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Raumstation ISS : Astronauten müssen zur Reparatur wohl raus

  • Aktualisiert am

Außenposten der Menschheit im All: Die Internationale Raumstation (ISS) Bild: NASA

Weil das Kühlsystem sich nicht von innen reparieren lässt, könnten laut NASA bald mehrere Weltraumspaziergänge nötig werden.

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          Wegen eines defekten Kühlsystems auf der Internationalen Raumstation (ISS) könnten auf die Besatzung mehrere Weltraumspaziergänge zukommen. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA teilte am Freitag in Houston mit, eine Reparatur von der ISS aus sei den Ingenieuren an Bord nicht gelungen. Daher werde über einen Außeneinsatz nachgedacht, auf den mehrere weitere folgen könnten, sagte NASA-Sprecher Kelly Humphrey. Dabei solle das defekte Ventil an der Ammoniakpumpe des Kühlsystems ausgewechselt werden.

          Eine Entscheidung über die Außeneinsätze solle auf einer Sitzung der Verantwortlichen des ISS-Programms am Montag getroffen werden, sagte Humphrey. Die Einsätze könnten dann Ende kommender Woche beginnen. Zunächst solle jedoch geprüft werden, ob es auch andere Möglichkeiten gebe, das Kühlsystem wieder in Gang zu bringen.

          Zweiter Kühlkreis funktioniert noch

          Der Fehler war am Mittwoch aufgetreten. Das defekte Ventil ist notwendig für die Regelung der Temperatur der Klimaanlage. Auf der ISS gibt es noch einen zweiten Kühlkreis, der normal funktioniert. Von dem Teilausfall betroffen sind laut der NASA das Harmony-Modul der ISS, das Kibo-Labor und das europäische Columbus-Labor. Im Jahr 2010 hatte die ISS-Crew für die Reparatur eines ähnlichen Defekts drei Weltraumspaziergänge absolviert.

          Nach dem Ausfall der überhitzten Kühlpumpe hat die Crew den Energieverbrauch im russischen Teil deutlich herunterfahren müssen. Das amerikanische Modul müsse nun mitversorgt werden, sagte Alexander Koptew von der Flugleitzentrale bei Moskau am Donnerstag. Um Energie zu sparen, seien im japanischen und im europäischen Teil der ISS die Hälfte der Systeme ganz ausgeschaltet worden. „Wir mussten zur Nutzung des Reservesystems übergehen“, sagte Koptew der Agentur Interfax zufolge.

          Die sechsköpfige Crew - drei Russen, zwei Amerikaner und ein Japaner - sei nicht in Gefahr. Die Flugleitzentrale hob den Außenposten der Menschheit am Donnerstag aus technischen Gründen auf rund 415 Kilometer Höhe an.

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