https://www.faz.net/-gwz-9xo4d
Bildbeschreibung einblenden

Private Raumfahrt : Stau im Weltraum

Der Erdbeobachtungssatellit SMOS der Europäischen Weltraumagentur Esa. Mit ihm können die Feuchtigkeit der Böden und der Salzgehalt der Ozeane gemessen werden. Bild: dpa

Früher konkurrierten Amerika und die Sowjetunion um den Weltraum, heute sind es private Unternehmen – und bei ihnen sind vor allem die erdnahen Umlaufbahnen voll im Trend. Warum?

          3 Min.

          Der 4. Oktober 1957 war für die einen ein Feiertag, für die anderen ein rabenschwarzer Tag. An diesem Datum sorgte die Sowjetunion für eine Premiere in der Geschichte der Menschheit. Zum ersten Mal wurde ein Satellit in den Weltraum geschossen: Sputnik 1, kugelförmig, etwas mehr als ein halber Meter im Durchmesser und gut 80 Kilogramm schwer, bahnte sich mit Hilfe einer Interkontinentalrakete den Weg ins All – genauer: in eine Umlaufbahn, die ihn in eineinhalb Stunden einmal um die Erde trug. Ein integrierter Kurzwellensender schickte ein piepsendes und gut empfangbares Funksignal auf die Erde. 92 Tage nach dem Start verglühte Sputnik 1 in der Atmosphäre.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Osten löste das eine Euphorie aus, im Westen einen Schock. Denn mit dem Sputnik, dem „Wegbegleiter“ der Erde, begann eine neue Ära, und Moskau hatte sie eingeläutet. Der Wettlauf im All zwischen den damaligen Supermächten Amerika und Sowjetunion hatte begonnen. Schon zwölf Jahre später schickte Amerika die ersten Menschen auf den Mond. Heute ist der Himmel voll. Nach Erhebungen der Union of Concerned Scientists fliegen derzeit mehr als 2200 Satelliten im Weltraum. Davon geht fast die Hälfte auf das Konto der Vereinigten Staaten (1007), gefolgt von China (323) und Russland (164). Und auch ganz neue Player sind auf dem Markt. Lange Zeit war der Weltraum zwar eine staatliche Domäne. Doch schon 1962 hatte Washington die rechtlichen Wege für private Anbieter freigemacht. So wurde im Mai 1965 der erste kommerzielle Telekommunikationssatellit in eine geostationäre Umlaufbahn geschossen: „Early Bird“. Er verstand sich 35.800 Kilometer über dem Äquator auf alle Arten von Übertragungen zwischen sich und der Erde. Er schaffte gleichzeitig 240 Transatlantik-Telefonate oder eine Fernsehsendung.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der britische Premierminister Boris Johnson am 25. Januar in London mit einer Dosis des Corona-Impfstoffs von Astra-Zeneca

          Großbritannien und die EU : Auch ein Impfstoff kann Beziehungen vergiften

          Großbritannien fasst Überlegungen der EU, die Impfstoff-Ausfuhr zu kontrollieren, als Drohung auf – und als Bestrafung für Lieferprobleme von Astra-Zeneca. Diese könnten auch mit dem niedrigen Preis zusammenhängen.