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Nährstoffmangel : Wie der Klimawandel unser Essen verdirbt

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Goldene Ernten, auch das hat der Sommer 2018 gezeigt, gibt es unter den extremeren Klimabedingungen der Zukunft vor allem für einige wenige Spezialisten – etwa für Weinbauern. Bild: dpa

Mehr Kohlendioxid in der Luft, weniger Nahrhaftes auf dem Teller: Harvard-Forscher haben die Folgen des beschleunigten Treibhauseffektes ermittelt. Drei lebenswichtige Nährstoffe werden immer öfter fehlen.

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          Die steigenden Konzentrationen an Kohlendioxid (CO2) in der Luft dürften einer Studie zufolge wichtige Lebensmittel nährstoffärmer machen und langfristig bei mehr Menschen zu Mangelerscheinungen führen. Einige Grundnahrungsmittel, Getreide wie Reis und Weizen etwa, könnten nach Einschätzung der Forscher bereits bis zum Jahr 2050, wenn die Kohlendioxidkonzentration von heute über 400 auf dann 550 ppm steigt, zwischen 3 und 17 Prozent weniger Eisen, Zink und Eiweiß enthalten. Die Qualität der Pflanzenfrüchte leidet durch den Klimawandel direkt und indirekt – einerseits, weil viele Anbaugebiete sich durch klimatische Veränderungen verschlechtern und Missernten sich häufen.

          Andererseits aber verändert Kohlendioxid auch direkt die Bildung von Nährstoffen und die Anreicherung von lebenswichtigen Spurenstoffen. Das hatte sich schon früher in Feldexperimenten mit unterschiedlichen Spurengaskonzentrationen angedeutet. Die Untersuchung der Universität Harvard zu den Folgen dieser Nahrungsmittelverschlechterung ist in der Zeitschrift „Nature Climate Change“ erschienen. Hunderte Millionen Menschen könnten demnach vermehrt Nährstoffmängel entwickeln.

          Vor allem Menschen in Afrika, Südasien, Südostasien, Indien und dem Nahen Osten seien gefährdet, sagte Matthew Smith von der Uni Harvard der Nachrichtenagentur AFP. „Und zwar zusätzlich zu den Milliarden Menschen, die bereits an Mängeln leiden und deren Situation sich verschlimmern könnte“, fügte er hinzu. Smith und sein Kollege Samuel Myers untersuchten für ihre Studie den Einfluss des aktuellen Treibhausgasausstoßes auf 225 unterschiedliche Pflanzen in 151 Ländern.

          Verstärkter Zink- und Eisenmangel

          Unter der Annahme, dass sich die Essgewohnheiten und Bedürfnisse bis Mitte des Jahrhunderts nicht gravierend verändern, kamen sie zu dem Ergebnis, dass zwei Prozent der Bevölkerung und damit 175 Millionen Menschen Zinkmangel entwickeln könnten – davon alleine 50 Millionen in Indien. Besonders Kinder sind bei Zinkmangel der Gefahr ausgesetzt, etwa an Malaria und Lungeninfektionen zu erkranken.

          Zudem könnten 122 Millionen Menschen durch den gestiegenen Kohlendioxidgehalt zu wenig Eiweiß aufnehmen, das essentiell für Wachstum und Entwicklung ist. Mehr als eine Milliarde Menschen könnte darüber hinaus weniger Eisen erhalten. Bei Frauen kann Eisenmangel etwa im Extremfall dazu führen, dass sie bei der Geburt sterben. Bereits heute leiden mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Nährstoffmangel.

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