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Weltraumprogramm : China startet neue Trägerrakete

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China hat die Rakete „Langer Marsch 7“ ins All geschossen. Bild: dpa

Die Volksrepublik treibt seine Weltraumpläne schnell voran: China hat eine neue Trägerrakete getestet und damit auch gleich sein viertes Raumfahrtzentrum eingeweiht.

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          China hat am Samstag erfolgreich eine neue Trägerrakete ins All geschickt. Die Rakete „Langer Marsch-7“ startete von einem neuen Raumfahrtzentrum in Wenchang, einer Stadt in der südchinesischen Provinz Hainan, wie staatliche Medien berichteten. Die Trägerrakete soll 13 Mal die Erde umkreisen und am Sonntag in einer Wüste der Inneren Mongolei wieder landen.

          Die zweistufige Trägerrakete soll die Hauptträgerrakete in Chinas Satellitenprogramm werden. Sie kann bis zu 13,5 Tonnen transportieren und damit anderthalbmal so viel wie alte Raketen.

          „Je mehr unsere Raketen transportieren können, desto weiter können wir uns in den Weltraum vorwagen“, sagte der Chefentwickler der Rakete, Ma Zhonghui, der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. „Ein erfolgreicher Jungfernflug von ’Langer Marsch 7’ wird Chinas Weltraumfähigkeiten außerordentlich fördern und dem Land starken Auftrieb bei seinem Aufstieg zur Raumfahrtnation geben.“

          Für das 2014 fertig gestellte Raumfahrtzentrum in Wengchang war es der erste Raketenstart. Es ist das vierte in ganz China. Von dort soll noch in diesem Jahr die wichtigste chinesische Rakete, „Langer Marsch 5“, ins All starten, wie ein Vertreter der Raumfahrtagentur sagte.

          In zwei Jahren will die Volksrepublik mit dem Bau seiner ersten Raumstation beginnen. Das Kernmodul „Tianhe-1“
          soll 2018 mit einer neuen Trägerrakete vom Typ „Langer Marsch 5“ ins All geschossen werden. Sie gehört zur gleichen Familie wie „Langer Marsch 7“, soll aber leistungsfähiger sein. Der Bau der Raumstation soll bis 2022 abgeschlossen sein.

          Sollte die Internationale Raumstation (ISS) wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China dann die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All. Neben der Raumstation soll in der gleichen Umlaufbahn auch etwa um 2022 ein Raumteleskop stationiert werden, das dem „Hubble“-Teleskop ähnelt. Die Linse soll aber ein 300 mal größeres Blickfeld haben.

          Außerdem plant China nach Angaben eines hohen Raumfahrtfunktionärs, 2021 erstmals mit einer Sonde auf dem Mars zu landen. Für das Jahr 2024 wird zudem eine bemannte Landung auf dem Mond angepeilt.

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