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Nasa-Sonde : „New Horizons“ entdeckt auf dem Pluto Gefrorenes

„New Horizons“ fotografiert gefrorenes Kohlenmonoxid im Herzen von Plutos „Herz“. Bild: NASA/JHUAPL/SWRI

Die amerikanische Raumsonde fotografiert gefrorenes Kohlenmonoxid auf dem Zwergplaneten. Das bisherige Bild von Himmelskörpern in unserem Sonnensystem muss überdacht werden.

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          Drei Tage nachdem die amerikanische Planetensonde „New Horizons“ am Zwergplaneten Pluto vorbeigeflogen ist, sind am Freitagabend neue Bilder und Messergebnisse veröffentlicht worden. Sie zeigen unter anderem eine Fläche aus gefrorenem Kohlenmonoxid inmitten der auffälligen herzförmigen Gegend „Tombaugh Regio“, die schon beim Anflug sichtbar geworden war.

          Ulf von Rauchhaupt

          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Noch ist nicht klar, ob sich das Material in einer Senke gesammelt hat, oder ob es dort aus dem Boden quillt. Pluto ist zur Zeit 33 Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Auf seiner Oberfläche herrschen Temperaturen um die minus 230 Grad. Gase wie Stickstoff oder Kohlenmonoxid liegen dort hauptsächlich als Eis vor.

          Etwas weiter westlich zeigen die neuen Aufnahmen Schlieren wie von Sand, der vom Wind verblasen wurde und sich hinter Hindernissen angesammelt hat. Winde könnte es auf Pluto geben, da der Zwergplanet über eine dünne Atmosphäre aus Stickstoff verfügt, die sich, wie die neuen Daten ebenfalls zeigen, noch in 1600 Kilometern Höhe nachweisen lässt. „Es könnte sich bei den Schlieren aber auch um Ablagerungen von Geysiren handeln“, sagte Jeff Moore, ein Geologe aus dem „New-Horizons“-Team, am Freitag. Solche Geysire, die nicht Wasser, sondern Stickstoff oder Methan speien, wären theoretisch möglich, falls Pluto – der kleiner ist als unser Erdmond – in seinem Inneren doch noch nicht ganz erkaltet ist.

          Die Strukturen auf der fotografierten Fläche lassen sich nur schwer erklären. Möglich sind Winde oder Geysire.

          Genau das aber zeichnet sich in den Daten von „New Horizons“ immer stärker ab. Vor allem die Abwesenheit von Meteoritenkratern in Tombaugh Regio zeigt, dass die Gegend in vergleichsweise junger Zeit verändert wurde, „vor höchstens 100 Millionen Jahren“, wie Moore schätzt. Ein weiteres Indiz dafür, dass Pluto geologisch alles andere als tot ist, zeigten Aufnahmen von Sputnik Planum, einer Ebene am Rande von Tombaugh Regio. Dort gibt es vieleckige Muster aus Gräben, in denen sich an manchen Stellen dunkles Material angesammelt hat oder durch Erosion freigelegt wurde.

          Sie könnten durch Schrumpfung der Oberfläche dieser Gegend entstanden sein oder auch durch langsames Emporquellen des eisigen Bodens. Genaueres werden die Daten verraten, die in den nächsten Wochen und Monaten die Erde erreichen werden. Schon jetzt steht aber fest, dass das unser bisheriges Bild von den Himmelskörpern am Rand des Sonnensystems revidiert werden muss.

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