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Rezension: Sachbuch : Andere Porträts

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Neues von Bernard Groethuysen

          1 Min.

          Der Verlag Gallimard, wo Bernard Groethuysen 1927 mit Jean Paulhan die berühmte "Bibliothèque des Idées" gründete, führt die Werkedition seines ehemaligen Mitarbeiters fort. Nach den "Mythes et portraits" ist nun ein Band mit "Autres portraits" erschienen, Aufsätze und Rezensionen, die Groethuysen in den zwanziger und dreißiger Jahren meist in der "Nouvelle Revue Française" veröffentlichte. Der 1880 in Berlin Geborene beweist seine Meisterschaft der prägnanten und elliptischen Darstellung, die ihn für Gide oder Valéry zu einem der geistreichsten Zeitgenossen machte. 1904 war er, im Auftrag der Berliner Akademie der Wissenschaften über Leibniz recherchierend, nach Paris gekommen. Aus Studien über die Französische Revolution ging das Buch "Les origines de l'esprit bourgeois en France" hervor, der erste Band der "Bibliothèque des Idées". Eine "Philosophie de la Révolution française" erschien 1966 postum bei Denoel. Bei Gallimard sind noch drei weitere Titel lieferbar: "Jean-Jacques Rousseau" (1983), "Anthropologie philosophique" (1980), "L'Eglise et la bourgeoisie" (1977). Unlängst erschien bei Albin Michel die Sammlung "Philosophie et histoire".

          Dennoch ist der große Vermittler auch in Frankreich unzureichend bekannt, wie der Herausgeber der "Autres portraits", Philippe Delpuech, feststellt. Die kurzen Stücke des neuen Porträtbandes - von Erasmus, Descartes, Leibniz, Montesquieu über Diderot und Goethe, Freud, Scheler, Spengler bis zu Jouve, Werfel, Malraux, Aron - sind knappe geistreiche Einführungen ins jeweilige Werk. Erasmus sei wieder unter uns und habe seinem Biographen Stefan Zweig bekannt, liberaler Katholik zu sein: Sein Humanismus sei Realismus, das Menschsein für ihn nicht Wert, sondern Tatsache. Groethuysen wob auch eigene Züge in seine Porträts. Über Arons "Théorie de l'histoire dans l'Allemagne contemporaine" notierte er, der Autor stehe dem "historischen Realismus" von Dilthey, Groethuysens Lehrer, näher als dem "philosophischen Idealismus" Simmels, Rickerts oder Webers. han.

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