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Recyclebare Rakete getestet : In den Raum - und zurück

Die Falcon 9 startet am 22.12.2015. Zehn Minuten später kehrt die 1. Stufe der Trägerrakete zurück. Bild: Reuters

Die amerikanische Weltraumfirma Space X hat eine recycelbare Falcon-9- Rakete erfolgreich getestet. Die 1. Stufe landete wieder wohlbehalten auf der Erde. Aber lohnt sich der Aufwand tatsächlich?

          4 Min.

          Recycling ist ein „grüner“ Begriff, der auch bald Einzug in die Raumfahrt halten könnte. Der erste Schritt ist nun dem amerikanischen Raumfahrtunternehmen Space X gelungen. Am frühen Dienstagmorgen startete eine Falcon-9-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Während der obere Teil der zweistufigen Rakete elf Kommunikationssatelliten in in einer niedrigen Umlaufbahn aussetzte, landete die erste Stufe der Falcon-9 senkrecht und sicher auf vier Füßen auf der Erde.

          Manfred Lindinger
          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Jubel brach aus unter den Ingenieuren und Wissenschaftlern im Kontrollzentrum von Space X, als die ersten Bilder von der niedergehenden Raketenstufe über die Monitore liefen. „Willkommen zurück, Baby“, twitterte Elon Musk, der Chef von Space X. Per Twitter gratulierte auch die amerikanische Weltraumbehörde (Nasa): „Herzlichen Glückwunsch an Space X zur vertikalen Landung der ersten Stufe!“ Auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst ließ es sich nicht nehmen und meldete sich über den Kurznachrichtendienst mit Glückwünschen und einem „dicken Lob!“.

          Ein leuchtender Punkt setzt zur Landung an

          Dreimal hatte man bei Space X dieses Jahr schon versucht, die erste Stufe einer gestarteten Falcon 9 heil auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik zu landen. Das Ergebnis waren Bruchlandungen. Ende Juni explodierte sogar wenige Minuten nach dem Start eine komplette Trägerrakete samt ihrer Nutzlast - dem Raumfrachter „Dragon“, der zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen sollte. Die Ursache war ein gerissene Strebe, die den Flüssigsauerstofftank bersten ließ.

          Nach den Fehlschlägen wurde der Start am Dienstagmorgen mit besonders großer Spannung erwartet. Die 70 Meter hohe Falcon-9-Rakete hob um 2.33 Uhr mitteleuropäischer Zeit ab. Als drei Minuten nach dem Start der Treibstoff der ersten Raketenstufe verbraucht war, trennte sich die oberste Stufe mit ihrer Fracht von der restlichen Trägerrakete. Letztere flog zunächst antriebslos ein Stück weiter. Vier Minuten nach dem Start zündeten die Triebwerke, und die erste Stufe rauschte nach Cap Canaveral zurück, wo sie am Nachthimmel etwa sechs Minuten später als heller Punkt zu erkennen war. Für das Landemanöver wurden abermals die Triebwerke gezündet und die vier Beine ausgeklappt. Wie ein Bleistift setzte die Falcon 9 zehn Minuten nach dem Start einige Kilometer südlich der Startrampe senkrecht auf einer speziellen Plattform sanft auf.

          Raumfahrt : SpaceX gelingt Raketen-Rückkehr

          Mit dem spektakulären Manöver ist Firmenchef Elon Musk seinem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Mit Recyclingraketen will der umtriebige Geschäftsmann Geld sparen, aber auch die Umwelt schonen. Seitdem die Nasa ihre Raumfähren vor vier Jahren außer Dienst stellte, transportieren Falcon-Trägerraketen Satelliten in die Umlaufbahn oder beliefern regelmäßig die Raumstation mit Nachschub. Für Musk mittlerweile ein einträgliches Geschäft. „Ein komplett wiederverwendbares Raumschiff wäre ein Durchbruch, den wir brauchen, um den Zugang zum Weltraum zu revolutionieren“, formuliert er seine Vision auf der Firmenwebsite.

          Frühere Recycling-Versuche

          Alle Trägerraketen, die zur Zeit ins All geschossen werden, sind Einweg-Raketen. Seit Beginn der Raumfahrt vor fast 60 Jahren sind Tausende Raumflugkörper nur ein einziges Mal verwendet worden. Satelliten verglühen am Ende ihrer Dienstzeit in der Erdatmosphäre, Raketenteile gehen nach dem Start im Ozean nieder. Nur die ehemaligen Raumfähren der Nasa ließen sich wiederverwenden. Sogar die mit festem Treibstoff betriebenen Booster-Raketen der Shuttles wurden nach jedem Start aus dem Wasser vor Cape Canaveral gefischt, generalüberholt und bei späteren Flügen wieder benutzt.

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