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Raumfähre „Atlantis“ : Nach geglücktem Start auf dem Weg zur ISS

  • Aktualisiert am

„Das war ein wunderbarer Start” Bild: dpa

Nach geglücktem Start in Cape Canaveral befindet sich die amerikanische Raumfähre „Atlantis“ auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS, wo sie am Sonntagabend andocken soll. Geplant ist unter anderem das Anbringen neuer Sonnensegel an der Raumstation.

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          Die amerikanische Raumfähre „Atlantis“ ist nach geglücktem Start auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Der Space-Shuttle hob am Freitagabend um 19.38 Uhr Ortszeit (1.38 Uhr MESZ) mit einem langen Feuerschweif vom amerikanischen Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida ab. Die „Atlantis“ wird am Sonntagabend an der ISS andocken. Der Weltraumeinsatz dauert elf Tage. Die siebenköpfige Crew soll während dreier Außeneinsätze im All unter anderem ein Paar neuer Sonnensegel an der Raumstation anbringen.

          „Das war ein wunderbarer Start“, sagte Startdirektor Mike Leinbach. „Ich könnte nicht glücklicher sein. Der Außentank hat perfekt funktioniert“, sagte Programmdirektor Wayne Hale. Nur ein Stück Schaumstoff habe sich relativ spät nach dem Start vom Tank gelöst, aber nicht die Raumfähre getroffen. „Das dürfte keine Gefahr bedeuten“, sagte er.

          Sicher auf der Umlaufbahn

          Ein beim Start vom Außentank abgefallenes Stück Schaumstoff hatte am 1. Februar 2003 das tödliche Unglück der Raumfähre „Columbia“ ausgelöst. Damals kamen alle sieben Astronauten ums Leben.
          Nach Angaben des NASA-Kontrollzentrums in Houston verläuft der Flug ohne Schwierigkeiten. Die „Atlantis“ befinde sich sicher auf einer Umlaufbahn um die Erde.

          Der Space-Shuttle hob planmäßig mit ohrenbetäubendem Lärm, einer großen Staubwolke und einem langen Schweif vom amerikanischen Weltraumbahnhof ab. Achteinhalb Minuten nach dem Start schaltete die „Atlantis“ die drei Haupttriebwerke ab und schwenkte in einen Orbit um die Erde ein. Die „Atlantis“ transportiert ein 17,5 Tonnen schweres Segment mit einem Paar neuer Sonnensegel zur ISS. Der erste von insgesamt drei geplanten Außeneinsätzen im All beginnt bereits am Montag.

          Verbesserung der Energieversorgung auf der ISS

          Mit der Raumfähre wird dann auch die amerikanische Langzeitastronautin Sunita Williams zur Erde zurückkehren. Sie lebte und arbeitete seit Anfang Dezember auf der ISS. Mit vier Außeneinsätzen im All hat Williams einen neuen Rekord für Frauen aufgestellt. Die indischstämmige Astronautin wird von Clayton Anderson abgelöst, der bis Oktober auf der Raumstation bleibt.

          Die „Atlantis“ sollte eigentlich bereits vor drei Monaten starten. Ein Hagelsturm mit Golfball großen Körnern beschädigte aber Ende Februar den rund 50 Meter hohen Außentank so stark, dass er repariert werden musste. Es ist der erste von vier Shuttle-Flügen in diesem Jahr und der insgesamt 21. Flug einer Raumfähre zur ISS. Die nächsten Starts sind im August, im Oktober und im Dezember vorgesehen. Die NASA plant insgesamt noch 14 Shuttle-Flüge, um die ISS bis 2010 auszubauen.

          Die Betreiber der Raumstation konzentrieren sich jetzt vor allem darauf, die Energieversorgung auf der ISS zu verbessern. Nach fast einem halben Jahr Pause fliegt die „Atlantis“ dann im Dezember das europäische Weltraumlabor „Columbus“ zur ISS. Danach wird Anfang kommenden Jahres an der ISS das japanische Forschungsmodul „Kibo“ angebracht.

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