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Raumfahrt : "Mars Express" findet Eis

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Diese Bilder belegen die Existenz von Wassereis auf dem Mars Bild: Esa

Die europäische Mars-Mission hat ihre ersten Erfolge zu verzeichnen. Gleich zwei der Instrumente an Bord der Sonde haben Eis aus Wasser auf dem Mars gemessen.

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          Die europäische Mars-Mission hat ihre ersten Erfolge zu verzeichnen. Gleich zwei der Instrumente an Bord der Sonde haben Wassereis auf dem Mars gemessen. Wasser zu finden, war eines der erklärten Ziele für die Mars-Express-Mission der europäischen Raumfahrtbehörde Esa.

          Das französische Infrarot-Spektrometer Omega maß am 18. Januar Wassereis und Kohlendioxyd-Eis am Südpol des Mars, die italienische PFS-Kamera bestätigte diese Daten. Diese Kamera, die auch die Atmosphärenzusammensetzung mißt, zeigte außerdem, daß die Kohlendioxydverteilung auf der Nord- und auf der Südhalbkugel des Mars unterschiedlich ist.

          „Wir haben Wassereis auf dem Südpol identifiziert“, sagte Vittorio Formisano von der Esa. Michael McKay, Flugdirektor der Esa, sagte, Größe und Ausmaß der Eisfelder seien bislang nicht bekannt. Die von „Mars Express“ gelieferten Daten bestätigen Erkenntnisse der amerikanischen Sonde „Mars Odyssey“ vom März 2002. Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hatte McKay zufolge bereits mehrfach Eis und gasförmiges Wasser auf dem Roten Planeten nachgewiesen. Auch am Nordpol des Roten Planeten wird Wassereis sowie gefrorener Kohlenwasserstoff - so genanntes Trockeneis - vermutet. Seit Jahrzehnten forschen Wissenschaftler auf dem Mars nach Wasser in flüssiger Form, das Grundbaustein für jegliches Leben auf dem Planeten wäre.

          Wo Omega die Bilder aufgenommen hat

          Erste Messergebnisse von allen Instrumenten

          Auch die anderen Instrumente an Bord der am 25. Dezember auf die Umlaufbahn eingeschwenkten Sonde lieferten erste Signale. MaRS, ein Gerät, das mittels Radiospektroskopie die chemische Zusammensetzung der Marsoberfläche, seiner Ionosphäre und der Atmsophäre vermessen soll, nahm erfolgreich die Arbeit auf. Der schwedische Elektronen-Neutronen-Analysator Aspera soll die fundamentale Frage klären, ob der Sonnenwind das Wasser auf dem Mars verschwinden lassen hat. Erste Ergebnisse zeigten einen „Schweif“ der Marsatmsophäre in dem Sauerstoff vorhanden ist.

          Das Experiment Spicam maß zum ersten Mal Infrarot- und ultraviolette Strahlung während einer Sternenverdunkelung. Es maß außerdem erstmals die Verteilung von Ozon und Wasserdampf gleichzeitig. Dabei ergab sich, daß dort, wo weniger Ozon ist, mehr Wasserdampf vorliegt.

          Auch die hochauflösende Stereokamera HRSC lieferte neue Bilder von der Marsoberfläche. Entwickler Gerhard Neukum sagte, bis Mittwoch habe die Kamera 1,87 Millionen Quadratkilometer aufgenommen. Auf dem Mars befinden sich riesige Krater und Vulkane, aber auch Landschaften, die auf frühere Ozeane hindeuten könnten. Es seien „unglaubliche Ergebnisse“, von denen er selbst „überrascht“ worden sei, sagte Neukum. Esa-Wissenschaftsdirektor David Southwood betonte, die jetzigen Ergebnisse seien erst der Anfang. Der Vorhang sei gerade erst gelüftet.

          Zufrieden mit den Ergebnissen

          „Ich habe nicht erwartet, daß ich nur einen Monat nach dem Eintreten in die Mars-Umlaufbahn so viele glückliche Wissenschaftler hier zusammenbringen könnte, die ihre ersten Ergebnisse präsentieren“, sagte David Southwood, Wissenschaftsdirektor der Esa bei einer Pressekonferenz im Satellitenkontrollzentrum Esoc der Esa in Darmstadt. Zunächst war am 25. Dezember und danach die Kontakaufnahme mit dem Landegrät „Beagle 2“ gescheitert. Die Hoffnung, „Beagle “ noch zu finden, haben die Europäer so gut wie aufgegeben. Er sei „nicht sehr optimistisch“, sagte Southwood. Doch „Beagle 2“ sei immer nur ein Element der Mission gewesen, praktisch die „Rosine im Kuchen“.

          Wissenschaftsministerin Edelgard Bulmahn sagte in Darmstadt, daß Deutschland bei der Erkundung des Mars mit einem Beitrag von rund 80 Millionen Euro nicht nur den größten nationalen Anteil der rund 300 Millionen Euro teuren Mars-Mission leiste, sondern auch bei der wissenschaftlichen Ausstattung führend sei und nannte Mars Express „einen gigantischen Erfolg für die europäische Raumfahrt“. „Deutsche Instrumente liefern zentrale Daten bei der europäischen und auch bei den amerikanischen Marsmissionen." Im laufenden Jahr seien somit fast alle deutschen Arbeitsgruppen in der Planetenforschung mit der Auswertung aktueller Marsdaten beschäftigt.

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