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Raumfahrt : Ulf Merbold will Mars statt Toskana

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Wer will noch in die Toscana, wenn der Mars so nahe liegt? Bild: NDR

Der deutsche Astronaut hält die erste bemannte Mars-Mission innerhalb der kommenden 25 Jahre für möglich. Die Strecke zum Nachbarplaneten wäre bis dahin in vier Monaten zu bewältigen.

          Der deutsche Astronaut hält die erste bemannte Mars-Mission innerhalb der kommenden 25 Jahre für möglich. "In meinen Augen bleibt uns keine andere Wahl, als die Herausforderung anzunehmen. Sonst gehen wir in die Geschichte ein als die, die zwar Geld hatten, aber es nicht genutzt haben, sondern nur in die Toskana gefahren sind, um gut zu essen", sagte der 63 Jahre alte Merbold am Donnerstag bei einer Veranstaltung an der Universität Stuttgart.

          Realistisch sei ein Flug im Jahr 2030. Für die Mars-Mission sollte nach Merbolds Meinung ein neuer Antrieb für das Raumschiff entwickelt werden. Mit dem bislang verwendeten chemischen Antrieb würde die Mission drei Jahre dauern. Mit einem verbesserten System, beispielsweise einem Ionenantrieb, würde ein Jahr ausreichen. Dabei werden Atome, etwa die von Quecksilber, Cäsium oder Xenon, elektrisch geladen und durch elektrostatische Felder beschleunigt. Die geladene Atome (Ionen) verlassen dann als gerichteter Antriebsstrahl das Triebwerk.

          Die Strecke zum Nachbarplaneten wäre mit der neuen Technik aus Merbolds Sicht in vier Monaten zu bewältigen. Die Russen hätten durch ihre Raumstation Mir bislang ausreichend Erfahrungen mit einjährigen Missionen. Der Diplomphysiker Merbold ist seit dem Jahr 1995 Leiter der Astronautenabteilung im Europäischen Astronautenzentrum der Europäischen Weltraumorganisation Esa.

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