen auch bei diesem Kopfhörer Hand in Hand.

So bestehen die Ohrpolster beispielsweise aus sehr weichem und feinem Kunstleder, während der Rest des Kopfhörers größtenteils aus wertigem Metall besteht. Zwar schlägt sich die Verwendung dieser Materialen natürlich auch aufs Gewicht nieder, der BeoPlay H95 macht das aber durch seinen hohen Tragekomfort wieder wett.

An der rechten Seite des Kopfhörers finden sich die klassischen Bedienelemente wie »Stopp«, »Skipping« oder »Start«, welche durch eine Touch-Fläche bedient werden. Über den auf dieser Seite ebenfalls vorhandenen Drehsteller lässt sich die Lautstärke ändern, sein Pendant gegenüber reguliert die Intensität zwischen Talkthrough und Noice Cancelling. Angenehm ist, dass der Klang von Letzterem nicht hörbar beeinflusst wir. Leider ist das Noise Cancelling nicht ganz so smart wie bei der Konkurrenz von Bose und Sony.

Der Klang des BeoPlay ist luftig und offen, die Tendenz zur Loudness scheint dabei zweifelsohne gewollt und sorgt dafür, dass die Tiefen mit einem angenehmen Volumen aufwarten, während die Höhen entsprechend feingezeichnet werden.

Schwächen hat der Bang & Olufsen BeoPlay H95 in unserem Test keine offenbart, hier stimmt einfach alles: Design, Verarbeitungsqualität, Klang – und sogar die App.

Hervorragender Klang: Philips Fidelio L3

Hervorragender Klang

Philips Fidelio L3

Die Polsterung des Fidelio L3 von Philips stammt aus regionaler schottischer sowie CO2-neutraler Produktion. Weil sie zudem auch weich ist, ist der Tragekomfort der 366 Gramm schweren Kopfhörer ganz ausgezeichnet.

Der Fidelio L3 hat uns nicht nur wegen seiner hervorragenden Verarbeitung gut gefallen. Auch die Ausstattung des Kopfhörers kann sich durchaus sehen lassen: Ein USB-C-Ladekabel, ein Reiseadapter, ein Audiokabel, ein feiner Stoffbeutel sowie in enorm robustes Hardcase – alles im Lieferumfang enthalten.

Die Kopfhörer-Kapsel sind so groß, dass sie die Ohren problemlos umschließen können und so ihren Teil zu einem gelungenen Noise Cancelling beitragen. Bedient wird der Fidelio ganz klassisch über eine berührungsempfindliche Oberfläche, die sich auf der rechten Ohrmuschel befindet. Große Besonderheiten beim Bedienkonzept haben wir im Test nicht ausfindig machen können.

In der Kopfhörer-App hat man zudem die Möglichkeit, zwischen drei unterschiedlichen Noise-Cancelling-Modi zu wählen. Je nach gewünschter Einstellung schiebt man den Regler auf der Skala vor oder zurück. Besonders praktisch ist in unseren Augen, dass es eine extra Taste gibt, um Stimmen trotz aktiviertem Noise Cancelling durchzulassen. Das erspart im Zweifel das Nachfragen in Bus und Bahn, weil man so auch dann noch die Durchsagen mitbekommt, wenn das Noise Cancelling eigentlich aktiv ist.

Beim Klang offenbart der L3 seine Nähe zum offenen Fidelio X3. Das Klangbild ist ausgewogen und glänzt mit einer hervorragenden räumlichen Abbildungsfähigkeit zu dem auch der fein aufgelöste Mitteltonbereich seinen Teil beiträgt. Auch Bässe kommen knackig und kontrolliert rüber – so, wie es sein soll. Einzig bei aktivem Noise Cancelling ist ein dezenter Rauschteppich im Hintergrund wahrnehmbar, das bemerkt man aber nur dann, wenn keine Musik spielt. Ansonsten bekommt man mit dem Fidelio L3 einen Noise-Cancelling-Kopfhörer, der hervorragend verarbeitet ist, mindestens ebenso hervorragend klingt und mit jeder Menge Zubehör kommt.

Preis-Leistungs-Tipp: Valco VMK20

Preis-Leistungs-Tipp

Valco VMK20

Test: Valco Vmk20
Der Valco VMK20 verfügt über ein einfaches aber effizientes Noise-Cancelling und klingt hervorragend.

Valco war bisher noch nicht sehr aktiv auf dem Markt für Kopfhörer, bisher fielen die Finnen vor allem mit unkonventionellem Marketing auf. So ist es keine Überraschung, dass sich der Valco VMK20 nicht unter den gewöhnlichen Kopfhörern einordnet. Er ist dank Ohr- und Kopfpolstern ungewöhnlich bequem und die Klangkapseln sind auch sehr gut abgedichtet. Gerade die Kapseln sind mit einem Stoffbezug bekleidet, was ein skandinavisches Design-Merkmal zu sein scheint.

Nicht über ein Touchpad, sondern per klassische Tasten bedient man den Kopfhörer. An der linken Hörkapsel findet man die ANC-Taste, auf der rechten Seite findet man eine Multifunktionstaste, welche zwischen die zwei Lautstärketasten eingebettet ist. Eine App gibt es zwar beim Valco nicht, dafür einiges an Zubehör: Neben dem notwendigen USB-C-Ladekabel und einem Audiokabel findet man auch einen Flugzeug-Adapter, der in Flugzeugen und in einigen Zügen verwendet werden kann.

Das Zubehör samt Kopfhörer passt sehr gut in die mitgelieferte Transporttasche. Dabei werden die Kabel und der Stecker im Netz untergebracht und die Kopfhörer falten sich genau so zurecht, damit sie ins Case passen.

Der Kopfhörer hat zwar einen ANC-Schalter, aber zwischen dem ein- und ausgeschalteten Setting gibt es keine weiteren Abstufungen. Durch das ANC werden mit Vorliebe tiefe Frequenzen herausgefiltert, was zum Beispiel den Lärm von laufenden Motoren ganz gut unterdrückt. Glücklicherweise hat das ANC soweit keinen Einfluss auf die Klangqualität. Einmal eingeschaltet wird das Noise Cancelling auch nicht automatisch deaktiviert, auch wenn der Kopfhörer ausgeschaltet und wieder eingeschaltet wird.

Obwohl der Valco nicht allzu teuer ist, bietet er einen ausgesprochen guten Sound. Die Klangabstimmung erfolgt angeblich in einem bekannten, finnischen Studio. Dafür kriegt man Bässe, die völlig unkompliziert das Fundament für das Klanggebäude aufstellen, einen vollen Raum, in dem sich die Musik entfalten kann und eine überzeugende Auflösung von den mittelhohen Tönen – was den Sound noch einmal auffrischt. Für Genießer von Audio-Köstlichkeiten, die gerne einmal die Außenwelt ausblenden möchten und dabei keine komplexen Bedienung erwarten, ist der Valco VMK20 also durchaus zu empfehlen.

Was gibt es sonst noch?

Der Sennheiser HD 450BT kommt mit Lade- und Audiokabel sowie einer Transporttasche daher. Die Tasten sind leider viel zu unsystematisch an der rechten Klangkapsel angebracht, was das Auffinden der richtigen Tasten gerade am Anfang erschwert. Glücklicherweise gibt es eine App von Sennheiser, mit der Einstellungen auch verändert werden können. Richtig nervig ist aber, dass das Aktivieren des Noise Cancellings genau auf die Einschalttaste des Kopfhörers gelegt wurde, was zu unabsichtlichem Ausschalten führen kann. Das ANC beeinträchtigt den natürlichen Klang der Kopfhörer glücklicherweise nicht, denn in der Preisklasse des 450BT findet man selten Konkurrenten, die ähnlich guten Sound hinzaubern.

Es gilt für den PXC 550-II somit ähnliches, wie für die Modelle von Sony und Bose: Das Noise Cancelling funktioniert ausgesprochen gut und bietet einige Einstellungsmöglichkeiten, klanglich gibt es ohnehin nichts zu beanstanden. Dafür bewegt man sich auch bei Sennheiser in der gleichen, hohen Preisklasse. Zur verbesserten Kopplung hat Sennheiser NFC integriert. Auch eine App gibt es für den PXC 550-II, aber die Steuerung per Sprachassistent gibt es dafür nicht und auch AAC und aptX Low Latency Codex gibt es nicht.

Der Shure Aonic 50 überzeugt durch eine ohrumschließende und angenehme Polsterung. Der Hersteller aus Amerika war bisher kein Freund technischer Spielereien, den Noise-Cancelling-Trend kann allerdings auch diese Traditionsschmiede nicht ignorieren. Das – höchstwahrscheinlich hinzugekaufte – Noise Cancelling funktionierte in unserem Test ausgesprochen gut, bleibt leistungstechnisch aber hinter denen von Bose und Sony zurück. Mit Shure Play+ (App) kann das Klangprofil des Kopfhörers noch weiter angepasst werden, selbst das Speichern individueller Presets ist möglich. Was den Klang des Aonic 50 angeht, konnten wir keine Schwächen feststellen, der Kopfhörer klingt sehr ausgewogen und ist im Vergleich zum Sony ein wenig spritziger abgestimmt.

Als Vorgänger vom Bose 700 ist der QuietComfort 35 II zwar schon ein bisschen älter, aber dennoch empfehlenswert. Wer seinen Kopfhörer QuietComfort nennt, muss effektives Noise Cancelling bieten. Das gelingt Bose hervorragend, denn die Geräuschunterdrückung ist auch heute noch auf Augenhöhe mit den führenden Kopfhörern. Der Klang ist ausgewogen und entspannt, was perfekt fürs Langzeithören ist. Bei der Bedienung macht Bose keine Experimente, hier ist alles einfach, intuitiv und ohne große Besonderheiten gehalten. Da es eben schon einen Nachfolger auf dem Markt gibt, wird der Preis des QuietComfort 35 II vermutlich noch weiter sinken. Wer ihn dann zu einem fairen Preis findet, kann problemlos zuschlagen.

Ein sehr auffälliger Kopfhörer ist der Meters OV-1. Das liegt an den VU-Metern auf beiden Hörkapseln, die im Takt der gerade abgespielten Musik zucken. Auch die Klangqualitäten sind besonders, vor allem im Bass. Dieser kommt extrem druckvoll rüber, wirkt aber trotzdem nicht unkontrolliert. Das ändert sich auch bei aktiviertem Noise Cancelling nicht, selbst Loudness-Charakter gibt es nicht. Die Geräuschunterdrückung funktioniert gerade wegen den großen, gut abgedichteten Polstern sehr gut, die NC-Schaltung selbst ist gar nicht mal so effektiv. Für Leute, die auf auffälliges Design und kräftige Bässe stehen, ist der Meters OV-1 dennoch ideal. Allerdings ist er auch eher in einer höheren Preisklasse angesiedelt.

Der Bowers & Wilkins PX5 ist die On-Ear-Variante zum PX7. Da die Kapseln nur auf und nicht über den Ohren sitzen, sind die Kopfhörer insgesamt etwas kompakter, aber deswegen nicht weniger bequem. Auch die Polster dichten noch ausgezeichnet ab und lassen so Außengeräuschen wenig Chancen. Musik wird dank aptX HD-Codec in Hi-Res-Qualität übertragen, was sich in sehr ausgewogenem, auch auf Dauer angenehmen Sound niederschlägt. Genreübergreifend wird die Musik schön aufgelöst und wirkt dabei sehr räumlich. Für lange Reisen ist der PX5 daher ein willkommener Begleiter.

So haben wir getestet

Zunächst ist am wichtigsten, wie sich die Kopfhörer beim Noise Cancelling schlagen. Um das zu überprüfen, mussten sie sich gegen Verkehrslärm, das Gemurmel einer größeren Menschenmenge sowie einen Staubsauger beweisen. Mit dem Staubsauger kann man übrigens recht gut Fluglärm simulieren.

Daneben sind aber auch die generellen Klangeigenschaften ein Faktor – sowohl bei aktiviertem Noise Cancelling, als auch im normalen Betrieb. Mit aktiver Geräuschunterdrückung leidet die Klangqualität meist ein wenig, weswegen die hier getesteten Modelle beim Sound nicht ganz an ähnliche Kopfhörer ohne Noise Cancelling herankommen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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