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Projekt „Starlink“ : Das Ende des Nachthimmels, wie wir ihn kennen?

Diese Aufnahme der 60 in einer Reihe fliegenden Satelliten nahm der Amateurastronom Marco Langbroek am 24. Mai gegen 22:55 UTC in den Niederlanden auf. Bild: Marco Langbroek

Elon Musk hat nun die Ära der „Mega-Konstellationen“ eingeläutet: Tausende neue Satelliten sollen die Erde umschwärmen. Werden sie bald die Sterne überstrahlen?

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          Das waren noch Zeiten, als sich Astronomen nur um ein paar ausgefallene Künstler Sorgen machen mussten, die die Weltbevölkerung mit strahlenden Kunstwerken im nahen Erdorbit beglücken wollten. So hatte der neuseeländische Unternehmer Peter Beck mit seinem Raumfahrtunternehmen „Rocket Lab“ im Januar 2018 mit seinem „Humanity Star“ – einer Art Diskokugelsatellit – für rund zwei Monate einen künstlichen Stern geschaffen. Der amerikanische Künstler Trevor Paglen plante Ähnliches im Dezember 2018 mit seinem „Orbital Reflector“, scheiterte damit aber in den nach dem Satellitenstart herrschenden Wirren der amerikanischen Haushaltssperre.

          Im Rückblick wirkt das damals geäußerte Unbehagen der Freunde des Nachthimmels über die künstlerisch in Kauf genommene Lichtverschmutzung fast rührend, denn seit vergangener Woche wissen wir: Der Blick zu den Sternen ist in einem Maße gefährdet, das wir uns bis vor kurzem gar nicht auszumalen vermochten. Donnerstagnacht setzte SpaceX, Elon Musks Raumfahrtunternehmen, die ersten sechzig Kommunikationssatelliten aus, die als Auftakt seines Projekts „Starlink“ schließlich mit fast 12 000 anderen ein weltumspannendes Netzwerk bilden sollen, das überall auf der Erde den Zugang zum Internet möglich machen soll. Im Vergleich: am gesamten Himmel sind mit bloßem Auge rund 9000 Sterne sichtbar.

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