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Weltraum : Die Testphase für Galileo beginnt

  • Aktualisiert am

Das Bild eines Satelliten vom Typ Galileo in einer Simulation Bild: dpa/dpaweb

Der erste Testsatellit für das Navigationssystem Galileo ist im Umlauf. Das Programm der EU soll bis Ende 2010 als Konkurrenz und Ergänzung zum amerikanischen Satellitennavigationssystem GPS funktionsbereit sein.

          Eine russische Trägerrakete hat am Mittwoch vormittag den ersten Testsatelliten des europäischen Navigationssystems Galileo in den Weltraum geschossen. Das Programm Galileo wird von der Europäischen Union und der Europäischen Raumfahrtbehörde (Esa) gemeinsam verwaltet und soll bis Ende 2010 als Konkurrenz und Ergänzung zum amerikanischen Satellitennavigationssystem GPS funktionsbereit sein.

          Dreißig Satelliten werden dann die Erde umkreisen und den Benutzern eine präzisere, auf zehn Zentimeter genaue Ortsbestimmung ermöglichen. Im Gegensatz zum amerikanischen GPS-System, das aus einer militärischen Anwendung hervorgegangen ist und weiterhin unter die Zuständigkeit des Pentagons fällt, soll das Galileo-Programm ziviler Kontrolle unterliegen. Eine militärische Nutzung ist allerdings nicht ausgeschlossen, obwohl insbesondere die EU-Kommission als eine der Hauptverantwortlichen für das Projekt den zivilen Charakter des auf rund 3,5 Milliarden Euro veranschlagten Programms hervorhebt.

          Vereinigte Staaten sind kritisch

          Die Esa, die nach dem erfolgreichen Start die Kontrolle über den Satelliten übernahm, teilte sieben Stunden später mit, daß alle Systeme an Bord von Giove-A funktionierten. Ein zweiter Testsatellit (Giove-B) soll im Frühjahr gestartet werden. Bis zum Juni muß die Esa beweisen, daß die dem Galileo-System zugeteilten Funkfrequenzen tatsächlich genutzt werden können. Im Jahr 2008 soll die Testphase mit dem Start von zwei weiteren Satelliten abgeschlossen werden. Von da an sollen auch private Benutzer die Satellitensignale empfangen können.

          Giove-A mit seiner Sojus-Trägerrakete

          Mit sechs Staaten, die nicht der EU angehören - China, Indien, Israel, Marokko, Saudi-Arabien und die Ukraine - wurde bisher eine Beteiligung am Galileo-Programm vertraglich vereinbart. Gespräche mit weiteren Interessenten dauern an. Mit den Vereinigten Staaten, die mit Skepsis, wenn nicht mit offener Ablehnung auf die Weltraum-Initiative der Europäer reagierten, wurde im vergangenen Jahr nach schwierigen Verhandlungen eine Einigung erreicht, durch die beide Satellitensysteme miteinander kompatibel werden sollen. Das amerikanische Verteidigungsministerium hatte das Galileo-Projekt lange Zeit als unnötig und als Sicherheitsrisiko für die amerikanischen Streitkräfte abgelehnt und mehrfach bei der Nato interveniert.

          Das Pentagon behält sich vor, GPS-Signale in Krisenzeiten für bestimmte Regionen so zu verändern, daß für zivile Nutzer die Genauigkeit nicht mehr garantiert wäre. Das Galileo-Programm, argumentiert die EU, würde deshalb nicht nur eine größere Genauigkeit, sondern auch eine größere Zuverlässigkeit der Satellitennavigation ermöglichen.

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