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Venus : Fluchtwege auf der Nachtseite

  • -Aktualisiert am

Recht unwirtliche Verhältnisse: die Venus im UV-Licht Bild: Esa

Wasser hat die Venus, im Gegensatz zu ihrer Frühzeit, nicht mehr zu bieten. Der Beantwortung der Frage, wie es verloren ging, ist man durch neue Beobachtungen und Analysen nun näher gekommen.

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          Die Venus ist heutzutage anders als die Erde ein außerordentlich lebensfeindlicher Planet. An ihrer Oberfläche herrschen eine Temperatur von ungefähr 470 Grad Celsius und ein Druck von rund 90 Atmosphären. In ihrer Frühzeit dürften sich die beiden Planeten dagegen recht ähnlich gewesen sein; denn sie sind ungefähr gleich groß und zur selben Zeit entstanden. Deshalb stellt sich unter anderem die Frage, wie die Venus ihr Wasser verloren hat. Mit den Messdaten der europäischen Sonde Venus Express sind die Forscher der Antwort mittlerweile näher gekommen.

          Schon im vergangenen Jahr hatten die Forscher – darunter Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung – mit dem Aspera-Instrument („Analyser of Space Plasma and Energetic Atoms“) herausgefunden, dass ein großer Teil des Wassers über die Nachtseite in den Weltraum entweicht. Mit dem Gerät, das nur auf die Schattenseite des Planeten gerichtet wird, wurden sich verflüchtigende Wasserstoff- und Sauerstoffatome beobachtet, wobei der Anteil der Wasserstoffatome doppelt so groß war wie der Anteil der Sauerstoffatome. Das Verhältnis deutet auf Wassermoleküle, die in der Atmosphäre aufgebrochen worden sind, als Quelle hin.

          Der Beitrag der Tagesseite

          Mit einem anderen Instrument an Bord der Sonde, dem „Venus Express Magnetometer“ (Mag), ist jetzt auch, was seit langem erwartet wurde, über die Tagesseite der Venus in den Weltraum entweichender Wasserstoff entdeckt worden – zwanzig Prozent der Menge, die über die Nachtseite verloren gehen. Das fragliche Instrument dient der Messung von Magnetfeldern. Die Venus besitzt ein solches zwar nicht, aber der Sonnenwind trägt Magnetfelder an den Planeten heran und reißt, wenn er an der Venus vorbeistreicht, Teilchen aus deren Atmosphäre mit sich fort. Ob der Wasserstoff ebenfalls von Wasser stammt, ist noch offen. Die Wissenschaftler hoffen aber, den Beweis noch führen zu können, indem sie auch den entsprechenden Sauerstoff aufspüren. Durch die Verluste ist der Anteil an Wasser auf der Venus jedenfalls auf ein Hunderttausendstel der Menge gesunken, die sich jetzt in der Atmosphäre und den Meeren der Erde befinden.

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