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: Norm versus Nutzen

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Im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts hat sich die biomedizinische Forschung mit Macht in das Leben des Menschen eingemischt. Die Zeugung im Reagenzglas kann dabei als der in der Praxis radikalste Einschnitt gelten, aber auch die Gen- und die Klonforschung hinterließen tiefe Spuren. Die wachsende ...

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          Im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts hat sich die biomedizinische Forschung mit Macht in das Leben des Menschen eingemischt. Die Zeugung im Reagenzglas kann dabei als der in der Praxis radikalste Einschnitt gelten, aber auch die Gen- und die Klonforschung hinterließen tiefe Spuren. Die wachsende Angst vor einem Machbarkeitswahn in den Naturwissenschaften hat der jungen Disziplin der Bioethik einen beachtlichen Aufschwung beschert. Inwieweit läßt sich der propagierte Nutzen einer naturwissenschaftlichen Entwicklung mit bestehenden Normen vereinbaren? Um diese Frage ging es auch in dem Forschungsprojekt "Kulturübergreifende Bioethik", das von 2003 bis 2005 an der Universität Bochum stattgefunden hat und dessen Ergebnis nun in Buchform vorliegt. In 19 Beiträgen wird die Bioethik aus religiöser, philosophischer, gesellschaftlicher, rechtlicher und naturwissenschaftlich-medizinischer Sicht beleuchtet. Näher betrachtet werden unter anderen der "Homo oeconomicus" im Gesundheitswesen, die Begriffe der Totipotenz, Omnipotenz und Pluripotenz in der Stammzelldebatte sowie der Konflikt zwischen Kindeswohl und elterlichem Wunschdenken in der Reproduktionsmedizin.

          F.A.Z.

          Thomas S. Hoffmann, Walter Schweidler (Hrsg.): "Normkultur vs. Nutzenkultur. Über kulturelle Kontexte von Bioethik und Biorecht". Verlag Walter de Gruyter, Berlin 2006. 549 S., geb., 98 Euro.

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