Test: Aufmacher Inears Anc

In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test : Entspanntes Musikhören trotz Lärm

Update 04.03.2022

Noise Cancelling erlaubt angenehmes Musikhören, auch wenn man eigentlich lauten Außengeräuschen ausgesetzt ist. Selbst die kleinen In-Ear Kopfhörer sind mittlerweile sehr gut darin, Störlaute herauszufiltern. Dabei muss man nicht einmal Einbußen bei der Klangqualität in Kauf nehmen.

Update 4. März 2022

Wir haben 19 weitere In-Ears mit aktivem Noise Cancelling getestet und vier neue Empfehlungen gefunden: die Libratone Air+ II, die Libratone Track+ II, die Philips Fidelio T1 und die Beats Fit Pro.

19. Oktober 2021

Wir haben neun weitere In-Ears mit Noise Cancelling getestet. Die Soundcore Life P3 sind eine neue Empfehlung.

30. März 2021

Wir haben weitere acht In-Ear-Kopfhörer getestet. Empfehlenswert sind die Samsung Galaxy Buds Pro und die Huawei FreeLace Pro.

2. Februar 2021

Wir haben weitere In-Ear-Kopfhörer getestet. Eine neue Empfehlung sind die Liberty Air 2 Pro von Soundcore.

16. November 2020

Wir haben weitere In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling getestet. Neue Empfehlung sind der Technics EAH-AZ70WE, der 1More EHD9001BA, sowie der Tronsmart Apollo Bold.

1. Oktober 2020

Wir haben fünf neue In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling getestet. Eine neue Empfehlung ist der Sennheiser Momentum True Wireless 2.

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Thomas Johannsen
hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 20 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für Fachzeitschriften wie AV-Magazin, Heimkino und Digital Home.

Wer kennt es nicht: Man möchte beim Sport, im Zug oder im Bus in Ruhe Musik hören, wird dabei aber von sich lautstark unterhaltenden Menschen oder dem Verkehrslärm ausgebremst. Um die Außengeräusche auszublenden, müsste man die Musik aber so laut aufdrehen, dass es oft nicht mehr angenehm ist. Abhilfe schaffen hier In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling.

Noise Cancelling bedeutet aktive Geräuschunterdrückung durch einen physikalischen Trick. Das funktioniert überraschend gut, aber vor allem bei In-Ear-Kopfhörern kommen meist doch noch ein paar Restgeräusche durch. Besser kriegen das ohrumschließende Kopfhörer hin, die natürlich schon aufgrund ihrer Bauweise mehr Außengeräusche abweisen.

Dennoch gibt es auch gute Gründe, In-Ear-Kopfhörer zu benutzen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
OhrenschmausSchmuckstückSportskanoneAuch für AndroidPreiswert
Test: Libratone Air+Test  Entspanntes Musikhören trotz Lärm: Philips Fidelio T1Test: Libratone Track+ (2. Gen)Test: Mk2j3Test  Entspanntes Musikhören trotz Lärm: Soundcore Life P3
Modell Libratone Air+ II Philips Fidelio T1 Libratone Track+ II Beats Fit Pro Soundcore Life P3
Pro
  • Sehr guter Klang
  • Hochwertig verarbeitet
  • App mit intelligentem Noise Cancelling
  • Hervorragender Klang
  • Umfangreiche, intelligente Appsteuerung
  • Hochwertig verarbeitet
  • Sehr guter Klang
  • Komfortabler Sitz
  • Lange Akkulaufzeit
  • App mit intelligentem Noise Cancelling
  • Sehr guter Klang
  • Komfortabler Sitz
  • Appsteuerung für iOS und Android
  • Guter Klang
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Viele ANC-Einstellungen in der App
Contra
  • Case mit wenig Akku-Kapazität
Bester Preis
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Ohrenschmaus: Libratone Air+ II

Ohrenschmaus

Libratone Air+ II

Die Air+ II sind die neue Version der Air+ aus dem Hause Libratone, die in einigen Punkten ihren Vorgänger noch einmal übertrumpfen: Verbessert wurde unter anderem das Noise Cancelling, die Akkulaufzeit sowie die Verarbeitungsqualität. Die Air+ II gibt es in Weiß und Schwarz, wobei die Stiele dann in einem Gold- bzw. Blauton gehalten werden, was richtig edel aussieht. Trotz der Anfertigung aus Metall sind die In-Ears nicht schwerer als andere Modelle. Die Ladekapsel ist dank ihrer Größe praktisch, um die Libratone in jeder Tasche verschwinden zu lassen, und dank seiner rutschfesten, matten Oberfläche zerkratzt das Case dort nicht.

Bei voller Lautstärke halten die Air+ II mindestens fünf Stunden durch, schraubt man aber das Noise Cancelling und den Transparenzmodus entsprechend hoch, kann sich die Laufzeit auf vier Stunden reduzieren. Bei uns ergibt sich damit eine potenzielle kumulative Laufzeit von 16-20 Stunden, wenn der Akku im Case auch berücksichtigt wird.

Fürs manuelle Pairing gibt es auf der Rückseite der Transportbox eine kleine Taste. Zur Bedienung gibt es eine Touchfläche für Tipp-Gesten, mit der nicht nur ein Lied pausiert, sondern auch die Lautstärke angepasst werden kann. Die Touch-Gesten lassen sich in der App vollständig personalisieren, auf Wunsch können bestimmte Gesten auch aktiviert oder deaktiviert werden.

In der App lassen sich Geräte von Libratone hinzufügen, weshalb auch die Libratone Air+ II in der App ihren Platz erhalten. Die Touch-Gesten lassen sich genau so personalisieren wie der Transparenz-Modus oder das Noise Cancelling in seinen ganzen Abstufungen. Der Komfortmodus benutzt die Sensoren und Mikrofone der In-Ears, damit die Umgebungssituation registriert und die Kopfhörer genau in der goldenen Mitte zwischen Transparenz und Noise Cancelling justiert werden können. Des Weiteren kann ein Test durchlaufen werden, um die Passform der Tips zu überprüfen. Wieder per Mikrofon und Sensoren wird ermittelt, wie gut jeder der beiden In-Ears jeweils sitzt – davon profitiert nicht nur der Klang, auch das ANC wird optimiert.

Die Libratone können wirklich leicht eingesetzt werden. Einmal drin, sind sie auch überaus komfortabel, und die Form der Stiele ermöglicht eine problemlose Feineinstellung. Der Klang der Kopfhörer setzt nicht auf ein extrem voluminöses Auftreten mit Loudness, sondern präsentiert sich eher unscheinbar. Wer bestimmte Frequenzen hervorheben möchte, kann aber in der Soundspaces App dem Bass oder den Höhen zu etwas mehr Elan verhelfen, weitere Anpassungen sind hingegen nicht möglich. Hier ist in der Soundspaces App aber ein auffälliger Makel vorhanden: Es gibt keinen Equalizer. Auf der positiven Seite überzeugt das ANC dadurch, dass es die Qualität des Klangs nicht beeinträchtigt, und wegen der guten beidseitigen Verständlichkeit kann man die Libratone Air+ II auch für Telefongespräche einsetzen.

Schmuckstück: Philips Fidelio T1

Schmuckstück

Philips Fidelio T1

Test  Entspanntes Musikhören trotz Lärm: Philips Fidelio T1
Der Fidelio T1 von Philips spielt sowohl klanglich als auch seitens des intelligenten Noise Cancelling ganz oben mit.

Wenn es um das Packmaß geht, gehören die Philips Fidelio T1, vor allem samt ihrem Case, zu den Giganten der In-Ears. Da sie auch aus Metall bestehen, sind sie zudem auch keine Leichtgewichte. Das hochwertige Designkonzept wird rundum fortgeführt, der Deckel der Transportbox etwa wird von schottischem Muirhead-Leder geziert, welches auch das Philips-Logo in sich trägt. Darüber hinaus zieht sich das wertige Design weiter zur Stabilität, denn es wackelt nichts und der Pairing-Knopf befindet sich innerhalb des Gehäuses.

Die In-Ears selbst haben eine ausgedehnte Touchfläche und man läuft nichtsdestotrotz nicht Gefahr, dass die Kopfhörer herausfallen, solange man sich die passenden Tips ausgesucht hat. Genug Tips sind auf jeden Fall dabei, unter dem Zubehör findet man sogar drei Aufsätze aus Comply-Foam.

Die Kopfhörer werden per Touchgesten gesteuert, solange die Funktion eingeschaltet ist, denn per App von Philips können die Touchpads deaktiviert werden. Die alleinige Bedienung mit dem Smartphone ist so möglich.

In der Philips-App können das Noise Cancelling und die Transparency, also wie stark Hintergrundgeräusche wahrgenommen werden sollen, entweder manuell eingestellt oder mit dem intelligenten Modus der Automatik überlassen werden. Leider gibt es keinen Equalizer, obwohl der Klang mit verschiedenen Presets verändert werden kann.

Die Menüs zum Transparenzmodus und zum Noise Cancelling sind aber erst verfügbar, wenn die sogenannte Umgebungskontrolle aktiviert ist. So kann man beispielsweise Windgeräusche ausblenden oder das Noise Cancelling auf eine von zwei Stufen stellen. Laut Hersteller gibt es sechs Mikrofone, welche diese und andere Aufgaben übernehmen.

Ein klarer Negativpunkt ist aber die im Case integrierte Akkukapazität – nur zweieinhalb Mal lassen sich die Philips aufladen. Dafür halten die In-Ears selbst immerhin vier Stunden.

Der Klang der Philips ist hingegen außerordentlich gut; am meisten sticht wohl der enorme Raum hervor,  in dem sich die Klänge entfalten. Verschiedenen Frequenzbereichen wird dabei ungefähr gleich viel Gewicht verliehen, weswegen keiner wirklich hervorsticht. Der Bass breitet sich entspannt in seinen Tiefen aus, während die mittelhohen Töne sich glasklar über dem Fundament platzieren. Man vergisst so beinahe, dass eigentlich In-Ears in den Ohren stecken. Als absolutes Luxus-Modell bieten die Philips Fidelio T1 Musikgenuss für unterwegs.

Sportskanone: Libratone Track+ II

Sportskanone

Libratone Track+ II

Test: Libratone Track+ (2. Gen)
Der Track+ zweiter Generation von Libratone eignet sich wegen der Neckband-Konstruktion und der speziellen App sehr gut für Sportler – unter anderem.

Auffällig an den Libratone Track+ II ist das Neckband, welches die In-Ears verbindet. Auf der rechten Seite des Bands gibt es drei Bedientasten: eine Lautstärkewippe, den Ein-/Ausschalter sowie die Taste für den Sprachassistenten. Die Tasten kann man gut erfühlen, was für alle ein Vorteil ist, welche die blinde Bedienung an echten kabellosen In-Ears zu fummelig finden. Entfernt man die In-Ears von den Ohren, baumeln sie so einfach am Neckband, und mit integrierten Magneten kann man sie einfach zusammenstecken – die Musik wird so automatisch gestoppt.

Neben vier Paar Eartips findet man auch zwei angenehme Haken im Lieferumfang, mit denen die In-Ears für sportliche Aktivitäten befestigt werden können. Gerade für Sport eignen sie sich auch gut wegen der IP-54-Zertifizierung, die Track+ II sind also gegen Wasserspritzer ausreichend geschützt. Zwar gibt es kein Case, doch überleben die Kopfhörer locker einen Tag, auch wenn das Noise Cancelling eingeschaltet ist sowie die Lautstärke auf das Maximum hochgedreht wird.

Als App kommt Soundspaces wieder zum Einsatz. Wie gewohnt lassen sich hier sowohl die Transparenz als auch das Noise Cancelling in ihrer Stärke konfigurieren. Bei den Track+ II gibt es aber auch die Möglichkeit, zwischen einem speziellen Laufmodus und einem intelligenten Modus auszuwählen. Der Laufmodus lässt einige Umgebungsgeräusche trotzdem durch, was für mehr Sicherheit sorgt.

Musikalisch deckt der Libratone Track+ II zwar alle hörbaren Frequenzbereiche ab, kommt aber mit seiner Klangqualität nicht an die True-Wireless-Varianten von Libratone heran. Für sportliche Betätigung ist es aber definitiv genug, denn für ruhiges Musikhören wurde der Track+ gar nicht entworfen.

Auf der linken Seite des Bandes findet man das Mikrofon, welches für Sprachassistenten und zum Telefonieren verwendet werden kann. Dadurch versteht man den Träger ganz unabhängig der Position des Neckbandes sehr gut. Umgekehrt ist die Stimme des Gegenübers auch sehr gut verständlich. Wer also lieber ein Neckband hat, anstatt auf reine True Wireless In-Ears zu setzen, ist mit den Libratone Track+ II sehr gut bedient – für Sport sind sie sowieso eine ausgezeichnete Option.

Auch für Android: Beats Fit Pro

Auch für Android

Beats Fit Pro

Test: Mk2j3
Die Fit Pro von der Apple-Tochter Beats machen sowohl am iPhone als auch am Androiden eine gute Figur.

Apple produziert zwar die firmeneigenen AirPods Pro, aber dabei darf man nicht vergessen, dass dem Konzern aus Kalifornien auch die Marke Beats gehört. Und genau von dieser Marke gibt es die Beats Fit Pro, die qualitativ die AirPods noch einmal übertrumpfen.

In der Packung gibt es neben dem Ladekabel lediglich drei Eartips. Schön ist aber, dass kein Lightning-Anschluss von Apple verbaut wurde, so sind die Verknüpfungsmöglichkeiten der Beats um einiges höher. Farblich bieten die Beats auch einige Varianten – sie sind in dunkelgrau, weiß und lila erhältlich.

Beats stellt für die Fit Pro sowohl auf Apple- als auch auf Android-Geräten eine App zur Verfügung. Interessanterweise hält sich der Hintergrund genau in der Farbe der Kopfhörer selbst – bei unseren lila Kopfhörern war auch der Hintergrund lila. In der App können die gewohnten Einstellungen verändert werden: Das ANC, die Bedienung der Kopfhörer und der Sitz. Auch der Akkustand wird hier auf Android- und Apple-Geräten angezeigt.

Zwar sind die Einstellungen nicht unbedingt vielfältig, aber es sind immerhin mehr als bei den AirPods. Darüber hinaus hat das ANC glücklicherweise keine Auswirkungen auf die Klangqualität. Das aktive Noise Cancelling hängt stark davon ab, wie gut die Kopfhörer abdichten; der Sitz der Beats ist dabei aber hervorragend. Das nervige Brummen von Verkehrsmitteln wird hervorragend herausgefiltert, im Transparenzmodus werde aber selektiv Außengeräusche hörbar gemacht.

Die Fit Pro klingen sehr gut, haben aber einen Hang zum Loudnesscharakter. Dieser Klang wird aber durchaus angestrebt, denn er ermöglicht ein großes Volumen, was beim Musikhören richtig Freude bereitet. Wer also nicht unbedingt auf AirPods setzen möchte, findet mit den Beats Fit Pro eine überlegene Alternative in allen technischen Bereichen.

Preiswert: Soundcore Life P3

Preiswert

Soundcore Life P3

Test  Entspanntes Musikhören trotz Lärm: Soundcore Life P3
Anker hat mit dem Soundcore Life P3 einen echten Preisknaller mit aktivem Noise Cancelling am Start.

Die Life P3 von Soundcore gehört zu den preiswerten Modellen und wird in fünf Farben angeboten: off-white, korallen-rot, sky-blau, navy-blau und schwarz. Zum Lieferumfang gehören fünf Paar Eartips und ein Lade-Case mit Klappmechanismus.

Das kleine Case lässt sich völlig kabellos, also induktiv aufladen. Für Modelle dieser Preisklasse ist das ein Novum. Ganze vier Mal lassen sich die Stöpsel darin voll aufladen. Mit einer Akkuladung kamen die Stöpsel im Praxistest auf sieben Stunden bei voller Lautstärke. Eine beachtliche Leistung und länger als bei manchem teureren Konkurrenzmodell.

Die kostenlose App hat einiges dazugelernt: So lassen sich für die Lärmunterdrückung mehrere Voreinstellungen (Outdoor, Indoor und Verkehr) auswählen. Nutzt man die In-Ears beispielsweise normal oder zum Joggen, kann man einen Transparenz-Modus wählen – dann sind die beiden Funktionen deaktiviert.

Ein neues Feature ist der sogenannte Schlaf-Modus. Auf langen Bahn- oder Flugreisen macht sich dieser besonders gut: Einerseits kann so eine entspannende Soundkulisse eingestellt und andererseits Störgeräusche ausgesperrt werden.

Der Umfang des Ambiente-Sound reicht von einem Waldrauschen, über Windgeräusche bis zu einem sanften Glockenspiel. Für die Einstellung des Klangs stehen bei den Soundcores etwa 20 verschiedene Voreinstellungen zur Auswahl. Mittels eines Equalizers kann der Klang individuell angepasst und dieses Setup dann abgespeichert werden.

Für ihren Preis bieten die Life P3 von Soundcore einen erwachsenen Klang. Der Bass klingt kontrolliert und druckvoll. Im Bereich der Mittelhochtöne lösen viele teurere Konkurrenzmodelle allerdings besser auf. Der Klang bleibt von den diversen ANC-Einstellungen auf jeden Fall ziemlich unbeeinflusst.

Die Soundcore P3 bieten also einiges für den schmalen Geldbeutel. Und modernste Ladetechnik gibt’s außerdem noch obendrauf.

Was gibt es sonst noch?

Mit den Galaxy Buds Pro hat Samsung die In-Ears mit ANC verbessert. Ganze sieben Stunden halten die Kopfhörer sicher durch, auch wenn alle Funktionen aktiv sind und die Lautstärke voll hochgedreht wird. Die Buds Pro sind nun zum ersten Mal mit einer Touch-Bedienung ausgestattet, aber alle Vorzüge der Kopfhörer kann man erst nutzen, wenn die Samsung App für die Einstellungen verwendet werden kann. Einzigartig an den Galaxy Buds Pro ist, dass sie eine Dialog-Einstellung besitzen: Spricht man als Träger selbst, lassen die Kopfhörer automatisch die Außengeräusche hindurch prasseln, sodass ein Gespräch geführt werden. Bleibt man zehn Sekunden still, werden die Außengeräusche wieder ausgeblendet. Der Klang der Galaxy Buds ist hervorragend und verfügt über einen Loudness-Charakter, was den Randbereichen des Klangs auf die Sprünge hilft.

Die FreeLace Pro gehören zu den wenigen In-Ears von Huawei, die mit einem Neckband ausgestattet sind. Den rechten Hörer kann man abziehen und so den USB-Stecker (Typ C) freilegen.Besonders oft ist das aber nicht nötig, denn selbst wenn man den Lautstärkeregler auf Anschlag stellt, hält der Huawei satte 24 Stunden durch. Bei der Bedienung gibt sich der Neckband-In-Ear recht konservativ, Touch-Flächen gibt es hier nicht. Dafür sind die Bedienfelder aber auch blind gut zu ertasten. Wem das nicht reicht, der kann natürlich auch auf die entsprechende App zur Bedienung zurückgreifen. Im Vergleich zu den Apps der anderen Hersteller ist die Software von Huawei allerdings recht spärlich ausgestattet und bietet ein überschaubares Maß an Einstellmöglichkeiten. Im Test haben wir beispielsweise eine Möglichkeit zur Klangregulierung vermisst.

Die Technics EAH-AZ70WE sind nicht nur hochwertig verarbeitet, sondern passen auch in Ohren jeder Größe gut hinein. Die Touchsteuerung der Technics kann per App von Technics Audio leider nicht personalisiert werden, andere Funktionen wie das Talkthrough und die Einstellungen für das aktive Noise Cancelling finden in der Anwendung aber durchaus ihren Platz. Klanglich bringen die EAH-AZ70WE richtig präzise Mittelhochtöne zustande. Auf der Kehrseite ist der Bass etwas zurückhaltend. Dieser Fokus beim Klang gefällt bestimmt gewissen Leuten, anderen hingegen nicht – es bleibt letzten Endes Geschmackssache.

Die AirPods Pro von Apple lassen besonders einfach mit iPhones koppeln – in diesem Fall sieht man auch den Ladestand direkt auf dem Smartphone– aber sogar mit Android-Geräten klappt die Kopplung sehr schnell. Funktionen wie der Sitz-Test der Kopfhörer, die eigenständige Ohrerkennung oder das Umbelegen von Tasten sind erst ab iOS 13.2 verfügbar. Die neuen Tasten an den Stielen lassen sich grundsätzlich personalisieren. Die Tasten auf beiden Seiten erfüllen dieselben Funktionen. Leider gibt es keine spezielle App für die AirPods, was man für den stattlichen Preis durchaus hätte erwarten können.

Mit den WF-1000XM4 bringt Sony eine neue Generation seiner True Wireless mit aktiver Geräuschunterdrückung auf den Markt. Das Ladecase ist bei dieser Modellgeneration deutlich kleiner ausgefallen als bei den Vorgängern. Die Sonys können jetzt nur noch eineinhalbmal aufgeladen werden. Dafür halten die kleinen In-Ears statt acht jetzt zehn Stunden durch. Den Stöpseln hat der Hersteller ein neues Design verpasst. Oberfläche und Material wirken viel exquisiter als beim Vorgängermodell. Beigelegt sind außerdem zwei Silikon-Eartips und ein weiteres aus Foam.

Das Noise Cancelling System der Sony-In-Ears gehört nach wie vor zum besten, was wir kennen. Häusliche Tätigkeiten wie Kochen oder Hausputz können als separate Tätigkeiten identifiziert und das Active Noise Cancellation darauf eingestellt werden. Klanglich ist sich Sony bei seinen neuen In-Ears treu geblieben. Der Test der telefonischen Sprachqualität enttäuschte uns allerdings etwas: Wir hörten die Gegenseite sehr gut, während wir bei der Gegenstelle nur verzerrt zu hören waren. Hier hat sich die Qualität gegenüber dem Vorgänger verschlechtert. Insgesamt gibt es bei den In-Ears von Sony noch Luft nach oben. Da der Vorgänger um einiges günstiges ist, sollten Kaufinteressierte sich lieber die Sony WF-1000XM3 näher anschauen.

Bose ist nach längerer Abwesenheit auf dem europäischen Markt zurück. Mit seinen QuietComfort Earbuds zeigt der Hersteller bei der Klangqualität und der aktiven Geräuschunterdrückung was er kann. Das Ladecase als auch die Ear-Ins sind groß ausgefallen. Die Akkukapazität reicht für eine zweimalige Aufladung der QuietComfort Earbuds. Insgesamt sind drei Ladungen möglich. Das Ladecase kann entweder mit einem entsprechenden Ladenetzteil des Smartphones oder einem im Lieferumfang enthaltenen USB-C-Kabel aufgeladen werden. Das drahtlose Aufladen per Induktion ist ebenfalls möglich, dazu muss es auf die entsprechende Qi Ladefläche gelegt werden.

Der Grad des Noise-Cancelling kann in maximal zehn Stufen angepasst werden und funktioniert auf höchster Stufe so effektiv, dass quasi keine Umgebungsgeräusche von außen an die Lauscher dringen. Die exzellente Passform trägt hier ihren Teil bei. Trotzdem lassen sich die großbemessenen In-Ears leicht einsetzen und sorgen für ausreichend akustische Abdichtung. Die kostenlose Bose Music Smartphone-App hilft beispielsweise beim korrekten Einsetzen der Geräte. Tatsächlich war die App zum Testzeitpunkt noch frisch und wir hatten anfangs ein paar Probleme die App mit den In-Ears zu verbinden. Nach einem Neustart der App und einem Reset der In-Ears funktionierte es dann. Allerdings ist noch viel Feinschliff an der App nötig. Manche Optionen sind noch verbuggt und eine Regelung für den Klang fehlt komplett. Beim Klang spielt Bose seine langjährigen Erfahrungen aus und macht alles richtig. Die QuietComfort Earbuds bieten ein ebenmäßiges Klangbild. Seitens der Verständlichkeit der Sprache beim Telefonieren und der App ist aber noch Verbesserung möglich.

Die LivePro+ TWS von JBL sind in schwarz, rosa, beige und weiß erhältlich. Damit sollte für jeden Geschmack etwas dabei. Die Hörer schaffen es störende Umgebungsgeräusche mit den vielen im Lieferumfang enthaltenen Eartips und der damit gelungenen perfekten Platzierung im Ohr effektiv auszusperren. Den Rest macht die Lärmunterdrückung, die sich dank drei unterschiedlicher Presets wie »Alltäglicher Modus, »Reisemodus« und »Aktiver Modus« auf verschiedene Umgebungen anpassen lässt. Da sich alle Einstellungen bequem in der Smartphone-App einstellen lassen, funktioniert das Noise Cancelling recht gut. Der Grad des sogenannten Transparenz-Modus ist stufenlos einstellbar, sodass eine akustische Verbindung zur Außenwelt gegeben ist. Eine hörbare Beeinflussung des Klanges findet durch die Einstellungen nicht statt.

Die In-Ears haben klanglich einiges auf dem Kasten. Der sehr tiefe Bass bleibt jederzeit konturiert und verdeckt dabei weder die Höhen noch die Mitten. Sie vermitteln eine Club-Atmosphäre ebenso, wie die eines großen Orchestersaals. Der LivePro+ TWS von JBL eignet sich für diejenigen, die großen Wert auf ein cleveres Design, sowie auf sehr gute Klangergebnisse legen. Das Noise Cancelling der Stöpsel sorgt ausreichend Privatsphäre.

Mit den Bowers & Wilkins PI7 halten wir eine großes Ladecase in den Händen. Ein in das Case integrierter Akku lädt die Stöpsel maximal viermal nach. Die Laufzeit der PI7 ist mit vier Stunden etwas knapp bemessen. Der Hersteller hat sich bei der Entwicklung Gedanken gemacht und in das dicke Case der In-Ears einen Bluetooth-Transmitter verbaut. So kann man das im Lieferumfang enthaltene Verbindungskabel in die Kopfhörer-Buchse der Anlage einstecken, das zweite Ende in den USB-C Anschluss des Ladecase und schon kann man seine Lieblingsmusik von der heimischen Musikanlage über die In-Ears hören.

Das attraktive Klangbild der PI7 umfasst ein Spektrum von satten, tiefreichenden Bässen, einem wohltönenden Grundton und einem sehr fein aufgelösten Mittelhochtonbereich. Die klobigen und recht großen PI7 sitzen angenehm in den Ohren und dichten sehr gut gegen äußere Einflüsse ab. Das aktive Noise Cancelling wird über die Smartphone-App feinjustiert: So kann es entweder über eine automatische Anpassung oder stufenlos skaliert werden. Die Umgebungsdurchschaltung beziehungsweise der Transparenzmodus lässt sich voll abschalten und ist skalierbar. Bei den In-Ears hat das ANC übrigens einen akustische Auswirkung auf den Musikklang. Eine Klangregelung sowie eine Anpassung von Touch-Gesten fehlen hingegen. Zum Entspannen bieten die In-Ears entsprechende natürliche Geräuschkulissen. Der PI7 ist eine Bluetooth-Zugabe für die Stereo-Anlage zu Hause. Auf Reisen sorgen ein gutes NC und natürliche Klangwelten für Entspannung auf Reisen.

Die TONE Free FN7 von LG setzen das fort, was bereits die vorherigen Modelle begonnen haben. Steckt man die Stöpsel in das Lade-Case, werden sie via UV-Nano-Technologie gereinigt. So sollen Keime entfernt werden, die auf den Stöpseln sitzen. Die In-Ears dichten gut ab und lassen sich leicht einsetzen. Die drei Paar Eartips die mitgeliefert werden, reichen nach einem Dreh in das Ohr für einen perfekten Sitz meist aus. Der Klang der TONE Free FN7 war in unserem Praxistest satt.

Zudem kann der Klang umfangreich angepasst werden. Zur Auswahl stehen vier Presets und zwei individuelle Custom Einstellungen. Hier kann der Klang mithilfe eines Equalizers justiert werden. Darüber hinaus kann der Grad der Lärmunterdrückung zweistufig in der App angepasst werden. Die Außengeräusche können bei den In-Ears alternativ freigeschaltet werden, um beispielsweise an Gesprächen mit anderen teilzunehmen, ohne die TONE Free FN7 aus den Ohrmuscheln zu nehmen. Die Gestensteuerung lässt sich per Smartphone-App anpassen. Wir hätten uns aufgrund des Preises eine variablere Angleichung der Lärmunterdrückung gewünscht.

Wissenswertes über In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling

Generell kommt es bei In-Ears sehr auf die Passform an. Je besser der Kopfhörer im Ohr sitzt, desto schöner klingt er auch. Gut abgedichtete In-Ears dämpfen daher schon einige der Außengeräusche, sind aber vor allem gegen Reisegeräusche von Bahn- und Flugzeugmotoren machtlos.

Dieser Aufgabe nehmen sich dann Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling an. Dabei behilft man sich der Physik: Einfach gesagt wird nämlich Schall mit einem phasenverschobenem Schall bekämpft. Außengeräusche werden dabei von Mikrofonen in den Kopfhörern aufgenommen. Durch Phasendrehung entwickelt die Elektronik aus dem Schall von außen ein negatives Abbild, quasi ein Antischall. Der wird dann zusätzlich zur eigentlichen Musik abgespielt. Beim Aufeinandertreffen des Antischalls und der Außengeräusche heben sich die Wellen gegenseitig auf. Das Resultat ist, dass man nur noch die eigentliche Musik hört. So kommt die Bezeichnung »Noise Cancelling« zustande.

Klingt einfach, ist in der Praxis aber etwas komplizierter. Manche Hersteller unterdrücken Geräusche nur selektiv, also konzentrieren sich beispielsweise auf Motorengeräusche. Das ist unter Umständen gar nicht so schlecht, da man gewisse Außengeräusche wie Durchsagen in der Bahn vielleicht doch noch mitkriegen möchte.

In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling Test: In Ear Kopfhörer Noise Cancelling
Seit dem Jahr 2019 verkauft auch Apple In-Ears mit Noise Cancelling.

Noise-Cancelling-Kopfhörer von Sony sind hier besonders innovativ. Sie können die Umgebung analysieren, die unerwünschten Geräusche herausfiltern und nur wichtige Ansagen durchlassen. Das wird natürlich immer komplizierter und kann dazu führen, dass die Qualität des Klangs der Musik darunter leidet, was prinzipiell ein Problem bei Noise-Cancelling-Kopfhörern sein kann.

Logischerweise erfordert die Bearbeitung für die Geräuschunterdrückung, die über einen gesonderten Prozessor stattfindet, Strom. Daher brauchen die Geräte mit einer Noise Cancelling-Funktion einen Akku. In unserem Test ist dabei der Q Adapt In-Ear von Libratone die einzige Ausnahme. Der zieht sich den Strom per Lightning-Buchse direkt von einem Smartphone.

Für die Verbindung der Kopfhörer mit dem Smartphone gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Kabel oder Bluetooth. Der Trend entwickelt sich dabei hin zum Bluetooth, da man damit vielseitiger ist. Bei Kabelverbindung kann es gerade bei älteren In-Ears passieren, dass die Kopfhörer entweder nur Android- oder nur iOS-kompatibel sind. Beim Kauf kann es da zu bösen Überraschungen kommen.

Die verkabelten Modelle haben aber auch Vorteile. Sie funktionieren nämlich noch als normale Kopfhörer, selbst wenn der Akku leer ist. Bei Bluetooth geht dann gar nichts mehr.

So haben wir getestet

Weil die Entwicklung von wirkungsvollem Noise Cancelling ziemlichen Arbeitsaufwand erfordert, ist der Markt für In-Ears mit Geräuschunterdrückung recht überschaubar. In der Regel sind es nur die größeren Hersteller, die sich diesen Projekten widmen.

Das liegt auch daran, dass mittlerweile True Wireless-In-Ears gefragter sind. Das Noise Cancelling bei diesen kabellosen Kopfhörern steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, bislang haben hier nur Sony und Apple mit der Produktion begonnen.

In unserem Test haben wir alle Kopfhörer realen Situationen ausgesetzt. Wir beurteilen dabei, wie gut die Geräuschunterdrückung bei Verkehrslärm, beim Staubsaugen und in einer großen Menschenmenge funktioniert. Natürlich geht es uns auch um die Klangeigenschaften der In-Ears, sowohl mit aktiviertem Noise Cancelling, als auch exklusive.

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