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Rätselhaftes Sternsystem : Fast wie die Heimat von Luke Skywalker

Doppelsternsystem SDSS 1557 wird von Gesteinsbrocken umkreist. Bild: niversity of Warwick, University of Sheffield

Astronomen hätten es kaum für möglich gehalten, doch nun wurden Hinweise auf Asteroiden in einem fernen Doppelsternsystem gefunden. Gibt oder gab es dort vielleicht sogar Planeten?

          Auch in Doppelsternsystemen können möglicherweise Gesteinsplaneten existieren. Einen starken Hinweis darauf haben nun britische Astronomen in einem tausend Lichtjahre entfernten Doppelsternsystem mit Namen SDSS 1557 gefunden, bestehend aus einem Weißen und einem Braunen Zwergstern. Dort entdeckten sie kleine Asteroidenfragmente, die beide Sterne umkreisten, bevor sie schließlich auf die Oberfläche des Weißen Zwergs stürzten. Die Wissenschaftler um Jay Farihi vom University College London berichten von ihrer Beobachtungen in der Zeitschrift „Nature Astronomy“ (doi: 10.1038/s41550-016-0032).

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Dass sich Asteroiden und Gesteinsplaneten in Sternsystemen aus zwei Sonnen bilden, sei überraschend, so die Forscher. Die Schwerkraft beider Sterne würde normalerweise verhindern, dass sich Gesteinsbrocken und Staubteilchen in einem planetaren Nebel zu Planeten oder Asteroiden zusammenballen, erläuterte Farihi in einer Pressemitteilung. Bisher handelt es sich bei allen bekannten Exoplaneten von Doppelsternsystemen um Gasriesen, vergleichbar mit Jupiter oder Saturn, die sich in den Außenbezirken ihrer Sonnensysteme entwickelt haben dürften.

          Der kontaminierte Weiße Zwerg

          Die Astronomen um Farihi beobachteten mit dem Gemini-Teleskop und dem Very Large Teleskop der Europäischen Südsternwarte Eso in Chile, wie mindestens 100 Milliarden Tonnen Material auf den Weißen Zwerg herabregneten und ihn kontaminierten. Die chemische Analyse ergab, dass es sich dabei vor allem um Silizium und Magnesium handelte, aus denen üblicherweise Gesteinsplaneten und Asteroiden bestehen. Die registrierte Menge würde einem Asteroiden mit mindestens vier Kilometern Durchmesser entsprechen.

          „Wir kennen Tausende Doppelsysteme wie SDSS 1557, aber das ist das erste Mal, dass wir Asteroiden-Trümmer und -Verunreinigung gesehen haben“, betonte Ko-Autor Steven Parsons von der Universität Sheffield. „Die Entdeckung der Asteroidentrümmer im SDSS-1557-System liefert klare Signaturen der Entstehung von Gesteinsplaneten über den Weg großer Asteroiden“, ergänzte Farihi. „Das hilft uns besser zu verstehen, wie sich Gesteinsplaneten in Doppelsternsystemen formen.“

          Ein Gesteinsplanet in einem Doppelsternsystem – das weckt Erinnerungen an die Kinosaga „Krieg der Sterne“. Denn auch der Wüstenplanet Tatooine, die fiktive Heimat des Weltraumhelden Luke Skywalker, kreist um zwei Sonnen, Tatoo I und Tatoo II.

          Allerdings handelt es sich bei den Objekten von SDSS-1557 nicht wie im Film um zwei Hauptreihensterne ähnlich unserer Sonne. Der Weiße Zwerg ist der übrig gebliebene Kern eines ausgebrannten Sterns, während der Braune Zwerg eine gescheiterte Sonne ist – er bringt nicht genügend Masse auf, um das Kernfusionsfeuer in seinem Inneren zünden zu können.

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