https://www.faz.net/-gwz-9lxkp

Stratolaunch : Größtes Flugzeug der Welt hebt erstmals ab

  • Aktualisiert am

Sechs Turbinen, 28 Räder und 117 Meter Spannweite: Das Flugzeug der Firma von Microsoft-Gründer Paul Allen besitzt wahrlich gigantische Ausmaße. Bild: Reuters

Nach jahrelanger Entwicklung absolviert das größte Flugzeug der Welt erfolgreich seinen ersten Flug. Die aus zwei Rümpfen bestehende Maschine soll schon bald den regulären Betrieb aufnehmen.

          Sechs Turbinen, zwei Rümpfe und eine Spannweite, größer als ein Fußballfeld: Das größte Flugzeug der Welt hat am Samstagmorgen seinen Jungfernflug in der kalifornischen Mojave-Wüste erfolgreich absolviert. Von der aus den Rümpfen zweier Boeing 747 zusammengesetzten Maschine sollen bereits in naher Zukunft Satelliten und Raumfahrzeuge in den Orbit starten.

          „Das ist das größte Flugzeug der Welt. Es ist so riesig, dass es scheint, als wäre es gar nicht in der Lage zu fliegen“, beschreibt der Fotograf Jack Beyer gegenüber CNN die gewaltigen Ausmaße des Flugzeugs, dessen Spannweite 117 Meter misst. Laut Unternehmensangaben erreichte die Maschine während des zweieinhalbstündigen Testflugs eine Spitzengeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern und eine Flughöhe von über 5000 Metern.

          Gebaut wurde das Riesenflugzeug von Stratolaunch Systems Corporation, einem Unternehmen des mittlerweile verstorbenen Microsoft-Gründers Paul Allen. Dieser wollte mit der Entwicklung der Maschine einen sicherere und kosteneffektivere Möglichkeit bieten, Satelliten ins All zu befördern. Laut CNN soll die Maschine dabei auf rund 10.000 Metern Höhe aufsteigen und dort eine Trägerrakete abschießen, mit dieser ein Satellit auf seine 480 bis fast 2000 Kilometer von der Erde entfernte Umlaufbahn gebracht werden soll.

          Der Satellitenstart von einem Flugzeug bietet mehrere Vorteile: So würde zum Start kleinerer Satelliten nicht mehr die Infrastruktur benötigt, die bei einem Raketenstart erforderlich ist. Zudem wird durch das Trägerflugzeug im Vergleich zur Rakete weniger Treibstoff verbraucht. Auch würden die Wetterbedingungen einen Satellitenstart nicht mehr so stark beeinflussen: mit dem Flugzeug könnte man das schlechte Wetter schlicht um- beziehungsweise überfliegen.

          Die Stratolaunch-Maschine hebt zum ersten Mal ab.

          Bei seiner Vorstellung im Jahr 2011 bezeichnete Allen das Projekt als den „nächsten großen Schritt in den privaten Raumflug“ und sprach von einer „radikalen Wende in der Raumfahrt-Industrie“. 2018 kündigte Stratolaunch an, dass der reguläre Betrieb 2020 aufgenommen werden soll. „Unabhängig von der Nutzlast und der Umlaufbahn wird es bald genauso einfach sein einen Satelliten ins All zu befördern, wie einen Flug zu buchen“, so Stratolaunch-CEO Jean Floyd.

          Das größte Flugzeug der Welt während seines ersten Fluges über der kalifornischen Mojave-Wüste

          Weitere Themen

          Weltraumschrott gefährdet Satelliten Video-Seite öffnen

          Gefährlicher Müll im All : Weltraumschrott gefährdet Satelliten

          Bei Raketenstarts werden Bauteile, wie etwa große Teile des Antriebssystems, während des Fluges abgeworfen. Diese umkreisen unsere Erde in ihrer Umlaufbahn und können mit anderen Himmelskörpern zusammenstoßen. Nachdem das Problem lange ignoriert wurde, fordern Wissenschaftler nun Lösungen.

          In der Menge liegt die Wahrheit Video-Seite öffnen

          Vererbungslehre : In der Menge liegt die Wahrheit

          Wie Vererbung geht, lernt man bereits in der Schule. Aber so einfach wie bei Erbsen ist das nur in Ausnahmefällen. Die quantitative Genetik hat in jüngster Zeit Erkenntnisse gewonnen, die alles auf den Kopf stellen. Das wird schon bald praktische Konsequenzen haben.

          Topmeldungen

          Aktuell gibt es in Deutschland nur einen Bruchteil der bis 2020 anvisierten 100.000 Ladestellen.

          Elektromobilität : Strom-Tankstellen auf Staatskosten

          Im Kanzleramt findet gerade ein Autogipfel statt. Ein Thema: Elektro-Autos. Sie sind für die Industrie das nächste Milliardengeschäft. Doch die Ladesäulen soll der Staat bezahlen – mit bis zu einer Milliarde Euro. Aber muss das sein?
          Demonstranten in Cottbus im Mai 2018

          Sicherheitsbehörden und AfD : Ist Frust die Ursache?

          Es gilt, alle rechtsstaatlichen Mittel anzuwenden, um Reichsbürger aus dem Sicherheitsapparat auszuschließen. Es hilft aber nicht, allen Mitgliedern der Sicherheitsbehörden pauschal ein blindes rechtes Auge zu unterstellen. Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.