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Zwergplanet Pluto : Dünen am Rande des Sonnensystems

Die im Westen an die Al-Idrisi Montes grenzende Sputnik Planitia zeigt Oberflächenstrukturen, die auf die Existenz von Dünen auf Pluto hinzuweisen scheinen. Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute

Auf Pluto gibt es keine starken Winde. Dazu ist die Atmosphäre eigentlich zu dünn. Trotzdem hat man Dünen entdeckt. Findet man sie womöglich überall im Sonnensystem?

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          Dünen gibt es nicht nur auf der Erde, dem Mars, der Venus und dem Saturnmond Titan, sondern auch auf dem Zwergplaneten Pluto. Diesen unerwarteten Befund lieferten Beobachtungen mit der New-Horizons-Sonde der Nasa, die an dem Himmelskörper im Jahr 2015 vorbeigeflogen war und sich diesem dabei bis auf einen Abstand von 12.500 Kilometern genähert hatte.

          Sibylle Anderl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Forscher um Matt Telfer von der Universität Plymouth identifizierten Oberflächenstrukturen am Rand der Sputnik Planitia (im Bild im rechten unteren Bereich zu sehen) als Dünen aus körnigem Methaneis. Plutos gesamte Oberfläche wird von Eis verschiedener Zusammensetzung dominiert, bestehend beispielsweise aus Stickstoff, Methan, Ammoniak und Kohlenmonoxid. Die von den Forschern untersuchte Sputnik Planitia grenzt im Westen an die Al-Idrisi Montes, eine bergige Region mit Höhenunterschieden von rund 5000 Metern.

          Wie entstehen Dünen in dünnen Atmosphären?

          Die in „Science“ veröffentlichten Ergebnisse sind deshalb überraschend, weil man bislang davon ausging, dass die dünne Atmosphäre des Zwergplaneten nicht ausreicht, um Sedimente windgetrieben zu Dünen zu formen. Dabei ist weniger der Transport der Körnchen selbst das Problem, sondern die Tatsache, dass die Winde auf Pluto nicht stark genug sind, um die Methankörnchen überhaupt erst von der Oberfläche in die Höhe zu heben.

          Die Autoren schlagen als Lösung vor, dass eine solche Ablösung der Körner im Zuge der Sublimation von in der Ebene existierendem Stickstoffeis, dem Übergang vom festen in den gasförmigen Aggregatzustand, stattfinden könnte. Der Astronom Alexander Hayes, der die Ergebnisse in „Science“ in einem Kommentar einordnete, wies aber darauf hin, dass noch einige Arbeit notwendig sei, um vollständig ausschließen zu können, dass die dünenartigen Strukturen nicht anderen Ursprungs sein könnten.

          Dünen: Überall im Sonnensystem?

          Insbesondere sei es nötig, die Höhe der Dünen zu vermessen und deren Aktivität und zeitliche Veränderung zu untersuchen. Außerdem müsse studiert werden, inwiefern die Herauslösung der Methankörnchen aus der Oberfläche für die Bildung von Dünen wirklich nötig sei, um eine Bewegung der Körnchen durch Winde zu ermöglichen. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Interpretation der Gruppe um Telfer sehr überzeugend sei.

          Sollte es sich tatsächlich als möglich erweisen, in einer dünnen Atmosphäre Dünen zu erzeugen, könne möglicherweise überall im Sonnensystem mit Dünen gerechnet werden, sofern es nur Sediment und einen Mechanismus zu dessen Bewegung gebe.

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