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Rätselhafter Saturnmond : Enceladus’ feuchtes Inneres

Ungwöhnlich: Die Eisfontänen des Saturnmondes Enceladus Bild: dpa

Gibt es unter der Eiskruste auf der südlichen Hemisphäre des Saturnmond Enceladus eine Meer aus Sazwasser? Neue Indizien scheinen diese alte These zu belegen.

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          Unter der Eiskruste von Enceladus scheint sich tatsächlich ein Ozean zu verbergen, der die am Südpol des kleinen Saturnmondes austretenden Fontänen aus Wasserdampf und Eisenpartikeln speist. Das Reservoir könnte sogar so viel Wasser besitzen wie Lake Superior, der größte der fünf Großen Seen Nordamerikas. Das glaubt nun eine internationale Gruppe von Planetenforschern nach der Analyse von Messdaten der Raumsonde „Cassini“, die aus den Jahren 2010 bis 2012 stammen.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Damals hatte sich Cassini dem 500 Kilometer großen Trabanten dreimal bis auf hundert Kilometer genähert. Zweimal war sie über die Südhalbkugel und einmal über die Nordhalbkugel geflogen.Die Vorbeiflüge hat man vor allem dazu genutzt, den inneren Aufbau von Enceladus zu erkunden. Dazu registrierte man den Einfluss der Schwerkraft des Saturnmondes auf die Flugbahn von Cassini. Wurde die Bahn stark abgelenkt, sprach das für eine hohe Materiekonzentration.

          Mächtiges Wasserreservoir

          Eine kleine Ablenkung wertete man dagegen als ein Zeichen für eine geringere Materiedichte. In den Daten haben Luciano Iess von der Sapienza Universià di Roma und seine Kollegen eine auffällige asymmetrische Materieverteilung an der „Tigerstreifen-Region“ des Südpols gefunden, also dort, wo Cassini im Jahre 2005 die aktiven Geysire von Enceladus entdeckt hat.

          Demnach besitzt das Material an der Oberfläche der Südpolarregion eine geringere Dichte als in dreißig bis vierzig Kilometern Tiefe. Für die Forscher um Iess lässt sich der Befund am ehesten erklären, wenn man annimmt, dass sich unter dem Eis am Südpol ein Ozean aus flüssigem Wasser befindet, wie sie in der Zeitschrift „Science“ berichten. Das Wasserreservoir könnte eine Tiefe von zehn Kilometern haben und sich bis zum fünfzigsten südlichen Breitengrad erstrecken.

          Ob der Ozean tatsächlich die Quelle der Fontänen ist, können die Forscher allerdings nicht sagen.

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