Streaming-Box Test: Amazon Fire Tv Stick

Streaming-Boxen im Test : HD auf Abruf

Update 31.01.2022

Auch in Zeiten von Smart TVs haben Streaming-Boxen nicht ausgedient. Sie erweitern das Medienangebot, lassen sich oft nach eigenen Wünschen anpassen und an jedem Bildschirm betreiben, der über einen HDMI-Anschluss verfügt. Wir haben 26 Modelle getestet.

Update 31. Januar 2022

Wir haben sechs neue Streaming-Lösungen getestet. Neu zu empfehlen sind der Amazon Fire TV Stick 4K Max und der Roku Streaming Stick 4K.

13. Juli 2021

Wir haben mit dem neuen Amazon Fire TV Stick 4K, dem Apple TV 4K (2021) und dem Chromecast mit Google TV drei neue Streaming-Geräte getestet. Der Fire TV Stick 4K und das Apple TV 4K ersetzen ihre jeweiligen Vorgänger als Empfehlungen. Der Chromecast mit Google TV ist neu in den Empfehlungen.

15. Oktober 2020

Wir haben vier neue Streaming-Lösungen getestet. Der MagentaTV Stick schaffte es auf Anhieb in unsere Empfehlungen.

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Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Aktuelle Smart TVs kommen bereits mit einer Reihe Apps, um Inhalte von Netflix, Amazon und Co ins Wohnzimmer zu holen, andere lassen sich im Nachhinein installieren. Vielen Leuten reicht das, doch wer sich umfangreichere Möglichkeiten wünscht, lieber auf einen PC-Monitor zurückgreift oder noch einen älteren Fernseher ohne Smart-Funktionen nutzt, muss nicht auf den Heimkino-Spaß verzichten. Streaming-Boxen sind vielfältiger einsetzbar, verfügen meist über einen größeren Funktionsumfang und im Gegensatz zu Smart TVs bekommen sie auch häufiger Software-Updates.

Unter 26 getesteten Modellen waren vier, die ihre Sache besonders gut gemacht haben. Hier sind unsere Empfehlungen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Unterstützt Wifi 6Für Apple-FansNewcomer mit KomfortGelungene NeuauflageFür Gamer
Test: Amazon Fire Tv Stick 4k MaxTest: Apple Apple Tv 4k (2021)Test  HD auf Abruf: Roku Streaming Stick 4KTest: Google Chromecast Google TvTest: Nvidia Shield Tv 2019
Modell Amazon Fire TV Stick 4K Max Apple Apple TV 4K (2021) Roku Streaming Stick 4K Google Chromecast mit Google TV Nvidia Shield TV 2019
Pro
  • Tolle Performance
  • Technisch auf dem neuesten Stand
  • Gute Fernbedienung
  • Alexa-Integration
  • Alle relevanten Anbieter vorhanden
  • Tolle Bedienung
  • Sehr gute App-Auswahl
  • Durchdachte Extras für Apple-Nutzer
  • Großes Content-Angebot
  • Aufgeräumte Benutzeroberfläche ohne Werbung
  • AirPlay-Unterstützung
  • Tolle Smartphone-App
  • Gute Content-Suche
  • Sehr gute Benutzerführung
  • Großes App-Angebot
  • Gute Cast-Funktion
  • Top Suchfunktionen
  • Sehr gute Systemleistung
  • Tolle Gaming-Funktionen
  • Ausgereifte Oberfläche mit Langzeit-Updates
  • Erstaunlich gutes 4K-Upscaling
Contra
  • Bedienoberfläche überfrachtet
  • Störende Werbung
  • Hoher Preis
  • Weniger gut für Android-Nutzer
  • kein HDR10+
  • Sprachsuche nicht optimal
  • Fehlende Live-TV-Apps
  • Gelegentliche Macken von Remote und Oberfläche
  • Keine USB-Anschlüsse
  • Kein HDR10+
Bester Preis
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Unterstützt Wifi 6: Amazon Fire TV Stick 4K Max

Unterstützt Wifi 6

Amazon Fire TV Stick 4K Max

Die Weiterentwicklung der 4K-fähigen Version des Fire-TV-Sticks, dem Amazon Fire TV Stick 4K Max überzeugt mit einer verbesserten Performance, einer fehlerfreuen Wiedergabe, der großen App-Auswahl sowie der quasi lückenlosen Unterstützung von allen wichtigen Streaming-Standards.

Verglichen mit dem nach wie vor erhältlichen Vorgängermodell, dem Fire TV Stick 4K, hat die Max-Ausführung mehr Systemleistung und unterstützt außerdem den Wifi6-Standard. Zusammen mit der breiten Auswahl an Apps und der Unterstützung verbreiteter Streaming-Standards ist der Stick eine hervorragende Lösung, um Disney+, Netflix und Co. auf dem Fernseher zu streamen.

Die Max-Variante ist die potenteste bisher erschienene Version von Amazons Streaming-Stick. Was die Technik betrifft ist der Stick mit allen Wassern gewaschen. Gegenüber dem Vorgängermodell funktioniert das Navigieren der Benutzeroberfläche noch einen Tacken flüssiger.

Der verbaute MediaTek-Prozessor MT8696 sorgt für eine Leistungssteigerung von bis zu 40 Prozent verglichen mit den Vorgängermodellen. Der Geschwindigkeitszuwachs macht sich allerdings auch abseits von Benchmark-Zahlenspielereien bemerkbar. Inhalte starten schnell und verzögerungsfrei. Zudem unterstützt Amazon den modernen Wifi 6 WLAN-Standard und gehört damit zu den ersten bei den Anbietern von Streaming-Lösungen. Arbeitet der Stick dann noch mit einem kompatiblen Router zusammen, können selbst anspruchsvolle 4K-Videos ohne Wiedergabeverzögerungen abgespielt werden.

Auch was die Unterstützung technischer Standards angeht bietet Amazon so einiges: von Dolby Vision über HDR10+, Dolby-Atmos-Sound bis zur automatischen Bildratenanpassung an das Quellenmaterial, etwa 24p.

Eine der Stärken von Amazons System ist die große Auswahl TV-tauglicher Apps. Von Mediatheken öffentlich-rechtlicher Sender über eine ganze Reihe bekannter Streamingdienste und Live-Sender wie Waipu.tv und Magenta TV findet man im App Store von Amazon alle wichtigen Content-Anbieter. Dank Angeboten wie Plex oder dem Kodi Media Center (dass man via Siedloading auf den Stick bekommt) lassen sich zudem lokale Medien über den Amazon-Stick wiedergeben. Damit ist er die Komplettlösung für so ziemlich alle auf dem Fernseher abspielbaren Medien.

Selbstverständlich ist der 4K Max auch Teil des Alexa-Ökosystems. Per Knopfdruck können Sie die virtuelle Assistentin aktivieren und sie zum Beispiel Apps starten oder nach ihrem Lieblingsfilm oder ihrer Lieblingsserie suchen lassen. Auch die aktuelle Wiedergabe lässt sich so steuern. Sogar vernetzte Smart-Home-Geräte können so gesteuert werden und auch das Abfragen von Informationen wie dem Wetterbericht oder den Nachrichten ist möglich.

Während unseres Tests läuft das verglichen mit den Vorgängermodellen sogar noch etwas flotter ab. Nicht nur die Mediathek von Amazon selbst, sondern auch Netflix und andere Apps lassen sich nach Inhalten durchsuchen. Was auffällt ist, dass der Hersteller die hauseigenen Angebote bevorzugt. Auf Amazon kostenpflichtige Inhalte werden vor den kostenfreien Angeboten anderer Dienste angezeigt. Die Konkurrenz von Roku und Apple löst das eleganter.

Auch ein vorhandener Alexa-Lautsprecher kann zum Steuern des Fire TV Stick 4K Max genutzt werden. In unserem Test starteten wir mit einem Amazon Echo 4 ohne Probleme einen Netflix-Film. Die Alexa-Integration ist insgesamt wieder sehr gut umgesetzt; selbst unsaubere Aussprache ist kein Problem. Und wer Alexa nicht benutzen will, kann sie einfach ignorieren. Die Sprachassistentin hört nämlich nur mit, wenn sie mit der Taste auf der Fernbedienung »angesprochen« wird. In dieser Iteration gewährt die Fernbedienung außerdem direkt Zugriff auf Netflix, Disney+ und weitere Streaming-Angebote.

Der größte Negativpunkt des Fire TV 4K Max ist die überfüllte Benutzeroberfläche. Zwar kann man pfeilschnell durch das Menü navigieren, es erfordert trotzdem etwas Einarbeitungszeit, um sich zurechtzufinden. Vor allem verglichen mit anderen Anbietern wie Roku oder dem 4K-Angebot von Apple TV, schneidet Amazon in Sachen Benutzeroberfläche nicht gut ab. Das gilt insbesondere für die Werbeeinblendungen, die regelmäßig auf dem Startbildschirm zu sehen sind.

Dass Amazon seinen eigenen Content priorisiert wird ebenfalls nicht jedem zusagen. Zwar lassen sich bei der Benutzung auch Angebote anderer Anbieter gut finden, dennoch dürften die Suchergebnisse was das betrifft gerne klarer sein.

Allen voran im Vergleich mit den Lösungen anderer Anbieter wie Apple und Google liefert der Fire TV auch keine optimale Übertragung von Inhalten auf dem Smartphone. Nach wie vor wehrt Amazon sich dagegen, das offene Chromecast-Protokoll zu integrieren, mit dem Videos und Fotos unkompliziert auf dem TV-Bildschirm gestreamt werden können. Zwar ermöglicht auch der Fire-TV-Stick das Spiegeln von Smartphones, allerdings werden längst nicht alle Modelle unterstützt.

Für Apple-Fans: Apple TV 4K

Für Apple-Fans

Apple Apple TV 4K (2021)

Zugegeben, besonders günstig ist die Streaming-Box von Apple nicht, dafür kann die Apple TV 4K aber mit einem durchdachten Bedienkonzept, einer recht großen App-Auswahl und vielen weiteren sinnvollen Extras aufwarten. Das Ganze gibt es im gewohnt schickem Apple-Design.

Das Design blieb nahezu unverändert, im Inneren hat sich aber so einiges getan. Herzstück ist hier der A12-Prozessor, der dafür sorgt, dass 4K-Inhalte mit 60 Bildern pro Sekunde abgespielt werden können. Weil die Box der Kalifornier auch den schnellen WiFi-6-Standard unterstützt, steht einem ruckelfreien Streaming-Vergnügen hier nichts mehr im Weg. Die Fernbedienung erinnert vom Bedienkonzept her an das des klassischen iPods. Im Test jedenfalls hat uns das neue Bedienkonzept wesentlich besser gefallen als das alte.

Auch Apples Sprachassistent Siri ist mit an Bord. Aktiviert wird er über eine seitlich angebrachte Taste. Geht der Akku zur Neige, kann er über den Lightning-Anschluss wieder aufgeladen werden.

Die Technik ist das eine, die Apple-Box kann aber auch mit ihrer durchdachten Software punkten. Vor allem die einfache Bedienung und die große Auswahl an Apps von tvOS 14, haben uns im Test überzeugt. Es gibt keinen der großen Streaming-Anbieter, der nicht in Apples App Store vertreten ist. Einem komfortablen Filmabend steht damit nichts mehr im Wege.

Ihre Stärken voll zur Geltung bringt die TV-Box aber erst, wenn man sie mit anderen Apple-Geräten kombiniert. Fotos und Videos können damit einfach vom iPhone übertragen werden und  Besitzer eines HomePods können sich zudem über das verzögerungsfreie Zusammenspiel von Lautsprecher und Box freuen.

Die Neuauflage des Apple TV 4K hat nahezu keine Schwächen. Die Rechenleistung ist üppig und locker in der Lage, 4K-Inhalte flüssig darzustellen. Das Konzept und der gut gefüllte App Store tun hier ihr übriges. Lediglich der Preis ist relativ hoch.

Newcomer mit Komfort: Roku Streaming Stick 4K

Newcomer mit Komfort

Roku Streaming Stick 4K

Test  HD auf Abruf: Roku Streaming Stick 4K
Der Roku-Stick punktet mit seiner unaufgeregten Benutzeroberfläche und der tollen Smartphone-Anbinung.

Die minimalistisch gestaltete Fernbedienung des Roku Streaming Stick 4K hat, wie auch das Äquivalent des Chromecast von Google, seitlich angebrachte Lautstärketasten. So kann man die Lautstärke regeln, ohne dafür die TV-Fernbedienung in die Hand nehmen zu müssen. Weniger praktisch sind die fest belegten Tasten, die direkt verschiedene Streamingdienste aufrufen. Denn neben Tasten für Apple TV+ und Netflix führen die anderen vorbelegten Tasten zu Rakuten TV und Spotify. Zumindest für den hiesigen Markt wären Disney+ und Amazon Prime Video allerdings wohl bessere Alternativen gewesen.

Die verschiedenen Streaming-Apps werden bei Roku als »Channels« bezeichnet und als übersichtliche Kacheloberfläche angezeigt. Der Store bietet ein breites Angebot an Diensten wie zum Beispiel Apple TV+ oder Sky Ticket. Nicht vertreten sind Live-TV-Angebote wie Magenta TV oder Waipu-tv, obwohl der Channel Store extra einen Bereich für solche Dienste hat. Ganz vorne liegt hier Amazon. Die beliebte Livestreaming-Plattform Twitch lässt sich momentan ebenfalls nur mittels Umwegen auf dem Roku-Player nutzen.

Ein besonderes Highlight bei Roku ist die Suchfunktion: Nicht nur nach den Titeln von Serien und Filmen kann gesucht werden, sondern auch nach Schauspielern und Schauspielerinnen. Die Ergebnisse werden nach Anbieter sortiert angezeigt und auch eventuell anfallende Kauf- oder Leihkosten werden angegeben. So viel Benutzerfreundlichkeit bei der Suche bietet so gut wie keiner der Mitbewerber. Das macht die nicht ganz so treffsichere Sprachsuche umso ärgerlicher. Suchen wir mit ihr etwa nach der Animations-Serie »Bojack Horseman«, wird uns als Ergebnis stattdessen der Film »Horsemen« angezeigt. Und das, obwohl das Suchwort richtig erkannt wurde. Bei der manuellen Suche hingegen kommen wir zum richtigen Ergebnis. Hier besteht bei Roku also noch Verbesserungspotenzial.

Was die technischen Daten betrifft gibt es so gut wie nichts beim Spitzen-Modell der Streaming-Sticks von Roku zu bemängeln. Es werden 4K-UHD-Auflösung sowie HDR-Formate inklusive HDR10+ und Dolby Vision unterstützt. Im Test mit einem OLED-TV von LG erstrahlen diese Inhalte mit angenehm hoher Bildqualität. Das Abspielen funktionierte dabei auch bei eher schlechtem WLAN erfreulich flüssig. Verzichten muss man allerdings auf Dolby-Atmos-Sound.

Positiv aufgefallen ist uns beim Testen des 4K Streaming-Sticks von Roku die Smartphone-Verzahnung. So kann man via der Roku-App nicht nur den Player steuern, sondern auch Inhalte suchen und die Wiedergabe starten. Auch mit der Apple Watch lässt sich der Stick verbinden und steuern. Ein weiteres Plus für Apple-Nutzer ist die Apple AirPlay-Unterstützung, die durchaus mit der des Apple TV 4K konkurrieren kann. Wer ein Android-Smartphone hat, muss zum Übertragen von Videos und Fotos die Roku-App nutzen. Beide Varianten sind jedoch einfachere Lösungen als bei Amazon.

Von einigen Details wie den fehlenden Live-TV-Angeboten und den Problemen bei der Sprachbedienung einmal abgesehen, beweist der Streaming Stick von Roku, warum der Anbieter auf dem amerikanischen Streamingboxen-Markt so groß ist. Highlights sind unter anderem die so gut wie werbefreie und sehr übersichtlich gestaltete Benutzeroberfläche, die – von der Sprachsuche einmal abgesehen – gut umgesetzte Suchfunktion, sowie die Smartphone-App. Der Roku-Stick ist eine gute Alternative für alle, die sich nicht mit der engen Amazon-Bindung des Fire TV Sticks anfreunden können.

Gelungene Neuauflage: Chromecast mit Google TV

Gelungene Neuauflage

Google Chromecast mit Google TV

Mit der überarbeiteten Version des Streaming Sticks von Google gehen zahlreiche weitere Änderungen einher. So gibt es beim Chromecast mit Google TV nun erstmal auch eine richtige Benutzeroberfläche inklusive App-Store und Fernbedienung.

Die Benutzeroberfläche Google TV soll in die Fußstapfen des bekannten Android TVs treten. Das Ergebnis von Googles Bemühungen ist eine recht gelungene Benutzererfahrung, die allerdings noch die ein oder andere kleine Kinderkrankheit hat. Verglichen mit der alten Chromecast-Benutzeroberfläche kommt der Nachfolger aber deutlich flexibler und auch schlanker rüber.

Auch bei den Streaming-Apps bleiben nahezu keine Wünsche offen, bis auf Sky ist hier jeder der großen Streaming-Anbieter durch eine App vertreten. Über einen Umweg, nämlich indem man eine kompatible Google-Cast-App verwendet, kann man aber immerhin ein Sky Ticket nutzen.

Besonders gut gefallen hat uns die Filmsuche, denn dabei werden nicht nur Inhalte, Trailer und Bewertungen angezeigt, sondern auch, bei welchem Streaming-Anbieter das Objekt der Streaming-Begierde verfügbar ist. Zudem ist eine Filterfunktion nach Genre oder Darsteller möglich.

Auch an der Fernbedienung gibt es wenig zu meckern. Sie sorgt für einen schnellen Zugriff auf Netflix und Co. und beweist echte Handschmeichler-Qualitäten. Nur die seitlich angebrachten Lautstärketasten haben für ein wenig Verwirrung gesorgt, aber das ist wahrscheinlich Gewohnheitssache.

Leider kämpft der Chromecast noch mit der ein oder anderen Kinderkrankheit. Im Test hatten wir mit Aussetzern bei der Fernbedienung zu kämpfen und auch die Benutzeroberfläche hakte gelegentlich. Schafft es Google, diese Kleinigkeiten zu beheben, ist ihnen ein guter Stick zu einem fairen Preis gelungen.

Für Gamer: Nvidia Shield TV 2019

Für Gamer

Nvidia Shield TV 2019

Die dritte Generation des Nvidia Shield TV kommt mit frischer Optik und einigen Neuerungen. Erstmals wird das HDR-Format Dolby Vision unterstützt, nur HDR1+ gibt es bisher nicht. Nvidia stellte seinen Produkten aber stets Updates zur Verfügung, weshalb auch diese Funktion vielleicht noch kommen wird. Dolby Atmos für guten Sound ist bereits jetzt nutzbar.

Äußerlich wurde der Shield TV komplett neu erfunden: Den Box-Look der Vorgänger gibt es nur noch in der Pro-Variante. Die Standardversion ist jetzt ein zylinderförmiges Metallgehäuse – sehr ungewöhnlich, aber mal etwas Neues.

Die Fernbedienung ist ebenso auffällig, denn sie ist jetzt dreieckig. Aber auch innerlich hat sich einiges getan, die Fernbedeutung besitzt nun Infrarot zur Steuerung des TVs sowie sensorgesteuerte Hintergrundbeleuchtung. Außerdem funktioniert sie zuverlässiger.

Die Software ist weiterhin Android TV von Google, im Test in der Version 9, Updates sind aber garantiert. ChromeCast und der Google Assistant sind bereits integriert. Als neuer Chipsatz dient die überarbeitete Version des Tegra X1+. Er ist laut Hersteller schneller und im Praxistest funktionierte die Wiedergabe tatsächlich ruckelfrei.

Ein weiteres nettes Feature: Videomaterial lässt sich beim Shield TV 2019 in 4K-UHD-Auflösung hochskalieren. Mithilfe einer KI werden niedrige Videoauflösungen hochgerechnet. 720p-Material wirkt dadurch wirklich sichtbar schärfer. Seit dem Update funktioniert das Upscaling sogar bei Live-Inhalten und 60 Bildern in der Sekunde.

Neben perfekter Medienwiedergabe sind auch diesmal Gaming-Funktionen mit an Bord. Abseits der Android-Spiele laufen auch Spiele des Streaming-Services Geforce Now, der auch mit anderen Anbietern wie Epic Games oder Steam kombinierbar ist. Mit Maus, Tastatur und Bluetooth-Gamepad lassen sich Spiele wie Rocket League flüssig auf dem Fernseher streamen.

Aber nicht nur Gaming macht den Nvidia Shield TV attraktiv: Auch die hohe Leistung, die umfangreichen Features und langfristige Updates sprechen für ihn. Wer aber nur streamt, ist mit dem günstigeren Amazon Fire TV Stick 4K trotzdem besser beraten.

Was gibt es sonst noch?

Der Vorgänger von Apples 2021 erschienener TV-Box heißt ebenfalls Apple TV 4K. Damit werden hochaufgelöste Streams butterweich wiedergegeben – eine ausreichend schnelle Internetverbindung vorausgesetzt. Anders als beispielsweise der Amazon Fire TV Stick 4K, verfügt der Apple TV 4K über einen Ethernet-Anschluss. Das Menü ist ausgereift und läuft schnell und ruckelfrei in geschmeidigen 60 Hertz über den Bildschirm. Startet man einen Film, erkennt die Software automatisch die Bildwiederholrate und schaltet entsprechend um – praktisch! Ob man bereit ist, den hohen Preis zu bezahlen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für einen Kauf sprechen in jedem Fall die leistungsstarke Hardware, das ausgereifte Menü und vor allem die extrem hohe Angebotsbreite.

Der Amazon Fire TV Stick 4K ist der Vorgänger des 4K Max. Der Stick wird einfach in eine freie HDMI-Buchse des Fernsehers gesteckt und schon kann es losgehen. Im Lieferumfang inbegriffen ist außerdem eine Fernbedienung. Mit dieser lässt sich der Fire-TV-Stick steuern und die Sprachassistentin Alexa nutzen. Auch den Fernseher selbst soll man mit ihr bedienen können, aber das klappt bisher eher mittelmäßig.

Das Streamen von Inhalten läuft flüssig und es werden sogar HDR10+ und Dolby Vision unterstützt. Angenehm ist auch, dass weitere Streaming-Anbieter wie Disney+ und Netflix via Apps ebenfalls mit an Bord sind. Größtes Manko: Es ist nicht direkt ersichtlich, welche Inhalte in Prime inbegriffen sind und welche nicht. Alles in allem präsentiert Amazon mit der 4K-Version des Fire TV jedoch eine ausgereifte Streaming-Box, die obendrein noch günstig ist.

Der MagentaTV Stick ist Telekoms Alternative zum TV-Stick von Amazon. Als Basis wird hier zwar Android TV genutzt, allerdings stehen die Telekom-eigenen Dienste wie MagentaTV (circa acht Euro im Monat) dennoch im Vordergrund. Live-TV und elektronischer Programmführer (EPG) können direkt per Tastendruck aufgerufen werden. Technisch arbeitet der Stick der Telekom sehr gut: Er ist schnell und unterstützt HDR10+ sowie Dolby Vision und Dolby Atmos. Live-Fernsehen funktionierte im Test über WLAN ohne Stocken, nur das Wechseln von Sendern ist etwas teils träge. Für MagentaTV-Nutzer ist der Stick optimal geeignet und auch insgesamt ein gutes Gesamtangebot. Allerdings ist er eben sehr für Telekom-Nutzer ausgelegt, was nicht jeden anspricht.

Der normale Amazon Fire TV Stick ist noch immer eine gute Wahl, wenn es nicht unbedingt 4K-Auflösung sein muss. Der Funktionsumfang ist mit dem großen Bruder vergleichbar, lediglich mit den neuesten Formaten, wie zum Beispiel HDR und eben 4K, kann der Stick nicht dienen. Dafür ist er schon für wenig Geld zu bekommen.

Wissenswertes über Streaming-Boxen

Bevor man sich für eine Streaming-Lösung entscheidet, sollte man bedenken, welche Dienste man in Anspruch nehmen möchte, denn nicht jede Box unterstützt die Angebote sämtlicher Streaming-Anbieter. Wer wirklich sicher gehen will, dass seine vorhandene Medienbibliothek ohne Zwischenfälle wiedergegeben wird, greift am besten zur Hardware des jeweiligen Streaming-Anbieters. Das bedeutet: Wenn Sie ohnehin schon im Apple-Kosmos beheimatet sind, bietet sich ein Apple TV an, für Amazon Video eignet sich vor allem ein Gerät aus der Fire TV-Reihe.

Zwar bieten einige Hersteller Apps für die Boxen anderer Hersteller an, im Einzelfall gilt es aber nachzuprüfen, ob Ihr Anbieter dabei ist. Vor allem Google und Amazon schließen sich aufgrund des Zwists zwischen den beiden Parteien gerne gegenseitig aus – aber nicht zwingend vollständig: Während etwa der Google-Dienst YouTube nur mittels inoffizieller Umwege per Fire TV Stick erreichbar ist, gibt ein Chromecast zwar Audio-Inhalte von Amazon Music wieder, nicht aber die Videogegenstücke von Prime Video. Am kompatibelsten ist derzeit Apple: Für Apple TV stehen sowohl YouTube als auch Amazon Video offiziell zur Verfügung.

Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt, ist der eigene Bildschirm: Neuere Modelle unterstützen neben der höheren 4K-Auflösung auch einige technische Standards, wie HDR10, Dolby Vision und das Raumklang-Format Dolby Atmos. Allerdings sind die entsprechenden Boxen teurer als ihre Pendants ohne »4K«-Zusatz und bringen Besitzern eines älteren Fernsehers mit FullHD-Auflösung keine Vorteile.

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