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Saturnsonde Cassini : Feine Risse im Gesicht des Eismondes

Der Nordpol von Enceladus Bild: Nasa

Die Raumsonde Cassini passiert im Tiefflug den Saturnmond Enceladus. Dabei hat sie eine faszinierende Kraterlandschaft fotografiert.

          1 Min.

          Die Mission der Raumsonde Cassini, die seit 2004 den Saturn und seine Trabanten erkundet, neigt sich allmählich dem Ende zu. Als Abschluss sind drei Vorbeiflüge am geologisch äußerst aktiven Eismond Enceladus vorgesehen. Die erste dieser Passagen hat in der vergangenen Woche stattgefunden. Die Sonde näherte sich dabei der Oberfläche von Enceladus bis fast auf 1800 Kilometer.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Bei diesem Manöver hat Cassini erstmals Fotos von der Nordpolregion des Mondes geschossen. Dieses Gebiet lag bei den ersten Vorüberflügen an Enceladus zu Beginn der Cassini-Mission wegen fehlender Sonneneinstrahlung im Schatten. Jetzt haben sich die Lichtverhältnisse deutlich verbessert. Besonders interessiert hat die Wissenschaftler von der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa, ob am Nordpol ähnliche geologische Aktivitäten auftreten, wie man sie am Südpol des Mondes beobachtet hat. Dort schießen Fontänen aus Wassereis ins All. Sie werden, wie man seit kurzem weiß, von einem globalen Ozean gespeist, der die Eiskruste vollständig unterspült.

          Ein Schneemann auf dem Saturnmond Enceladus Bilderstrecke

          Zwar haben die Nasa-Wissenschaftler auf den ersten Bildern, die Cassini jetzt zur Erde gefunkt hat, bislang keine Hinweise auf aktive Geysire in der Nordpolarregion gefunden. Dafür stießen sie aber auf eine faszinierende Kraterlandschaft, die von feinen Rissen durchzogen ist.

          Start frei für den Tiefflug

          Diese Risse, die auch an anderen Stellen auf dem 500 Kilometer großen Saturnmond zu finden sind, entstehen vermutlich durch Bewegungen in der Eiskruste, ähnlich wie die Gletscherspalten auf der Erde.

          Der erste Vorbeiflug war nur eine Art Testflug für die nächste Annäherung, die am 28. Oktober vorgesehen ist. Dann wird sich die Sonde bis auf knapp 50 Kilometer dem Südpol nähern und durch die Geysire auf der Südhemisphäre fliegen. Der letzte Vorbeiflug wird vermutlich am 19. Dezember stattfinden. Dann wird Cassini Enceladus aus einer Entfernung von knapp 5000 Kilometern observieren.

          Das Manöver soll genauere Informationen über das Innere des Mondes liefern. Die Cassini-Mission soll 2017 zu Ende gehen. Vermutlich wird die Sonde dann gezielt in Richtung Saturnoberfläche gesteuert und in der Atmosphäre des Ringplaneten verglühen.

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