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Raumstation ISS : Zwilling Kelly ist zurück aus dem All

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Wohlbehalten zurück auf der Erde: Michail Kornienko, Sergej Wolkow und Scott Kelly (v.l.n.r.) Bild: dpa

Ein knappes Jahr waren Scott Kelly und Michail Kornienko an Bord der Raumstation ISS - fast doppelt so lange wie andere Astronauten. Besonders Kellys Gesundheitszustand ist für die Wissenschaft interessant - weil er einen Zwillingsbruder hat.

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          Nach fast einem Jahr im Weltall sind der amerikanische Astronaut Scott Kelly und der Russe Michail Kornienko wohlbehalten von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Bei leichten Minustemperaturen landete die Kapsel mit den beiden Männern und ihrem russischen Kollegen Sergej Wolkow am Mittwoch in Kasachstan. Wolkow war “nur“ fünf Monate an Bord. „Die frische Luft fühlt sich herrlich an“, sagte Kelly nach dem Ausstieg aus der drei Tonnen schweren Sojus.

          Der Aufenthalt von Kelly und Kornijenko in der Schwerelosigkeit dauerte 340 Tage und damit doppelt so lange wie sonstige Einsätze auf dem Außenposten der Menschheit. Die sogenannte Jahresmission gilt als Test für eine Reise zum Mars in vielen Jahren. Die Männer hatten seit Ende März 2015 auf der ISS gearbeitet. Wolkow war 182 Tage im All.

          Amerikanischer Rekord

          Kelly ist der erste Nicht-Russe, der einen solch langen Non-Stop-Flug absolviert hat. Seine Zeit im All ist zudem amerikanischer Rekord. Helfer trugen die Raumfahrer nach der Landung um 10.26 Uhr Ortszeit (5.26 Uhr MEZ) etwa 150 Kilometer südöstlich von Scheskasgan zu Klappstühlen, wo sie gut gelaunt und in Decken gehüllt in Kameras winkten. Dreieinhalb Stunden vor der Landung hatte die Sojus von der ISS rund 400 Kilometer über der Erde abgedockt.

          Der Aufenthalt im All fordert den Astronauten viel ab. Durch die Schwerelosigkeit sind ihre Muskeln geschwächt. Oft treten auch Sehbehinderungen und Schlafprobleme auf. Das Schwierigste sind meistens die psychischen Auswirkungen. „Physisch fühle ich mich ziemlich gut, aber die Isolation von den Menschen auf der Erde, die mir wichtig sind, macht mir am meisten zu schaffen“, sagte Kelly bei einer Liveübertragung vor der Landung zur Presse.

          Messungen für Reise zum Mars

          Nun wird Kelly von Kasachstan zurück nach Houston geflogen. Nasa-Forscher werden dort mit Studien beginnen. Im Fokus werden die unterschiedlichen physischen Gesundheitszustände zwischen dem Astronauten und seinem Zwillingsbruder Mark Kelly stehen. Der Zwillingsvergleich könnte nützlich sein für das ehrgeizige Ziel, künftig Menschen auf den Mars zu senden. Dafür müsste ein Mensch laut Nasa eine Reise von mindestens drei Jahren auf sich nehmen. Auf dem roten Planeten angekommen, hätten Astronauten wenig Zeit, sich zu erholen. Deshalb wollen Wissenschaftler Wege finden, um Verletzungen zu verhindern und die Erholungszeit zu optimieren.

          In dem Forschungslabor auf der Raumstation ISS leisten nun Juri Malentschenko (Russland), Timothy Kopra (Vereinigte Staaten) und Tim Peake (Großbritannien) Dienst. Am 19. März soll eine dreiköpfige Verstärkung dorthin entsandt werden. Russland ist nach dem Aus für die Space-Shuttles 2011 das einzige Land, das bemannte Flüge zur ISS organisiert.

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