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Post-Ost-Generation : Baby, für dich bin ich Russland!

Podcasterinnen von X3: Ani Menua, Helena Melikov und Julia Boxler am 31. August in Berlin-Prenzlauer Berg Bild: Andreas Pein

Unter jungen Russlanddeutschen brodelt es. Ihre Eltern und Großeltern wollten meistens schweigen. Die Kinder aber machen ihre Geschichte sichtbar – auch, wenn das Wunden aufreißt.

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          Vor zwei Jahren war es noch einmal da, das Gefühl aus der Kindheit. Die Hilflosigkeit, das Ausgeliefertsein. „Das war wirklich verstörend“, sagt Julia Boxler. In diesem Augenblick weiß die heute Fünfunddreißigjährige, dass die Kindheitserinnerung nicht trügt. „Ich habe mich wieder genauso machtlos gefühlt.“ Wie 1996, als Boxler, zehn Jahre alt, mit ihren Eltern und dem älteren Bruder aus Kasachstan nach Deutschland kommt. Es folgen drei Jahre in Übergangslagern, vier verschiedene Stationen.

          Sofia Dreisbach
          Redakteurin in der Politik.

          Ihr Vater ist Russlanddeutscher, die Mutter Russin. Eigentlich will die Familie nach Bayern zu Verwandten, aber der Verteilungsschlüssel lässt das nicht zu. Stattdessen: Sachsen oder Brandenburg. Der Vater entscheidet sich für Brandenburg, weil es näher an Berlin ist. Was Boxler am stärksten in Erinnerung bleibt: die Ohnmacht ihrer Eltern vor der Bürokratie.

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