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Wartung im All : Hubble kommt in die Kinos

  • -Aktualisiert am

Bald ist die Wartung des Teleskops Hubble als 3D-Kinofilm zu sehen Bild: Nasa

Die Raumfähre Atlantis startet nächste Woche ins All, damit Astronauten das Weltraumteleskop Hubble ein letztes Mal für eine Nutzung bis 2014 herrichten können. Im kommenden Frühjahr können Zuschauer dieses Geschehen im Imax-Film „Hubble 3D“ hautnah miterleben.

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          Das Hubble-Weltraumteleskop, das seit Jahren spektakuläre Fotos von Galaxien und kosmischen Nebeln zur Erde überträgt, aber auch wissenschaftlich äußerst erfolgreich war, zeugt heute noch von den Visionen, zu denen die Raumfähren einst Anlass gegeben hatten. Defekte Satelliten wollte man im Weltall reparieren, andere zur Erde zurückholen und große Weltraumteleskope alle paar Jahre nachrüsten. Nicht viel ist davon geblieben, eigentlich nur die gelegentliche Wartung und Nachrüstung des Hubble-Teleskops.

          Am Montag soll die Raumfähre Atlantis ein letztes Mal zu diesem Weltraumobservatorium aufbrechen und es für eine Nutzung bis zum Jahr 2014 herrichten. Die Astronauten werden ihre Arbeiten mit Imax-Kameras dokumentieren. Schon im kommenden Frühjahr soll in den Imax-Kinos der Film „Hubble 3 D“ anlaufen, in dem die Besucher das Geschehen dann hautnah und dreidimensional verfolgen können.

          Erst nach dem Fehler suchen

          Lange sah es so aus, als sollte es diesen Flug gar nicht mehr geben. Nachdem die Raumfähre Columbia im Februar 2003 bei der Rückkehr zur Erde wegen eines defekten Hitzeschutzschildes in der Atmosphäre auseinandergebrochen war, strich der damalige Administrator der Nasa, Michael Griffin, die Mission, weil das Risiko für die Astronauten zu groß sei. Bei einem Defekt, der eine Rückkehr des Shuttle nicht mehr zuließe, könnten sich die Astronauten nicht zur Raumstation retten, was bei anderen Flügen der Fähren möglich sei.

          Astronauten werden Kameras mit besserer Auflösung an Hubble installieren
          Astronauten werden Kameras mit besserer Auflösung an Hubble installieren : Bild: Nasa

          Die Entscheidung stieß auf Protest, und Griffin musste sie korrigieren - mit der Auflage, dass am Cape Canaveral eine zweite Raumfähre bereitstünde, die notfalls die Astronauten der Wartungsmission retten könnte. Der Flug zum Hubble-Teleskop wurde für den Oktober 2008 angesetzt. Doch 17 Tage vor dem Start fiel im Weltraumteleskop ein Instrument aus, das den Datenfluss an Bord steuerte. Zwar konnte man auf ein Ersatzgerät umschalten. Aber nun musste man erst nach dem Fehler suchen, um zu prüfen, wie der Defekt bei einer Reparaturmission zu berücksichtigen sei.

          Alte Messinstrumente austauschen

          An Pannen hatte es auch in der Frühzeit des Hubble-Teleskops nicht gemangelt. Schon im August 1986 hatte das Observatorium in den Weltraum gebracht werden sollen. Die Explosion der Raumfähre Challenger machte diese Planung zunichte. Und bald nach dem Start im April 1990 stellte sich zum Entsetzen der Astronomen heraus, dass die Optik des teuren Teleskops wegen eines Fehlers nicht scharf abbildete.

          Die spektroskopischen Beobachtungen waren davon zum Glück nicht betroffen. Auf der ersten Wartungs- und Reparaturmission im Dezember 1993 brachten die Astronauten unter anderem eine Korrekturoptik an, die auch die vielen phantastischen astronomischen Fotos aufzunehmen gestattete. Bei weiteren Missionen in den Jahren 1997, 1999 und 2002 wurden Batterien und Gyroskope an Bord ausgewechselt und immer wieder alte Messinstrumente durch neu entwickelte Geräte ausgetauscht.

          Orientierung im Raum

          Die wichtigste Aufgabe der Astronauten, die am Montag mit der Atlantis zum Hubble-Teleskop fliegen sollen, wird darin bestehen, zwei neue Instrumente zu installieren. Die „Wide Field Camera 2“ wird der „Wide Field Camera 3“ mit besserer Auflösung und größerem Gesichtsfeld weichen. Anstelle der Reparaturoptik von 1993, die nicht mehr nötig ist, weil mittlerweile alle Kameras eine eigene Korrekturoptik haben, bauen die Astronauten einen Spektrographen („Cosmic Origins Spectrograph“) für Messungen im ultravioletten Lichtbereich ein.

          Zwei weitere Instrumente - die „Advanced Camera for Surveys“ und den „Space Telescope Imaging Spectrograph“ - sollen die Astronauten reparieren. Außerdem steht der Austausch des seit einigen Monaten defekten Instruments zur Steuerung des Datenflusses auf dem Plan sowie der Ersatz von Batterien und Gyroskopen, ohne den das Teleskop bald die Orientierung im Raum verlieren würde.

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