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Raumfahrtmissionen : Im Orbit ist die Hölle los

Auf dem Weg zur Raumstation: Thomas Pesquet (rechts) Oleg Novitsky und Peggy Whitson Bild: AP

Selbst an Leckereien für Weihnachten ist gedacht: Die Besatzung der ISS bekommt Verstärkung. Auch die Chinesen feiern eine erfolgreiche Mission - und haben große Pläne.

          Die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) bekommt Verstärkung. Am Donnerstagabend ist eine Sojus-Kapsel mit drei Astronauten vom russischen Weltraumbahnhof in Kasachstan aus ins All gestartet. An Bord befinden sich der Franzose Thomas Pesquet, der Russe Oleg Nowizki und die Amerikanerin Peggy Whitson. Nach einem zweitägigen Flug soll das Raumfahrzeug in der Nacht zum Sonntag an der ISS andocken.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Thomas Pesquet fliegt als zweiter Franzose zur Raumstation. Der 38 Jahre alte Pilot und studierte Luft- und Raumfahrtingenieur wurde von der Europäischen Weltraumbehörde (Esa) im Jahr 2009 mit vier weiteren Bewerbern ins europäische Astronautenkorps gewählt. Darunter war auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst, der vor zwei Jahren sechs Monate auf der ISS verbrachte.

          Das Trio hat unterschiedliche Aufgaben

          Pesquet wird – wie die beiden anderen neuen Crewmitglieder – ein halbes Jahr auf der Raumstation wohnen und arbeiten. In dieser Zeit soll er unter anderem laufende Experimente weiterführen, die kosmische Strahlung messen, der die Besatzung der ISS permanent ausgesetzt ist, sowie selbstreinigende und antibakterielle Eigenschaften von Materialien erforschen, um damit die Hygiene in Kliniken, aber auch auf der Raumstation zu verbessern.

          Sein russischer Kollege wird sich vor allem der Bewegung von Flüssigkeiten im Körper im Zustand der Schwerelosigkeit widmen. Peggy Whitson, die nun zum dritten Mal zur ISS fliegt, wird an Bakterien und Stammzellen forschen. Mit der Ankunft des Trios wird die 50. Besatzung auf der ISS komplett sein. Auf dem Außenposten in rund 400 Kilometer Höhe arbeiten schon die Russen Sergej Ryschikow und Andrej Borissenko sowie der Amerikaner Robert Shane Kimbrough. Für Weihnachten und Silvester haben die drei Neuankömmlinge einige Leckereien eingepackt. Pesquet sagte vor dem Start, dass er an Neujahr für die ganze ISS-Manschaft kochen werde. Er verriet aber keine Details, „um die Überraschung nicht zu verderben“.

          Unterdessen ist nach dem bisher längsten bemannten Raumflug Chinas das Raumschiff „Shenzhou 11“ am Freitag auf der Erde gelandet. Die Kapsel mit zwei Astronauten an Bord schwebte an einem großen Fallschirm zur Erde und setzte im Grasland der Inneren Mongolei auf den Boden auf.

          Mitarbeiter der chinesischen Raumfahrtagentur untersuchen nach geglückter Landung die Kapsel des Raumschiffs „Shenzhou 11“.

          Die Astronauten Jing Haipeng – der während der Reise seinen 50. Geburtstag feierte – und Chen Dong (37) waren am 17. Oktober ins All aufgebrochen. Den größten Teil ihrer 33 Tage währenden Reise verbrachten sie im neuen Raumlabor „Tiangong 2“, wo sie wissenschaftliche Experimente durchführten und Technologien testeten, die für noch längere Aufenthalte im All gebraucht werden.

          Die Experimente auf der Mission waren wichtige Voraussetzungen für den Bau einer eigenen chinesischen Raumstation, die um das Jahr 2022 fertig werden soll. Sollte die Internationale Raumstation wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China danach die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All.

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