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Lehrer treffen Laureaten : Ein Ausflug ohne Schüler

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Traumhafte Kulisse: Der Hafen von Lindau am Bodensee. Bild: Röth, Frank

Eine Zeitreise auf der „Hohentwiel“: Lehrer lauschen Nobelpreisträger Harald zur Hausen. Mit der „Teaching-Spirit“-Initiative werden engagierte Lehrer geehrt.

          Achter klar!“, tönt es über Deck. Eine helle Klingel bestätigt das Kommando. Alle Leinen sind los, die Zeitreise kann beginnen. Die Planken vibrieren leicht, als sich die „Hohentwiel“ mit Kurs auf das offene Gewässer brummend in Bewegung setzt. 21 Lehrer aus dem deutschsprachigen Raum sind am Montagnachmittag die Ehrengäste auf dem historischen Dampfschiff. Mit der Bodenseefahrt werden sie für besondere Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern im Rahmen der „teaching-spirit“ - Initiative geehrt. Diese wird von dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau e.V. gemeinsam mit der Vodafone Stiftung gefördert. „Die Lehrer sind der Multiplikator, über den der wissenschaftliche Funke auf die Schüler überspringt“, sagt Danyal Alaybeyoglu. Der Leiter für Kommunikation in der Vodafone Stiftung sitzt auf dem Salondeck der „Hohentwiel“ und genießt das milde Klima. „Vielleicht erreichen wir über die Lehrer den Nobelpreisträger von morgen.“

          Einer, der es bereits geschafft hat, sitzt nur wenige Meter entfernt. Harald zur Hausen wurde im Jahr 2008 mit dem Medizin-Nobelpreis bedacht und möchte die Lehrer ins Gebet nehmen. „Ich halte es für sehr wichtig, bereits Schüler an die Naturwissenschaften heranzuführen. Diese besitzen leider immer noch eine zu geringe gesellschaftliche Bedeutung“, sagt zur Hausen. Diesen Umstand zu ändern sei eine wichtige Aufgabe für die Lehrkräfte. Beinahe erhaben gleitet unterdessen die „Hohentwiel“ über die Wellen. Hier und da reißt die Wolkendecke auf und lässt grelle Sonnenstrahlen durch. In einigem Abstand passiert das Dampfschiff die Bregenzer Seebühne. Die halbe Strecke von Hard über die Grenze nach Lindau ist somit geschafft. Die „Hohentwiel“ ist die wohl nobelste Art, den Bodensee zu bereisen. Bis ins letzte Detail wurde sie aufwendig restauriert, die glänzenden Oberflächen bestehen aus dunklen, edlen Hölzern. Überall schimmern Applikationen aus poliertem Messing.

          Angeregte Gespräche erfüllen die Luft. In kleinen Grüppchen erörtern die Lehrer didaktische Methoden oder sprechen einfach nur über die Erlebnisse des Tages. Das „teaching spirit“- Programm startete bereits am frühen Morgen. Dabei nahmen die Lehrer an insgesamt sieben Vorlesungen teil und schlüpften selbst wieder in die Rolle eines Schülers. Als solche lauschten sie den großen Denkern dieser Zeit über die Errungenschaften in der Forschung. „Es war sehr interessant, Zugang zu dieser Top-Wissenschaft und diesen Top-Erkenntnissen zu bekommen“, sagt Christina Roeckerath vom Couven-Gymnasium in Aachen. Die Mathematik- und Informatiklehrerin hat sich durch ihre freundliche Art und ihr Engagement hervorgetan: „Ich habe sehr viel Freude am Unterrichten. Der ,teaching spirit’ ist für mich die ungebrochene Neugierde, etwas zu entdecken und weiterzugeben.“ Für Roeckerath bietet der Aufenthalt in Lindau auch die Möglichkeit, in Dialog mit engagierten Kollegen zu treten und sich auszutauschen. „Wir haben über spannende Projekte gesprochen, vielleicht ergeben sich daraus sogar Kooperationen.“

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