Test: Kindle

E-Book-Reader im Test : Die Bibliothek immer dabei

Update 06.05.2022

Vor allem in Zeiten von Corona sind E-Book-Reader eine willkommene Abwechslung und zudem kann man sie und mit ihnen viele digitalisierte Bücher einfach mitnehmen. Wir haben 28 E-Book-Reader getestet.

Update 6. Mai 2022

Amazon hat den Dienst An Kindle senden eingeführt, mit dem man neuerdings ePub-Dateien in das Kindle-Format konvertieren kann. So lassen sich nun Bücher auch ohne die Nutzung von Programmen wie Calibre auf dem Kindle lesen.

15. Dezember 2021

Wir haben weitere eBook-Reader getestet und können den Kindle Paperwhite (2021), den Tolino Vision 6 und das PocketBook InkPad Color empfehlen.

16. März 2021

Wir haben zwei weitere eBook-Reader getestet und können das PocketBook Color empfehlen.

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Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Tausende Bücher auf einem kleinen Gerät – dank E-Book-Reader mittlerweile möglich. Die E-Ink-Displays sind mittlerweile so ausgereift, dass es sich beinahe wie auf Papier liest.

Von unseren 28 getesteten Geräten sind 16 momentan noch erhältlich. Bei unserem Test lag die Preisspanne zwischen 50 und 300 Euro. Im Test erfahren Sie nicht nur Näheres zu den einzelnen Produkten, sondern auch Wissenswertes zu E-Book-Stores, kostenlosen E-Books und weiteren Leihmöglichkeiten.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Allround-TalentEPUB-FreundTolle BibliothekFarbenfroh
Test: Amazon Kindle Paperwhite (2021)Test: Tolino Vision 6Test  eBook-Reader: PocketBook  Touch HD 3Test: Pocketbook Inkpad Color
Modell Amazon Kindle Paperwhite (2021) Tolino Vision 6 PocketBook Touch HD 3 Pocketbook InkPad Color
Pro
  • Großes Display
  • Sehr gute Ausleuchtung
  • Anpassbare Farbtemperatur
  • Sehr gute Performance
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Tolles Display
  • Gute Beleuchtung mit Nachtlicht
  • Einfaches Hinzufügen von freien Büchern
  • Sehr gute eBook-Verwaltung
  • Gutes Display
  • Wasserfest
  • Bluetooth-Vorlesefunktion
  • Gutes Farbdisplay mit 4.096 Farben
  • Sehr gute Buchverwaltung
  • Offen für viele Formate
  • Bluetooth-Audiofunktion
Contra
  • Enge Bindung an Amazon
  • Kein Support für Onleihe
  • Freie eBooks nur mit Calibre übertragbar
  • Bedienung teilweise träge
  • Buchauswahl nicht ganz so groß
  • Umständliche Shop-Bindung
  • Eher träge PDF-Darstellung
  • Bei Comics teils träge
  • Keine optimale Darstellung von Schwarz-weiß-E-Books
  • Nicht wasserdicht
Bester Preis
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Allround-Talent: Amazon Kindle Paperwhite (2021)

Allround-Talent

Amazon Kindle Paperwhite (2021)

Test: Amazon Kindle Paperwhite (2021)
Sein sehr gutes Display, die tolle Verarbeitung und ein riesiges eBook-Angebot machen den neuen Paperwhite zum Testsieger.

Der Amazon Kindle Paperwhite (2021) ist für viele eine gute Wahl – vor allem dank der Neuerungen, die Amazon dem 2021 erschienen Modell verpasst hat. Auf dem Paperwhite 2021 lassen sich dank größerem Display deutlich mehr Inhalte anzeigen. Zusätzlich zu bekannten Funktionen wie etwa einem wasserfesten Gehäuse oder dem Abspielen von Hörbüchern des Anbieters Audible, kann man beim Paperwhite 2021 auch die Farbtemperatur des Displays ändern. Zusammen mit der gewohnt hohen Qualität bei Verarbeitung, Lesekomfort sowie der Buchauswahl macht das den Paperwhite zu einem wirklich empfehlenswerten Allrounder. Wen es nicht stört, an Amazon gebunden zu sein, trifft mit diesem E-Reader eine gute Wahl.

Denn das ist gleich vorweg einer der größten Kritikpunkte bei Amazons Kindle eReadern: Man kann eBooks ausschließlich bei Amazon kaufen, andere Händler stehen nicht zur Verfügung. Immerhin bietet Amazon seit kurzem die Möglichkeit, eBooks im ePub-Format an den Kindle zu senden. So komfortabel wie bei Tolino oder Pocketbook funktioniert das aber nicht.

Das neue Modell hat ein 0,8 Zoll größeres Display – insgesamt 6,8 Zoll (17,27 cm) – und überzeugt mit sehr scharfer Schriftdarstellung. Allerdings legt der Kindle dafür auch etwas an Gewicht zu. Der Paperwhite wiegt unter dem Strich 25 Gramm mehr, insgesamt 205 Gramm. Für uns war das extra Gewicht auch bei längerem Lesen nicht störend, aber das mag nicht jeder so sehen.

eBook-Reader Test: Kindle
Dank der scharfen Textdarstellung unterscheidet sich das Kindle-Lesegefühl immer weniger von einem physischen Buch.

Auch beim Displayglas ändert sich nichts. Es ist nach wie vor plan verbaut, wodurch sich die Touch-Steuerung angenehmer nutzen lässt. Physische Tasten gibt es keine. Genau diese wären beim einhändigen Lesen allerdings sinnvoll, auch wenn die Touchscreen-Bedienung gut umgesetzt ist.

Der neue Paperwhite übersteht einen zweistündigen Tauchgang in Süßwasser bis zu einer Tiefe von einem Meter. Er ist somit nach IPX8-Norm wasserfest. Sie können Ihn also unbesorgt in der heimischen Badewanne, am Pool oder am Strand nutzen. Allerdings gibt es auch beim 2021-Modell keinen Schutz vor Staub oder ähnlichem.

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Dem Kindle Paperwhite kann Nässe nichts anhaben.

Ebenfalls schön: Der Paperwhite 2021 ist mit USB-C-Anschluss ausgestattet. Mit diesem lässt sich der E-Book-Reader innerhalb von etwa zwei Stunden laden und hält dann – abhängig davon wie regelmäßig Sie ihn nutzen sowie der eingestellten Bildschirmhelligkeit – einige Wochen lang.

Die leicht überarbeitete Menüoberfläche macht das Navigieren der eigenen E-Books sowie des Kindle-Shops noch einfacher und schneller. Dieses Feature, das im Sommer 2021 veröffentlicht wurde, bringt Amazon etappenweise auf alle Kindle-Modelle. Das Ändern von Schriftarten oder der Beleuchtung gestaltet sich ebenfalls sehr intuitiv. So kann man die Schriftgröße etwa wie auf dem Smartphone mit dem Zwei-Finger-Zoom vergrößern beziehungsweise verkleinern.

Die Kerndisziplin des Kindle Paperwhite ist das Darstellen von eBooks, und diese beherrscht der E-Book-Reader fast perfekt. Die Pixeldichte des E-Ink-Carta-Display liegt bei 300 Pixel pro Zoll (kurz: ppi). Wie von einem Reader in dieser Preisklasse zu erwarten, kann man auch von Nahem keine einzelnen Bildpunkte erkennen.

Eine Verbesserung gibt es auch in puncto Auleuchtung; sie wirkt im Vergleich zu den Vorgängern noch homogener. Grund dafür ist unter anderem, dass Amazon beim Paperwhite 2021 17 LEDs verbaut, die der Beleuchtung dienen. Das 2018er Modell hatte gerade einmal fünf. Der neue Paperwhite kommt damit, was die Beleuchtung betrifft, dem Niveau des Kindle Oasis ein ganzes Stück näher. Lichthöfe sind so gut wie nicht zu erkennen, egal welche Lichtverhältnisse herrschen und welche Einstellungen vorgenommen wurden.

Die Möglichkeit, die Farbtemperatur von weiß zu eher rötlich anzupassen, sorgt vor allem abends für eine bessere Leseerfahrung. Genauso wie bei anderen E-Readern empfinden wir diese Option als angenehm. Sie lässt sich natürlich auch deaktivieren.

Die Einstellungsoptionen sowie die Software überzeugen weiterhin. Die neun Schriftarten, die der Kindle Paperwhite bietet, sind allesamt in allen 14 Zoomstufen problemlos lesbar. Damit kommt Amazon seinem Ziel, eine Leseerfahrung zu bieten, die der eines echten Buches gleichkommt, wieder etwas näher. Dazu gehört auch, dass beim Umblättern keine Seiteninhalte auf dem Display nachleuchten. Dieses als Ghosting bekannte Phänomen konnten wie bei unserem Test tatsächlich nicht beobachten. Auch das Umblättern geht schneller als beim Vorgängermodell.

Schön: Amazon hat die Schrift OpenDyslexic auf dem Kindle verfügbar gemacht. Sie erleichtert Legasthenikern das Lesen von Texten. Zusätzlich zu den Schriftgrößen können Sie auch die Schriftarten-Schwere, den Zeilenabstand sowie die Seitenränder anpassen. Mit der aktuellen Softwareversion können Sie ihre bevorzugte Konfiguration in einem Profil abspeichern. So kann unkompliziert zwischen verschiedenen Vorlieben gewechselt werden.

eBook-Reader Test: Kindle Schrift
Mit 300 ppi Pixeldichte kommt das Schriftbild dem von gedrucktem Papier sehr nahe.

Die bekannten Standard Kindle-Features überzeugen ebenfalls. Sie können unkompliziert Textabschnitte markieren und diese mit Anmerkungen versehen. Auch das Nachschlagen unbekannter oder fremdsprachiger Begriffe ist möglich. Nützlich ist zudem das Pageflip-Feature. Mit diesem können Sie per Wischgeste eine kleine Seitenansicht sowie eine Positionsleiste am unteren Bildschirmrand einblenden und so innerhalb des Buches navigieren. Das ist vor allem bei Sachbüchern nützlich, etwa um beim Lesen im Glossar nachzuschlagen.

Weitere Features sind die X-Ray sowie die Freetime-Funktion. Mit Ersterer lassen sich zusätzliche Infos zur Geschichte und den Charakteren eines Buches anzeigen. Freetime ermöglicht es, den Kindle kindersicher zu machen. Sie können entscheiden, auf welche Bücher ihre Kinder Zugriff haben und die Nutzungszeit einschränken. Die entsprechenden Einstellungen lassen sich ganz leicht vornehmen.

Mit der optionalen Kids-Edition des Kindle gibt es zusätzlich zur farbenfrohen Schutzhülle ein einjähriges Abo für Amazon Kids+. Hier finden Kinder eine große Auswahl an altersgerechten eBooks zum Ausleihen. Wer das Angebot nach Ablauf des Jahres weiter nutzen möchte, zahlt knapp drei Euro pro Monat.

Wie bereits beim 2018er-Modell können Sie auch Audible, die Hörbuchsparte von Amazon, auf dem Paperwhite 2021 nutzen. Haben Sie ein Hörbuch bei Audible gekauft, können Sie dieses auf den Reader herunterladen. Anschließend lässt es sich via verbundener Bluetooth-Kopfhörer oder -Lautsprecher abspielen. Einen Kopfhöreranschluss hat der Paperwhite nach wie vor nicht. Dafür wird der Hörfortschritt zwischen E-Reader, App und anderen Geräten synchronisiert, was auch gut funktioniert.

Damit Sie dieses Feature nutzen können, brauchen Sie natürlich ein Audible-Abo. Dieses kostet etwa 10 Euro monatlich. Dafür bekommen Sie jeden Monat ein Hörbuch nach Wahl geschenkt. Jedes weitere Hörbuch kostet – üblicherweise auch 10 Euro. Achten Sie darauf, dass das Amazon-Konto, mit dem Sie das Hörbuch kaufen, dasselbe ist, mit dem Sie bei ihrem Kindle angemeldet sind.

Die Integration von Audible gefällt uns insgesamt gut. Schade ist allerdings, dass das Abspielen von Musik und anderweitig gekauften Hörbüchern keine Option ist.

Für alle Hörbuch-Fans lohnt es sich darüber nachzudenken, die Signature Edition des Kindle Paperwhite 2021 zu kaufen. Diese bietet viermal mehr Speicherplatz als ein regulärer Paperwhite: ganze 32 Gigabyte. Außerdem lässt es sich drahtlos mittels Qi-Standard aufladen. Dafür bietet Amazon eine eigene Ladestation an. Dieses Feature dürfte allerdings nur für Vielleser von Interesse sein, schließlich hält der Kindle-Akku bei mäßiger Nutzung einige Wochen.

Der eingebaute Helligkeitssensor ist eine weitere Exklusiv-Funktion der Signature Edition. Dieser passt die Display-Beleuchtung automatisch an. Er funktioniert einwandfrei. Dass er in der Standard-Ausführung des Paperwhite 2021 nicht dabei ist, hat uns allerdings nicht gestört. Übrigens können beide Versionen des E-Readers nur über WLAN online gehen. Die Kindle-Modelle mit integriertem Modem hat Amazon aus dem Sortiment gestrichen.

Das Upgrade mit seinen neuen Features steht dem neuen Paperwhite gut zu Gesicht, dennoch ist er natürlich nicht perfekt. Die Navigation ist zwar schneller als die Konkurrenz, verglichen mit der Kindle-App steht der E-Reader jedoch hintenan.

Ein großes Manko ist auch, dass Amazon weiterhin keine offenen E-Book-Formate unterstützt. Zwar gibt es dank Calibre dennoch einen komfortablen Weg, Drittinhalte auf den Kindle zu laden, besser wäre es jedoch, wenn Amazon das selbst ermöglichen würde.

Auch das Anzeigen von PDFs ist beim Paperwhite eher unschön. Unser Test-PDF vom O’Reilly-Verlag, das viele Bilder enthält, wurde zwar gut dargestellt, brachte den neuen Kindle beim Heranzoomen jedoch ins Stottern – allerdings weniger als die Vorgänger-Modelle.

EPUB-Freund: Tolino Vision 6

EPUB-Freund

Tolino Vision 6

Im Gegensatz zum Tolino Vision 5, der viele Neuerungen brachte, wurde beim Vision 6 im Vergleich zum Vorgänger nur dezente Modellpflege betrieben. Das ist jedoch nicht schlimm, denn der E-Reader agiert dennoch auf hohem Niveau. Anders als der Kindle hat der Tolino seitliche Tasten zum Umblättern. Bei Amazon hat dieses Feature nur der Kindle Oasis. Die Tasten sind eine Alternative zur Bedienung via Touchscreen und durchaus praktisch.

Die Griffleiste, an der sich auch die Umblättertasten befinden, eignet sich gut zum Halten des Gerätes – auch für Linkshänder, denn die Schriftorientierung sowie die Tastenbelegung können ganz einfach angepasst werden. Für mehr Haltekomfort sorgt auch, dass der Tolino Vision 6 weniger scharfkantig als sein Vorgänger ist. Und da er Wasserschutzklasse IPX8 hat, können Sie ihn auch bedenkenlos in die Badewanne oder zum Pool mitnehmen. Geladen wird der leistungsfähige Akku mit einem USB-C-Kabel.

Bei der Displaydiagonale hat sich nichts geändert; sie liegt weiterhin bei 7 Zoll (17,78 Zentimeter). Die Auflösung des E-Readers liegt bei 1264 x 1680 Bildpunkten (300 ppi) und zeigt Schrift klar und deutlich an. Die Beleuchtung ist qualitativ hochwertig und das Nachtlicht, bei dem die Beleuchtung zum Wohl der Augen eher ins rötliche geht, ist ein zusätzliches Plus.

Während Amazon seine E-Reader an Bücher aus dem eigenen Shop bindet, können auf dem Tolino Bücher problemlos in Form einer EPUB-Datei hochgeladen werden. Das Navigieren der Bibliothek sowie innerhalb der Bücher selbst ist unkompliziert.

Bei der Wahl, welchen Online-Buchhandel Sie nutzen wollen, haben Sie die Wahl zwischen Hugendubel, Weltbild, Mayersche Buchhandlung sowie Thalia. Sie alle haben inzwischen auch einen für den Tolino optimierten Shop, was das Kaufen von E-Books erleichtert. Ganz so schnell wie bei Amazon funktioniert es allerdings noch nicht.

Ein Abo-Angebot ähnlich dem von Kindle Unlimited gibt es bei der Tolino-Allianz nicht. Inzwischen lässt sich jedoch das Abo von Skoobe nutzen. Je nach gewähltem Paket bietet das Abo Zugriff auf Hörbücher und eBooks. Beides lässt sich mit dem Tolino anzeigen beziehungsweise abspielen. Für das Abo zahlen Sie zwischen 12 und maximal 20 Euro pro Monat.

Auch Onlineleihe ist möglich. Zwar ist diese beim Tolino immer noch weniger komfortabel im Vergleich mit dem Angebot von Kindle Unlimited, dafür jedoch günstiger. Bei unserem Test, bei dem ein Tolino mit finaler Firmware genutzt wurde, funktionierte die Onlineleihe problemlos. Im Userforum der Onlineleihe waren jedoch bereits ein paar Meldungen zu möglichen Problemen des Vision 6 zu finden.

Fehlerfrei ist dagegen das Hochladen von Büchern mit der Tolino-Cloud. Mit dem kostenlosen Online-Speicher lassen sich E-Books über das Web auf den Tolino übertragen.

Der Tolino 6 macht vieles richtig. Ein paar bekannte Fehler bleiben jedoch auch bei diesem Modell bestehen. So macht der Reader hin und wieder eine Denkpause beim Navigieren, trotz mehr Prozessorleistung. Beim Blättern gibt es dieses Problem allerdings nicht. Einziges Manko hier ist, dass das Erstellen von Notizen etwas hakelig vonstatten geht.

Abgesehen von diesen kleinen Makeln bietet Tolino mit dem Vision 6 einen so gut wie rundum gelungenen E-Reader. Er ist somit eine empfehlenswerte Wahl für alle, die keinen Kindle wollen.

Tolle Bibliothek: PocketBook Touch HD 3

Tolle Bibliothek

PocketBook Touch HD 3

Test  eBook-Reader: PocketBook  Touch HD 3
Tolle Bibliothek, sinnvolle Extras, wasserdicht – PocketBook liefert eine Top-Alternative zu Kindle und Tolino.

Wer gerne kostenlose E-Books liest, ist mit dem PocketBook Touch HD 3 gut beraten. Die Verarbeitung des Geräts ist gut und es ist perfekt ausgeleuchtet, auch die Blaulicht-Reduzierung ist gut austariert, sie heißt »Smart Light«. Dank IPX7 übersteht das Gerät auch ein Meter-tiefes Bad in tiefem Süßwasser für 30 Minuten, man kann ihn also problemlos mit in die Badewanne nehmen.

Hier verbindet sich das Gerät mit einem Buchhändler, der voreingestellt ist und Mitglied der PocketBook-Cloud ist. Den Shop kann man nur per E-Mail an den Support wechseln. Bei uns war ein Buchhändler aus Köln voreingestellt, die Auswahl an E-Books dort war eher überschaubar. Noch blöder finden wir, dass auf der Homepage der PocketBook-Cloud Büchereien sind, dessen Angebote online nicht verfügbar sind. Wenn also das Gerät mit solch einer Bibliothek verbunden ist, bringt der Online-Kauf nichts. Es ist aber ein Browser integriert, sodass man auch die Onleihe oder andere Shops nutzen kann.

Vor allem beim Hinzufügen von Büchern aus anderen Bezugsquellen punktet er aber. Diese Geräte nehmen jedes Buch im ePub-Format, sowie Word-Dokumente und PDFs.

Kabellos, etwa über die Dropbox-Cloud geht das auch. Nach erfolgreicher Anmeldung synchronisiert das Gerät automatisch die kompatiblen Formate aus dem Ordner auf den Geräte-Speicher. Dadurch können auch eBooks von Projekt Gutenberg und weiteren Seiten geladen werden. Nach der Registrierung kann man auch per Mail Bücher an das Gerät schicken, das ist sehr praktisch.

Die Buchverwaltung gefällt uns ebenso. Man kann die Bibliothek umfangreich filtern und sortieren und auch schnell durchsuchen. Auch eine Ordnerstruktur vom PC lässt sich per USB-Kabel genauso auf das Gerät übertragen.

Die Darstellung von Büchern kann sich auch sehen lassen. Es gibt viel Auswahl bei den Schriften und der Seiteneinrichtung, außerdem gibt es die Möglichkeit für Online-Suche und Notizen.

Auch hier können Hörbücher über die Bluetooth-Kopfhörer angehört werden. Es gibt dafür aber keinen eigenen Dienst, so müssen sie vorher auf dem Gerät abgespeichert werden. Hörbücher im MP3-Format kann man ebenfalls als ZIP-Archiv auf das Gerät schieben und dann abspielen.

Auch für E-Books lässt sich die Bluetooth-Funktion verwenden, Texte können von unterschiedlichen Stimmen vorgelesen werden. Bei den deutschen Büchern gibt es »Marlene« und »Hans«, beide fanden wir angenehm. Bei den englischen Büchern gibt es mehr Auswahl inklusive Akzente für Australien, Großbritannien oder die USA. Insgesamt finden wir das Gerät sehr gelungen und ebenso die Hörbuch-Funktion.

Wer also vorwiegend Bücher aus DRM-freien Quellen hat, findet im PocketBook Touch HD 3 das passende Gerät.

Farbenfroh: PocketBook InkPad Colour

Farbenfroh

Pocketbook InkPad Color

Test: Pocketbook Inkpad Color
Auf seinem 7,8-Zoll-Farbdisplay kommen Sach-, Kinder- und Comicbücher mit farbigen Bildern toll zur Geltung.

Das InkPad Color von PocketBook gehört zu den wenigen E-Readern, dessen Display auch farbige Inhalte anzeigen kann. Insgesamt 4.096 verschiedene Farben können wiedergegeben werden. Dafür hat das InkPad Color ein großes 7,8 Zoll Display. Das sind 1,8 Zoll mehr als der Vorgänger, das PocketBook Color. Insbesondere Sachbücher mit vielen Bildern und Comics können sich so von ihrer besten Seite zeigen.

Bei der Technik gab es im Vergleich zum Vorgängermodell ebenfalls Verbesserungen. So ist im InkPad Color ein Kaleido-Plus-Display verbaut und nicht mehr nur ein reguläres Kaleido-E-Ink-Farbdisplay. Dadurch bietet der Reader sattere Farben sowie bessere Kontraste im Vergleich zum PocketBook Color. Zwar ist die Farbdarstellung nicht auf dem Level eines hochwertigen Tablets, dafür vermissen entsprechende Tablets die augenschonenden Eigenschaften von E-Ink.

Was Optik und Haptik angeht, ähnelt der InkPad Color dem PocketBook Touch HD3. Allerdings ist Ersteres ein bisschen größer und wiegt auch mehr. Gemeinsam haben beide Modelle außerdem das ausgeklügelte Bedienkonzept und die durchdachte E-Book-Verwaltung inklusive breiter Formatkompatibilität. Nur wasserfest ist der Reader leider nicht.

Das Darstellen von Bildern ist in der Tat der größte Trumpf des InkPad Color. Vor allem Sach- und Kinderbücher aber auch die Buchcover, die in der personalisierbaren Bibliothek angezeigt werden, profitieren hiervon.

Während wir beim Testen des Vorgängers, dem PocketBook Color, noch bemängelten, dass Comics aufgrund der kleinen Displaygröße nicht optimal dargestellt werden konnten, sieht es hiermit beim InkPad Color schon besser aus: Vor allem im Vollbild werden Zeichnungen gut wiedergegeben. Geht es ans Vergrößern oder das Scrollen von Seite zu Seite, ist der Reader jedoch etwas träge. Immer noch stößt die E-Ink-Kaleido-Technologie hier an die Grenzen dessen, was möglich ist.

Die etwas beeinträchtigte Darstellung klassischer E-Books übernimmt das InkPad Color ebenfalls vom Vorgänger. Bauartbedingt ist die Farbschicht permanent leicht durchscheinend, wodurch ein erkennbarer Schleier entsteht. Dadurch entsteht hinter der Schrift ein sichtbarer Schleier. Der Effekt ähnelt dem eines Laserdrucker-Ausdrucks auf bräunlichem, recycletem Papier und ist dadurch natürlich nicht so ansprechend wie ein Kindle E-Reader oder vergleichbare Geräte. Allerdings werden die Meinungen, wie störend dies ist, natürlich auseinandergehen.

Trotzdem meinen wir, dass das InkPad Color eine äußerst interessante Kindle-Alternative ist. Jeder, der einmal ein illustriertes Buch mit dem Farb-E-Reader gelesen hat, wird auf dieses Feature nicht mehr verzichten wollen. Sowohl Sachbücher und Reiseführer als auch Kinderbücher und Comics kommen auf dem großen Farbdisplay besser zur Geltung als in schwarz-weiß.

Für wen die Farbenpracht ein Plus darstellt und wer nicht von der Schriftdarstellung gestört ist, kann trotz des eher hohen Preises zuschlagen.

Was gibt es sonst noch?

Der Kindle Paperwhite 2018 ist die vierte Generation des E-Book-Readers. Er bringt viele Neuerungen, wie etwa mehr Speicherplatz oder auch Bluetooth-Funktionalität zum Anhören von Audible-Hörbüchern. Auch Beleuchtung und Verarbeitung wurden verbessert und auch wasserfest ist der Reader nun. Wer mit der Bindung an Amazon kein Problem hat, bekommt mit dem Paperwhite ein gutes Gesamtpaket.

Der Tolino Vision 5 wartet mit vielen Neuerungen im Vergleich zu seinem Vorgänger auf. Dazu gehört unter anderem der große 7-Zoll-Bildschirm. Schön ist, dass man den Reader so formatieren kann, dass sich die Griffleiste mit den Tasten wahlweise links, rechts oder unten befindet. Allerdings ist der Akku etwas kleiner; das Gerät muss also öfter geladen werden. Großes Plus ist die Anbindung an die Tolino-Cloud, mit der sich E-Books schnell und unkompliziert auf den Reader hochladen lassen.

Beim Kindle Oasis 3 handelt es sich um die Premium-Reihe von Amazon. Die dritte Generation erschien 2019 und hat ein größeres Display. Die Farbtemperatur lässt sich anpassen und kann so stets den gerade herrschenden Lichtverhältnissen angepasst werden. Das Aluminiumgehäuse hochwertig und die Tasten zum Blättern sind eine gute Alternative zum Touchscreen. Schön wäre noch ein Kopfhörer-Ausgang gewesen, damit man Hörbücher nicht nur mit Bluetooth-Kopfhörern genießen kann.

Der PocketBook Color kann dank seinem einzigartigen Kaleido Display Inhalte mit bis zu 4.096 Farben darstellen. Diese kommen für E-Ink-Maßstäbe auch gut zur Geltung. Schade ist, dass der Farb-Reader gerade bei der Darstellung von Comics einige Mankos hat und etwa Inhalte abschneidet. Und auch regulärer Text wird zwar klar dargestellt, hat jedoch einen permanenten Schleier hinter der Schrift. Das lässt das Schriftbild unsauberer wirken. Bei der Darstellung von Reiseführern, sowie Sach- und Kinderbüchern kann er jedoch glänzen.

Im Gegensatz zum Tolino Shine 3 ist der Tolino Vision 4 HD wasserdicht, dafür auch teurer. Wir finden ihn zu teuer. Ansonsten bringt er die Tolino-typischen Eigenschaften mit. Das heiß angenehmes Leseerlebnis, das hinter dem von Amazon nur knapp zurückliegt. Eine Nachtlichtfunktion gibt es auch hier und man kann die Onleihe nutzen.

Der Tolino Shine 3 ist eher an dem klassischen Kindle orientiert, jedoch weniger griffig. Einen Wasserschutz gibt es hier nicht. Dafür bietet das Display aber ein Leseerlebnis, das mit dem des Paperwhite 2018 vergleichbar ist. Nur die Ausleuchtung ist weniger perfekt, jedoch nur, wen man die Geräte direkt vergleicht. Eine Nachtlichtfunktion ist auch dabei und das Gerät bietet eine gute Alternative zum Paperwhite. Wer freie Buchformen ohne Calibre-Konvertierung sucht und deutsche Buchhändler Amazon vorzieht, ist hier richtig. Die Onleihe kann hier auch genutzt werden.

Der Kobo Clara HD sieht aus wie der Tolino Shine 3. Jedoch unterscheidet sich die Software und auch die E-Book-Auswahl, hier ist sie auf den Rakuten-Shop beschränkt. Wir empfehlen daher eher den Tolino Shine 3, denn hier hat man bei den Shops deutlich mehr Auswahl.

Ein Exot ist der InkBook Lumos. Er hat ein auf Android 4.2 basierendes Betriebssystem und man kann Reader-Apps installieren, etwa die von Amazon oder Skoobe. Zudem werden gängige E-Book-Formate unterstützt. Klingt gut. Aber leider ist die Performance sehr träge, alleine das Blättern kostet Nerven. Die Kindle-App hier zu nutzen macht auch wenig Spaß, da es bei Eingaben immer zu Verzögerungen kommt. Außerdem gibt es bei Android-Apps einen sichtbaren Ghosting-Effekt. Zusammen mit der Auflösung von 800 x 600 Pixeln bei 167 ppi empfehlen wir ihn daher nicht.

Wissenswertes über E-Book-Reader

Viele Bücher in der Tasche und dabei nicht schwer schleppen – mit einem E-Book-Reader geht das ohne Probleme. Denn auf solch einem Gerät liest es sich immer noch schöner als auf dem Tablet oder Smartphone.

Das liegt daran, dass ein eReader leicht ist als ein Tablet und der Bildschirm größer als beim Smartphone. Die E-Ink-Displays sind hochauflösend und das Schriftbild kann mit echten Büchern mithalten. Eingebaute Beleuchtung gibt es mittlerweile auch fast überall, so lässt es sich auch bei wenig Licht lesen. Zudem halten die Akkus einige Wochen, Tablet oder Smartphone machen schon nach ein paar Stunden schlapp.

Lange wurde das Feld von Amazons Kindle-Readern angeführt, mittlerweile gibt es mit dem Tolino aber einen Konkurrenten. Der entstammt einer Allianz aus Hugendubel, Weltbild, Thalia und Telekom. Inzwischen gibt es keine größeren technischen Unterschiede zwischen den Geräten mehr.

eBook-Reader Test

Ob Tolino oder Kindle hängt vorwiegend mit dem Lieblings-Buchhändler zusammen. Beim Tolino kann man zwischen Thalia, Weltbild und Hugendubel wählen oder auf andere Stores wie bücher.de oder e-book.de zugreifen. Beim Kindle kann man nur bei Amazon kaufen.

Bei Kobo, das ist ein Tochterunternehmen von Rakuten, handelt es sich ebenfalls um ein eigenes Gerät.

Wissenswertes über E-Books

Bei allen Geräten kann man direkt elektronische Bücher auf dem Reader kaufen, ebenso über den Computer-Browser. Bei Kobo und Amazon gibt es dafür einen eigenen Shop. Bei Tolino dagegen gibt es verschiedene Quellen. Über das Gerät selbst kann man dabei nur im digitalen Buchladen kaufen, über die Tolino Cloud kann man aber auch weitere Inhalte aufs Gerät übertragen. Hierzu bindet man die Partnershops an die Cloud an, das geht aber schnell.

Wenn nun ein Tolino-Nutzer bei Buch.de ein Buch kauft, kann es trotzdem heruntergeladen und auch gelesen werden. So bekommt man hier ein flexibles Allround-Gerät. Anstatt den PC kann man zudem den internen Browser von Tolino nutzen. Bei dem wird der Großteil der Seiten gut dargestellt und man kann die Dateien auch auf den eReader laden. So kann man etwa ein Buch in einem ePub-Format kaufen und gleich lesen. Dafür braucht man aber etwas Geduld. Auf dem E-Ink-Display sehen die Webseiten zwar gut aus, beim Scrolling oder Seitenwechsel wird die Seite aber jedes Mal neu aufgebaut.

Bei den Angeboten von verschiedenen Anbietern gibt es nur kleine Unterschiede. Wir haben stichprobenartig zehn der Einträge von der Spiegel-Bestsellerliste und zehn der US-Bestsellerliste der New York Times in den Rakuten (Kobo), Tolino und Amazon Shops gesucht. Auf allen Plattformen haben wir tatsächlich die englischen und auch die deutschen Titel gefunden. Jedoch unterschieden sich bei den internationalen Büchern die Preise teils ziemlich, vergleichen lohnt sich also.

Preisschwankungen bei den deutschen Büchern gab es nicht. Das liegt daran, dass es auch digital eine Buchpreisbindung gibt.

Wer vor allem unbekannte Autoren unterstützen möchte, für den eignet sich die geschlossene Amazon-Plattform gut. Hier können Autoren beim Amazon Direct-Publishing-Programm auch ohne große Verlage ihre Bücher veröffentlichen. Somit gibt es im Kindle-Store viele Bücher, die man teilweise nirgendwo sonst findet. Für Fans englischsprachiger Bücher eignet sich das besonders.

Der beste E-Book-Store

Es gibt leider keine genauen Zahlen über die angebotenen Bücher in den einzelnen Shops. Festgestellt haben wir vor allem einen deutlichen Preisunterschied bei englischsprachigen Büchern. Wir haben etwa »The Whistler« von John Grisham bei Hugendubel gefunden für 18,49 Euro, bei Thalia und Amazon schon für 11 Euro. Die Preise sind teils sehr unterschiedlich.

Vergleichen ist also gut, aber nicht immer so einfach. Jeder Reader hat einen bevorzugten Shop, bei Kobo und Tolino kann man noch recht gut auf andere Shops zugreifen, beim Kindle wird es schwieriger, geht aber auch. Der Tolinon bietet sowieso Zugriff auf eBook.de, Hugendubel, Weltbild und Thalia. Dafür ist aber die Umsetzung gewöhnungsbedürftig. Das Gerät selbst ermöglicht nur den Kauf aus einem der digitalen Buchläden, man kann für andere Inhalte aber die Tolino Cloud nutzen und die Inhalte auf das Gerät übertragen. Hierzu müssen aber die Partnershops an die Cloud angebunden sein. Das ist schnell erledigt, aber dennoch könnte es weniger umständlich sein.

Bei Kobo und Amazon gestaltet sich das noch schwieriger. Wenn man Bücher aus anderen Shops lesen möchte, müssen diese für Amazon in das Amazon E-Book-Format konvertiert werden, leicht ist das nicht immer und oft gibt es auch einen Kopierschutz.

E-Book-Formate und der Kopierschutz

Bei Tolino und Kobo wird das Dateiformat ePub unterstützt. Dadurch bekommt man mehr Komfort beim Übertragen von Büchern aufs Gerät. Von vielen Shops werden Bücher im ePub-Format verkauft und auch Quellen für kostenlose E-Books bieten oft ePub als Download an. Über ein USB-Kabel kann man diese Dateien dann einfach auf das Gerät kopieren und direkt lesen.

Anders sieht es mit den Kindle-Geräten aus. Von Amazon wird das ePub-Format nicht unterstützt, hier gibt es ein eigenes Dateiformat. Daher kann man aus einer Amazon-fremden Quelle keine Bücher mit Kopierschutz auf das Gerät übertragen. Mit Calibre können aber dafür Bücher ohne Kopierschutz konvertiert werden.

Von einigen Quellen, etwa Projekt Gutenberg, gibt es die Bücher meist im ePub-Format und auch im MOBI-Dateiformat, das Kindle-tauglich ist. Die Bücher lassen sich dann direkt auf den Kindle kopieren.

Eher kompliziert wird es, von einem System zum anderen zu wechseln. Grundsätzlich kann man auch mit Kobo oder Tolino Bücher aus dem Amazon-Shop lesen. Und auch den Kindle kann man mit ePubs-Büchern bestücken, wenn man sie davor konvertiert. Wichtig ist dafür das Programm Calibre.

eBook Reader Test: Calilbre

Mit Calibre kann fast jedes Format digitaler Texte für die Verwendung auf den Readern aufbereitet werden. Jedenfalls wenn die Bücher keinen »DRM« (»Digital Rights Management«) Kopierschutz haben. Falls ein Kopierschutz vorhanden ist, funktioniert Calibre nicht, denn hier müsste der Kopierschutz untergraben werden. Trotzdem geht es technisch, Bücher von Amazon für Tolino und anderen umzuwandeln oder anders herum.

Jedoch gibt es von der Calibre-Community einige Plug-ins, mit denen der Kopierschutz entfernt werden kann. Es ist zwar verboten den Kopierschutz zu deaktivieren und zu knacken, aber in Deutschland darf von gekauften Medien auch eine Privatkopie angefertigt werden. So ist es eine rechtliche Grauzone. Wenn Sie sich dafür entscheiden, tun Sie das auf eigene Gefahr. Weiteres dazu auch bei AllesEbook sowie Lesen.net.

Es gibt aber von einigen Anbietern inzwischen zudem Bücher ohne einen Kopierschutz. Beim Kauf sind die gekennzeichnet und man kann sie ohne Probleme für jeden Reader aufbereiten. Trotzdem ist das Austauschen von gekauften Büchern zwischen den Geräten nicht ganz so trivial.

Vor allem bei Amazon Kindle ist es schwierig, später zu Kobo oder Tolino zu wechseln samt den gekauften Büchern, denn Amazon hat einen eigenen Kopierschutz. Entweder behält man den Kindle also als Backup oder liest auf Tablet oder Smartphone.

Infos zum Thema »DRM bei eBooks und wie man damit umgeht« findet man auch hier bei AllesEbook.

E-Books ausleihen

Bei allen E-Book-Readern kann man auch Bücher leihen. Bei Kobo und Tolino kann man die Onleihe nutzen. Das ist eine gemeinsame Plattform von Stadtbibliotheken, tausende Bibliotheken nehmen daran teil. Ist man in einer davon Mitglied, kann man E-Books online ausleihen. Dazu muss man nur den E-Book-Reader einmal registrieren und Adobe Digital Editions installieren, denn die geliehenen Bücher haben einen Kopierschutz.

So kann man dann digitale Bücher ausleihen, wie man es sonst in der Bibliothek tun würde, ganz ohne das Sofa verlassen zu müssen. Meist ist dabei das Onleihe-Angebot meist aktueller und größer als das bei Amazon.

Dafür hat man aber auch Einschränkungen wie beim echten Ausleihen von Büchern. So gibt es etwa bei jeder Stadtbibliothek nur eine begrenzte Menge von digitalen Exemplaren und aktuelle Bücher können da schon mal ausgeliehen und nicht verfügbar sein. Ist die Leihfrist zu Ende, verschwindet das Buch wieder vom Reader, egal ob es gelesen wurde oder nicht, Mahngebühren gibt es so aber immerhin nicht.

Bei Amazon gibt es einen anderen Weg. Beim Kindle kann man die Onleihe nicht nutzen, dafür aber die Kindle Leihbücherei und Kindle Unlimited. Letzteres ist ein Flatrate-Angebot. Hier kann man für etwa 10 Euro pro Monat bis maximal zehn E-Books ausleihen, beliebig lange. Dabei kann man aus etwa einer Million Büchern wählen, jedoch findet man eher selten aktuelle Bestseller. Dafür hat man aber Zugriff auf Bücher vom Self-Publishing oder der Kindle-Plattform. Die gesamte Harry-Potter-Reihe findet man beispielsweise aber auch.

Als Amazon-Prime-Kunde kann man auch einmal im Monat ein kostenloses E-Book ausleihen aus dem Unlimited-Bereich. An die Onleihe kommt die Qualität zwar nicht ran, aber dafür gibt es keine beschränkte Verfügbarkeit oder andere Restriktionen.

E-Books weltweit kostenlos herunterladen

Wer schonmal im Urlaub, beim Wandern oder am Flughafen nichts mehr zu lesen hatte, wird einen E-Book-Reader mit einer weltweiten Datenflatrate zu schätzen wissen, bisher gibt es sowas aber nur beim Amazon Kindle.

Für etwa 60 Euro mehr kann man das Gerät als »3G-Variante« kaufen und jeden Tag – ortsunabhängig – 25 Megabyte herunterladen. Das reicht für einige Bücher, denn die meisten haben nur einige Kilobytes. Außerdem fallen keine Zusatzkosten an. Wenn man einmalig den Aufpreis gezahlt hat, ist das Gerät immer online, das ist ein Alleinstellungsmerkmal des Amazon-Geräts.

Aber auch beim Tolino kann man Bücher unterwegs herunterladen. Dabei verbindet sich er E-Book-Reader automatisch mit WLAN-Hotspots von der Deutschen Telekom, ohne Zusatzkosten. Das Netz ist in Deutschland gut ausgebaut, im Ausland bekommt man ohne 3G hier aber Probleme. Beim Kobo Aura gibt es diese Funktion gar nicht.

So haben wir getestet

Wir haben E-Book-Reader von Tolino, Amazon und anderen Herstellern getestet.

Dabei wurde der Lesekomfort bewertet und auch Sonderfunktionen sowie unterschiedliche Möglichkeiten, die E-Books auf das Gerät möglichst komfortabel zu übertragen.

Die meisten E-Book-Reader in unserem Test haben eine angenehme Leseerfahrung geboten. Wo es vor Jahren noch große Unterschiede gab bei der Display-Qualität, Software oder Beleuchtung kann man inzwischen auf allen Readern komfortabel lesen.

Alle Reader können mittlerweile gut an die Vorlieben des Nutzers angepasst werden, etwa bei Schriftbild und Bedienung. Auch hier hat Amazon inzwischen die Nase vorn, aber auch die Tolino-Geräte sind bei Seitengestaltung und Flexibilität gut. Um den Lesekomfort muss man sich beim elektronischen Lesen also definitiv keine Sorgen machen.

Auch Markierungen sind überall möglich, ebenso Lesezeichen und Notizen, so kann man über den Touchscreen Lieblingszitate und wichtige Passagen wiederfinden.

Ob im Dunkeln, bei wenig Licht oder in der Sonne, dank Hintergrundbeleuchtung kann man in jeder Situation gut lesen.

Teure Kindle-Modelle strahlen besonders hell, aber auch bei Kobo und Tolino kann die Farbtemperatur angepasst werden, das schont im Dunkeln die Augen.

Wir raten insgesamt von günstigen Geräten ohne Hintergrundbeleuchtung ab, denn dadurch wird der Lesekomfort eingeschränkt. Geräte mit Beleuchtung bekommt man schon für weniger als 100 Euro.,

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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