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Weltraumteleskop „Kepler“ : Supererden sind nicht selten

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Der Planetenjäger „Kepler“ seit August außer Betrieb. Dennoch sorgen seine gesammelten Daten noch immer für Überraschungen. Eine Analyse früherer Beobachtungen zeigt: Jeder fünfte sonnenähnliche Stern in der Milchstraße hat einen erdähnlichen Begleiter.

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          Rund jeder fünfte sonnenähnliche Stern besitzt einen erdähnlichen Planeten in seiner bewohnbaren Zone. Das hat  eine statistische Auswertung der Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops „Kepler“ ergeben, das 2009 gestartet war und diesen Sommer aufgrund eines irreparablen Schadens seinen Betrieb einstellen musste.

          „Wenn man zu den Tausenden von Sternen am Nachthimmel hochschaut, ist der nächste sonnenähnliche Stern mit einem erdgroßen Planeten in seiner bewohnbaren Zone vermutlich nur zwölf Lichtjahre entfernt und mit dem bloßen Auge sichtbar“, erläuterte Erik Petigura von der University of California  in Berkeley und einer der Autoren der Studie, die in den „Proceedings“ der amerikanischen Akademie der Wissenschaften (doi: 10.1073/pnas.1319909110) erschienen ist.„Das ist verblüffend.“ Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Die Milchstraße hat einen Durchmesser von ungefähr hunderttausend Lichtjahren.

          Der Planetenjäger „Kepler“ der amerikanischen  Raumfahrtbehörde Nasa hatte in den vergangenen vier Jahren seiner Mission rund 150.000 Sterne im Blick, die er auf mögliche Planeten hin untersuchte, die von der Erde aus gesehen zufällig gerade vor ihrem Heimatstern vorbeiwandern und ihn damit vorübergehend ganz leicht abdunkeln. Die an dem Projekt beteiligten  Forschergruppen hatten  42.000 Sterne identifiziert, die unserer Sonne ähnlich sind  oder etwas kleiner und kühler sind. Bei diesen Sternen hatte „Kepler“ insgesamt 603 Kandidaten für potentielle Planeten erspäht. Zehn davon sind in etwa so groß wie die Erde und umkreisen ihren Heimatstern in der sogenannten bewohnbaren Zone, wo lebensfreundliche Temperaturen herrschen.

          Nicht alle diese Planeten für Leben geeignet

          In der Analyse berücksichtigten die Forscher, dass „Kepler“ nicht alle Planeten aufspüren kann und die meisten Planetensysteme nicht zufällig gerade so im Raum orientiert sind, dass die Trabanten von der Erde aus gesehen direkt vor ihrem Heimatstern vorbeiziehen. Mit diesen Korrekturen ergebe sich eine Quote von 22 Prozent der sonnenähnlichen Sterne, die erdähnliche Planeten in ihrer habitablen Zone besitzen. Das bedeute allerdings keines Falls, dass alle diese Planeten für Leben geeignet seien, unterstreichen die Forscher in ihrer Veröffentlichung. 

          „Manche haben vielleicht dichte Atmosphären, durch die es so heiß wird, dass jegliches Wasser verdampft, geschweige denn Biomoleküle exiisteren können“, erläuterte Co-Autor Geoffrey Marcy von der University of California in Berkeley. „Andere könnten Gesteinsoberflächen haben, die flüssiges Wasser halten können.“ Anzeichen für Leben haben die Wissenschaftler in den „Kepler“-Daten weder gesucht noch gefunden.

          „Die Entdeckung des ersten extrasolaren Planeten bei einem normalen Stern ist fast 20 Jahre her“, sagte Andrew Howard von der University of  Hawaii und Mitautor der Studie in den PNAS. „Seitdem haben wir herausgefunden, dass die meisten Sterne Planeten irgendeiner Größe haben und dass erdgroße Planeten auf engen, für Leben zu heißen Umlaufbahnen relativ häufig sind. Mit dem neuen Ergebnis schließt sich in gewisser Weise der Kreis, indem wir zeigen, dass Planeten wie unsere Erde verhältnismäßig häufig sind in der Milchstraße.“ Ob es tatsächlich Leben da draußen gibt,  ist die große Unbekannte.

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