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Moskaus Raumfahrtpläne : Russland baut an eigener Raumstation

  • Aktualisiert am

Ist die Internationale Raumstation ISS schon in drei Jahren unbewohnt? Bild: dpa

Russland stellt die Beteiligung an der Internationalen Raumstation nach 2024 in Frage. Das erste Modul eines eigenen Außenpostens im All ist in der Entwicklung.

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          Russland hat trotz der Beteiligung an der Internationalen Raumstation ISS mit dem Bau eines eigenen Außenpostens im All begonnen. Damit macht Moskau seine bereits vor Jahren geäußerten Pläne offenbar wahr. Das erste Basismodul befindet sich bereits im Bau, teilte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, im Messengerdienst Telegram mit. Ziel sei es, das Modul 2025 ins Weltall zu bringen. Der russische Raketenhersteller „RKK Energija“ sei bereits damit beauftragt worden, einen Start zu diesem anvisierten Zeitpunkt sicherzustellen.

          In letzter Zeit gab es unterschiedliche Aussagen der russischen Behörden zu den Raumfahrtplänen des Landes. Vize-Regierungschef Juri Borissow hatte am Sonntag erklärt, sein Land werde sich 2025 aus der ISS zurückziehen, um sich auf den Bau seiner eigenen Raumstation zu konzentrieren. Roskosmos erklärte wiederum, die Entscheidung werde nach 2024 auf Grundlage des technischen Stands der Internationalen Raumstation getroffen. Die Mehrheit der an der ISS beteiligten Partner, darunter die Nasa und die Esa, hat sich für die Beteiligung am Außenposten der Menschheit bis 2024 ausgesprochen. Moskau hatte zuletzt eine Verlängerung der Zusammenarbeit sogar bis 2030 in Aussicht gestellt. Deshalb dürfte die jüngste Ankündigung von Juri Borissow für viele überraschend kommen.

          Kommt das russisch-chinesische Monddorf?

          Borissow verwies auf den technischen Zustand der ISS. „Wir können Leben nicht in Gefahr bringen“, hatte Borissow im Staatsfernsehen gesagt. Im vergangenen Jahr gab es mehrere Lecks in der ISS, die Raumfahrer geflickt haben. Kremlchef Wladimir Putin hatte gefordert, sein Land müsse den Status als eine der führenden Atom- und Raumfahrtmächte behalten und stärken. Die Agentur Interfax meldete, die neue Station könnte die Nation Russland bis zu sechs Milliarden Dollar kosten.

          Die gemeinsame Nutzung der ISS ist einer der wenigen Bereiche, in denen die Kooperation zwischen Russland und den Vereinigten Staaten ungeachtet politischer Streitigkeiten weitgehend problemlos funktioniert. Doch auch die Raumfahrt bleibt von den wachsenden Spannungen zwischen den beiden Ländern etwa wegen des Ukraine-Konflikts nicht unberührt. So zog sich Russland aus einem geplanten Mondstation-Projekt mit der Raumfahrtbehörde Nasa vor Kurzem zurück, um stattdessen gemeinsam mit China einen Stützpunkt auf dem Erdtrabanten zu errichten.

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