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Rosetta im Sturzflug : „Tschuri“ ganz nah

Raumsonde Rosetta im Tieflug: Komet 67P, aufgenommen am 31. Januar aus einer Entfernung von etwa 30 Kilometern Bild: Foto Esa, MPI für Sonnensystemforschung

So nah wie an diesem Samstag ist Rosetta noch niemals zuvor am Kometen 67P vorüber gerauscht. Der Abstand der europäischen Raumsonde zur Oberfläche betrug nur sechs Kilometer.

          Die  Raumsonde „Rosetta“ hat sich dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko  bis auf sechs Kilometer genähert. So dicht ist das Fluggerät der Europäischen Weltraumbehörde Esa an der Oberfläche des Schweifsterns noch nicht vorbei geflogen. Im vergangenen Jahr hatte sich Rosetta für einen kurzen Moment bis auf zehn Kilometer genähert. Mit dem Manöver erhoffen sich die an der Mission beteiligten Forscher nicht nur  spektakuläre Ansichten von der Komentenoberfläche, sie wollen auch weitere noch detailliertere Informationen über die Beschaffenheit von „Tschuri“  gewinnen.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Änderung der bisherigen Flugbahn ist ohnehin notwendig geworden. Denn der Komet wird auf seinem Weg in Richtung  Sonne immer aktiver und der Schweif stärker. Im August soll Tschuri unserem Gestirn an nächsten kommen. „Wir schaffen es  nicht mehr, in der bisherigen Umlaufbahn um `Tschuri` zu fliegen“, teilte Andrea Accomazzo, Flugdirektor von Rosetta im Vorfeld der dpa mit. Bei dieser Gelegenheit kann man nun aus nächster Nähe erforschen, wie sich der Ausstoß von Gas und Staub auf der Kometenoberfläche entwickeln. 

          //www.dlr.de/dlr/presse/Portaldata/1/Resources/bilder/portal/portal_2015_1/Ceres_Ani.gif © Esa/Rosetta/MPI für Sonnensystemforschung, Osiris Team Der Landeanflug des Landemoduls „Philae“ auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko am 12. November 2014. Die Bilder wurden vom Kamerasystem Osiris an Bord der europäischen Raumsonde „Rosetta“ aufgenommen. Die angegebenen Uhrzeiten sind in der Weltzeit angegeben. Die Mitteleuropäische Zeit erhält man durch Addieren einer Stunde.

          Die Vorbereitung für den Anflug  von Rosetta hatte am 4. Februar begonnen. Eine Reihe von komplizierten Flugmanövern waren notwendig, um die Sonde in eine optimale Position in etwa  100 Kilometer Höhe zu bringen (siehe Video).   Am  Samstagvormittag (14. Februar) begann der Sturzflug. Und um 13.40 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) war es soweit: Rosetta flog am Kometen in einem Abstand von nur  sechs Kilometern vorbei.

          Philae noch immer verschollen

          Ganz so nah werde sich „Rosetta“ künftig aber nicht mehr heranwagen können, sagt Accomazzo  Bei weiteren Tiefflügen könnte sich die Sonde dem Kometen womöglich noch bis auf etwa zehn Kilometer nähern. Vielleicht wird man bei dieser Gelegenheit auch etwas über den Verbleib des Landegerätes „Philae“ in Erfahrung bringen.

          Denn Philae ist noch immer verschollen, seit dem es von der Sonde Rosetta am 12. November abgesetzt wurde. Beim Aufsetzten hat sich  „Philae“ auf der Kometenoberfläche nicht fixieren können und ist fernab seines geplanten Landeplatzes niedergegangen. Insgesamt vier Mal,  wie man inzwischen weiß,  hat Philae aufgesetzt und wieder abgehoben, bis der Lander an seinen endgültigen Ort  niederging.

          Philae hängt vermutlich am Rand des am Kopf des Kometen befindlichen Kraters. Das Landegerät  befindet sich völlig im Schatten, so dass die Solarbatterien vorerst nicht wieder aufgeladen werden können. Die Wissenschaftler hoffen, dass das Landegerät aus seinem Schlaf erwacht, wenn sich die Lichtverhältnisse in den kommenden Monaten zusehends verbessern. Mit wieder aufgeladenen Batterien wird sich Philae von selbst wieder melden.

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