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Wer hat den größten Unternehmergeist? : Die Milliardäre machen den Unterschied

  • -Aktualisiert am

Bill Gates, die Verkörperung des Schumpeterschen Innovators. Bild: dpa

Nicht an der Zahl der Existenzgründer, Selbständigen oder Start-ups lässt sich messen, ob in einem Land großer Unternehmergeist herrscht, sondern an der Häufigkeit der Reichsten - behaupten US-Ökonomen.

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          Fragt man Wirtschaftsforscher, Politiker oder auch Industriemanager, an was man ein innovatives und unternehmerfreundliches Land festmachen könnte, bekommt man schnell Antworten wie: an der Gesamtheit der Unternehmen eines Landes mit eigenen neuen Geschäftsideen, oft fällt der Begriff Start-ups, und manche wollen die bloßen Existenzgründer ohne innovatives Geschäftsmodell herausnehmen. Mehr oder weniger, je nach Nation, ist es das Unternehmerbild des Österreichers Joseph Schumpeter, das unser Bild vom „Entrepreneur“ prägt: Der Innovator und Antreiber des volkswirtschaftlichen Wachstums.

          In Deutschland wird dabei besonders gerne auch der starke und - wie wir soeben wieder erfahren haben - vertrauenswürdige Mittelstand hervorgehoben. Das sehen die beiden New Yorker Makroökonomen Magnus Henrekson und Tino Sanandaji von der New York University in ihrer Analyse für die amerikanische Nationale Akademie der Wissenschaften ganz anders. Wer Unternehmergeist fördern wolle und ein Land an die Spitze der Weltwirtschaft führen will, um höhere Einkommen, geringere Steuern, mehr Risikokapital, weniger Regulierung und auch mehr Vertrauen in die eigene Wirtschaftsstärke zu generieren, der sollte zusehen, dass die Zahl der Milliardäre im Land wächst. Hongkong, Israel, die Vereinigten Staaten, die Schweiz und Norwegen seien Beipiel dafür, wo jeweils die Zahl der Milliardäre gemessen an der Einwohnerzahl am höchsten ist. Auf eine Million  Einwohnern in Hongkong kommen fast drei Milliardäre. Deutschland kommt in mit etwa einem Milliardär pro drei Millionen Einwohner auf Platz 14, immerhin noch vor Japan und deutlich über den europäischen Durchschnitt.

          Die beiden New Yorker Wirtschaftsforscher haben die Daten aus dem Forbes Magazine mit den jährlich erscheinenden Listen der reichsten Unternehmer  ausgewertet und jeweils mit den ökoonomischen Leistungsdaten der Länder verglichen.Insgesamt gingen 1723 Milliardäre zwischen 1996 und 2010 in die Vergleichsstudie ein. Was die Bedeutung von Kleinunternehmertum, Selbständigenraten oder Existenzgründer angeht, so sind die beiden Amerikaner zu der Erkenntnis gekommen: „Kleinunternehmertum ist eher verknüpft mit flexiblen Beschäftigungsmodellen, geringeren Problemen der Arbeitsagenturen, und sie sind ein Sicherheitsventil, wenn es zu wirtschaftlichen Turbulzenen kommt.“ Das sei aber etwas völlig anderes und für den Unternehmergeist nicht entscheidend. “Wenn wir Unternehmertum verstehen, messen, vergleichen und am Ende auch fördern wollen, müssen wir lernen zu unterscheiden.“

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