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Cape Canaveral : Erste bemannte SpaceX-Rakete erfolgreich gestartet

  • -Aktualisiert am

Der Start am Weltraumbahnhof in Florida Bild: AP

Es ist der erste bemannte Weltraumflug Amerikas seit neun Jahren – die Privatfirma SpaceX hat ihre Crew-Dragon-Kapsel ins All geschickt. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der Astronauten bisher in den Orbit befördert werden.

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          Zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt sind am Samstag wieder Astronauten vom Cape Canaveral in Florida aus in den Weltraum gestartet. Um 21.22 Uhr (MESZ) hob eine Falcon-9-Rakete von der historischen Startrampe 39-A zu einem Flug zur Internationalen Raumstation (ISS) ab. An deren Spitze befand sich eine Dragon-Crew-Kapsel mit den beiden Nasa Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley.

          Die Astronauten sollen nach einem 19 Stunden dauernden Flug am Sonntag an der ISS anlegen und sich mindestens einen Monat lang dort aufhalten. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der weltweit bisher Astronauten in den Orbit befördert werden. Sowohl die Entwicklung und der Bau von Rakete und Kapsel als auch der gesamte Flug zur ISS lag in den Händen des privaten kalifornischen Unternehmens SpaceX.

          Als im Juli 2011 zum letzten Mal Astronauten vom Cape Canaveral in den Weltraum flogen, säumten, wie bei fast jedem bemannten Raumflug seit Apollo, mehrere zehntausend Menschen die Straßen und Strände an Floridas Atlantikküste. Am Mittwoch war es allerdings ungewöhnlich still an Floridas sogenannter Space Coast. Wegen der Corona-Pandemie hatte die Nasa ihre Pforten für Besucher geschlossen und auch außerhalb des weitläufigen Geländes fanden sich nur wenige Schaulustige ein. Auch sonst war vieles anders als bei früheren bemannten Raumflügen. So war das legendäre Kontrollzentrum am Cape Canaveral verwaist, von dem schon der Start der Saturn-Raketen zum Mond gesteuert wurde. Stattdessen überwachten Techniker vom Hauptquartier von SpaceX in Hawthorne, einem Vorort von Los Angeles, den der Falcon-9 und den Flug der Kapsel.

          Seit die Flotte der amerikanischen Raumfähren außer Dienst gestellt wurde, war die  amerikanische Weltraumbehörde Nasa für ihre bemannten Flüge zur ISS auf die russischen Sojus-Kapseln angewiesen. Doch schon unter dem damaligen Präsident George W. Bush begann die amerikanische Regierung damit, Privatunternehmen mit dem Transport von Versorgungsgütern zur ISS zu beauftragen. So haben SpaceX und das Unternehmen Northrop Grumman in mittlerweile mehr als 30 Frachtflüge Tonnen von Versorgungsgütern und wissenschaftlichen Experimenten zur Raumstation gebracht.

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          Ursprünglich war der erste bemannte Einsatz der Dragon-Kapsel für Mittwoch geplant. Er musste aber wegen schlechten Wetters abgesagt werden. Außerdem hätten sich die beiden Astronauten nur wenige Tage an Bord der ISS aufhalten sollen. Da die Raumstation derzeit aber nur mit einer Rumpfcrew von drei Raumfahrern, den beiden Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie dem Nasa-Astronauten Christoper Cassidy, zu knapp besetzt ist, sollen Hurley und Behnken mehr als einen Monat auf der Station bleiben und dort aktiv an wissenschaftlichen Experimenten und bei der Wartung der Station mitarbeiten.

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