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Raumfahrt : „Discovery“-Mission verlängert

  • Aktualisiert am

Nach „Spaziergang” sieht die Arbeit am Shuttle nicht wirklich aus Bild: REUTERS

Die „Discovery“-Astronauten müssen möglicherweise zu einem weiteren Außeneinsatz ausrücken und kleinere Schäden am Hitzeschutzschild des Shuttles reparieren. Laut Nasa ist die Raumfähre trotz der Beschädigungen aber „in einem guten Zustand und landefähig“.

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          Das Space-Shuttle „Discovery“ bleibt einen Tag länger als ursprünglich geplant im Weltraum. Das soll der Besatzung die Möglichkeit zu zusätzlichen Arbeiten in der Internationalen Raumstation ISS geben, da unklar ist, wann das nächste Shuttle zu Besuch kommt, teilte die Nasa in Houston (Texas) mit.

          Damit ist die Rückkehr des Shuttle nun für den 8. August geplant. Wie Flugdirektor Paul Hill auf einer Pressekonferenz in Houston sagte, gibt es trotz mehrerer Dellen keine Probleme mit den Hitzekacheln selbst. Aber an einigen Stellen sei Verfugungsmaterial herausgetreten, und es werde noch geprüft, ob und wie sich das auswirken könnte. Wahrscheinlich müsse die Crew bei einem erneuten Außeneinsatz Reparaturen vornehmen.

          „In gutem Zustand und landefähig“

          Zunächst sei er der Ansicht gewesen, mit dem Problem könne man leben, sagte Nasa-Manager Wayne Hale. Andererseits, wenn die Reparatur relativ einfach sei, warum sollte man es nicht in Angriff nehmen. Das Problem mit den Fugen rührt nach Nasa-Angaben nicht von einer Kollision mit Teilen der Tankisolierung her, sondern durch eine Ermüdung des Klebstoffs, der die Kacheln fixiert. Nach den Erkenntnissen der Nasa ist die „Discovery“ trotz der Beschädigungen aber in einem guten Zustand und landefähig.

          Kommandantin Eileen Collins (links) und ihre Kollegen Andy Thomas und Charlie Camarda

          Shuttle-Kommandantin Eileen Collins äußerte unterdessen die Überzeugung, daß kein Grund zur Sorge bestehe. „Nach meinem Verständnis hat es so etwas auch bei früheren Flügen gegeben“, sagte sie in einem Interview. Die zweiköpfige Besatzung der ISS war gleich nach dem Aufwachen am Sonntag von der Bodenzentrale darüber informiert worden, daß ihre sieben Gäste von der „Discovery“ länger bleiben werden. „Wir hoffen, das ist für Euch nicht so, als würden Verwandte ihr Flugzeug verpassen und sich noch einen weiteren Tag einquartieren“, scherzte ein Nasa-Vertreter via Radio.

          12 Tonnen Müll sollen zurück zur Erde

          Der Shuttle-Besatzung bescherte der Sonntag unterdessen erneut viel Arbeit. Nachdem die Astronauten Soichi Noguchi und Stephen Robinson am Samstag bei einem fast siebenstündigen Aufenthalt im Freien die „Discovery“-Hülle inspiziert und erstmals neue Reparaturmethoden an Hitzekacheln getestet hatten, bereitete sich das Duo auf einen weiteren Ausstieg ins All an diesem Montag vor. Dabei soll unter anderem ein defektes Gyroskop der ISS ausgetauscht werden. Ein weiteres hatten die beiden Astronauten bereits am Samstag während ihres Außeneinsatzes repariert.

          Die ISS verfügt insgesamt über vier dieser Instrumente, die dafür sorgen, daß die Raumstation auf Kurs bleibt. Die Shuttle-Crew war am Sonntag außerdem fleißig damit beschäftigt, fast 15 Tonnen an mitgebrachten Versorgungsgütern und Ausrüstung in die ISS umzuladen. Im Gegenzug wird die „Discovery“ über 12 Tonnen Müll, der sich in der über zweijährigen Shuttle-Startpause nach dem „Columbia“-Unglück in der Station angehäuft hat, auf die Erde zurückbringen. Das Shuttle war 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander gebrochen, weil beim Start vom Außentank abgeplatzter Isolierschaumstoff den Hitzeschild beschädigt hatte.

          Zunächst alle Missionen „auf Eis gelegt“

          Als Konsequenz daraus waren Techniken zur Reparatur von beschädigten Hitzekacheln im All entwickelt worden, die während des Außeneinsatzes am Samstag von Noguchi und Robinson getestet wurden. Dabei verwendeten die Astronauten von der Erde mitgebrachte absichtlich beschädigte Kacheln, deren Risse und Verbeulungen es in der Schwerelosigkeit mit Kalkmasse zu verspachteln galt. Außerdem machten Noguchi und Robinson Aufnahmen von mehreren Dellen in Hitzekacheln, die - wie Hill am Sonntag bekräftigte - aber keinerlei Grund zur Besorgnis geben. Wie bei der „Columbia“ waren auch beim Start der „Discovery“ am vergangenen Dienstag Schaumstoffstücke vom Tank abgesprengt worden, die das Shuttle aber nicht trafen und auch kleiner waren als es 2003 der Fall war.

          Die Nasa hatte dennoch alle weiter geplanten Raumfähren-Missionen auf Eis gelegt, bis das Isolierschaum-Problem gelöst ist. Nasa-Direktor Michael Griffin deutete mittlerweile an, daß dies rasch geschehen und damit das Startverbot möglicherweise schon in Kürze aufgehoben werde.

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