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Stratosphären-Observatorium : „Sofia“ kann bald abheben

  • -Aktualisiert am

Die „Sofia” wartet auf den Start Bild: NASA/DLR

Die Nasa wollte das deutsch-amerikanische Projekt „Sofia“ zu Beginn des vergangenen Jahres schon streichen. Im März soll das fliegende Observatorium nun doch zum ersten Testflug abheben.

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          Mit dem für März dieses Jahres geplanten Erstflug wird das im Jahr 1996 vereinbarte deutsch-amerikanische Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie („Sofia“) in die vorerst letzte Vorbereitungs- und Testphase vorstoßen. Immerhin wird das Vorhaben damit endgültig weitergeführt, nachdem das Abkommen zwischen der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur Entwicklung und zum Betrieb von „Sofia“ zum Jahreswechsel schon um weitere zehn Jahre verlängert worden war. Eigentlich hatte die Nasa das Projekt zu Beginn des vergangenen Jahres aus Budgetgründen schon streichen wollen.

          Die Nasa hatte bis dahin rund 485 Millionen Dollar vorwiegend in den Umbau der für das Observatorium genutzten Boeing 747 gesteckt - deutlich mehr als ursprünglich veranschlagt. Vor allem zusätzliche Sicherheitsauflagen der amerikanischen Luftfahrt-Bundesbehörde, angeregt durch die Explosion eines Treibstofftanks bei einer anderen Boeing 747 im Jahr 1996, die Terroranschläge vom 11. September 2001 und den Absturz der Raumfähre Columbia im Jahr 2003, hatten die Kosten in die Höhe getrieben.

          Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen

          Erst nach heftigem Widerspruch der Wissenschaftler sowie der deutschen Vertragspartner, die ihren Beitrag zu dem Projekt durch Entwicklung und Bau des Teleskops längst vollständig geleistet hatten, erklärte sich die Nasa bereit, über die Streichung noch einmal nachzudenken. Tatsächlich wurde die Entscheidung im vergangenen Oktober revidiert. Allerdings dürften neue Auflagen zusätzliche Kostensteigerungen und zeitliche Verzögerungen bewirken.

          Technische Skizze des Teleskopes

          Damals erklärte Ray Taylor, der zuständige Programmleiter im Nasa-Hauptquartier in Washington, dass das Flugzeug nach dem Ende der Umbauarbeiten zunächst mindestens drei Jahre lang auf seine Flugeigenschaften getestet werden müsse. Erst 2010 könne man dann mit die ersten Tests unter Einschluss der wissenschaftlichen Instrumente an Bord aufnehmen.

          Keine Garantie für „saubere“ Ergebnisse

          Den Beginn des vollen Beobachtungsprogramms sah Taylor kaum vor 2012. Vor allem die etwa zehn Quadratmeter große Öffnung im hinteren Rumpfteil stellt für die zuständigen Ingenieure der Nasa eine große Herausforderung dar. Durch diese Öffnung soll der 2,7-Meter-Spiegel bei Flügen in zwölf bis vierzehn Kilometer Höhe, wo der Wasserdampf der Erdatmosphäre nicht mehr stört, die Infrarotstrahlung aus dem Weltraum empfangen.

          Mittlerweile hat Programmleiter Bob Meyer vom Dryden-Flugforschungszentrum der Nasa allerdings durchblicken lassen, dass es keinen triftigen Grund für eine strikte Trennung zwischen Flug- und Erprobungstests für die wissenschaftliche Einrichtung gebe. Bei der Projektleitung des DLR bemüht man sich derzeit darum, eine möglichst frühzeitige wissenschaftliche Nutzung des Teleskops zu erreichen. Bereits während der Testflüge mit geöffnetem Tor will man erste Beobachtungen vornehmen. Eine Garantie für „saubere“ Ergebnisse gibt es in dieser frühen Phase aus flugtechnischen Gründen allerdings noch nicht.

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