https://www.faz.net/-gwz-oipk

Raumfahrt : Das Hubble-Teleskop soll den Mondflügen geopfert werden

  • Aktualisiert am

Nasa-Astronauten beim Reparieren des Teleskops 1999 Bild: Nasa

Die Ankündigung der Nasa, daß das Hubble-Weltraumteleskop vorzeitig im Jahr 2008 außer Betrieb genommen und mit einem unbemannten Satelliten zum Absturz gebracht werden soll, ist von Astronomen in aller Welt mit Bestürzung aufgenommen worden.

          1 Min.

          Die Ankündigung der Nasa, daß das Hubble-Weltraumteleskop vorzeitig im Jahr 2008 außer Betrieb genommen und mit einem unbemannten Satelliten zum Absturz gebracht werden soll, ist von Astronomen in aller Welt mit Bestürzung aufgenommen worden. Das Observatorium gilt als eines der erfolgreichsten Raumfahrtprojekte der vergangenen Jahre. Es hat nicht nur immer wieder - auch in dieser Beilage veröffentlichte - faszinierende Fotos von Galaxien und kosmischen Gas- und Staubwolken zur Erde gesendet, sondern auch andere wertvolle Meßdaten geliefert, die einzigartig sind. Mit dem Teleskop wurden unter anderem Messungen gemacht, die größere Klarheit über das Alter des Universums geschaffen haben. Viele der Fotos zeigen auf unübertroffene Weise, wie die Materie in der Frühzeit des Weltalls verteilt war.

          Der Nasa-Administrator O'Keefe hat die Entscheidung, keine Wartungs- und Reparaturflüge zum Hubble-Teleskop mehr zu genehmigen, damit begründet, sie seien für die Astronauten zu gefährlich. Denn für eine solche Mission müsse die Raumfähre in eine Umlaufbahn gebracht werden, von der es nicht möglich sei, die Internationale Raumstation zu erreichen. Sollte O'Keefe das ernst meinen, wäre er jetzt eine Erklärung schuldig, wie denn bei einem derartigen Sicherheitsdenken bemannte Flüge zum Mond zu verwirklichen seien. Schon allein daran ist zu erkennen, daß das Weltraumteleskop das erste prominente Opfer der von Präsident Bush in seiner Rede verkündeten neuen Ziele der amerikanischen Raumfahrt ist, für deren Anschubfinanzierung in den kommenden fünf Jahren vor allem finanzielle Mittel innerhalb der Nasa umverteilt werden sollen.

          Das Hubble-Teleskop zeugt von einer Aufbruchstimmung in den siebziger und achtziger Jahren, als mit dem Space-shuttle ein dem Luftverkehr ähnlicher Routinebetrieb im Weltraum erreicht werden sollte. Eine der Ideen war es, defekte Satelliten im Weltraum zu reparieren oder für die Reparatur zur Erde zurückzuholen. So wurden im November 1984 mit dem Shuttle die Satelliten Palapa B-2 und Westar 6 geborgen, die auf falsche Bahnen gelangt waren. Beide wurden später wieder in den Weltraum gebracht. Solche Missionen wurden später eingeschränkt, weil sich der Betrieb der Raumfähren als zu teuer erwies. Nur die Wartungs- und Reparaturflüge zum Hubble-Teleskop wurden fortgeführt.

          Weitere Themen

          Die Luft voller Leiber

          Heuschrecken-Plage : Die Luft voller Leiber

          Schwärme von Heuschrecken suchen weite Teile Ostafrikas heim. Wenn überhaupt, dann hilft nur noch Chemie. Sonst droht den Menschen dort die nächste Katastrophe.

          Der lange Weg ins Weiße Haus Video-Seite öffnen

          Videografik : Der lange Weg ins Weiße Haus

          Etappensieg für Bernie Sanders auf dem langen Weg ins Weiße Haus: Der linksgerichtete Senator hat die wichtige Präsidentschaftsvorwahl der Demokraten im Bundesstaat New Hampshire für sich entschieden. In Vorwahlen bestimmt jeder Bundesstaat die Kandidaten von Demokraten und Republikanern, die später auf Wahlparteitagen auf den Schild gehoben werden.

          Topmeldungen

          Je mehr Privatpatienten in einem Gebiet, desto mehr Ärzte lassen sich dort nieder. Aber liegt das am Geld oder am sozialen Umfeld?

          Gesundheitswesen : Abschaffung der Privatkassen soll Milliarden sparen

          Der Beitrag für jeden gesetzlich Versicherten könnte um 145 Euro im Jahr sinken, wenn die Privatkassen abgeschafft würden. Das behauptet eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Beamte, Ärzte und Wissenschaftler halten die Berechnungen für hanebüchen.
          In verschneiter Landschaft haben Flüchtlinge in Azaz im Norden der syrischen Provinz Idlib Zelte aufgebaut.

          Flüchtlinge in Idlib : Tod in der Kälte

          Hunderttausende Menschen sind im Nordwesten Syriens auf der Flucht vor der Offensive des Assad-Regimes. Gefahr droht ihnen inzwischen auch von der Kälte: Die Menschen erfrieren.
          Jetzt wird’s ernst, und wer auf frischer Tat ertappt wird, kommt aus dem Schlamassel kaum heraus.

          So wehrt man sich : Wenn ein Bußgeld winkt

          Wie man sich am besten gegen Vorwürfe wehrt, man sei zu schnell gewesen, habe keinen Abstand gehalten oder sei bei Rot über die Ampel. Nur wer in flagranti erwischt wird, hat wenig Chancen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.