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Unendliches Universum : Galaxien in Hülle und Fülle

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Galaxien des Stephan’s Quintett. Sie wurden am 22. September 1877 vom französischen Astronomen Édouard Jean-Marie Stephan im Sternbild Pegasus entdeckt. Bild: NASA, ESA, Hubble SM4 ERO

„Weißt du, wie viel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt?“ Bislang haben die Astronomen die Zahl der Galaxien und damit der Sterne ganz gewaltig unterschätzt, wie eine Computersimulation zeigt.

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          Große Überraschung am Sternenhimmel: Die Zahl der Galaxien im beobachtbaren Universum ist mindestens um einen Faktor Zehn größer, als man bislang dachte. Zu diesem Schluss sind britische Astronomen von der University of Nottingham gekommen, als sie Aufnahmen des „Hubble“-Weltraumteleskops und anderer Observatorien analysierten. Ein Teil der Galaxien ist mit heutigen Instrumenten gar nicht zu sehen.  Die Wissenschaftler um Christopher Conselice stellen ihre Analyse in einer der kommenden Ausgaben des „Astrophysical Journal“ vor.

          Mit Hilfe von „Hubble“ hatten Astronomen bereits in den neunziger Jahren die Zahl der Galaxien im beobachtbaren Universum abgeschätzt und kamen auf etwa 100 Milliarden Stück. Die britischen Forscher haben die Beobachtungsdaten in eine dreidimensionalen Ansicht des Universums umgewandelt. Mit Hilfe mathematischer Modelle schätzten sie die Zahl jener  Galaxien ab, die mit der heutigen Generation von Teleskopen nicht beobachtet werden kann.

          Das Weltraumteleskop „Hubble“
          Das Weltraumteleskop „Hubble“ : Bild: Nasa

          Dabei kamen Conselice und seine Kollegen zu dem Ergebnis, dass rund 90 Prozent der Galaxien derzeit nicht beobachtet werden können, da sie zu schwach leuchten oder zu weit entfernt sind. Die Gesamtzahl der Galaxien im beobachtbaren Kosmos muss demnach bei mehr als einer Billion liegen.

          Die unsichtbaren Galaxien

          „Es sprengt das Vorstellungsvermögen, dass mehr als 90 Prozent der Galaxien im Universum noch untersucht werden müssen“, betont Conselice in einer Mitteilung des „Hubble“-Zentrums in Garching bei München. „Wer weiß, was wir für interessante Eigenschaften entdecken werden, wenn wir diese Galaxien mit der nächsten Generation von Teleskopen beobachten.“

          Wegen der enormen Entfernungen ist der Blick in die Tiefen des Alls auch stets ein Blick zurück in die Vergangenheit – so benötigt das Licht von einer zwei Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie zwei Millionen Jahre bis zu uns. Conselice und Kollegen haben in ihrer Untersuchung bis zu 13 Milliarden Jahre in die Vergangenheit des Weltalls geschaut. Es zeigte sich, dass es im jungen Universum viel mehr und dabei kleinere Galaxien gegeben hat, die vermutlich im Laufe der Zeit zu den großen Galaxien wie unserer Milchstraße verschmolzen sind.

          Der Befund könnte auch das sogenannte Olberssche Paradoxon Lösen helfen. Der von  Hermann Bondi 1952 geschaffene Begriff geht auf Heinrich Wilhelm Olbers zurück und formulierte die Beobachtung, dass bei einem unendlichen Universum der  Nachthimmel hell erleuchtet sein müsse. Er aber tatsächlich überwiegend dunkel ist. Conselice und seine Kollegen glauben, dass im Grunde fast an jedem Punkt des Universums eine Galaxie sitzt, die meisten aber für herkömmliche Teleskope unsichtbar sind und erst recht nicht mit dem Auge gesehen werden können.

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