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Astronomie : Als der Mond geboren wurde

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Der Mond: Er ist schon 4,47 Milliarden Jahre alt Bild: dpa

Eine neue Studie belegt: Der Mond entstand 95 Millionen Jahre nach der Geburt unseres Sonnensystems. Demnach ist der Erdtrabant etwa 4,5 Milliarden Jahre alt.

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          Der Mond hat sich nach neuen Berechnungen von Astrophysikern vor rund 4,47 Milliarden Jahren gebildet - in einer Kollision, bei der auch die heutige Struktur der Erde ausgebildet wurde. Das geht aus einer Studie hervor, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde. Demnach prallte ein Mars-großer Himmelskörper auf die entstehende Erde - rund 95 Millionen Jahre nach der Geburt unseres Sonnensystems.

          Aus dem bei der Kollision ausgeworfenen Material entstand dann der Mond. Der Zusammenstoß in der Frühzeit des Sonnensystems trug den Forschern zufolge auch zur Entstehung des metallenen Kerns der Erde und ihrer aus Felsen bestehenden Hülle bei. Zum genauen Zeitpunkt der Kollision, die letztlich zur Bildung des Mondes führte, hatte es bislang nur Schätzungen gegeben - sie reichten von 30 Millionen Jahre bis 200 Millionen Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems.

          Staub und Gesteinsbrocken werden zu Planetesimalen

          Grundlage für die neue Datierung auf 95 Millionen Jahre ist eine Computer-Simulation, die von Forschern aus Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt wurde. Sie waren der Frage nachgegangen, wie sich im frühen Sonnensystem Staub und Gesteinsbrocken zu kleinen Vorgängern von Planeten entwickelten, sogenannten Planetesimalen. Dem Rechenmodell der Forscher zufolge wuchsen diese Planeten-Embryonen dann durch Zusammenstöße zu den Fels-Planeten an, die wir heute kennen - Merkur, Venus, Erde und Mars.

          Frühere Schätzungen datierten den Zeitpunkt, an dem die Erde fertig geformt war, innerhalb der ersten 150 Millionen Jahre des Sonnensystems. Diese Zeitspanne war aber nur schwer einzugrenzen, weil radiometrische Analysen, die das Abklingen der Radioaktivität in Gesteinsproben messen, je nach Alter der Proben zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen.

          Neue Rechenmodelle, neue Ansätze

          Das neue Rechenmodell hat einen anderen Ansatz: Es legt einen Zeitplan für das Anwachsen der Erde fest und berechnet dann, wie viel Material nach den aufeinanderfolgenden Einschlägen zu der Masse der Erde hinzugerechnet werden muss.

          Demnach war die Erde etwa 95 Millionen Jahre nach der Geburt des Sonnensystems ausgeformt - und brauchte damit am längsten von allen Planeten. Die Forscher räumen allerdings eine mögliche Abweichung von plus oder minus 32 Millionen Jahren ein. Ihr Ergebnis stimmt mit einigen Schätzungen überein, die auf radiometrischen Analysen beruhen.

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