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Wasser auf Erde und Mond : Verwandter Tropfen

  • -Aktualisiert am

Im Landegebiet von Apollo15 gesammelt: Glaskügelchen vulkanischen Ursprungs Bild: Nasa

Wasser in Lavagestein vom Mond ähnelt dem Wasser von der Erde stark. Das ergaben jetzt Isotopenanalysen einer amerikanischen Forschergruppe.

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          Wasser gibt es überall auf der Erde, selbst in den trockensten Wüsten oder in frischen Laven, die von Vulkanen aus dem Erdinneren gefördert werden. Lange hatte man geglaubt, dass auf dem Mond hingegen überhaupt kein Wasser vorhanden sei. Vor fünf Jahren hatte eine amerikanische Forschergruppe aber erstmals Spuren von Wasser in einer Reihe von Gesteinsproben entdeckt, die die Astronauten der Apollo-Missionen 15 und 17 mit auf die Erde brachten. Jetzt haben Wissenschaftler von der Brown University in Rhode Island die Apollo-Proben abermals untersucht und eine enge Verwandtschaft mit dem Wasser auf der Erde und dem in uralten Meteoriten ausgemacht.

          Doch sei vorweg gesagt: Die Wassermengen, die bislang auf dem Mond gefunden wurden, sind äußerst gering. Selbst die sonst stets auf die Bedeutung von Wasser für das Entstehen von Leben auf anderen Himmelkörpern verweisende amerikanische Weltraumbehörde Nasa würde nicht auf die Idee kommen, dass in diesem Mondwasser jemals Lebewesen existiert haben könnten. Die Forschergruppe um Alberto Saal hat die Flüssigkeit in winzigen Glaskügelchen analysiert, die in Olivinen innerhalb lunaren Lavagesteins vorhanden waren. Sie enthielten bis zu 60 Teile pro Million (ppm) an Wasser.

          Analyse der Wasserstoffisotope

          Obwohl es derartige Einschlüsse mit bis zu fünfzigfach höheren Wasserkonzentrationen auch in den Laven irdischer Vulkane gibt, ist es doch recht überraschend, dass Wasser im Lavagestein vom Mond vorkommt. Bisher hatten Forscher nämlich geglaubt, alle flüchtigen Stoffe, vor allem der Wasserstoff, seien bei der Entstehung des Mondes vollständig verdampft. Der Mond, so wird angenommen, entstand in der Frühzeit des Sonnensystems vor knapp 4,5 Milliarden Jahren bei einem Zusammenstoß der noch jungen Erde mit einem anderen protoplanetaren Gesteinsbrocken. Die Wucht der Kollision sprengte ein beträchtliches Stück der Erde ab, aus dem - zusammen mit Trümmern des Impaktors - später der Mond entstand. Ein Teil der kinetischen Energie des Zusammenstoßes ging in Wärme über, die alle leichten Elemente im künftigen Mond verdampfen ließ.

          Die Forschergruppe analysierte die Zusammensetzung der Wasserstoffisotope im Mondwasser. Diese Untersuchungen waren wegen der geringen Wassermengen äußerst schwierig, und die Messungen sind deshalb mit großen Fehlern behaftet. Dennoch stellte sich heraus, dass das Verhältnis von schwerem Wasserstoffisotop Deuterium zum herkömmlichen Wasserstoff im Mondwasser weitgehend mit jenen Isotopenverhältnissen übereinstimmt, die man ebenfalls in irdischem Wasser antrifft und die auch im Wasser von kohlenstoffreichen Chondriten gemessen wurden. Chondriten sind Meteoriten aus der frühesten Phase des Sonnensystems. Nach Ansicht von Alberto Saal ist danach auch das Wasser auf dem Mond mindestens 4,5 Milliarden Jahre alt. Die in der Zeitschrift „Science“ (doi: 10.1126/science.1235142) veröffentlichten Ergebnisse lassen allerdings die alte Frage offen, wie das Wasser auf dem Mond überhaupt die äußerst heiße Geburtsphase des Erdtrabanten überstehen konnte.

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