Video-Drohnen im Test: Filmen aus der Lüfte Test: 20181103 1244x830

Video-Drohnen im Test : Filmen aus der Luft

Update 27.09.2022

Video-Drohnen sind der neue Trend schlechthin, wenn es ums Filmen aus der Vogelperspektive geht. Mit ihnen haben auch Privatanwender die Möglichkeit, tolle Luftaufnahmen zu kreieren. Wir haben 25 Modelle zwischen 100 und 1.500 Euro getestet und stellen die interessantesten Geräte vor.

Update 27. September 2022

Wir haben die DJI Mini 3 Pro und die DJI Avata getestet und beide sofort in unsere Empfehlungen aufgenommen.

22. Februar 2022

Wir haben fünf weitere Drohnen getestet. Neue Empfehlungen sind die DJI Air 2S, die Autel Robotics Evo II und die DJI Mavic 3.

22. April 2021

Wir haben die DJI FPV getestet und finden sie empfehlenswert.

5. März 2021

Wir haben die Mini 2 von DJI getestet und können sie vor allem Einsteigern empfehlen.

15. Oktober 2020

Wir haben vier neue Drohnen getestet. Die Parrot Anafi FPV macht DJI Konkurrenz, aber auch der Marktführer hat mit der Mavic Mini gut nachgelegt.

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Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Mit Drohnen hat man völlig neue kreative Möglichkeiten, Filme und Fotos zu produzieren. Die kleinen Fluggeräte werden von Jahr zu Jahr besser und eignen sich dank ihrer einfachen Bedienung auch für Anfänger, denn sie stehen eigenständig und stabil in der Luft und kehren automatisch zurück, wenn der Akku zur Neige geht.

Kein Wunder, dass der Drohnen-Markt boomt und immer mehr Menschen diese Technologie nutzen möchten. Zwar hat die Drohnenverordnung das Filmvergnügen etwas eingeschränkt, da man nun auf Wohngebiete besonders Acht geben muss – tollen Naturaufnahmen steht aber weiterhin nichts im Wege.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Filmreife AufnahmenMit 8K-AuflösungMit First-Person-ViewTeures MeisterstückHautnah dabeiKompaktes Funktionswunder
Test: Dji Air 2sTest: Autel Evo IiTest: Parrot Anafi FpvTest  Filmen aus Luft: DJI Mavic 3Test: Dji AvataTest: Dji Nini 3 ProTest  Video-Drohne: DJI Mavic 2 ZoomTest  Video-Drohne: DJI Mavic 2 ProTest  Filmen aus Luft: DJI Mini 2Test  Video-Drohne: DJI Mavic Air Fly More ComboTest: Dji FpvTest: Dji Mavic MiniTest: Potensic Dreamer ProTest: Holy Stone Hs720eTest  Video-Drohne: Ryze DJI  TelloTest  Video-Drohne: Yuneec Breeze 4KTest: Sansisco D15 Mini Drone
Modell DJI Air 2S Autel Robotics Evo II Parrot Anafi FPV DJI Mavic 3 DJI Avata DJI Mini 3 Pro DJI Mavic 2 Zoom DJI Mavic 2 Pro DJI Mini 2 DJI Mavic Air DJI FPV DJI Phantom 4 Pro DJI Mavic Mini Potensic Dreamer Pro Holy Stone HS720E Ryze DJI Tello Yuneec Breeze 4K Sansisco D15 Mini Drone
Pro
  • Sehr gute Video- und Fotoqualität
  • Sehr gutes Flugverhalten
  • Viele Sicherheitsfunktionen
  • 8 GB interner Speicher
  • Lange Akkulaufzeit
  • 8K-Auflösung
  • Gut verarbeitet
  • Lange Akkulaufzeit
  • Sehr gute Fotos und Videos
  • Unproblematisches Flugverhalten
  • 8 GB interner Speicher
  • Sehr stabiles und ruhiges Flugverhalten
  • Gute Videoqualität
  • Zoom-Funktion
  • FPV-Brille
  • Ausgezeichnete Hasselblad-Kamera
  • Exzellente Foto- und Videoqualität
  • Perfektes Flugverhalten
  • Lange Akkulaufzeit
  • Zoom
  • Sehr stabile Signalübertragung
  • Sehr stabiles und ruhiges Flugverhalten
  • Stabile Signalübertragung
  • Innovatives Steuerkonzept
  • Überzeugende Brille
  • Gute Videoqualität
  • Stabiles, ruhiges Flugverhalten
  • Sehr einfach zu steuern
  • Hohe Reichweite
  • Effektiver Gimbal
  • Gute Video- und Fotoqualität
  • Recht lange Akkulaufzeit
  • Crash-Sensoren
  • Sehr gute Video- und Fotoqualität
  • Sehr gutes Flug­verhalten
  • Viele Sicherheits­funktionen
  • Zoom-Funktion
  • 8 GB interner Speicher
  • Sehr gute Video- und Fotoqualität
  • Sehr gutes Flug­verhalten
  • Viele Sicherheits­funktionen
  • Hasselblad-Kamera
  • 8 GB interner Speicher
  • Gute Video- und Fotoqualität
  • Extrem klein und leicht
  • Sehr stabiles Flugverhalten
  • Fairer Preis
  • UHD-Auflösung
  • Sehr gute Video- und Fotoqualität
  • Klein und leicht
  • Viele Sicherheits­funktionen
  • 8 GB interner Speicher
  • Kreative Modi
  • Sehr stabiles und ruhiges Flugverhalten
  • Sehr stabile Signal­übertragung
  • Überzeugende Brille
  • Bei Bedarf bis zu 140 km/h schnell
  • Gute Videoqualität
  • Sehr gute Video- und Fotoqualität
  • Sehr gutes Flugverhalten
  • Viele Sicherheits­funktionen
  • Gute Video- und Fotoqualität
  • Extrem klein und leicht
  • Gutes Flugverhalten
  • Lange Flugzeit
  • Preiswert
  • Einfach zu fliegen
  • Koffer wird mitgeliefert
  • Ordentliche Verarbeitung
  • 3-Achsen-Gimbal
  • Recht lange Flugzeit
  • Tasche und zwei Akkus gehören zum Lieferumfang
  • Intelligente Flugmodi
  • Gutes Flugverhalten in Räumen
  • Ausgereifte App-Steuerung
  • Zusätzliche Flugmodi
  • Hochwertige Verarbeitung
  • 16 Gigabyte interner Speicher
  • UHD-Auflösung
  • Viele Flugmodi
  • Gute Verarbeitung
  • Fliegt sehr agil, lässt sich gut steuern
  • 14 Minuten Flugzeit
  • Zwei Akkus im Lieferumfang
  • Extrem kompakt
Contra
  • Tasche nur im teureren Combo-Paket enthalten
  • Display der Fernbedienung spiegelt extrem und ist im Freien zu dunkel
  • Smartphone-Halterung etwas wackelig
  • Hinderniserkennung reagiert zu sensibel
  • Keine Hindernis­erkennung
  • Fotoqualität nicht ganz überzeugend
  • Zusatzfunktionen nur gegen Aufpreis
  • Teuer
  • Teuer
  • Videostabilisierung nicht so gut wie bei anderen DJI-Drohnen
  • Wenige Optionen für Videos und Fotos
  • Teuer
  • Akku des Controller könnte länger halten
  • Akku des Controller könnte länger halten
  • Nur 30 Vollbilder bei höchster Auflösung
  • Kein automatisiertes Folgen bewegter Objekte
  • Anfällig bei starkem Wind
  • Nur 30 Vollbilder bei UHD-Auflösung
  • Recht kurze Flugzeit
  • Videostabilisierung nicht so gut wie bei anderen DJI-Drohnen
  • Wenige Optionen für Videos und Fotos
  • Keine UHD-Auflösung
  • Nur 30 Vollbilder bei höchster Auflösung
  • Kein automatisiertes Folgen bewegter Objekte
  • Anfällig bei starkem Wind
  • Durchwachsene Videoqualität
  • Steuerung reagiert zu sensibel
  • Keine Hinderniserkennung
  • Drohne führt teilweise Eigenleben, mitunter schwer zu kontrollieren
  • Copter neigt sich stark während des Flugs, muss sich danach erst wieder ausrichten
  • Durchwachsene Videoqualität
  • Akkustandsanzeige sehr ungenau
  • Windanfällig
  • Schlechte Videoqualität
  • Kein interner Speicher
  • WLAN-Verbindungs­probleme
  • Keine Stabilisierung bei UHD-Auflösung
  • Kurze Flugzeit
  • Kein Schwebeflug auf der Stelle durch fehlendes GPS
  • Für draußen nur an extrem windstillen Tagen geeignet
  • Sehr schlechte Videoqualität
Bester Preis

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Filmreife Aufnahmen: DJI Air 2S

Filmreife Aufnahmen

DJI Air 2S

Test: Dji Air 2s
Hervorragende Video- und Fotoqualität, einfach zu fliegen, überzeugende Hinderniserkennung und faires Preis-Leistungs-Verhältnis: Die DJI Air 2S ist unsere Nummer 1 am Drohnenhimmel.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die DJI-Drohne Air 2S mit einem Anschaffungspreis von unter 1.000 Euro. Sowohl Hobbypiloten als auch Fotografen und halbprofessionelle Filmer bekommen mit dieser Drohne überzeugende Aufnahmen und ein unkompliziertes, hervorragend stabilisiertes Flugverhalten.

In ihrer Größenklasse gilt die Air 2S als Vorreiter: Als erste Drohne dieser Größenordnung hatte sie einen 1-Zoll-Sensor, mit dem sie Fotos mit bis zu 20 Megapixeln schießen konnte, und eine Videoauflösung von 5.4K. Zudem ist sie optimal, um sie immer dabeizuhaben. Das liegt unter anderem am bewährten Faltmechanismus. Zusammengefaltet kommt die Drohne gerade mal auf Maße von 18 x 9,7 x 7,7 Zentimeter, flugfertig sind es 18,3 x 25,3 x 7,7 Zentimeter. Zudem wiegt sie lediglich 595 Gramm, was sie zu einem echten Leichtgewicht macht.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Dji Air2s Gefaltet
Sehr robust, verhältnismäßig leicht und kompakt: Die Air 2S von DJI ist perfekt, um sie jederzeit dabeizuhaben.

Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend. Das Gehäuse aus grauem Kunststoff ist schlagfest und stabil, das Einsetzen des Akkus ist einfach und er rastet fest ein. Die Arme sind verwindungssteif und robust. Die Propeller lassen sich zusammenfalten und können somit beim Transport montiert bleiben. Wenn man sie einmal austauschen muss, etwa nach einer misslungenen Landung, ist auch das ganz leicht: einfach runterdrücken, drehen und abnehmen – jetzt muss man nur noch den neuen Propeller aufsetzen. Werkzeug wird keines benötigt.

Die vier LEDs am Akku geben eine ungefähre Orientierung, wie viel Restkapazität die Drohne noch hat. Die exakte Prozentangabe bekommt man in der App angezeigt.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Dji Air2s Boden
Ein Smartphone ist keine Voraussetzung, um die Air 2S zu nutzen. Wer seinen Flug allerdings in Live-Perspektive miterleben will kommt jedoch nicht drum herum.

An der Seite der Drohne, von einer Gummiabdeckung geschützt, ist ein USB-C-Port, mit dem sich Drohne und PC verbinden lassen, um die Fotos und Videos auf dem 8-Gigabyte-Speicher zu verstauen. Gegenüber befindet sich der Speicherkarten-Slot, der MicroSDs bis 256 Gigabyte unterstützt. Achtung: Um in der höchstmöglichen Auflösung zu filmen und dabei eine flüssige Wiedergabe sicherzustellen, sollte man die schnellsten erhältlichen Speicherkarten nutzen.

Eine Kunststoffglocke schützt den 3-Achsen-Gimbal und die Kamera. Hat man den Dreh einmal raus, klappt das aufsetzen schnell und unkompliziert.

Im Lieferumfang der Air 2S ist zusätzlich zur Drohne noch ein Akku, Ladegerät, Fernbedienung, Gimbalschutz, Ersatzpropeller, sowie ein Verbindungskabel für Controller und Smartphone. Die Fly More Combo, Kostenpunkt zwischen 300 und 400 Euro – enthält zwei Zusatz-Akkus, ND-Filter, eine Akkuladestation, sowie eine Tasche. Dieses Paket dürfte für viele die beste Wahl sein, denn das enthaltene Zubehör ist sinnvoll und kostet im Set erheblich weniger als im Einzelkauf. Nimmt man noch den Smart Controller, die Fernsteuerung inklusive großem Display, liegt man bei einem Preis von 1.700 Euro – und das im günstigsten Fall. Wer allerdings ein vernünftiges Smartphone hat, kann auf den Smart Controller verzichten.

Ein großer Vorteil von DJI-Drohnen ist das große Angebot an Zubehör von Drittanbietern. Von Smartphone-Halterungen über ND-Filter bis zu Koffern und Taschen ist alles dabei. Für die DJI Air 2S wird ebenfalls diverses Equipment angeboten.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Dji Air2s Kamera
Die Air 2S von DJI ist mit einem 1-Zoll-Sensor mit Digitalzoom ausgestattet.

Gimbal und Kamera

Die Kamera hat einen 1-Zoll-Sensor. Fotos (RAW und JPG) werden mit bis zu 20 Megapixel aufgenommen. Bei Videoaufnahmen sind 5.4K bei 30 fps (5.472 x 3.078 Bildpunkte) sowie 4K bei 60 fps (3.840 x 2.160 Bildpunkte) mit 150 Mbit/s Datendurchsatz möglich. Zeitlupenaufnahmen lassen sich mit Full-HD und 120 fps realisieren. Die Kamera besitzt ein 88-Grad-Sichtfeld und eine f/2.8 Blende.

Auch einen Zoom gibt es. Dieser ist allerdings lediglich digital und nicht optisch. Das heißt, dass die Pixel nur künstlich vergrößert werden, was zu einer Verschlechterung der Bildqualität führt. Abhängig von Bildwiederholrate und Auflösung ist ein vier- bis achtfacher Zoom möglich. Außerdem können Sie zwischen den beiden Videocodecs H.265 und H.264 wählen. Die verfügbaren Farbprofile sind Normal (8 Bit), HLG (10 Bit) und D-Log (10 Bit).

Die Drohne ist natürlich mit den Fotooptionen Timed Photo, Panorama und Belichtungsreihe (AEB). Zusätzlich gibt es noch den SmartPhoto-Modus, der Bilder mit einer Auflösung von 20 Megapixel und intelligenter Szenenanalyse aufnimmt. Mittels Deep Learning werden automatisch die drei besten Optionen ausgewählt, um das beste Bild zu machen. Auch Szenenerkennung, Hyperlight und HDR kommen dabei zum Einsatz. HDR fügt verschiedene Bilder zu einem zusammen, um ein dynamischeres Ergebnis zu erzielen. Hyperlight hilft bei schlechten Lichtverhältnissen.

Durch den Gimbal wird die Kamera auf drei Achsen stabilisiert. So lässt sich die Kamera schwenken (-100° bis 100°), rollen (-45° bis maximal 45°) und neigen (-135° bis 45°). Der Gimbal kann mittels der DJI-App angepasst werden.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Dji Air2s Hindernisse
Bäume sind keine Gefahr für die Air 2S von DJI. Sensoren schützen die Video-Drohne vor einer Kollision.

Reichweite und Hinderniserkennung

Die DJI-Drohne ist hinten, vorne, rechts und links, sowie unten und oben mit Sensoren versehen, um Hindernisse wie etwa Felswände oder Bäume selbstständig zu erkennen. Dieses System funktioniert sehr zuverlässig. Es kommt nicht zu Frontalcrashs und knappes Vorbeifliegen funktioniert ebenfalls.

Das AirSense-System der Air 2S warnt den Piloten außerdem, wenn sich Hubschrauber oder Flugzeuge, die ADS-B-Signale aussenden, in der näheren Umgebung befinden. Potentielle Gefahren können so rechtzeitig erkannt und abgewendet werden. Damit nicht unerlaubt in Bereichen mit beschränktem Luftraum oder nahe Flughäfen geflogen wird, meldet das Geofencing-System GEO 2.0 sich und informiert den Piloten darüber, dass er dabei ist in einen solchen Bereich zu kommen. Die Drohne von DJI hat – wie inzwischen die meisten – eine Rückkehr-Automatik, die den Copter zurück an den Startpunkt bringt, wenn der Kontakt mit der Fernbedienung abbricht oder der Akkustand zu niedrig ist.

Laut dem chinesischen Hersteller liegt die maximale Reichweite der Übertragungstechnologie OcuSync O3 bei 8 Kilometern. Vier Antennen kommen dabei zum Einsatz. Bei unserem Testflug entfernten wir die DJI Air 2S 400 Meter weit von unserer Position weg. Dabei blieb das Signal störungsfrei. Das Vorschaubild in 1080p/30 wurde ruckelfrei und ohne Aussetzer auf das Smartphone übertragen.

Flugleistung und -dauer

Die DJI Air 2S hat drei verschiedene Flug-Modi. Mit dem S-Modus (Sport) schafft die Drohne 68 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit, beim N-Modus (Normal) sind es 54 Stundenkilometer und beim C-Modus (Cine) sorgen gemächliche 18 Stundenkilometer für filmreife Aufnahmen. Die maximale Sink- und Steiggeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 6 Metern pro Sekunde.

Der LiPo 3S-Akku bringt 3.750 mAh Leistung und wiegt 198 Gramm. Laut den Spezifikationen hat die Drohne 31 Minuten Maximalflugzeit bei Windstille. Die Schwebezeit beträgt 30 Minuten. Im Test hatten wir nach einer halben Stunde Flugzeit bei kaltem Wetter immer noch genug Akkuladung, um sicher zu landen.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Dji Air2s Fernsteuerung
Zuverlässig, kompakt und leicht zu bedienen: die Fernsteuerung der DJI Air 2S.

Steuerung

Das Steuern der Air 2S funktioniert wie bei allen DJI-Drohnen via Fernsteuerung und Smartphone. Diese erinnert an einen Spielekonsolen-Controller und besitzt bei der Verwendung einen angenehmen Grip. Die Steuerknüppel werden eingeschraubt und lassen sich an der Unterseite platzsparend verstauen. Die Smartphone-Halterung lässt sich einfach nach oben ausziehen, ist stabil und nimmt selbst große Smartphones sicher auf. Wie viel Restkapazität der Akku hat, wird mittels vier LEDs an der Fernbedienung angezeigt.

Zum Verbinden von Mobiltelefon und Controller liegen sowohl für Android- als auch Apple-Geräte Kabel bei. Damit man dieses nicht zu Hause liegen lässt kann man es praktischerweise unterhalb der Smartphone-Halterung aufbewahren.

Mit der Fernsteuerung kann der Flugmodus gewählt, die Kamera geschwenkt, Videoaufnahmen gestartet und Fotos geschossen, sowie die Rückhol-Funktion aktiviert werden. Die Bedienung ist so gut wie selbsterklärend. Ein eingebautes Display gibt es nicht; diese Funktion erfüllt das Smartphone. Wer auf ein integriertes Display Wert legt, bekommt dieses mit der Smart-Fernsteuerung, die Teil des teuren Combo-Pakets Fly More ist.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Dji Air 2s App
Die »DJI Fly«-App ist informativ und dennoch leicht zu bedienen.

So gut wie selbsterklärend ist auch die »DJI Fly«-App. Alle nötigen Informationen sind direkt ersichtlich: Auf welcher Höhe fliegt die Drohne? In welcher Entfernung befindet sie sich? Wie viele Satelliten sind momentan erreichbar? Wie viel Restlaufzeit hat der Akku? Auch kann man mit ihr zwischen den verschiedenen Aufnahme-Modi wechseln, Auflösung und Belichtung verändern, die Zeitlupe aktivieren und die automatisierten Flugmodi nutzen (dazu gleich mehr). Die App ist insgesamt ein gelungener Kompromiss: Einsteigern erleichtert sie die Arbeit, während fortgeschrittenere Piloten manuelle Anpassungen vornehmen können.

Wie von DJI gewohnt, ist die Steuerung sehr einfach. Landen und Starten kann die Drohne bei Bedarf sogar komplett selbstständig. Auch als blutiger Anfänger kann man eigentlich nichts falsch machen, wenn man sich vor seinem Jungfernflug etwas mit der Steuerung auseinandersetzt. Die Air 2S reagiert direkt und absolut zuverlässig. Befehle werden prompt ausgeführt. Es ist erstaunlich, wie leicht so ein Quadrokopter sich fliegen lässt.

Video- und Fotoqualität

Die Bedingungen für die Testflüge waren alles andere als gut. Tagelang warteten wir auf Sonne, die sich im Spätherbst jedoch nicht mehr zeigte. So musste die DJI Air 2S mit grauem Himmel und geringem Umgebungslicht vorlieb nehmen.

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Für die DJI-Drohne ist das aber kein Problem. Trotz der eher dürftigen Ausleuchtung ist das von der Drohne übertragene Bild detailreich, scharf und sehr rauschfrei. Dynamik und Farbtreue überzeugen ebenfalls und auch die Belichtungsautomatik funktioniert verlässlich. Ob Rasen, Elefantengras, Acker oder Steine, die Strukturen aller Oberflächen werden von der Air 2S sauber herausgearbeitet.

Sie begeistert außerdem durch geschmeidige und sehr ruhige Überflüge. Durch den Gimbal werden die Aufnahmen perfekt stabilisiert, in unseren Aufnahmen sind keine Propeller zu sehen.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Dji Air 2s Foto
Trotz suboptimalem Wetter zeigt die DJI Air 2S, was sie kann.

Bei den Fotos stimmen ebenfalls alle sichtbaren Bildparameter, auch einen guten Dynamikumfang haben sie. Sogar wenn man bei den Bildern etwas hineinzoomt, wird die Qualität dadurch kaum beeinträchtigt.

Ausgefuchste Aufnahme-Modi

Manche Flugmanöver und -routen sind per Hand nicht so leicht auszuführen. Es macht deshalb manchmal durchaus Sinn, das Pilotieren der Drohne zu überlassen. Dafür sind eine Reihe voreingestellter Aufnahmemöglichkeiten und Flugrouten in der »DJI Fly«-App hinterlegt.

Die QuickShots mit den Modi »Rocket«, »Dronie«, »Helix«, »Boomerang«, »Kreisen« und »Asteroid« sind uns bereits bekannt. Mit diesen kann der Copter zum Beispiel sehr exakt um ein definiertes Objekt kreisen, beispielsweise einen Kirchturm.

Mit ActiveTrack 4.0 kann die DJI Air 2S bewegte Objekte wie etwa einen Fahrradfahrer automatisch umkreisen, zuverlässig folgen oder diesen in der Bildmitte halten, während man selber beliebige Steuerbefehle ausführen kann.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Dji Air 2s App2
Im Modus MasterShots nimmt die DJI-Drohne eigenständig Videosequenzen auf, die von Distanz und Motiv abhängig sind.

Der Modus MasterShots der Air 2S erstellt autonom eine Flugstrecke für die Air 2S, wählt einen von drei Aufnahmemodi (Landschafts-, Nah- oder Portrait-Aufnahme) aus und tätigt diese völlig eigenständig. Man kann dabei aus vielen verschiedenen Vorlagen wählen. Die App erzeugt dann selbstständig ein Video.

Die Optionen funktionieren allesamt problemlos und sind außerordentlich ausgereift. Mit ihnen kann die Kreativität von Videoaufnahmen aus der Vogelperspektive deutlich gesteigert werden.

Mit 8K-Auflösung: Autel Robotics Evo II

Mit 8K-Auflösung

Autel Robotics Evo II

Test: Autel Evo Ii
Die Autel Evo II filmt in hervorragender Auflösung und liefert begeisternde Videos und Fotos.

Der Evo II aus dem Hause Autel Robotics ist die erste Drohne mit einer Auflösung von 8K. Damit lässt er sogar den Konkurrenten DJI hinter sich. In anderen Punkten kommt er dennoch nicht am Platzhirsch vorbei.

Mit 1.130 Gramm Gewicht ist die Autel-Drohne überraschend schwer. Insgesamt ist die Verarbeitung gut, die Propellerarme sind ein- und ausklappbar, sodass die Drohne in Rucksäcke sowie in größere Fototaschen passt.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Autel Evo Ii
Die Evo II von Autel kann platzsparend zusammengefaltet werden.

Die Kamera hat einen 1/2-Zoll-CMOS-Sensor und hält sich an einem Gimbal mit drei Achsen fest. Videos werden mit 120 Mbit/s Datenrate aufgezeichnet. HDR und eine Farbtiefe von 10 Bit sorgen für mehr Dynamik und höhere Kontraste. 8K-Videos werden mit 7.680 x 4.320 Pixel und maximal 25 Bildern pro Sekunde gemacht. Dabei entstehen natürlich immense Datenmengen. Für den Alltag braucht momentan niemand 8K-Aufnahmen. Vorteil der hohen Auflösung ist jedoch, dass beim Nachbearbeiten hineingezoomt werden kann und ohne Qualitätsverluste 4K-Filme generiert werden können. Dafür ist allerdings unbedingt ein sehr leistungsfähiger Rechner nötig.

6K filmt die Evo II mit 30p, 4K mit bis zu 60 Vollbildern. Der ISO-Bereich kann von 100 bis 6.400 eingestellt werden und es gibt einen optischen Vierfach-Zoom. Für Fotoaufnahmen stehen 48 Megapixel zur Verfügung, im RAW- sowie im JPG-Format. Der integrierte 8-Gigabyte-Speicher kann mit einer MicroSD um bis zu 256 Gigabyte erweitert werden.

Die Autel-Drohne ist mit Sensoren zur Hinderniserkennung ausgestattet. Insgesamt zwölf Stück schützen das Gerät vor Kollisionen. Bis auf 30 Meter Entfernung werden störende Objekte erkannt und im Live-Feed mittels farbiger Linien dargestellt.

Ein 7.100-mAh-Lipo-Akku treibt die Motoren des Copters an. Den Akku voll zu laden dauert etwa 90 Minuten. Laut Autel soll die Drohne eine Flugzeit von stolzen 40 Minuten hinkriegen. In unserem Test schaffte sie etwa 32 Minuten, was trotzdem ein beachtliches Ergebnis ist. Abhängig vom gewählten Modus schafft die Drohne 54 beziehungsweise 72 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Autel Evo Ii Controller
Das im Controller integrierte Display spiegelt extrem und ist sehr dunkel. Die Schutzfolie befindet sich in diesem Foto noch auf dem Bildschirm.

Der zugehörige Controller ist mit einem 3,3 Zoll OLED-Display ausgestattet. Auf diesem wird neben Flugdaten und Akku-Zustand auch der Live-Feed der Kamera angezeigt Leider sind die 330 Nits des Bildschirms bei Sonne zu dunkel. Man erkennt dann so gut wie nichts mehr. Auch spiegelt es extrem. Alternativ kann man das Smartphone als Display nutzen und es dazu an der ausklappbaren Smartphone-Halterung befestigen, die jedoch etwas wackelig ist. Unschön ist auch, dass die rückseitigen Funktionstasten so angebracht sind, dass man des Öfteren ungewollt dagegen kommt.

Mit der Fernbedienung lässt sich die Drohne selbstständig landen und starten, sowie die Go-Home-Funktion aktivieren. Das hat in unserem Test auch einwandfrei funktioniert. Die Steuerung ist fast identisch mit der aller anderen erhältlichen Drohnen.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Autel Evo Ii App
In der Autel-App werden dem Drohnen-Piloten viele nützliche Informationen angezeigt.

Damit man alle nötigen Einstellungen machen kann, muss man die »Autel Explorer«-App (verfügbar für Android und iOS) auf seinem Smartphone installieren. Mit dieser können Shutter, ISO-Zahl und Auflösung geändert werden. Außerdem erhält man Informationen zu Entfernung, Kamera-Neigung, Flughöhe und -geschwindigkeit, sowie der Restkapazität der Akkus von Drohne und Controller. Die App ist übersichtlich gestaltet, aber nicht jede Funktion ist sofort ersichtlich. Eine Eingewöhnungszeit ist nötig.

Das Pilotieren der Evo-II-Drohne ist anfängerfreundlich und unkompliziert. Auf Steuerbefehle reagiert sie prompt, agiert freundlich und stoppt, sobald die Steuerknüppel losgelassen werden. Durch das markante Orange ist die Drohne am Himmel sehr gut zu erkennen. Ein rund 1.800 Euro teurer Copter muss sich in dieser Kategorie natürlich mit dem Marktführer DJI messen. Dabei fällt auf, dass die Drohnen von DJI sich noch ein bisschen exakter und feinfühliger fliegen lassen und komplett still stehen. Das Modell von Autel neigt phasenweise dazu, etwas zu tänzeln und ist unruhiger. Für Europa gibt der Hersteller eine Maximalreichweite von 5 Kilometern an. In unserem Test konnten wir die Autel-Drohne 400 Meter weit weg fliegen, ohne dass das Signal darunter litt. Es blieb stets stabil und die Bildübertragung hatte keine Aussetzer.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Autel Evo Ii Luft
Werden die Steuerknüppel losgelassen, bleibt die Drohne gutmütig stehen.

Zuweilen wird die Drohne etwas von der Hinderniserkennung ausgebremst. Nähert die Evo II sich einer Hecke, einem Baum oder sonst einem Hindernis, gleitet sie nicht dynamisch um das Hindernis herum, sondern bremst ihre Geschwindigkeit auf Schneckentempo, um sich gemächlich daran vorbeizutasten. DJI ist in dieser Hinsicht Lichtjahre besser.

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Ausgesprochen positiv überrascht hat uns die Filmqualität. Obwohl wir unseren Testflug an einem tristen Tag im Herbst absolvierten, war das daraus resultierende 4K-Video plastisch, detailreich und super scharf. Die Farben kommen kräftig heraus, sind aber dennoch natürlich. Die Belichtungsautomatik leistet exzellente Arbeit. Der Gimbal ist ebenfalls hervorragend. Bewegungen werden sehr gut ausgeglichen und die resultierenden Aufnahmen sind ruhig und geschmeidig. Auch manuell ausgeführte Tricks, bei der sich die Drohne selbst um die Achse dreht, funktionieren ausgezeichnet.

In dieser Hinsicht muss Autel sich absolut nicht vor DJI verstecken. Selbst unbearbeitete Fotos im JPG-Format sind kontrastreich und dynamisch. Solche Resultate können sich sehen lassen. Kreative Filmer werden sich zudem über die diversen zusätzlichen Flugmodi der Evo II freuen. Zu diesen gehört Personen- und Objektverfolgung, das Abfliegen selbst definierter Wegpunkte, sowie Flugmanöver, bei denen die Drohne zum Beispiel ein ausgewähltes Objekt umkreist oder sich selbstständig auf ein Ziel zubewegt.

Video-Drohne Test: Drohnen Dezember2021 Autel Evo Ii Foto
Die Dynamik der Fotos überzeugt auch bei wenig Licht.

Fazit: die Evo II von Autel ist mit 1.800 Euro eine recht teure Drohne, mit hervorragender Foto- und Videoqualität und einer präzisen Steuerung. In diesem Aspekt gibt es für diesen Preis so gut wie keine besseren Fluggeräte. Für viele dürfte Auflösung in ganzen 8K ein nettes Extra sein, auf das man jedoch auch verzichten kann. Schwachpunkt ist der Controller mit seinem dunklen, stark reflektierenden Display. Alles in allem hat DJI mit Autel endlich einen Mitbewerber, der eine echte Konkurrenz darstellt.

Mit First-Person-View: Parrot Anafi FPV

Mit First-Person-View

Parrot Anafi FPV

Test: Parrot Anafi Fpv
Die Parrot Anafi FPV überzeugt bei Flugverhalten und Videoqualität und holt den Piloten dank FPV-Brille virtuell ins Cockpit.

Die Parrot Anafi FPV bietet eine Besonderheit: FPV steht für First Person View und so hat der Nutzer durch ein Headset das Gefühl, in der Drohne mitzufliegen. Das Smartphone wird dabei in die Brille eingeklemmt. Die Anafi wiegt 315 Gramm, sodass laut Gesetz eine weitere Person anwesend sein muss, die den Piloten auf Gefahren hinweist. Man darf mit dieser Drohnen auch nicht höher fliegen als 30 Meter.

Die Parrot Anafi kann auch ohne FPV als einfache Drohne genutzt werden. Wer den FPV-Modus generell nicht braucht, kann ohnehin auf die 100 Euro günstigere Anafi Base zurückgreifen.

Auch diese Drohne hat ausklappbare Arme. Mit den Modellen des Branchenprimus DJI kann die Anafi FPV aber nicht ganz mithalten: alles wirkt ein wenig instabil, die Befestigung für die Kamera ist an Gummis aufgehängt und möchte man die Micro-SD-Speicherkarte wechseln, muss zunächst der Akku herausgenommen werden. Um die Drohne zusammenzufalten, müssen allerdings die Propeller nicht abgenommen werden.

Für eine exakte Positionsbestimmung ist die Parrot Anafi FPV mit GPS, Ultraschallsensor, Vertikalkamera, Glonass, Magnetometer und Barometer ausgestattet. Die Drohne fliegt maximal 55 Stundenkilometer und mit dem Controller schafft man Übertragungsdistanzen von höchstens 4 Kilometern. Die Kamera nimmt Fotos mit maximal 21 Megapixeln auf, Filme entstehen mit 30 Vollbildern, in Full-HD mit 60 Vollbildern. Die Fotos kann man im RAW- und im JPG-Format speichern.

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Über die Fernbedienung kann man die Drohne steuern, die Kamera neigen, zoomen und Fotos und Videos auslösen. In die Smartphone-Halterung passen dabei Handys mit maximal 6,5 Zoll Display. Der Akku hält bei Apple-Geräten bis zu fünfeinhalb Stunden, bei Android-Geräten ist die Akkuzeit ganze drei Stunden kürzer. Den vollen Umfang an Funktionen erhält man mit der kostenlosen »FreeFlight 6«-App: Hier hat man auch die Wahl zwischen den verschiedenen Modi Film, Sport und Cinematic.

Der Dolly-Zoom, das 360°-Panorama und die Funktion »Little Planet« sind bei der Parrot Anafi FPV inklusive. Die Funktion »Follow Me«, in der die Drohne Objekten oder Personen folgt, muss man zusätzlich erwerben. Ebenso die Funktion, auf Google Maps Zielpunkte zu definieren. Bei JPG-Fotos mangelt es ein bisschen an Brillanz, Dynamik und Schärfe. Das kann aber in der Nachbearbeitung korrigiert werden.

 Video-Drohne Test: Drohnentest Mai2020 Parrot Anafi Fpv Foto
JPG-Fotos fehlt es ein bisschen an Brillanz und Dynamik, auch die Schärfe ist ausbaufähig.

Zuletzt nochmal zu dem Feature, das die Anafi ausmacht: Für den First Person View wird das Smartphone vorne in der Brille befestigt und zusätzlich mit der Fernbedienung verbunden. Das Gewicht von Brille und Smartphone ist dabei schnell auf der Nase spürbar, auf längere Zeit könnte des unbequem werden. Durch die Brille sieht man ausschließlich, was die Kamera der Parrot Anafi FPV einfängt: Das vermittelt ein tolles neues Flug- und Raumgefühl. Ob man dafür aber 100 Euro mehr ausgeben möchte, ist Geschmackssache.

Teures Meisterstück: DJI Mavic 3

Teures Meisterstück

DJI Mavic 3

Test  Filmen aus Luft: DJI Mavic 3
Hasselblad-Kamera, Zoom, 5.1K-Auflösung, lange Flugzeit und herausragende Videoqualität: Die DJI Mavic 3 ist eine Drohne für allerhöchste Ansprüche.

Unter mangelndem Selbstbewusstsein leidet DJI definitiv nicht: Die chinesische Firma betitelt die Pressemitteilung zur Vorstellung ihres neusten Flugobjekts mit »DJI macht die beste Drohne der Welt mit der neuen Mavic 3 noch besser«. DJI hat mit dem Quadrocopter Mavic 3 tatsächlich ein Meisterstück abgeliefert. Dafür muss man allerdings je nach Ausstattung und Version von 2.099 bis zu 4.799 Euro investieren. Mit diesem Preis richtet die Drohne sich verstärkt an professionelle Nutzer.

Die Mavic 3 von DJI ist eine Faltdrohne und bringt rund 900 Gramm auf die Waage. Zusammengefaltet und ohne Propeller misst sie 22,1 x 9,6 x 9 Zentimeter, ausgefaltet liegen die Maße bei 34,8 x 28,3 x 10,8 Zentimeter. Die DJI Mavic 3 lässt sich dadurch problemlos im Rucksack transportieren. Die exzellente Verarbeitung wirkt durch das dunkelgraue Kunststoffgehäuse noch polierter als andere Drohnen von DJI.

Filmen aus der Luft Test: Drohnen Dezember2021 Dji Mavic3
Tolle Drohne mit ausgereifter Fernsteuerung: In Sachen Hardware hinterlässt die Mavic 3 einen sehr guten Eindruck.

Das Herzstück der Drohne ist die Doppelkamera mit einem 4/3-Zoll-CMOS-Hasselblad-Objektiv und 24 Millimeter Brennweite sowie einem 1/2-Zoll-CMOS-Teleobjektiv mit 162 Millimeter Brennweite. Gefilmt werden kann mit 5.1K (5.280 x 3.956 Pixel) und 50 Vollbildern sowie mit 4K und 120 Bildern für Zeitlupenaufnahmen. Für Fotos (RAW und JPG) stehen 20 Megapixel zur Verfügung. Die maximale Datenrate liegt laut Hersteller bei 200 Mbit/s.

Mit der von f/2.8 bis zu f/11 einstellbaren Blende kann die Kamera an verschiedene Lichtverhältnisse angepasst werden. Der Dynamikbereich ist 12,8 Blendstufen groß. Optisch sowie digital steht ein 28-facher sogenannter Hybridzoom bereit, mit dem weit entfernte Motive herangezoomt werden können. Das ist praktisch, wenn zum Beispiel Details eines Kirchturmes gefilmt werden sollen, aber die Drohne einen gebührenden Abstand zum Gebäude einhalten soll. Die leistungsstarke Hasselblad-Kamera inklusive Autofokus sowie 84-Grad-Sichtfeld wiegt dennoch gerade einmal 12,5 Gramm.

Filmen aus der Luft Test: Drohnen Dezember2021 Dji Mavic3
Exzellente Aufnahmen garantiert – dank der Hasselblad-Kamera.

Die Höchstgeschwindigkeit der Mavic 3 beträgt 68 Stundenkilometer. Das verbesserte Übertragungssystem DJI O3+ soll störungsfreie Übertragung mit maximal 15 Kilometer Reichweite garantieren, die Vorschau hat eine Bildrate von 1080p60. Die Rückkehr-Funktion, die in Aktion tritt, wenn der Akkuladestand zu niedrig wird oder die Verbindung zum Controller abbricht, wurde ebenfalls optimiert. Bisher stieg die Drohne dabei zunächst auf eine voreingestellte Sicherheitshöhe, damit Kollisionen vermieden werden konnten, und kehrte dann zum Startpunkt zurück. Die Mavic 3 hat nun die Möglichkeit, automatisch die sicherste, energieeffizienteste und vor allem kürzeste Route zum Ausgangspunkt zu bestimmen. Parallel misst der Copter die Windgeschwindigkeit und berechnet mittels dieser Daten in Echtzeit die zur Rückkehr benötigte Leistung.

Dies wird durch das omnidirektionale APAS 5.0 Hinderniserkennungssystem ermöglicht, mit dem die Daten der beiden Winkelsensoren und der sechs Fischaugen-Sichtsensoren ausgewertet werden. Mit ActiveTrack 5.0 kann die Drohne außerdem einem Objekt zu folgen, während dieses sich rückwärts, vorwärts, seitwärts oder diagonal bewegt. Ist das Objekt zu schnell und verschwindet kurzzeitig aus dem Bild, wird mit speziellen Algorithmen sowie Sichtsensoren dafür gesorgt, dass das Objekt dennoch nicht verloren wird. Die Sichtsensoren befinden sich oben, unten, vorne, hinten sowie seitlich.

Die Akku-Kapazität liegt bei 5.000 mAh und das Gewicht bei 335 Gramm. Schön ist, dass der Akku auch geladen werden kann, wenn er in der Drohne ist. Laut Hersteller sind unter Idealbedingungen Flugzeiten bis 46 Minuten möglich. Bei unserem Testflug filmten wir bei kaltem Wetter kontinuierlich in 4K und mit 50 Vollbildern und schafften 33 Minuten Flugdauer mit geringer Restkapazität nach der Landung. Der Akku kann sicher eingerastet werden und die LEDs geben einen ungefähren Eindruck der verbleibenden Akku-Kapazität.

App und Controller sind mit der ebenfalls aus dem Hause DJI kommenden Air 2S identisch, weshalb wir hier nicht näher auf diese Komponenten eingehen. Die Stabilisierung der Kamera übernimmt ein 3-Achsen-Gimbal. Der integrierte Speicher ist 8 Gigabyte groß. Wer hochauflösende Videos aufnimmt kommt damit jedoch nicht weit. Der Speicher reicht so für etwa fünf bis sieben Minuten. Eine MicroSD-Karte (maximal 512 Gigabyte) ist deshalb ein Muss.

Filmen aus der Luft Test: Drohnen Dezember2021 Dji Mavic3
Sicheres schweben beherrscht die DJI Mavic 3 ebenfalls.

Die Mavic 3 ist angenehm leise und hat ein vorbildliches Flugverhalten. Selbst bei Wind schafft sie es, fest in der Luft zu stehen. Steuerbefehle werden immer sofort umgesetzt. Das aber stets so flüssig, dass keine sichtbaren, abrupten Bewegungen im Film zu sehen sind. Die Drohne lässt sich sehr gemächlich, aber auch ganz dynamisch fliegen.

Die Fotos und Filmaufnahmen sind scharf und qualitativ überragend. Trotz mehrerer Anläufe herrschte bei unseren Testflügen immer graues Wetter, teils gab es sogar leichten Schneefall. Trotz dieser widrigen Umstände lieferte die DJI überraschend lebendige, detailreiche Aufnahmen. Die Belichtungssteuerung stellt sowohl dunkle, schattige Bildbereiche als auch hellere Passagen gut in Szene. Der Gimbal werkelt einwandfrei und ermöglicht butterweiche Bewegungen. Die gemachten Fotos punkten mit Farbtreue und schöner Tiefe.

Filmen aus der Luft Test: Drohnen Dezember2021 Dji Mavic3
Schlechte Sicht, wenig Licht und mieses Wetter: Das mit der DJI Mavic 3 aufgenommene Foto bildet die Wetterverhältnisse authentisch ab.

Auch zahlreiche automatische Flugmodi hält die DJI-Drohne bereit. Das Verfolgen von beweglichen Objekten mit Active Tracking funktioniert vorzüglich. Mit MasterShot lassen sich mittels künstlicher Intelligenz noch bessere Bilder machen. Außerdem soll mit einem Firmware-Update bald eine Panorama-Funktion nachgerüstet werden.

Die DJI Mavic 3 gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Paketen. Im 2.099 Euro teuren Standard-Paket sind neben der Drohne noch eine Fernsteuerung, ein Ladegerät, eine Schutzhülle, einen Akku sowie weitere Kleinteile wie Kabel und Ersatzpropeller. Für die Fly More Combo werden 2.799 Euro fällig. Dafür bekommt man zusätzlich drei Akkus, eine Tasche, eine Akkuladestation und ND-Filter.

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Noch hochpreisiger ist man mit der DJI Mavic 3 Cine unterwegs. Für die Premium Combo zahlt man ganze 4.799 Euro. In dieser Ausführung hat die Drohne einen integrierten, ein Terabyte großen SSD-Speicher. Außerdem wird der Apple ProRes 422 HQ Codec unterstützt und die DJI RC Pro Fernsteuerung ist mit einem integrierten Touchscreen ausgestattet.

Für Filmer, Fotografen und ambitionierte Drohnenpiloten ist die Mavic 3 von DJI ein sehr gutes Arbeitsgerät mit fantastischer Videoqualität. Flugzeit, Flugverhalten und Kamera sind top und mit dem Gesamtpaket sind ausgezeichnete Ergebnisse garantiert. Wer Drohnen eher zum Spaß liegt, kann allerdings getrost zur wesentlich erschwinglicheren Air 2S desselben Herstellers greifen.

Hautnah dabei: DJI Avata

DJI bringt mit der Avata gleich eine weitere Drohne heraus, mit der Piloten durch eine besondere Brille die nähere Umgebung ganz lebensnah aus dem Kamerablickwinkel und somit direkt aus der Ich-Perspektive erkunden können. Das Pilotieren wird zu einem Gänsehaut-Erlebnis dank der speziellen Bewegungssteuereinheit.

Hautnah dabei

DJI Avata

Test: Dji Avata
Für Einsteiger in die FPV-Drohnenwelt ist die DJI Avata das perfekte Modell: einfach zu fliegen mit toller Brille und hohem Gänsehaut-Faktor.

Mit Renndrohnen könnte man beim Fliegen zu Beginn ein paar Probleme haben, denn es ist ihnen, ganz im Gegenteil zu den Videodrohnen, nicht möglich, eigenstabil zu schweben. Außerdem können auch keine Sicherheitsfeatures mit an Bord sein. Zudem muss die Drohne selbst zusammengebaut werden und die dazu passende Kamera muss selbst organisiert werden. Geeignet ist dieses Modell also vor allem für diejenigen, die bereits Erfahrung mit Drohnen gemacht haben.

Bei der Avata von DJI hat man dafür den Luxus, sich um nichts kümmern zu müssen. Wenn gewünscht, erhält man gleich ein Komplettpaket. Direkt nach dem Auspacken kann mit mit der Drohne loslegen.

Video-Drohne Test: Drohnen September2022 Dji Avata2
Gut geschützt und sicher: Das Gewicht liegt nur bei rund 400 Gramm. 

Bereits wenn man beim ersten Mal hinsieht, fällt auf, dass die Avata aufgrund ihrer Maße von 180 x 180 x 80 Millimetern nicht faltbar und eher kompakt ist. Deshalb ist sie umso stabiler. Mit ihren 410 Gramm ist sie vergleichsweise leicht und außerdem ist sie mit einem robusten Propellerschutz ausgestattet. Die relevanten Komponenten sind alle bereits verschraubt, was elementar ist, wenn aufgrund eines möglichen Crashs defekte Teile ausgetauscht werden müssen.

Das Filmen mit der Kameradrohne, die über einen 1/1,7- Zoll CMOS-Sensor mit stolzen 48 Millionen effektiven Pixeln verfügt, läuft ab in 4K/60fps und 2.7K mit 50, 60, 100 und 120 Vollbildern. Die maximale Datenrate beträgt 150 MBit/s und für die digitale Bildstabilisierung werden die Systeme HorizonSteady und RockSteady verwendet. Fotos werden im JPG-Format mit bis zu 1.000 x 3.000 Pixeln aufgenommen und der Kamerawinkel kann gar bis maximal 155 Grad betragen.

Video-Drohne Test: Drohnen September2022 Dji Avata1
Komplettpaket stimmt: Avata-Drohne von DJI samt DJI Goggles 2 und Bewegungscontroller.

Von der Drohne werden microSD-Speicherkarten mit bis zu 256 Gigabyte aufgenommen. Verbaut sind 20 Gigabyte Speicher, und eingeschoben werden die Akkus von hinten, bevor diese mithilfe eines Steckers sicher am Avata befestigt werden. Im Test konnte die Akkuladung ganze 15 Minuten durchhalten.

Doppelte Sichtsensoren überwachen das Gelände, das sich unter der Drohne befindet. Die Drohne selbst hat weder vorne noch hinten Augen, die mögliche Zusammenstöße voraussehen könnten. Via Knopfdruck oder auch bei Signalverlust kommt sie automatisch zu dem Punkt zurück, von dem aus sie gestartet ist. DJI hat das so bezeichnete Geofencing-System GEO 2.0 in dieses neue Modell eingebaut, damit Piloten vor Luftraumbeschränkungen oder anderen potentiellen Gefahren gewarnt werden, etwa sobald sich Hubschrauber oder Flugzeuge in unmittelbarer Nähe befinden. Wenn man eine Drohne via FPV-Brille fliegt, ist eine zweite Begleitperson ein Muss, die ein Auge auf den Luftraum hat und die Drohne überwacht.

Für den Fall eines Absturzes und der unglücklichen Landung auf dem Rücken, ist der eingebaute Schildkrötenmodus dafür zuständig, dass die Drohne sich selbstständig wieder aufrichtet und alleine starten kann. Das klappt zuverlässig, sobald der Copter auf ebenem Boden liegen geblieben ist.

Man kann die Avata in verschiedenen Paketen bestellen. Ohne Zubehör kostet die Drohne um die 580 Euro. Die Kosten für die Avata Pro-View Combo wiederum belaufen sich auf offiziell 1.429 Euro. Diese enthält neben der Drohne zusätzlich die DJI-Brille Goggles 2 sowie die Bewegungssteuereinheit. Die Avata Fly Smart Combo samt Drohne, Controller und FPV Goggles V2 bekommt man für stattliche 1.149 Euro. Möchte man das Avata Fly More Set, zahlt man dafür 249 Euro. Dazu bekommt man noch eine Akkuladestation sowie zwei Batterien.

Der Controller kommt ohne Kabel ist und ist ähnlich handlich wie ein Joystick. Mit seinen 167 Gramm ist er ein Leichtgewicht, die Akkuladung hält bei Dauerbetrieb locker fünf Stunden durch, bevor wieder via USB-C aufgeladen werden muss.

Die Steuerung des Copters in die angepeilte Richtung gelingt durch das Neigen des Controllers. Das Sinken und Steigen wird durch die entsprechende Bewegung gelenkt. Die Kamera kann dank eines seitlichen Schiebereglers nach unten bzw. nach oben geschwenkt werden (65 bis -80 Grad). Zudem kann mit dem Zeigefinger beschleunigt werden. Einfach mittels eines Knopfdrucks kann die Drohne gestartet werden. Auf dieselbe Weise kann man in den Flugmodus springen, Videoaufnahmen realisieren und sogar eine abrupte Vollbremsung hinlegen.

290 Gramm beträgt das Gewicht der Videobrille Goggles 2, die sich durch den außerordentlichen Tragekomfort auszeichnet. Man kann das Kopfband individuell einstellen, die Dioptrin variabel anpassen sowie den Abstand der Pupillen optimieren. Brillenträger ziehen besser ihre Sehhilfe aus und stellen das Bild anschließend per untere Rädchen an der Videobrille scharf.

Als Stromquelle dient der Goggles 2 ein externer Akku, den man wegen seines langen Kabels wunderbar in der Jacken- oder Hosentasche verstauen kann. Etwa nach 120 Minuten muss er allerdings wieder aufgeladen werden. Das Bild, das durch die Brille samt aller Einblendungen entsteht, kann von der microSD-Speicherkarte innerhalb der Brille ganz einfach aufzeichnen lassen. Beide Bildschirme verfügen über eine Auflösung von jeweils 1.920 x 1.080 Pixeln.

Mit dem USB-C-Port kann ein Live-Bild abgegriffen und auf dem Smartphone zum Beispiel für einen anwesenden Co-Piloten sichtbar gemacht werden. Dazu sowie für die Ersteinrichtung braucht man die dafür programmierte »DJI Fly«-App, die für Android und iOS verfügbar ist.

Die Übertragungsreichweite gibt DJI mit zwei Kilometern und 1080p/100 fps sowie 50 Mbit/s an. Im Test kamen nur dezente Qualitätseinbußen bei der Bildübertragung vor, wann immer die Drohne hinter den Bäumen verschwand.

Erfreulicherweise ist die Inbetriebnahme des ganzen Systems ein Kinderspiel: Einfach den Handcontroller einschalten, dann die Drohne und den Brillenakku – und schon ist alles gekoppelt und startbereit.

Angeboten werden drei Flugmodi: Der N-Modus ermöglicht es, die Avata nach gewöhnlichem Ablauf wie bei anderen Drohnen auch zu fliegen und sie schwebt dank Satellitennavigation oder/und visueller Positioniersungssystemen, die sich unten an der Drohne befinden. Ihre Höchstgeschwindigkeit erreicht die Drohne bei rund 25 km/h. Der M-Modus (manueller Modus) verlangt nach der DJI FPV Fernsteuerung 2. Dabei haben die Piloten nun weniger Sensor-Unterstützung zur Verfügung, können dafür aber auf bis zu 100 km/h beschleunigen. Beim dritten Modus, dem schnellen Sport-Modus, wird eine schöne Dynamik mit essentiellen Sicherheitsfunktionen kombiniert. Hier liegt die Höchstgeschwindigkeit bei etwa 50 km/h.

Video-Drohne Test: Drohnen September2022 Dji Avata3
Ganz leicht liegt der Controller in den Händen, die Steuerungsbefehle werden von der Drohne flott umgesetzt.

Neulinge haben die Möglichkeit, sich mit dem DJI Flugsimulator an die Drohne heranzutasten sowie das Fliegen mittels verschiedener Einstellungen zu üben.

Die Videobrille blendet mehrere Menüs ein, wie zum Beispiel das Verändern der Auflösung, und zeigt alle wichtigen Parameter an. Mittels des unsichtbaren Bedienfelds, das man rechts außen findet, können die Menüs durch verschiedene Streichbewegungen aufgerufen werden, was intuitiv vonstatten geht.

Video-Drohne Test: Drohnen September2022 Dji Avata5
Sicht durch die Videobrille: Der Standort des Piloten wird durch das »H« gekennzeichnet, was der Orientierung dient.

Das scharfe, farbenfrohe und vor allem natürliche Bild sorgt dafür, dass die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Man hat tatsächlich das Gefühl, im echten Drohnen-Cockpit unterwegs zu sein.

Wenn man schon die Erfahrung mit einer Drohne gemacht hat, gewöhnt man sich recht schnell an die manuelle Bewegungssteuerung. Man neigt den Controller einfach nach oben und schon steigt der Copter in die Luft. Den Dreh, wie die Avata ganz genau in die gewünschte Richtung gesteuert werden kann, hat man schnell raus. Die Drohne reagiert sofort und präzise, sodass gezieltes Fliegen eine Leichtigkeit ist.

Als echte Hilfe stellt sich dabei das animierte »H« im Live-Bild heraus, das den eigenen Standpunkt sichtbar macht und für eine bessere Orientierung sorgt. Zudem werden andere Parameter wie Höhe, Entfernung, Geschwindigkeit und Akkustand des Avata eingeblendet. Wer empfindlich hinsichtlich Schwindel ist, dem wird erst einmal ein sachtes Herantasten an das Fliegen per Videobrille empfohlen. Dieses neue Erleben kann den Körper am Anfang leicht überfordern.

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Mit der Videoqualität anderer Top-Drohnen von DJI kann die Avata nicht ganz mithalten, denn deren Kameras sind besser stabilisiert. Wenn man aber bemerkenswerte Landschaftsaufnahmen festhalten möchte, sind FPV-Drohnen ohnehin nicht die beste Wahl. Die Bild-Farben sind außerordentlich kräftig und die Schärfe ist zudem erstklassig, lediglich gelegentliches, dezentes Rauschen könnte als störend empfunden werden. Details von Wiesen, Wäldern und Feldern bietet die Avata allemal und die Aufnahmen sind überraschend ruhig. Dabei liegt das Augenmerk aber bei den Steuerkünsten des agierenden Piloten, anders als bei einigen anderen Coptern.

Für Anfänger ist angenehm, dass die Drohne im richtig eingestellten Modus ruhig in der Luft stehen bleiben kann. So wird kein unnötiges und unüberlegtes Flugmanöver ausgeführt oder die Drohne womöglich gefährdet. Doch auch Fortgeschrittene können mit der Ava und ihren 100 km/h ihren Spaß haben.

Zusammengerechnet kosten Brille, Controller sowie die zusätzlichen Akkus eine Stange Geld. Wenn man allerdings eine leicht steuerbare und zudem stabile FPV-Drohne als Anfänger möchte, ist die Avata von DJI die ideale Wahl.

Kompaktes Funktionswunder: DJI Mini 3 Pro

Kompaktes Funktionswunder

DJI Mini 3 Pro

Test: Dji Nini 3 Pro
Die DJI Mini 3 Pro ist super leicht und passt locker in die Jackentasche. Flugverhalten, Videoqualität und Ausstattung sind für diesen Winzling top.

Die DJI Mini 3 Pro ist mit 249 Gramm besonders leicht, was eine schöne Konsequenz mit sich zieht: Man braucht keinen Führerschein, um die Drohne bedienen zu können. An eine Versicherung und an die Plakete sollte natürlich trotzdem gedacht werden.

Vom Aussehen her hat sich im Vergleich zum Vorgänger, der Mini 3, nicht viel getan. Die DJI Mini 3 Pro lässt sich falten, wobei die Propeller immer am Gerät bleiben.

Video-Drohne Test: Drohnen Mai2022 Dji Mini 3 Pro Hand
Zusammengefaltet kann man die Drohne locker auf einer Hand tragen.

Wahlweise kann die Mini-Drohne ohne Fernsteuertung, mit einfacher Fernsteuerung oder sogar mit Fernsteuerung samt Bildschirm erworben werden, wobei die Preise in der verwendeten Reihenfolge zunehmen.

Verbessert wurde der Gimbal mit drei Achsen, der nun mit -90 bis 60 Grad einen riesigen Neigebereich besitzt. Richtig gut ist die dual-native ISO des 1/1,3′′ CMOS-Kamerasensors – bis vor nicht allzu langer Zeit gab es diese Ausstattung nur für Kinokameras oder professionelle Kameras. Die Kamera besitzt eine Blende mit f/1.7 , schießt 48-Megapixel-Fotos und nimmt Videos in 4K und satten 60 Vollbildern in der Sekunde auf.

Video-Drohne Test: Drohnen Mai2022 Dji Mini 3 Pro
Windet es nicht allzu sehr, stabilisiert sich die Mini-Drohne außerordentlich gut.

Die Fotos können wahlweise im RAW- oder JPG-Format geschossen werden und wer möchte kann den HDR-Modus für stärkere Kontraste aktivieren. Filme kommen mit maximal 150 Mbit/s in den Kasten.

Richtig ausgefuchst ist die Funktion »FocusTrack«. Hier gibt es zwei Modi: Im einen verfolgt die Drohne ein Objekt auf der Seite und im anderen umkreist das unbemannte Flugobjekt den Zielgegenstand mit einer konstanten Geschwindigkeit. Außerdem gibt es einige Quick-Shots, wie zum Beispiel Boomerang, Rocket, Helix, oder Dronie.

»Mastershots« fixiert das momentane Motiv in der Bildmitte und »Hyperlapse« erstellt auf einem festgelegten Kurs eine durchgehende Aufnahme. In unserem Test konnten alle Modi überzeugen. In die Kamera passen MicroSD-Karten von bis zu 512 Gigabyte. Der Akku hält nach Angaben des Herstellers bis zu 34 Minuten, in unserem Test hielt er aber nur 23 Minuten an windigen Tagen und etwa eine halbe Stunde an windstillen Tagen.

Mit der Intelligent Flight Battery Plus bietet DJI einen leistungsstärkeren Akku an, der insgesamt 47 Minuten halten soll – dann wiegt die Drohne aber über 250 Gramm und deshalb wird dann beim Verwenden der Drohne ein Drohnenführerschein verpflichtend.

Video-Drohne Test: Drohnen Mai2022 Dji Mini 3 Pro Fernsteuerung
Für ungefähr 1.000 euro spendiert einem DJI einen Bildschirm auf der Fernbedienung.

Trotz ihrer geringen Größe schlägt sich die Mini 3 Pro in Sachen Flugstabilisierung sehr gut. Neben Hinderniserkennung durch Sichtsensoren gibt es eine Live-Ansicht mit guten 1.080p bei einer maximalen Entfernung von zwölf Kilometern. Gerade die Fernbedienung ist besonders praktisch und ermöglicht auch spontane Flüge, eine App wird aber trotzdem geboten. Die Bedienung der Fernbedienung ist außerordentlich gut, nur ein wenig heller hätte der Bildschirm sein dürfen.

Man kann die Geschwindigkeit aus drei verschiedenen Modi auswählen, wobei eine Maximalgeschwindigkeit von 57,6 Kilometern pro Stunde möglich ist.

Wir haben die DJI Mini an besonders windigen Tagen getestet, wobei wir uns nicht sicher waren, ob die Filmaufnahmen wirklich etwas hergeben. Die Überraschung: Selbst bei Wind, der 6 Meter in der Sekunde schnell war, geriet die Mini-Drohne nicht aus der Ruhe. Verantwortlich dafür ist der überarbeitete 3-Achsen-Gimbal, der für besonders geschmeidige Aufnahmen sorgt. Rauschen konnten wir bei den Aufnahmen auch nicht feststellen.

Schwerere Drohnen sind von Natur aus stabiler, aber gerade deshalb ist die Stabilisierung der Drohne sehr nennenswert. Außerdem ist die Steuerung einfach und intuitiv, weshalb gerade Einsteiger keine Probleme haben dürften. Hindernisse werden rechtzeitig erkannt – in unserem Test sind wir direkt auf einen Baum zugeflogen, wobei die Drohne rechtzeitig abbremste und stehen blieb.

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Wenn Fotos mit Digitalzoom geschossen werden, verlieren sie ganz natürlich an Kanten, Details und Schärfe. DJI bietet ein Fly More Set an, in dem dann auch eine Ladestation für ganze drei Akkus, ein Ersatzpropeller und eine Umhängetasche enthalten ist. Wer besonders oft fliegt, sollte definitiv zum Set greifen, denn so spart man im Vergleich zum Kauf der einzelnen Teile Geld.

Die DJI Mini 3 Pro ist also für all jene geeignet, die eine besonders kompakte Video-Drohne wollen. Sie besticht durch besonders viele Funktionen und einen enorm hohen Flugspaß. Dafür muss man auch ungefähr 1.000 Euro bezahlen, aber die Leistung ist auch entsprechend hoch.

Was gibt es sonst noch?

DJI Mavic 2 Pro

Die DJI Mavic 2 Pro gleicht der DJI Mavic 2 Zoom wie ein Ei dem anderen – bis auf ein entscheidendes Kriterium: die Kamera. Die kommt hier vom Profi-Hersteller Hasselblad und liefert eine noch ein Stückchen bessere Bildqualität, hat dafür aber keinen Zoom. Wem der Zoom also nicht so wichtig ist und lieber die beste Bildqualität haben möchte, sollte hier zugreifen.

Der 1 Zoll große CMOS-Sensor ermöglicht besonders bei ungünstigen Lichtverhältnissen gute Aufnahmen. Die Mavic 2 Pro erzeugt Aufnahmen mit brillanter Tiefenschärfe und tollen Farben. Bildrauschen findet man wenn überhaupt nur minimal vor. Man erhält die Bilder im DNG-Format, was eine intensive nachträgliche Bearbeitung ermöglicht.

Fotos werden mit 5.472 × 3.648 Pixeln geschossen. Gerade bei Kontrasten fährt die Pro ihre Geschütze auf. Die Darstellung heller und dunkler Flächen gelingt hier meisterhaft. Die Kameras der Mavic 2 und der Mavic 2 Zoom sind übrigens austauschbar – allerdings nur durch den Hersteller.

DJI Mini 2

Die DJI Mini 2 ist eine Drohne im Jackentaschenformat. Mit ihren 249 Gramm liegt sie genau ein Gramm unter dem gesetzlichen Grenzwert. Anders ausgedrückt: Ein einziges Gramm mehr und sie müsste mit einem Kennzeichen und einer Plakette ausgerüstet sein, auf der die Adressdaten ihres Besitzers abgedruckt sind.

Die Propeller der Drohne sind verschraubt und müssen beim Transport nicht abmontiert werden. Geschützt werden sie durch einen Kunststoffbügel. Erfreulich ist auch, dass sich die Rotorblätter jeweils einzeln wechseln lassen. Dass bei diesem Modell mit allen Mitteln versucht wurde, unter der 250-Gramm-Grenze zu bleiben, merkt man der Mini 2 an. Der Kunststoff wirkt im Vergleich zu anderen DJI-Drohnen weicher und die unterseitig angebrachten Schlitze scheinen hier weniger der Kühlung als vielmehr der Gewichtsreduktion zu dienen. Aber: trotz der gewichtsbedingten Sparmaßnahmen ist die Verarbeitungsqualität hoch.

Gefilmt wird mit einer maximalen Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln. In einer Sekunde kann die Kamera so 30 Bilder aufnehmen. Schraubt man die Auflösung auf 2.7K herunter, sind doppelt so viele Bilder in der gleichen Zeit möglich. Im Foto-Modus steht eine maximale Auflösung von 12 Megapixeln zur Verfügung, wobei nicht nur Einzel-, sondern auch Intervallaufnahmen gemacht werden können.

Vermisst haben wir im Test eine Hinderniserkennung, denn die Sensoren des Winzlings dienen lediglich dazu, dass die Drohne stabil in der Luft steht. Laut DJI soll so auch das Fliegen bei Windstärke fünf kein Problem sein. Möglich machen das aber nicht nur die Sensoren, sondern auch die leistungsstarken Motoren: Verlässt man den auf 36 km/h limitierten Anfänger-Modus, flitzt die Mini 2 mit maximal 57 km/h durch die Luft.

Dank OcuSync 2.0 unterstützt die Drohne zwei Frequenzbänder (2,4-GHz und 5,8-GHz), was sie deutlich unempfindlicher gegenüber Störungen macht und für eine Reichweite von bis zu zehn Kilometern sorgt. Der Controller der DJI macht einen hochwertigen Eindruck. Natürlich kann man die Mini 2 auch per App (»DJI Fly«) steuern. Das ist sogar besser, da sich mehr Einstellungen vornehmen lassen.

Zusammen mit einem Akku werden für die Mini ca. 440 Euro fällig. Deutlich umfangreicher und deswegen für den ambitionierten Hobby-Drohnenflieger besser geeignet, ist die Fly More Combo des Herstellers. Von zwei Ersatzpropellern über zwei Akkus, bis hin zum Ladegerät und einem Propellerhalter, ist in diesem Set alles enthalten, was das Fliegerherz begehrt.

Holy Stone HS720E

Die Holy Stone HS720E kämpft deutlich mit ihrer Steuerung. Mehr als einmal driftete sie im Test in Richtung Baumkrone und konnte nur unter größten Mühen aus der Gefahrenzone manövriert werden. Amazon-Kunden berichten in ihren Rezensionen ebenfalls vom Eigenleben des Copters, von Fly Aways und auch von Abstürzen. Die Drohne wiegt etwa 500 Gramm, mit dabei sind zwei weitere Akkus und eine Fernsteuerung. 340 Euro kostet der Spaß. Ihre Verarbeitung ist ordentlich und sie ist faltbar.

Die Frontkamera bringt in der Theorie maximal 4K sowie 30 Vollbilder in der Sekunde auf, in Full-HD schafft sie dann doch 60 Vollbilder. Dazu arbeitet die Drohne mit einer elektronischen Bildstabilisierung, GPS ist auch an Bord. Die Fernsteuerung kommt mit Display, wo Höhe und Entfernung sowie der gewählte Flugmodus und der Akkustand von Drohne und Fernbedienung angezeigt werden. Oben angebracht ist eine Plastikhalterung für das Smartphone, das mit der Fernbedienung über WLAN verbunden wird.

Der Akku hält nur wenige Minuten durch, bevor der Copter zurück zum Startpunkt muss, um sich aufzuladen. Der Ladevorgang beträgt pro Akku volle fünf Stunden, richtig zuverlässig ist der Doppellader auch nicht. Von den beiden Flugmodi taugt der langsamere gar nicht, denn die Drohne ist so langsam, dass man aus einem einfachen Foto später eine sich bewegende Animation erstellen könnte. Beim schnellen Modus steigt und fliegt die Drohne in der Horizontalen schneller, bewegt sich im Sinkflug aber wieder deutlich langsamer. Ab und zu reagiert der Copter für ein paar Sekunden gar nicht und wenn man bei hohem Tempo den Steuerknüppel loslässt, stoppt die Holy Stone dennoch nicht.

Abstandssensoren? Fehlanzeige! Riskante Flugmanöver können daher gefährlich sein und das launische Verhalten der Drohne bereitet Kopfschmerzen und Sorgen. Statt ordentlich und sachte nach Flugmanövern abzubremsen, schwingt sie, wodurch das Bild kippt. Ihr Flugverhalten überzeugt nicht und ihre Videoqualität ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Für 300 Euro ist sie als Kinderspielzeug zu teuer – und wegen ihres unvorhersehbaren Verhaltens und Reaktionsvermögens ist sie für Kinder ohnehin nicht geeignet.

Was Sie über Video-Drohnen wissen sollten

Laut der Drohnenverordnung von 2017 müssen alle Drohnen ab 250 Gramm eine feuerfeste Plakette mit Name und Adresse tragen. Ab zwei Kilogramm Fluggewicht benötigt man sogar einen Nachweis vom Bundesamt für Luftfahrt, dass man die Drohne steuern kann. Ab fünf Kilogramm ist dann noch eine Aufstiegserlaubnis der Landesluftfahrtbehörde von Nöten.

Über Privatgrundstücken darf generell nicht geflogen werden. Das gilt genauso für Menschenmengen, Industriegebiete, Autobahnen, Gleise, Krankenhäuser, Naturschutzgebiete, Verfassungsorgane, Polizeigebiete, Rettungskräfte und die Nähe von Flughäfen. Sie sehen: Die Liste ist lang. Hinzu kommt, dass die Drohne nicht mehr als 100 Meter über dem Boden fliegen darf. Außerdem muss man das Gerät immer mit bloßem Auge im Blick haben können.

Es gibt also viele Beschränkungen für das Fliegen von Video-Drohnen. Am besten fliegen Sie daher in der freien Natur.

Gibt es eine Registrierungspflicht für Drohnenbetreiber oder ist ein Kompetenznachweis erforderlich?

Es gibt eine neue EU-Drohnenverordnung, die seit 2021 in Kraft ist. Eine Sammlung der wichtigsten Regelungen findet man beim Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Taugen Drohnen für unter 100 Euro was?

Nein – unserer Erfahrung nach sind die Aufnahmen bei diesen Drohnen viel zu schlecht. Außerdem sorgen sie eher für Ärger, als einem das Leben zu versüßen. Man lässt die Billig-Drohnen also am besten links liegen.

Auf was muss man speziell aufpassen, wenn man mit dem Drohnen-Fliegen anfängt?

Eine gute Einsteiger-Drohne sollte sich bei Wind selbst stabilisieren. Das heißt, auch wenn man die Steuerungsknüppel loslässt, sollte die Drohne an Ort und Stelle verweilen – auch bei Wind. Die Steuerung per Smartphone-App ist schwieriger, weshalb man eher zur Fernbedienung greifen sollte. Für sehr gute Videoaufnahmen wird außerdem ein Gimbal nötig, an dem die Kamera befestigt wird.

Gibt es Flugverbotszonen für Drohnen?

In den letzten Jahren wurden die Regeln für Drohnenflüge immer weiter verschärft. Nun gibt es generelle Verbotszonen über Gefängnissen, Kraftwerken, Militäranlagen, Krankenhäusern, Wohngrundstücken, sowie in der Nähe von Flughäfen. Am besten lädt man sich die App „AirMap“ herunter, denn diese zeigt einem direkt an, in welchen Zonen nicht geflogen werden darf.

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